Jakob Arjouni Bruder Kemal

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Inhaltsangabe zu „Bruder Kemal“ von Jakob Arjouni

Der Frankfurter Privatdetektiv Kayankaya ist zurück: älter, entspannter, cooler – und sogar in festen Händen. Ein Mädchen verschwindet, und Kayankaya soll während der Frankfurter Buchmesse einen marokkanischen Schriftsteller beschützen. Zwei scheinbar einfache Fälle, doch zusammen führen sie zu Mord, Vergewaltigung, Entführung. Und Kayankaya kommt in den Verdacht, ein Auftragskiller zu sein.

Jakob Arjouni! Seine Frankfurt-Krimis sind unübertroffen!

— Ellaella
Ellaella

Was für ein sympathischer Privatdetektiv, eindeutig einer der besseren Regionalkrimis!

— allthesespecialwords
allthesespecialwords

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  • Arjouni, da kann man nicht anders als lesen.

    Bruder Kemal
    Ellaella

    Ellaella

    08. September 2017 um 12:57

    Als großer Fan von Jakob Arjouni jubele ich über jeden Fall des Frankfurter Privatdetektivs  Kayankaya und jeder Fall verdient den Jubel. Auch dieser hier.

  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    variety

    variety

    Jakob Arjouni schreibt mit viel Witz und Esprit vom Privatdetektiv Kayankaya, der einerseits eine vermisste Tochter zurückbringen und anderseits einen (noch) wenig bekannten Schriftsteller als Leibwächter an der Frankfurter Buchmesse vor einem drohenden (?) Attentat beschützen soll. Auch wenn der Humor auf Dauer etwas ermüdend wird und die Geschichte in der zweiten Hälfte etwas an Dynamik verliert, kriegt das Buch 4 Sterne, weil es so erfrischend daher kommt und sich extrem gut liest.

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    Arun

    Arun

    15. July 2014 um 14:23
  • Leider der letzte Krimi des Autors

    Bruder Kemal
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    05. February 2014 um 22:40

    Kayankaya, Privatdetektiv in Frankfurt am Main, hat sein unscheinbares Büro mitten im Bahnhofsviertel. Seltsam, dass ausgerechnet er von einer Frau engagiert wird, die in einer schicken Villa residiert. Aber schnell wird deutlich, dass gerade seine Kenntnisse der etwas zwielichtigeren Ecken Frankfurts ihn für seine Aufgabe prädestinieren. Er soll die 16jährige Tochter seiner Klientin aufspüren. Marieke, nach Aussage der Mutter ein „ziemlicher Feger“ (was aber eher auf die Mutter selbst zutrifft), ist mit einem deutlich älteren – und nicht gerade gesetzestreuen – Mann durchgebrannt. Kayankayas zweiter Auftrag führt ihn auf die Frankfurter Buchmesse. Er wird als Leibwächter für den marokkanischen Schriftsteller Malik Rashid engagiert, der Drohbriefe erhalten hat, weil er das Thema Homosexualität und Islam bearbeitet. Kayankaya soll Rashid auf all seine Buchmessentermine begleiten. Obwohl es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, haben die beiden Fälle miteinander zu tun, und am Ende des spannenden Krimis werden die Handlungsstränge geschickt zusammen geführt. Aber das war für mich gar nicht die Hauptsache an diesem Krimi. Richtig begeistert haben mich der intelligente Sprachstil, der Humor des Autors und die witzigen Ideen, die so nebenbei in die Handlung eingebaut sind, zum Beispiel, wenn Kayankaya seiner Freundin Deborah vorschlägt, sich „auch ein Israel anzuschaffen“, das dann für alle streitauslösenden Faktoren verantwortlich gemacht werden kann und so für Frieden in der Beziehung sorgt. Herrlich fand ich die Stellen, die auf der Buchmesse spielen und den Literaturbetrieb so schön auf die Schippe nehmen. Liebevoll, natürlich. Schade, dass dieser tolle Krimi das Abschiedsgeschenk des viel zu früh gestorbenen Autors ist.

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  • Krimiliteratur auf höchstem Niveau.

    Bruder Kemal
    fcbfrosch

    fcbfrosch

    19. March 2013 um 09:55

    Darum geht es: Privatdetektiv Kemal Kayankaya wird von der besorgten Mutter Valerie de Chavannes beauftragt, die verschwundene Tochter Marieke wieder zu finden. Dass es sich dabei um eine Familie der höheren Schichten handelt, lässt die Sache für Kayankaya vielversprechend aussehen. Tatsächlich scheint der Fall innerhalb kurzer Zeit gelöst. Deswegen kann der Privatdetektiv auch einen zweiten Job annehmen: der Maier-Verlag will auf der Frankfurter Buchmesse seinen Autor Malik Rashid vor islamistischen Angriffen geschützt sehen und engagiert den Deutschen als Leibwächter. Diese beiden Fälle bringen am Ende viel Wirbel in sein Leben, das er sich auf seine „alten Tage“ viel ruhiger vorgestellt hat.   Meine Bewertung:   Wieder einmal hat es Arjouni geschafft, einen interessanten Helden und eine spannende Handlung samt Mord und Totschlag auf knappen 225 Seiten zu vereinen. Und obwohl ich das Buch zuschlage und denke, „Das hätte durchaus noch ein bisschen länger sein dürfen, weil es so ein großer Genuss war“, fehlte es der Lektüre an nichts. Sie besitzt einen ungemein hohen Unterhaltungswert. Dieser summiert sich aus verschiedenen Zutaten: Den interessanten, abwechslungsreichen Figuren; einem verzwickten Fall, der viel Spannung hervorruft; trockenem Humor und Gesellschaftskritik. Da ist einmal ein Privatdetektiv, der abgesehen von seinem Namen nichts mit der Türkei zu tun hat. Das interessiert jedoch oftmals nur sehr wenige Menschen seiner Umgebung: Hallo, liebe Vorurteile. Kayankaya reagiert teilweise gereizt, gelangweilt, vorlaut und auf jeden Fall mit jeder Menge Scharfsinn, Wortwitz und einer lockeren Zunge. Es gibt viele Dialoge, die einfach nur herrlich sind und ich lache laut auf beim Lesen. Dann bleibt mir manchmal das Lachen im Halse stecken, und ich schnappe nach Luft über diese Frechheit, die Kayankaya da wieder gesagt hat – wie wird sein Gegenüber wohl reagieren? Die Figur des Privatdetektivs hat sich im Laufe der Zeit verändert. Weniger draufgängerisch, merkt man ihm an, dass Beständigkeit und Ruhe in sein Leben kehrt. Wo er doch auch seine Frau hat, mit der er seit 10 Jahren zusammen und glücklich ist. Und mit der er wortreiche und trockene Dialoge führt. Und die es geschafft hat, dass Kayankaya an eine zukünftige Familie denkt. Neben dieser zentralen, facettenreichen Hauptfigur besticht „Bruder Kemal“ durch eine – gewohnt – spannende Handlung. Der erste Fall um die verschwundene Jugendliche scheint schnell gelöst. Dass der Privatdetektiv jedoch in Schwierigkeiten steckt, dürfte bei seiner Auflösung der „Entführung“ wie Mariekes Mutter befürchtet, schnell klar sein. Kayankayas Zutun wirkt sich auch beträchtlich auf seinen Leibwächter-Auftrag auf der Buchmesse aus. Am Ende geht es nicht nur um Entführung(en), sondern auch um Vergewaltigung und Mord. Spannung also garantiert. Arjounis Kayankaya-Reihe ist jedoch nicht nur unterhaltsam, sondern wirft stets Fragen auf. Fragen, die eng mit politischem und sozialem Geschehen verknüpft sind. Die an unsere Moral appellieren, selbst jedoch nie moralisch gestellt werden. Fragen, über die sich jeder irgendwann einmal Gedanken gemacht haben sollte. So stößt Arjouni allein durch seine Hauptfigur mit Migrationshintergrund die Nase des Lesers auf Vorurteile. Zugleich setzt sich auch seine Hauptfigur stets mit einem brisanten Thema auseinander. In Bruder Kemal ist dies die muslimische Religion. Sei es durch die Mohammed-Karikaturen, die angesprochen werden, oder den Umgang des Islam mit modernen Werten. Wenn Kayankaya Stellung bezieht, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Das ist es, was diese Reihe als Ganzes, aber auch diesen einzelnen Krimi insbesondere so bedeutsam und wunderbar macht.   Fazit: Am Ende kann ich nur sagen: Vielen, vielen Dank, Jakob Arjouni. Die Krimireihe um den deutschen Privatdetektiv Kemal Kayankaya überzeugt mit geballter Spannung, Humor und sozial-politischer Kritik. Der fünfte Fall des mittlerweile gealterten und entspannten Ermittlers steht seinen Vorgängern in nichts nach. Thematisch setzt er sich diesmal vor allem mit der muslimischen Religion auseinander. Es ist immer wieder bedauernswert, wenn ich ein Buch Arjounis zu Ende gelesen habe. Bedauernswert, dass es so kurz war, bedauernswert, dass er einer der wenigen talentierten Schriftsteller war, dem es gelang so viel Würze innerhalb so weniger Seiten zu produzieren, und bedauernswert, dass wir von Arjouni nichts mehr zu lesen bekommen werden.

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  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    GeschichtenAgentin

    GeschichtenAgentin

    19. February 2013 um 19:21

    Lange hat Jakob Arjounis Detektiv Kayankaya Pause gemacht, nun ist er zurück: “Bruder Kemal – Kayankayas fünfter Fall” ist da. Zum Glück sind Krimi-Leser treue Seelen – sogar Ex-Krimi-Leserinnen wie ich. Eigentlich reizt mich das Genre nicht mehr. Aber mit Kemal Kayankaya hatte ich so viel Spaß – unvergessen die Szene an der Trinkhalle: “Bist Du Türke?” “Nein, Indianer.” – da wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. 53 ist Detektiv Kayankaya jetzt und lebt mit Deborah im Frankfurter Westend in einer schicken Altbauwohnung. Das Rauchen hat er sich abgewöhnt und er trinkt mittlerweile mehr Wein als Bier. Doch sein Humor ist immer noch der Alte und sein Talent, seine Auftraggeber an ihre Grenzen zu bringen, auch. Ihm ist klar, dass er wegen seines anscheinenden Migrationshintergrund für ganz spezielle Fälle engagiert wird und er spielt damit, dass sich niemand traut, genau das auszusprechen. Jakob Arjouni spinnt ein ganz feines ironisches Netz aus unbewussten Vorurteilen, bildungsbürgerlicher Selbstwahrnehmung und Ansprüchen an politische Korrektheit. Seine Figuren verheddern sich immer tiefer in diesem Netz und es ist ein Vergnügen, sie beim Zappeln zu beobachten. Für Buchliebhaber gibt es einen ganz besonderen Höhepunkt in “Bruder Kemal”: zwei Kapitel rund um die Frankfurter Buchmesse, die zwar nicht die Hölle ist, aber ein bisschen so riecht. Wer genau liest erkennt auch den Messestand des Diogenes Verlag, dem Verlag, in dem bisher alle Kayankaya-Krimis erschienen sind und in dem hoffentlich bald ein sechster Fall erscheinen wird – denn (Ex)-Krimi-Leserinnen sind treu.

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  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    Buchloewe

    Buchloewe

    06. January 2013 um 16:17

    laaaangweilig

  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    walli007

    walli007

    04. January 2013 um 11:20

    Frankfurt - Bahnhof Kayankayas Büro läuft ganz gut. Doch jeder neue Auftrag ist willkommen. Und so landet der Privatdetektiv Kayankaya in einem der vornehmeren Viertel Frankfurts. Die besorgte Mutter einer 16jährigen berichtet, dass die Tochter seit Tagen verschwunden ist. Nachdem der Detektiv mit einigen Mühen aus ihr herausgekitzelt hat, dass das junge Mädchen wahrscheinlich mit einem windigen Fotografen unterwegs ist, den die Mutter als besondere Zutat für eine ihrer Partys aufgerissen hat, macht Kayankaya sich sofort auf die Suche. Fast gleichzeitig erhält er den Auftrag als Personenschützer für einen arabischen Autor tätig zu werden, der in seinem Roman unangepasste Äußerungen verlautbaren ließ und nun mit Übergriffen von Fanatisten rechnen muss. Zwei sehr unterschiedliche Fälle kommen da auf unseren Detektiv zu. Die Sorge der Mutter um ihr Kind, die Sorge des Verlages um den Autor. Bei aller Unterschiedlichkeit ähneln sich die Fälle doch. Kann es sogar einen Zusammenhang geben. Kayankaya jedenfalls findet das Mädchen in zwar beklagenswerten aber immerhin lebendigem Zustand. Doch wie er bald feststellen muss, war das nicht alles. Kayankaya ermittelt frisch, mit Schnauze und Herz seinen Migrationshintergrund ignorierend, auch wenn gerade der ihm den Auftrag verschafft. Immer wieder verblüfft er seine Auftraggeber, weil er nicht in das Rollenbild passen will, dass sie von einem wie ihn haben. Damit hält der Autor den Lesern so manches mal einen Spiegel vor, was zwar zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken anregt. Vielleicht sollte man die Schubladen, in die man jemanden zu packen geneigt ist, nicht so schnell aufziehen. Auch mit seinem fünften Fall unterhält Kayankaya seine Anhänger bestens. Etwas älter und gesetzter, aber immer auf der Such nach der Wahrheit und einem entspannten Leben mit seiner langjährigen Freundin, bleibt man gespannt, was der Autor für seinen Helden noch in petto hat.

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  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    steffis-und-heikes-Lesezauber

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    30. October 2012 um 20:08

    Inhalt Als die junge Marieke verschwindet, erhält Privatdetektiv Kayankaya den Auftrag, die Bankiersenkelin zu suchen. Die Geschichte breitet sich aus und hängt auch irgendwie mit seinem zweiten Fall, einen Schriftsteller zu beschützen, zusammen. Kayanakaya wird in Mord, Vergewaltigung und Entführung verwickelt. Wird er die zwei Fälle lösen, auch wenn er eigentlich nur ein ruhiges Leben mit seiner langjährigen Freundin führen will? Meinung In diesem Buch fehlte mir einfach die steigende Spannung. Die zwei Handlungen werden zwar gekonnt miteinander verwoben, mit Humor noch ausgearbeitet, aber der Nervenkitzel war einfach nicht vorhanden. Außerdem fand ich einige Teile ziemlich übertrieben und zu literarisch. Ich konnte mich nicht immer in den Privatdetektiv hineinversetzen und seine Beschreibungen, z. B. über das Frankfurter Millieu, konnte ich manchmal nicht nachvollziehen. Es war mir irgendwie zu fadenscheinig und einfach nicht genug beschrieben. Teilweise mußte ich sogar einige Seiten nochmal lesen, was dann natürlich etwas nervig war. Charakteren Privatdetektiv Kayanakaya wird als interessant und vielschichtig beschrieben. Er hätte lieber gerne das ruhige Familienleben, als ständig Power in seinem Beruf. Trotzdem geht er dort voll auf und erledigt seine Arbeit mit Bravour. Die Nebendarsteller werden teilweise auch ganz gut beschrieben, manchmal erfährt man aber einfach zu wenig von ihnen. Cover Das Cover ist für mich nicht sehr spektakulär. Ich hätte mir dieses Buch wahrscheinlich nicht von alleine gekauft. Fazit Ein nicht so toller Krimi mit fehlender Spannung. Ich würde es nicht weiterempfehlen und somit bekommt es von mir auch nur 1 von 5 Sterne. Vielen Dank an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplares.

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  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    cosima73

    cosima73

    09. September 2012 um 10:49

    "Marieke war sechzehn und nach den Worten ihrer Mutter „sehr talentiert, belesen, politisch engagiert, neugierig und voller Humor..." Bei Mariekes Verschwinden wendet sich ihre Mutter, Valerie de Chavanes an den Privatdetektiven Kayankaya. Was zuerst nach dem Verschwinden eines Teenagers aussieht, welcher sich für zwielichtigen Freund statt für das eigene Elternhaus entscheidet, konfrontiert Kayankaya bald mit Drogen, Vergewaltigung und Mord. Während der vermisste Teenager bald wieder zu Hause ist, haben für Kayankaya die Probleme erst begonnen. Die Geschichte zieht ihre Kreise, breitet sich über seinen zweiten Fall, in dem er den muslimischen Schriftsteller Malik Rashid vor Übergriffen schützen soll. Rashid hat mit seinem neusten Roman, welcher Homosexualität in der arabischen Welt thematisiert, die Wut muslimischer Gruppierungen auf sich gezogen und befindet sich in Gefahr. Diese blüht ihm auch wirklich. "„Hören Sie mir gut zu: Die Lage hat sich verändert, wir haben eine Geisel. [...] Wenn Sie die Polizei verständigen, verschwindet die Geisel für immer." Kayankaya sieht sich vor dem Problem, wie er seinen Schützling und sich selber aus dieser Situation heil herausbringt. Mit viel Humor erzählt Jakob Arjouni Kayankayas neusten Fall. Dabei kriegt auch die Bücher- und Verlegerbranche ihr Fett weg, wird sie doch unbarmherzig und nicht ohne Zynismus portraitiert. Der neuste Fall des türkischstämmigen Kayankaya verliert ab und an den Spannungsbogen und weicht zu stark auf persönliche Erinnerungen und die private Geschichte des Ermittlers ab, macht dies aber durch viel Witz wieder wett. Die eingestreuten Rassenprobleme und Vorurteile wirken nie belehrend oder moralisierend, sondern immer angemessen und in die Erzählung passend. Fazit: Der fünfte Fall von Kemal Kayankaya führt durch die ganze kriminelle Palette von Drogen, religiösem Wahn, Vergewaltigung bis hin zu Mord. Der Kriminalroman besticht durch Witz und Leichtigkeit, ein Lesevergnügen auf der ganzen Linie.

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  • Rezension zu "Bruder Kemal" von Jakob Arjouni

    Bruder Kemal
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. August 2012 um 07:42

    So lange ist selten eine berühmte Krimiserienfigur von der literarischen Bildfläche verschwunden gewesen. Nach „Happy Birthday, Türke!“(1985), „Mehr Bier“ (1987),“Ein Mann ein Mord“ (1991) und „Kismet“ (2001) legt Jakob Arjouni nun mit dem Buch „Bruder Kemal“ seinen fünften Kayankaya-Roman vor. Kemal Kayankaya lebt, mittlerweile über fünfzig , immer noch als Privatdetektiv in Frankfurt, unterhält in der heruntergekommen Gutleutstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs ein kleines Büro und hält sich mit seinem Aufträgen wie immer gerade so über Wasser. Mit seiner langjährigen Freundin Deborah, einer ehemaligen Prostituierten, führt er eine glückliche Beziehung. Da kommt eines Tages eine Frau in sein Büro, die normalerweise diese Gegend meiden würde. Valerie de Chavannes, Bankierstochter, bewohnt mit ihrem Mann, einem angeblich berühmten Künstler und ihrer sechzehnjährigen Tochter Marieke eine mondäne Villa in der Zeppelinallee. Diese Tochter ist verschwunden. Wahrscheinlich ist sie mit einem älteren Mann zusammen, der sich als Künstler ausgibt und einen Migrationshintergrund hat. Kemal sagt ihr auf den Kopf zu, dass das wohl auch der Grund sei, dass sie ihn als Detektiv ausgewählt habe. Valerie de Chavannes widerspricht nicht und muss bald auch zugeben, dass sie selbst beinahe mit diesem Mann eine sexuelle Beziehung eingegangen wäre. Kemal nimmt den Auftrag an und beginnt schon bald, nach dem Mädchen zu suchen. Mit dem zweiten Fall, den er zeitgleich mit dem Fall des verschwundenen Mädchens zu lösen hat, wird er beauftragt von der Pressechefin des Maier Verlags. Deren Autor, der Moslem Malik Raschid, wird auf der Frankfurter Buchmesse seinen umstrittenen Roman vorstellen, in dem es um den Umgang mit Homosexualität in einem arabischen Land geht. Der Maier Verlag will seinen Autor vor den befürchteten Übergriffen religiöser Fanatiker schützen und engagiert Kemal für die Tage der Messe als dessen Leibwächter. Hier, in der ironischen Karikierung des Literaturbetriebs mit seinen Partys und Leerformeln läuft Jakob Arjouni wieder zu der literarischen Höchstform auf, mit dem er 2011 in „Cherryman jagt Mister White“ so überzeugt hatte. Hatte er damals ein beeindruckendes psychologisches Porträt eines jungen Mannes verfasst, das seinen Leser hin- und herriß zwischen Sympathie und Abscheu für ein Opfer, das zum Täter wurde, ist sein fünfter Kayankaya-Roman wieder ein Beispiel für Arjounis Fähigkeit, die Ijoma Mangold in der ZEIT einmal als „die angelsächsische Begabung (bezeichnete), Leichtigkeit, Witz und soziologische Schärfe sprachlich elegant zusammenzuführen.“ Dieser Kayankaya ist noch für mehrere weitere Bände gut.

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