Jakob Arjouni Chez Max

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Inhaltsangabe zu „Chez Max“ von Jakob Arjouni

Wir befinden uns im Jahr 2064. Die Welt ist durch einen Zaun geteilt: hier Fortschritt und Demokratie, dort Rückschritt, Diktatur und religiöser Fanatismus. Doch das Wohlstandsreich will verteidigt sein, Prävention ist angesagt wie noch nie. Dies ist die Aufgabe der beiden Ashcroft-Männer Max Schwarzwald und Chen Wu, Partner – aber alles andere als Freunde.

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  • "Chez Max" von Jakob Arjouni - Eine Dystopie zum nachdenken

    Chez Max

    Angelin4ik

    20. January 2017 um 14:20

    Arjouni spielt in seinem Werk "Chez Max" eine mögliche zukünftige Welt durch, wie sie sich nach dem Ereignis des 11.9. entwickeln könnte. Diese sieht im Jahr 2064 mit einer in zwei Teile geteilten Welt gar nicht so erstrebenswert aus. Der eine "terroristische" Teil wird sich selbst überlassen und verkümmert mehr oder weniger, der "demokratische, gute" Teil wird von einem totalitären Überwachungssystem kontrolliert. In diesem Umfeld bekommt der Leser einen Einblick in die Welt von Max und seinem Kollegen Chen, die beide bei der Überwachungsinstanz Ashcroft in Paris arbeiten. Man begleitet Max in seiner Gedanken- und Emotionswelt und verfolgt, wie er immer mehr in einen erschreckenden Verdächtigungs- und Tatendrang kommt und sich dennoch durchweg darauf beruft was Gutes zu tun. Er will so sehr zu der Welt des Systems gehören (weil es ihm dort nicht allzu schlecht ergeht), dass er im Wahn anfängt Freunde und anschließend seinen Kollegen Chen zu verdächtigen. So viel zum Inhalt, ohne zu viel zu verraten...Ich finde der Autor überzeugt in voller Linie mit seinem Schreibstil: Man konnte fließend in die Thematik einsteigen, ohne stolpern zu müssen. Er schafft es hochproblematische (politische, menschliche,...) Aspekte anzusprechen und den Leser zum Nachdenken zu bewegen, auf eine erfrischende und teilweise witzreiche sprachliche Weise. Gerade dieser Mix aus komplexer Thematik und angenehmer Schreibweise bewegt zum Weiterlesen. Dennoch gebe ich dem Werk "nur" 4 Sterne, da mich der Geschichtsverlauf nicht völlig überzeugen konnte. Durch wiederholte Einschübe von Erklärungen und Max' gedanklichen Monologen kommt die Handlung nicht richtig in Fahrt, zudem endet die Story ziemlich plötzlich. Alles in allem muss man sagen, dass der Autor es dennoch geschafft hat, dem Leser ein komplexes Thema auf der verhältnismäßig geringen Seitenzahl nahezulegen. Man wird zwischendurch immer mal wieder, aber besonders am Ende zum Nachdenken angeregt!

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  • Rezension zu "Chez Max" von Jakob Arjouni

    Chez Max

    Honeydew

    03. December 2010 um 22:36

    Mit "Chez Max" greift Jakob Arjouni ein hochaktuelles Thema auf: Wie könnte sich die Welt nach den Anschlägen des 11. September weiterentwickeln? Wie weit werden wir gehen, um uns in Zukunft vor Terrorangriffen zu schützen? Der Roman zeigt uns ein 2064, in dem die Welt durch einen Zaun in zwei Teile getrennt ist. Der euroasiatische Raum sowie Nordamerika grenzen sich vom Rest der Welt so weit ab, dass es sogar verboten ist, davon zu sprechen, dass es den Zaun überhaupt gibt, geschweige denn eine Welt dahinter. Auf den Landkarten existieren andere Teile der Welt nicht mehr und sind stattdessen als Wasser eingezeichnet. Dafür dass alles so bleibt, sorgt das Ashcroft Unternehmen, deren Mitarbeiter die Menschheit bespitzeln, während es so aussieht, als gingen sie ganz normalen Berufen nach. Darunter auch Max Schwarzwald, der im elften Pariser Arrondissement ein deutsches Restaurant, das "Chez Max", betreibt und dabei seine Gäste ausspioniert. Sogar Freunde liefert er im Verdachtsfall an Ashcroft aus. Seine größte Sorge ist sein Mitarbeiter Chen Wu, dessen Erfolg und sarkastischer Humor ihm schwer zu schaffen machen. Leider liegt es in der Natur der Sache, dass technische und politische Entwicklungen aus der Zukunft häufig besonderen Erklärungen bedürfen, und diese Einschübe sind es, die den Erzählfluss immer wieder unterbrechen. Viele Details dienen nur dem augenblicklichen Verständnis und tauchen im weiteren Romanverlauf nicht wieder auf. Dafür ist das Buch mit nur 223 Seiten auch zu knapp angelegt. Darüber hinaus wirkt Max, dessen Gedanken und Handlungen uns durch die Geschichte leiten, relativ unsympathisch, während mir sein Gegner Chen (bis auf die beschriebenen Essgewohnheiten) gut gefallen hat. Aber vielleicht war das ja auch von Arjouni so geplant? Chens bissige Bemerkungen und die Mundspüle Paris Hilton sind meine Highlights des Romans; sehr gelungen fand ich auch die Stelle, an der Max Chen beim Pflanzen von Rosenstöcken beobachtet: "Normalerweise hätte es mich kaum überrascht, Chen abends um neun oder auch noch später bei der Gärtnerarbeit zu sehen. Es war bekannt und bei den Kollegen auch immer wieder Anlaß zum erheitert-verblüfften Kopfschütteln, daß Chen die Gärtnerei mit einem Einsatz und einer Hingabe betrieb, als seien ihm Pflanzen als Lebewesen erheblich näher und wertvoller als Menschen. Tatsächlich hatte ich ihn schon dabei beobachtet, wie er mit einem Ginsterbusch sprach. [...] Doch als ich nun den Boulevard Richard Lenoir hinunterlief und Chen in dem von Madame Bonnet genannten Park entdeckte, wie er inmitten von Holzkisten, aus denen Rosenstöcke ragten, auf Knien hockte und im Licht der Straßenlaternen Löcher aushob und aus einem Schlauch mit Wasser füllte, war ich einen Moment lang fassungslos. Das konnte doch wohl nicht sein Ernst sein! Hatte er an diesem Abend wirklich nichts Besseres zu tun?" Hier zeigt sich auch Arjounis gelungene sprachliche Umsetzung. Dennoch gebe ich nur 3 Sterne, da mich die Geschichte aufgrund der erwähnten allzu häufigen Unterbrechungen nicht wirklich gepackt hat und erst gegen Ende so richtig spannend wurde.

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  • Rezension zu "Chez Max" von Jakob Arjouni

    Chez Max

    PrinzessinMurks

    10. March 2010 um 21:58

    Ein interessanter Ansatz die Überwachungswelt nach 9-11 zu beschreiben mit allen weiterentwickelten und alltagsassimilierten Denkanstößen. Man merkt, dass Arjouni sich ausgiebig mit den Möglichkeiten auseinandersetzt. Im Ganzen gleicht der kurze Roman meiner Meinung nach einer Novelle - und Novellen fehlt für mich immer ein wenig das Feuer. Ich bin für mehr ausformulierte Gedanken und weniger "Zwischen den Zeilen". Im Ganzen ist es jedoch sehr erhellend und packend. Sehr paranoid bis ins Letzte, der Protargonist beschränkt in seinem Weltbild. Und: So kurz es auch ist, es bleibt einfach im Kopf.

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  • Rezension zu "Chez Max" von Jakob Arjouni

    Chez Max

    Pankraz

    06. January 2009 um 06:44

    Eine eigentlich in keiner Weise absurde Zukunftsvision beschreibt Jakob Arjouni. Die scheinbare Freiheit der Menschen in der 1.Welt (Europa und Asien) wird gesichert durch Mauern und Denunziation. Ein wirtschaftlich nicht mehr lebensfähiges Amerika wird mit Subventionen unterstützt, der Rest der Welt ignoriert und ausgebeutet. Na, und in dieser schönen, neuen Welt arbeiten Max und Chen als gut getarnte Agenten für die Ashcroft-Vereinigung. Ashcroft-Männer haben nicht wirklich viel zu tun, sie müssen einzig Erfolge vorweisen. Verhaftungen nämlich. Und so wird schnell jeder verdächtigt und kleine Delikte zur Anzeige gebracht. Das System kritisieren! Ganz schlecht! Drogen! Geh bitte! Rauchen sowieso verboten! Da kann man schon eine “gerechte“ Strafe ausfassen. Und immer schön seine Pflicht tun! Das auffällige an Arjounis Zukunftsvision ist, dass sie ganz und gar unspektakulär geschildert wird, im Alltag von Max, der “hauptberuflich“ erfolgreich sein Restaurant “Chez Max“ führt, nebenbei beobachtet und denunziert, ausliefert, anzeigt und auch vor seinen Stammgästen und Freunden nicht halt machen kann. Denn: Pflichterfüllung ist alles! Und so kann sich Max am Ende ohne Zweifel vor sich selbst rechtfertigen: “Gegen alle Widerstände und Zweifel bist du deinen Weg gegangen und hast deine Pflicht erfüllt. Du bist trotz des Verrats an deinem besten Freund nicht schwach geworden, hast im Gegenteil die nötige Energie daraus gezogen. (…) Gut gemacht, Max, meine Hochachtung, du bist ein bemerkenswerter Kerl.“ Ein System der Überwachung … meiner Meinung hat sich der Autor dazu mehr Gedanken gemacht als an der Oberfläche dieses Buches sichtbar wird, also geschrieben steht. Und zwischen den Zeilen zu lesen ist ja nicht sooooo schlecht.

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  • Rezension zu "Chez Max" von Jakob Arjouni

    Chez Max

    la_marite

    07. March 2007 um 22:08

    Was ein BoWaLu ist oder ein Sexomat erfahren wir in dieser (Ironie)Utopie Arjounis. Wir befinden uns im Jahr 2064, also in einer unmittelbaren Zukunft, die in diesem Roman durch den gottgleichen Ashcroft, einer stasiähnlichen Behörde und einer rigorosen Zweiteilung der Welt in Demokratie vor dem Zaun und Terrorismus hinter dem Zaun gestaltet ist. Während Arjouni ein nicht uninteressantes politisches Bild des laufenden Jahrhunderts entwirft, wirken technische und menschliche Utopie nahezu anachronistisch. Charktere, Gedanken, Gestalten wirken wie ad-hoc Konstruktionen. Max, ein eifersüchtiger Ashcroft-Mitarbeiter und Restaurantbesitzer, gegen seinen Kollegen. Der Bewacher des Gesetzes bricht vor lauter Verfolgungswahn und geißender Eifersucht selbst das Gesetz und tötet Chen, seinen Kollegen, auf zwar nicht detailliert beschriebene, aber bestialische Weise und lässt ihn verschwinden. Die Moral von der Geschicht: die Menschen ändern sich nicht? Um das zu begreifen muss man aber nicht erst dieses Buch gelesen haben…

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