Jakob Arjouni Happy Birthday, Türke

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Inhaltsangabe zu „Happy Birthday, Türke“ von Jakob Arjouni

Privatdetektiv Kemal Kayankaya versucht gerade eine Wespe aus seinem Büro zu vertreiben, als es an der Tür klingelt. Herein tritt eine kleine Türkin in Trauerkleidung. Ihr Mann ist vor ein Paar Tagen in einem Bordell ermordet worden, und die Polizei kümmert sich nicht gerade eifrig darum, den Mörder zu finden. Ein neuer Fall - und dringend gebrauchtes Kleingeld - für Kayankaya.

Ein klischeehafter und typischer solider Krimi der 80iger Jahre, als atmosphärisches Hörbucherlebnis! Kemals erster Fall.

— Floh
Floh

Ein kurzer Krimi, in dem alles steckt, was das Herz begehrt. Rufus Beck vermöglicht Kayankaya einen großartigen ersten Auftritt.

— fcbfrosch
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  • Ein klischeehafter und typischer solider Krimi der 80iger Jahre.

    Happy Birthday, Türke
    Floh

    Floh

    „Happy Birthday, Türke“ ist der Krimiauftakt einer ganz erfolgreichen Reihe um den türkischstämmigen und ambitionierten Ermittler Kemal Kayankaya. Nicht nur sein Name ist klischeebehaftet. Der Autor Jakob Arjouni begibt sich in die Zeit der anfänglichen 80iger und betritt ein ganz neues Millieu seinerzeit. Dieses Hörbuch lässt den Hörer in eine andere Zeit tauchen, einen neuartigen Krimi erleben und die mittlerweile verstaubte Art der Ermittlungen miterleben. Schon beinahe eine Zeitreise und ein spannender Ausflug in ironische Ermittlerkunst. Ein fesselnder Krimi von Autor Jakob Arjouni, gelesen von Rufus Beck. Erschienen im Diogenes Verlag (http://www.diogenes.de/) Zum Inhalt: „Privatdetektiv Kemal Kayankaya versucht gerade eine Wespe aus seinem Büro zu vertreiben, als es an der Tür klingelt. Herein tritt eine kleine Türkin in Trauerkleidung. Ihr Mann ist vor ein Paar Tagen in einem Bordell ermordet worden, und die Polizei kümmert sich nicht gerade eifrig darum, den Mörder zu finden. Ein neuer Fall - und dringend gebrauchtes Kleingeld - für Kayankaya.“ Zur Handlung: Anfang der 80iger Jahre in der Mainmetropole, zu Zeiten von Bundeskanzler Helmut Kohl. Selbstverständlich, dass damalig aktuelle politische Themen in diesem Krimi angerissen werden. Für jemanden wie mich, der zur selben Zeit der Handlung des Krimi geboren wurde, ist die Lektüre ein bisschen wie eine Zeitreise zurück in die Zeit meiner Kindheit. Die Innovation dieses Werkes von Jakob Arjouni begründet sich darin, dass er einer der wenigen Autoren ist, die sich seinerzeit mit kritischen Themen wie Migration, Türkische Einwanderer und Millieuprobleme in seinen Werken befasst hat. Umso spannender ist diese kleine kriminalistische Zeitreise an der Seite eines sehr außergewöhnlichen Ermittlers. Privatdetektivs Kemal Kayankaya hat keine leichte Aufgabe, er soll den Fall des verstorbenen Mannes einer Türkin aufklären. Ihr Mann wurde in einem Bordell ermordet, doch die Polizei sieht keinen Anlass für ernste Ermittlungen. Da das Geld bei Kemal sowieso mal wieder knapp ist, nimmt er sich dieser Sache an. Er hat auch ein wenig Mitleid mit der Frau seiner Landsleute… Oder wird ihn dieser Fall mehr berühren, als ihm lieb ist? Ein Wettlauf beginnt… Rufus Beck vertont diesen stilistischen Krimi der 80iger in diesem Hörbuch wirklich nagend und spannend, er liest eindringlich und fesselnd – und zieht den Hörer bis zur letzten Sekunde in den Bann der Geschichte und weit darüber hinaus. Dauer: 4 CD(s) – 4 Stunden & 23 Minuten Art: ungekürzte Lesung Genre: Krimi/Spannung; Kayankayas erster Fall Cover / Umsetzung: Das Cover ist eine sehr gute und stimmige Wahl. Sehr ansprechend und macht neugierig. Es passt zum Verlagsprogramm, aber leider nicht zum Taschenbuch dieses Titels. Dennoch reiht es sich wunderbar an die anderen Fälle an und bildet im CD Regal eine schöne fortlaufende Optik. Das Cover lädt zu Assoziationen ein. Toll. Die Kapitellängen und die Strukturierung finde ich sehr gut gelungen. Da kann man auch gerne mal den Stopp-Knopf drücken und jederzeit seine Stelle wiederfinden. Pluspunkt! Zum Schreibstil des Autors und Lesestil des Sprechers: Der Schreibstil von unserem Autor Jakob Arjouni, der seinerzeit blutjunge 21 Jahre alt, also regelrecht gerade erst volljährig, war ist wirklich nicht ohne, dass was er in seinem Auftakt "Happy Birthday, Türke" offenbart ist die solide Kunst des Schreibens eines atmosphärischen Ermittlerkrimi in einem düsteren Millieu mit besonderen Hintergründen und politischen Merkmalen. Er bietet zwar nicht den heute so angesagten ungefilterten und unverblümten Nervenkitzel, aber tiefgehende Ermittlungen, zeitgemäße Dialoge und sehr viel Atmosphäre und Flair. Abgestimmt auf die Zielgruppe von Lesern und Hörern, die die 80iger Jahre selbst erlebt haben und so nochmals in die Jugend zurückkehren können. Trotz aller Zurückhaltung nimmt Autor Jakob Arjouni kein Blatt vor dem Mund und scheut sich auch nicht, die Dinge, die für seinen Krimi wichtig erscheinen klar zu artikulieren. Erfrischende Dialoge und KopfschüttelnGerade die Machenschaften der Handlanger und Widersacher wird mehr und mehr deutlich, je tiefer Kemal in die Materie durch seine Nachforschungen eindringt!. Man leidet, hofft und ängstigt mit den Protagonisten , Jakob Arjouni nimmt die Leser und Hörer mit, er bietet ein Schauspiel, welches packt, fesselt, schockiert, provoziert und dessen Wendung und Ziel den Atem stocken lässt. Die Dinge entwickeln sich mit einem Automatismus, wo der Leser oder Hörer kein Halten mehr findet und in einem Sog aus Plänen und Verkettungen und Faszination mitgerissen wird. Gibt es einen Ausweg? Sprecher Rufus Beck bringt in diesem Hörbuch all dass, was der Autor Jakob Arjouni in seinen Seiten übermitteln und darbieten will, durch seinen sehr gekonnt eindringlichen und fesselnden Erzählstil an die gebannten Hörer zurück. Er wirkt keinesfalls aufgesetzt oder gehetzt, seine reife Stimme schmiegt sich an den Verlauf der Kriminalhandlung. In diesem Hörbuch geht wirklich gar nichts von dieser Einzigartigkeit verloren. Jetzt bin ich wirklich neugierig, auf die weiteren Fälle mit kemal Kayankaya, dem klischeehaften Detektiv. Der Autor Jakob Arjouni erzeugt durch seine gekonnte Wortwahl und dem Sinn des stimmigen Krimi Bilder und lässt seine Story lebendig werden, diese werden durch die Stimme von Sprecher Rufus Beck dann auch für die Hörer wahrhaft lebendig und nah. Der bizarre und für heutige Zeiten seltene Schreibstil des Autors wird mit vielen eigenen Noten gewürzt und verleiht dieser Ermittlereihe Einzigartigkeit und verstaubten Retro-Flair, aber auch die Kulissen, die Politik, das Büro, der Polizeiapparat werden dem Leser bildhaft nahegebracht. Zigarettenqualm, Dunst und dunkle Möbel. Die 80iger hautnah, Musik, Stars und Themen. Ein Sinnes- und Gefühlsrausch und im Hörbuch durch den Sprecher Rufus Beck eine eingehende und nagende Story, die nach einer Fortsetzung ruft. R. Beck vertont das Gelesene mit einem unglaublich fesselnden und eingehenden Singsang und versteht es, die einzelnen Passagen mit unterschiedlichen Emotionen und Tonlagen hervorzuheben oder die Spannung heraufzubeschwören. Selten ging mir eine Stimme so nahe und versetzte mich in eine andere Zeit an die Seite eines eigensinnigen Ermittlers. Rufus Beck ist sich nicht zu schade, sich auf die unterschiedlichen Ebenen der Protagonisten aus der Erzählsicht von Kemal Kayankaya zu begeben und auch die verzweifelte Lage des Hauptprotagonisten zu verkörpern. Beck liest und vertont das Gelesene mit Fassungslosigkeit, Verzweiflung, Hoffnung, Ohnmacht, Gier, Verstörtheit und erzeugt beim Hörer Schock, Entsetzen und Beklommenheit. Ein solider Krimi sehr wirkungsvoll vertont! Kritikpunkte: Stellenweise wirkte die behördliche Arbeit der Polizei auf mich zu sehr eingestaubt und dadurch, dass der Krimi in 1985 spielt kaum in der heutigen Zeit nachvollziehbar. Bestärkt wird meine Skepsis dadurch, dass mir andersherum einige Dialoge gar nicht zeitgemäß erschienen und Kemal in einigen Passagen doch etwas anachronistisch wirkte. Hier fühlte ich mich noch weiter in die Zeit der 50iger oder 60iger versetzt. Zwar war ich selbst noch Kind in den 80igern, doch durch viel Literatur und Geschichte wage ich einige Dinge zu bezweifeln. Der Jargon wirkte passagenweise eher wie aus einem Western oder Gaunerroman der frühen 60iger Jahre. Aber vielleicht war es das, was man in den 80igern gern gelesen hat?! Ich weiß es nicht! Für mich wirkte es manchmal nicht ganz rund und harmonisch. Der Autor: "Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Er war 21 Jahre alt, als sein Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya in ›Happy birthday, Türke!‹ zum ersten Mal ermittelte. Es folgten drei weitere Fälle, für ›Ein Mann, ein Mord‹ (dritter Fall) erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimipreis. Seine Romane ›Hausaufgaben‹, ›Chez Max‹ und vor allem der Roman über einen ostdeutschen Nazimitläufer, ›Cherryman jagt Mister White‹, sind mittlerweile Schullektüre. Sein Werk ist in 23 Sprachen erschienen. Er starb am 17. Januar 2013 in Berlin" Die Stimme / der Sprecher: "Rufus Beck, 1957 geboren, war von 1989 bis 1994 am Bayerischen Staatsschauspiel München engagiert. Seit 1994 arbeitet er als freier Schauspieler, u.a. an den Münchner Kammerspielen, dem Bayerischen Staatsschauspiel und dem Berliner Ensemble. Sein Kinodebüt gab er 1991 in Sönke Wortmanns ›Kleine Haie‹. Der Durchbruch gelang 1994 u.a. mit dem Film ›Der bewegte Mann‹. Rufus Beck ist Sprecher und Regisseur zahlreicher Hörbücher und wurde vor allem als die Stimme von ›Harry Potter‹ populär" Fazit: Eine grandiose Umsetzung eines Krimis aus den 80igern in einem sehr facettenreichen Hörbuch mit der reifen Stimme des Sprechers Rufus Beck. Ein Krimi seinerzeit. Eine Zeitreise, die mir sehr gefallen hat. 4 Sterne für dieses sonderbare Hörerlebnis!

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    • 13
    awogfli

    awogfli

    07. August 2015 um 12:05
  • Da darf kein Krimifan dran vorbei gehen!

    Happy Birthday, Türke
    fcbfrosch

    fcbfrosch

    19. March 2013 um 10:17

    Darum geht es: Privatdetektiv Kemal Kayankaya bekommt an seinem Geburtstag Besuch von einer kleinen Türkin. Ihr Mann ist kürzlich gestorben und die Polizei verwendet ihrer Meinung nach nicht genug Aufwand um den Mörder ihres Mannes dingfest zu machen. Sofort macht er sich an die Arbeit und deckt dabei so manche Schweinerei auf.   Meine Bewertung: Vor kurzem landete ein Buch bei mir, mit dem bescheidenen Titel „Jetzt auf allen Bestsellerlisten!“. Darin findet sich eine ganze Sammlung verschiedener Autoren, die für den Diogenes-Verlag veröffentlichen und Textabschnitte über Lesen und Schreiben und allem was dazu gehört. Auch Jakob Arjouni kann darin gefunden werden. Ich stolperte schon einige Male zuvor über seinen Namen, kam aber nie dazu, mich näher mit seinen Werken zu beschäftigen. Die traurige Nachricht über sein Ableben in der vergangenen Woche jedoch, brachte mich dazu, ein wenig über ihn zu lesen und so entschied ich mich für seinen ersten Kriminalroman mit dem deutsch-türkischen Kemal Kayankaya als Hörbuch. „Happy Birthday, Türke“ ist mit 4h 23 Minuten doch ziemlich kurzweilig und eine schöne Abwechslung zu dem doch sehr ungemütlichen Thema von „Böser Wolf“ welches davor auf meinem Plan stand. Ich hörte die ersten Minuten und war begeistert. Die Worte verschmolzen zu einem kleinen See aus Gold. Ich badete im warmen Wortwasser, drehte und wendete mich ein wenig und wollte gar nicht mehr aussteigen. So quirlig die Sprache, so wendig das Gesagte. So schwappten beim Hören kleine Wogen der Begeisterung über mich. Und lachen musste ich auch. Trockene Beschreibungen wie „Hinter der Theke stand die dicke Tochter des Chefs. Eine stattliche Reklame für den Teig ihres Vaters“, reihten sich aneinander und verführten mein Wortwitz und Sprachgewandtheit liebendes Herz. Und die betont lustlosen Versuche von Scherzen zogen mich endgültig in ihren Bann.   „Ähm“, ich überlegte, „suchen Sie mich privat oder als Detektiv auf?“ Oder als Privatdetektiv, dachte ich. Aber selbst gutwillige Menschen hätte man dazu kitzeln müssen.   Die bunte Mischung aus schrägem Humor, einem eleganten Schwung durch den Wortreichtum unserer Sprache, und die Kurzweiligkeit der Geschichte beinhalteten alles, was ein guter Krimi braucht. Kemal Kayankaya ermittelt auf nicht immer ganz seriöse Weise und überrascht in seiner Person doch immer wieder. Dass er eigentlich Deutscher, und nicht einmal der türkischen Sprache mächtig ist, stört die nach Äußerlichkeiten wertenden Menschen seiner Umgebung rein gar nicht. Kayankaya weiß damit umzugehen und lenkt die verbalen Angriffe auch gerne mal physisch ab. So ist sein erster Fall sehr unterhaltsam. Es war für mich das erste Mal, Rufus Beck im Ohr zu haben. Er verlieh der Geschichte schließlich ihren restlichen Charme. Gekonnt setzte er die Figuren in Szene, brabbelte und redete im feinsten Frankfurter Dialekt, wenn es verlangt war und begeisterte mich auch durch seine einfach angenehme Stimme.   Fazit: Schade, dass ich mich nicht schon vorher mit Arjouni beschäftigt habe, denn was ich da hörte, gefiel mir sehr. Der Fall um den türkischen Ermittler war brisant, auch gesellschaftskritisch im Kleinen, unterhaltsam, gespickt mit feinstem Humor und beinhaltete alles, was ein guter Krimi braucht, um zu gefallen. Und Rufus Beck als Sprecher setzt diesem feinen Stück Literatur am Ende noch die Krone auf. Wer es also gerne mal weniger deftig in den Kriminalgeschichten mag, sollte auf keinen Fall an Arjouni bzw. den Kayankaya-Büchern vorbeigehen.

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