Jakob Bedford

 4,7 Sterne bei 17 Bewertungen
Autorenbild von Jakob Bedford (©Daniela Möllenhoff)

Lebenslauf

Jakob Bedford studierte Literaturwissenschaft in Deutschland und England. Er lebt mit seiner Familie im Rheinland. www.jakobbedford.de

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jakob Bedford

Cover des Buches Abtrünniges Blut (ISBN: 9783947373161)

Abtrünniges Blut

 (17)
Erschienen am 01.09.2018

Neue Rezensionen zu Jakob Bedford

Cover des Buches Abtrünniges Blut (ISBN: 9783947373161)
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Rezension zu "Abtrünniges Blut" von Jakob Bedford

Ein Thriller vor einem historischen Setting und doch so viel mehr...
Betty_J_Wendlvor 4 Jahren

Der Roman entführt den Leser in ein winterliches London des Jahres 1748. Ein grausamer Serienmörder hinterlässt seine Opfer bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Unruhe macht sich beim gemeinen Volk breit, doch auch in der Oberschicht brodeln die Gerüchte, dass die Jakobiten einen Umsturz planen. Zwei Jahre sind seit der Schlacht von Culloden und der Niederlage von Bonnie Prince Charlie vergangen, nun gibt es Anzeichen dafür, dass seine Anhänger den nach Frankreich geflüchteten Thronanwärter der Stuarts an die Macht verhelfen wollen, denn mit Georg II. sitzt ein nicht gerade beliebter deutschstämmiger König auf dem Thron. Richter Henry Fielding beauftragt den vom Schicksal gebeutelten John Shinfield in der Sache Ermittlungen aufzunehmen. Der Leser begleitet fortan John Shinfield und den namenlosen Serienmörder durch die vereisten Straßen von London, wird immer tiefer hineingezogen in ein ausgeklügeltes und grausames Intrigenspiel.  

Wenn Jane Austen auf Jack the Ripper trifft. Eine sehr treffende Umschreibung des Thrillers. Das Buch ist intelligente Unterhaltung auf sehr hohem Niveau.  Ein ausgefeilter Plot über einen psychopathischen Mörder, der mit seiner perfiden Art schwer zu fassen ist, und seinen unfreiwilligen Ermittler sorgt für die nötige Spannung. Doch das Buch ist so viel mehr, als nur ein spannender Thriller vor einem historischen Setting.

Die Charaktere sind bis in die Nebenrollen wunderbar ausgefeilt. Allen voran natürlich John Shinfield, der zweite Sohn des Earl of Finchampstead, der sich nach dem Tod seiner Frau aus der Gesellschaft zurückgezogen hat und nun gezwungen ist, seine gesellschaftlichen Verpflichtungen wieder aufzunehmen, was ihm zutiefst zuwider ist, der schillernde undurchsichtige Paul l’Estagnol, das liebenswerte Hauspersonal am Gough Square, die Damen und Herren der vornehmen Gesellschaft mit ihren verschrobenen Eigenheiten und die Londoner, denen man auf den Straßen begegnet. Die Gespräche in den Salons, in der Gesindeküche und auf den Straßen zeichnen ein Bild der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts, wie man es auch aus den Romanen von Jane Austen kennt, mit dem Unterschied, dass es durch die fehlenden moralischen Beschränkungen, denen eine Jane Austen unterworfen war, um vieles realistischer wirkt. Wer also Jane Austen liebt und auch eine Portion Grausamkeit und Gewalt verträgt, dem bietet dieses Buch spannende und geistreiche Unterhaltung. Ein Buch, das dazu einlädt, es in einem Zug durchzulesen, denn man kann es wahrlich nur schwer aus der Hand legen. Ein sehr gut recherchierter Historienthriller und eine absolute Leseempfehlung.

Cover des Buches Abtrünniges Blut (ISBN: 9783947373161)
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Rezension zu "Abtrünniges Blut" von Jakob Bedford

Spannung mit hohem Niveau
TashaWintervor 5 Jahren

Ich mochte es sehr, mit John Shinfield, Esquire durch die winterlichen Straßen von London im Jahr 1748 zu streifen. Der Roman hat mich durch die atmosphärische Dichte und die bildliche Sprache sofort in das Geschehen hineingezogen und es fiel mir immer schwer, das Buch zur Seite zu legen. Dazu trug natürlich auch die Tatsache bei, dass ein skrupelloser Serienmörder in den Straßen sein Unwesen treibt und sich die Hinweise auf eine Intrige, die das Königshaus betrifft, immer mehr verdichten. John wird in diesen Strudel aus Gewalt und Hinterhältigkeit hineingezogen und man erlebt mit, wie sein eigenes Leben in Gefahr gerät. 

Natürlich ist es da gut, dass er den gewieften Paul De L’Estagnol an seiner Seite hat, der aus jeder Situation einen Ausweg weiß und den Intriganten immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Aber kann John Paul wirklich vertrauen?

 Sowohl die Stimmung als auch die Charaktere haben mich sehr für sich eingenommen und ich fand das Bild, das von der feinen Gesellschaft gezeichnet wurde, sehr spannend. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass sich unter den Adeligen und sonstigen hohen Leuten die ein oder andere skurrile Persönlichkeit tummelte, die jegliche Art von gesellschaftlichen Zusammenkunft nutzte, um die eigenen Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit und Bestätigung zu befriedigen. Ich fand es unterhaltsam dieses Kabinett des Grauens durch Johns Augen zu sehen, der sich nach einem Schicksalsschlag weitgehend daraus zurückgezogen hat. 

Mir persönlich hat es auch sehr gut gefallen immer mal wieder echten Persönlichkeiten der Zeit zu begegnen, wie zum Beispiel dem Friedensrichter Fielding. Die Gespräche über die damals zeitgemäße Literatur waren für mich immer besonders interessant. Tatsächlich habe ich mich manchmal an die Romane von Jane Austen erinnert gefühlt, die einen auch so wunderbar in eine andere Zeit entführen können. Außerdem habe ich Anklänge von Sherlock Holmes bemerkt, einem weiteren Liebling von mir. Es fand sich die gleiche Liebe zum Detail, was die Verbrechen und auch die Darstellung der Charaktere angeht. 

Gegen Ende wurde es dann so spannend und die Ereignisse überschlugen sich, so dass ich die letzten hundert Seite am Stück gelesen habe. Für mich ein hervorragender Einstieg in das Genre historischer Thriller und ich freue mich jetzt schon auf weitere Romane des Autors.

Cover des Buches Abtrünniges Blut (ISBN: 9783947373161)
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Rezension zu "Abtrünniges Blut" von Jakob Bedford

Thriller par excellence
Billierubinvor 5 Jahren

Ein gutes Buch erkennt man auch daran, dass man vollkommen in die Welt eintauchen kann, die einem vor dem (geistigen) Auge ausgebreitet wird. Das gelingt mit „Abtrünniges Blut“ so gut, dass man verwundert ist, wenn man zwischendurch mal hochschaut und auf einen Fernseher blickt. Ach, man lebt ja gar nicht 1748 in London. Welch ein Glück!

Der Grundplot ist schnell erzählt: Die Jakobiter planen einen Aufstand gegen den (deutschen) König und wollen den Stuart-Nachfolger Bonnie Prince Charlie wieder auf den Thron bringen. John Shinfield, vormals Spion der Krone, soll das verhindern. Außerdem gibt es noch jede Menge Morde an jungen Frauen, meist Huren, à la Jack the Ripper (der mehr als 100 Jahre später war). Und irgendwie hängt beides zusammen.

Aber natürlich ist die Geschichte, die Bedford auf 600 Seiten erzählt, um einiges komplexer. Nicht nur zeichnet er ein sehr detailliertes Sittengemälde Londons im 18. Jahrhundert, er macht das auch noch so plastisch, dass man das Gefühl bekommt, dabei zu sein. Die teilweise sehr extravagante Kleidung der Figuren  oder auch Räume, in den diese Figuren agieren, werden zum Beispiel so genau beschrieben, dass man sich beides sehr genau vorstellen kann – siehe oben. Übrigens spart er auch nicht mit teilweise grausigen Beschreibungen der Morde – nichts für schwache Nerven. Aber das war die damalige Zeit eh nicht.

Obendrein ist der Plot bis ins kleinste Detail durchdacht; als erfahrene Krimileserin finde ich Löcher normalerweise sehr schnell. Das Buch ist ein echter page turner, der (fast) keine Frage offen lässt. Fast deshalb, weil am Ende dann doch ein oder zwei Fragezeichen übrig bleiben. Aber da spekuliere ich auf eine Fortsetzung.

Man liest ein Buch anders, wenn man den Autor bei einer Lesung kennengelernt hat; so wie ich Jakob Bedford vor einigen Wochen. So hat sich das Buch auch um den meterhohen Stapel ungelesener Bücher vorbeigemogelt und nach vorne gedrängt. Dank der Hintergrundinformationen bei der Lesung war der Einstieg in die Welt eines London im 18. Jahrhundert kein Problem. Wer die Chance hat, den Autor zu hören, sollte sie unbedingt nutzen.

Keine Rezension ohne einen negativen Aspekt: Das Buch ist absolut nicht Bett-kompatibel! Zu groß und zu schwer! Aber natürlich absolut kein Grund, das Buch nicht zu lesen! ;-)

Gespräche aus der Community

Wenn Jack the Ripper auf Jane Austen trifft

London, 1748. Ein Serienmörder durchstreift die eisigen Straßen der Stadt. Seine Opfer hinterlässt er bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Doch die Justiz wird von einer politischen Intrige in Atem gehalten: In Regierungskreisen herrscht die Sorge, Anhänger des abgesetzten Stuart-Königs könnten das Land in einen neuerlichen Tumult stürzen. Richter Henry Fielding beauftragt daher einen ehemaligen Spion der Krone, die Abtrünnigen aufzuspüren - John Shinfield, Esquire.

Am 1. September erscheint »Abtrünniges Blut« , mein historischer Thriller, im Dittrich-Verlag. Seid in dieser Leserunde also unter den ersten Lesern, die John Shinfields Nachforschungen in Londons vornehmsten Herrenhäusern und schmutzigsten Gassen begleiten. Erfahrt, was die Verschwörer mit den bestialischen Morden an jungen Prostituierten zu tun haben. Und warum John immer mehr von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt wird, je tiefer er gräbt.


Wer mitmachen möchte und eines von 10 Büchern (Softcover im Großformat) gewinnen will, der schreibt in der Bewerbung bitte kurz, wie die Leseprobe gefallen hat

Die Verlosung endet am 8. September 2018. Den Gewinnern wird das Buch dann zugesandt. Wer nicht gewonnen hat, aber gerne an der Leserunde teilnehmen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Ich selbst nehme natürlich teil und freue mich sehr auf den Austausch mit Euch.

Mit einem Zitat von Henry Fielding, dem englischen Schriftsteller und Richter, der auch in meinem Roman seinen Auftritt findet, drücke ich Euch die Daumen:

»Ein verräterischer Freund ist der gefährlichste Feind.« (Tom Jones, 1749)

Euer Jakob
233 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  Jakob_Bedfordvor 6 Jahren
Vielen Dank, dass Du dabei warst. Danke ebenfalls für die ausführliche Rezension!

Community-Statistik

in 25 Bibliotheken

auf 5 Merkzettel

von 1 Leser*innen gefolgt

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