Jakob Ejersbo Liberty

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Inhaltsangabe zu „Liberty“ von Jakob Ejersbo

Die große Afrika-Trilogie des Dänen Jakob Ejersbo TANSANIA IN DEN ACHTZIGER JAHREN: Christian ist der Sohn dänischer Eltern, die in Afrika als Entwicklungshelfer arbeiten und deren Ehe unter großen Spannungen leidet. Er fühlt sich zunehmend allein gelassen und freundet sich in seiner Not schließlich mit Marcus an, einem schwarzen Jungen aus einer noch problematischeren Familie. Die Dinge spitzen sich zu, als die Streitigkeiten seiner Eltern immer schwerwiegender werden und seine Schwester bei einem Autounfall ums Leben kommt. Er sucht Trost und Halt in seiner Freundschaft zu Marcus, aber auch hier läuft nicht alles so wie gedacht: Der weiße Junge wünscht sich nichts sehnlicher, als schwarz zu sein – und der schwarze Junge nichts mehr, als ein Weißer zu sein …

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  • Rezension zu "Liberty" von Jakob Ejersbo

    Liberty
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    "Liberty" ist der erste Roman aus der posthum veröffentlichten Afrika-Trilogie des dänischen Schriftstellers Jakob Ejersbo, der 2008 viel zu früh im Alter von 40 Jahren an Krebs verstorben ist. Der fast 900 Seiten lange Roman beginnt mit der Ankunft des 12-jährigen Christian in Tansania. Abwechselnd wird die Geschichte von Christian und Marcus, dem um ein Jahr älteren schwarzen Hausdiener der Larssens erzählt. Zwei Erzählungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven das großteils unmoralische und unethische Treiben der in Tansania tätigen Geschäftsleute und Entwicklungshelfer schildern. Gleichzeitig sind es zwei ebenso unterschiedlich verlaufende Entwicklungen, die Jakob Ejersbo hier zeichnet. Auf der einen Seite Marcus, der sich bemüht, der Familie eine treue und starke Hilfe zu sein, was zwar von Katriina gewürdigt wird, in den Augen ihres immer mehr im Sumpf von Sex, Akohol, Drogen und Korruption versinkenden Ehemanns immer stärker zu Verstimmung und Aggression führt. Marcus träumt davon, nach Schweden zu gehen und hofft darauf, durch die Anstellung in der Familie und harter Arbeit irgendwann das Ticket nach Schwedern zu erhalten. Christians Familie zerbricht nach einem schrecklichen Unglücksfall und Christians Entwicklung nimmt dadurch eine unvorhergesehene Wendung. Christians Eltern sind unfähig, mit ihrer Tragödie angemessen umzugehen und zwingen Christian dadurch unbewusst, früh einen eigenen Weg zu gehen. Jakob Ejersbos Prosa ist einfach, am Anfang dem Alter der beiden Erzähler angepasst und entwickelt sich im Verlauf des Romans mit dem Alter der beiden Erzähler. Nichstdestotrotz ist sie oft zu einfach, zu flapsig und auch mitunter plump, was möglicherweise ein Manko der Übersetzung ist, möglicherweise aber auch am Original liegt. Jakob Ejersbo hat die drei Bände "Liberty", "Exil" und "Revolution" ein paar Wochen vor seinem Tod als ca. 1600 Seiten Manuskript seinem Lektor übergeben, der nur leichte Retuschen daran vorgenommen hat und keine Möglichkeit mehr hatte, Änderungen oder Kürzungen mit dem Autor zu besprechen. Möglicherweise wäre nach einer Zusammenarbeit ein etwas kürzerer, strafferer Roman dabei herausgekommen. "Liberty" ist eine Geschichte, die definitiv spannend ist. So spannend und mit so ausgezeichnten Charakterzeichnungen, dass man lange über gewisse Mängel der Prosa hinwegsieht. Etwas störend sind allerdings die immer häufiger und intensiver werdenden Sexszenen, die mit zunehmenden Alter der beiden Protagonisten immer pornographischer werden. Durch diese Überreizung verliert dieser Roman leider an Intensität und Tiefe. Diese zu heftige Konzentration auf die Triebe nimmt dem Roman dann doch den Wind aus den Segeln, vor allem, da durch die Häufigkeit der auftretenden sexuell inspirierten Gedanken und Taten diese dann schon zu einem Klischee verkommen. Weniger wäre hier definitiv besser gewesen, noch dazu, wo einige der Szenen äußerst gut geschrieben sind. "Liberty" ist ein fast 900 Seiten langes, teilweise schockierendes, teilweise spannendes Leseerlebis, das von großartigen afrikanischen Stimmungsbildern lebt. Man spürt immer, dass der Autor selbst lange in Tansania gelebt hat. Ein Roman, der jedoch, wie bereits geschildert, neben großartigen Momenten einige wirkliche Schwächen hat. Wollte man diesen Roman in wenigen Worten einer Gattung zuordnen, so würde ich ihn als "gehobene Unterhaltungsliteratur mit ausgeprägtem Afrikakolorit und immer häufiger auftretenden, teilweise sehr expliziten Sexszenen" beschreiben.

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  • Rezension zu "Liberty" von Jakob Ejersbo

    Liberty
    doktormabuse

    doktormabuse

    31. May 2012 um 12:17

    Schwierige Sache - die Entscheidung, hier keine vier Sterne zu geben, lag dann letztendlich an den unzähligen Fehlern im Swahili. Das Glossar ist extrem überarbeitungsbedürftig, aber auch im Text stimmt es vorn und hinten nicht. Dem 'normalen' Leser fällt sowas natürlich nicht auf, aber falsch ist falsch! Wenn es ein Text mit englischen Zitaten wäre, die derart fehlerhaft sind wie hier die Swahili-Stellen, würde man es auch unmöglich finden. Schade, weil sonst kaum so gut über Tansania geschrieben wird. Das Buch müsste sich als Aushängeschild ansehen - ein gutes Lektorat ist dazu unabdinglich! Die umfangreichen (Teenie-)Sex-Darstellungen machen das Buch sicher für manchen attraktiver, mir sind es bei weitem zuviele. Aber gut, 'Sex sell's'... Teilweise ist die Darstellung inkorrekt (ja, obwohl der Schreiber ja eigene Erfahrung gehabt hat), was auch dem Lektorat anzulasten ist. Eine EU gab es in den 80ern noch nicht, und auch derart viele Weiße sind mir schleierhaft. Ich habe eher den Eindruck, der Autor versetzte das moderne Tansania in der Zeit zurück - die Zustände im 1991 super verschlafenen Moshi scheinen mir sehr übertrieben dargestellt. Auch manche Fahrtstrecken sind unwahrscheinlich. Man musste auch damals nicht nach Morogoro, um von Dar-es-Salaam nach Moshi zu reisen. Aber da sollte wohl die seltsame Berggeschichte rein (die auch sehr unwahrscheinlich ist, ein weißer wäre, gerade damals, NIEMALS allein wandern gelassen worden - er trifft auch niemanden, tz!). Kurzum: Es scheint fast wie heute, nur ohne Massentourismus, NGO und Internet/Händis... Aber gut, genug des Mäkelns, wer das Land kennt, und das seit 20 Jahren, hat immer was auszusetzten. SEHR GUT ist der Ansatz der beiden Perspektiven: Marcus, der Tansanier, der alles tut, um nach Europa zu kommen, dort Wissen zu erlangen, das ihm weiterhilft in TZ. Christian, verwöhnter Sohn kaputter Entwicklungshelfer mit typischen Teenie/Pubertätsallüren, wird immer 'afrikanischer', hat aber im Grunde nichts von der dortigen Gesellschaft kapiert (er wäre also der ideale Entwicklungshelfer 2.0). Immerhin - man erfährt einiges über Korruption, hartes afrikanisches Leben und verlogene Entwicklungshilfe. Da sich an alldem GAR NICHTS geändert hat, ein lesenswertes Buch für alle, die das Land bereisen wollen (und ein Spiegel für die, die es 'retten' wollen).

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  • Rezension zu "Liberty" von Jakob Ejersbo

    Liberty
    Kolibri1966

    Kolibri1966

    09. March 2012 um 18:35

    Und wieder ein Skandinavier der leider in jungen Jahren gestorben ist. Jakob Ejersbo aus Dänemark, hat eine Trilogie geschrieben. Kennen wir das nicht schon irgendwoher? Richtig, Stieg Larsson und seine Milleniumtrilogie! Bei Jakob Ejersbo geht es um Afrika, im speziellen, um Tansania und der erst Band heißt "Liberty". Die Geschichte fängt 1980 an. Es geht um Entwicklungshilfe für Tansania, hauptsächlich aus Skandinavien. Die zwei Hauptprotagonisten sind Marcus, ein Einheimischer und Christian aus Dänemark, der mit seinen Eltern nach Tansania gezogen ist. Beide erzählen die Geschichte aus ihren Blickwinkeln und man erfährt so manches Wissenswerte über Land und Leute. Die Europäer nutzen die Einheimischen aus und leben ein herrisches Leben. Hier die arme schwarze Landbevölkerung, die nur gut genug für die Drecksarbeiten sind und dort die reichen Weissen, die das Leben in vollen Zügen genießen. Trotzdem schließen Marcus und Christian Freundschaft und werden bald unzertrennlich. Jakob Ejerbo erzählt sehr lebhaft und dynamisch über zwei Jungs, die ihre privaten Probleme in ihren Familien haben. Trotz allem gehen sie ihren Weg, manchmal allein und manchmal gemeinsam aber immer volle Optimismus. Ich bin schon ganz gespannt auf den zweiten Teil mit dem Titel "Exil" das jetzt im Frühjahr erscheinen wird. Wie sich dieProtagonisten und das Land weiterentwickeln werden. Ein lesenswertes Buch das absolute Kurzweile verspricht!!

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  • Rezension zu "Liberty" von Jakob Ejersbo

    Liberty
    Bibliophil

    Bibliophil

    05. February 2012 um 17:38

    „Selten liest man ein Buch, das über eine derart lange Strecke so intensiv ist wie dieses“, schreibt die Jyllands-Posten. Wie wahr! Der Roman ist in einer einfachen, direkten Sprache – man könnte es auch Telegrammstil nennen - geschrieben, und trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen, taucht man von der ersten Seite an ein in die Geschichte, die sich in Tansania abspielt. Als ob man von einem tropischen Fieber gepackt wird, in dessen Träumen man in den Strassen von Moshi, Arusha und Daressalam herumtreibt und den Einheimischen bei deren Kampf ums Überleben zusieht. Nicht immer mit legalen Mitteln, dazu lässt ihnen der korrupte, sozialistische Staatsapparat Tansanias keine Wahl. Und man nimmt kopfschüttelnd zur Kenntniss, dass einige Europäer, die als Entwicklungshelfer arbeiten, jenseits der sozialen Kontrolle ihrer Heimatländer sich zu korrupten Kleinkriminellen verwandeln, die sich das Geld, das eigentlich den Tansanier zusteht, in ihre eigenen Taschen verschwinden lassen. Und einige weisse Männer halten sich mehr oder weniger heimlich eine schwarze Liebhaberin, die sie sich mit Geschenken und dem Versprechen eines Tickets nach Europa gefügig machen. Der Autor erzählt abwechslungsweise von Christian, einem weissen Jungen und von Marcus, einem einheimischen jungen Tansanier. Christian zieht als dreizehnjähriger mit seinen Eltern und seiner kleinen, neugeborenen Schwester von Dänemark nach Tansania. Sein Vater hat hier einen Job als Entwicklungsarbeiter in einer Zuckerfabrik. Hier besucht Christian die Schule und spielt in seiner Freizeit mit seinen schwarzen und weissen Kollegen Fussball. Nach einem tragischen Autounfall, bei dem Christians Schwester stirbt, trennen sich seine Eltern, die Familie fällt auseinander. Marcus, der Christians Freund wird, arbeitet bei einer schwedischen Familie als „Hausboy“ und besucht daneben die Schule. Er ist sehr ehrgeizig und hat grosse Pläne. Sein grösster Wunsch ist eines Tages, unabhängig von den Weissen, ein gutes Leben als reicher Mann in Tansania zu leben. Doch immer wieder muss er harte Schicksalsschläge einstecken. In dieser Geschichte gibt es kein Afrika, das romantisiert und beschönigt wird. Schonungslos offen und direkt beschreibt Ejersbo das Leben in Tansania. Und da er als Kind selber in Dänemark und Tansania aufgewachsen ist, wo seine Eltern als Entwicklungshelfer arbeiteten, kann man annehmen, dass die Erzählung realistisch ist. Seine grosse Afrika-Trilogie Liberty, Exil und Revolution war 2009 die literarische Sensation des Jahres in Dänemark. Der zweite (Exil) und der dritte (Revolution) Band werden noch dieses Jahr auf Deutsch erscheinen und ich werde sie ganz sicher lesen.

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  • Rezension zu "Liberty" von Jakob Ejersbo

    Liberty
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2012 um 18:17

    Christian kommt mit seinen Eltern aus Dänemark nach Tansania. Marcus arbeitet für eine befreundete Familie. Die Wege der beiden kreuzen sich und daraus entsteht eine packende Geschichte. Eine Geschichte um Freundschaft, Liebe, Sex und allem was dazu gehört. Die 80er auf 859 Seiten. Es passiert wenig und doch so viel. Abwechselnd erzählen die beiden Jugen, die alles für die Hautfarbe des anderen tun würden, wie es ist in einer Zeit erwachsen zu werden, die nicht lang her ist, sich aber trotzdem so weit weg anfühlt. Dieses Buch ist eine der wenigen Zufallsentdeckungen im Buchladen. Selten begegne ich Büchern von denen ich nie zuvor gehört habe. Hier hat sich der Kauf gelohnt. Jakob Ejersbo ist leider 2008 verstorben, hat aber noch seine Afrika-Trilogie beendet. Ich freue mich schon auf die folgenden Teile!

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