Jakob Hein , Jürgen Witte Deutsche und Humor

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Inhaltsangabe zu „Deutsche und Humor“ von Jakob Hein

Holt das Lachen aus dem Keller! Jakob Hein und Jürgen Witte reicht es: Ein flammendes Plädoyer dafür, Humor in Kunst und Literatur endlich ernst zu nehmen! Schämen sich die Deutschen für ihren Humor oder haben sie wirklich so wenig zu lachen? Ob Büchner-Preis oder Deutscher Buchpreis – kaum jemals wurde bisher komische Literatur mit ernstzunehmenden Preisen gewürdigt! Warum spricht man Werken, die die Menschen zum Lachen bringen, ab, dass sie sich den Rätseln unserer Existenz mindestens genauso wahrhaftig nähern wie die ernste Kunst? Und: War das schon immer so? Jakob Hein und Jürgen Witte gehen einem Phänomen nach, nämlich der konsequenten Geringschätzung der humorvollen Kunst in unserer Gesellschaft. Dazu durchstreifen sie die Literatur genauso wie die Kinos, das Fernsehen und die Kabaretts; sie befragen Philosophen, Literaten und Humorexperten. Und sie gehen in sich: Gibt es guten und schlechten Humor? Lacht man im Osten anders als im Westen? Worin unterscheidet sich der Humor von Männern und Frauen?
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  • Aufruf zur Anerkennung des Humors

    Deutsche und Humor
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    26. September 2013 um 12:27

      Dass Humor nicht ankäme, beim Publikum, dass behaupten die Autoren natürlich nicht, alle (Verkaufs-) Zahlen und Besucherschaften in Film und Theater sprächen ja auch beredet dagegen.   Erfolglosigkeit beim Publikum ist es also nicht, was als „Geschichte einer Feindschaft“ im Buch deklariert wird. Wohl aber, und das belegen die beiden Autoren sehr umfänglich (und natürlich durchaus auch mit Humor in Sprache und Stil), fehlt es in der Breite an der „ernsten“ Anerkennung als Kunst.   Und durchaus nicht von der Hand zu weisen ist diese Beobachtung. Allein schon die Information darüber, dass für „Der Schuh des Manitou“ eine  besondere Preiskategorie geschaffen wurde (damit einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten überhaupt einen Preis bekommt) spricht Bände. Mehr aber noch, dass genau diese Kategorie umgehend nach der Verleihung an Bully Herbig direkt wieder abgeschafft wurde.   Der Humor hat e schwer mit seiner „ernsthaften“ Anerkennung.   „Wenn humorvolle Kunst im Feuilleton überhaupt wahrgenommen wird, verreißen dort Freunde des epischen Theaters die Bühnenauftritte von Komikern, Liebhaber lettischer Lyrik schlachten gelegentlich ein lustiges Buch.....“.   Was Wunder, dass die beiden Autoren einem Nachwuchsschriftsteller dringend zum Drama, zur Schwere (in ihren Augen also eher zum Unsinn raten), um öffentlich und, vor allem, bei der Kritik wahrgenommen zu werden).   Und das, obwohl Komödien in den Theatern die beliebteste Form darstellen und Touren von „Comedians“ oft und oft ausgebucht sind. Nur bei Preisen, bei der Kritik, bei der öffentlichen  Anerkennung, da steht der Humor schon rein statistisch weit hinten an.   Bei offiziellen Anlässen wird eben eher „die Ehefrau“ mitgenommen, auch wenn man seine Zeit viel Lieber mit der „Geliebten“ verbringen würde.   Auch wenn so manches im Buch klingt wie eine Empörung aus Enttäuschung heraus, eine Klage über eine ungerechte Behandlung in diesem Land der immer noch gedachten Trennung zwischen „U und E Kunst“, durchaus informativ bereiten die Autoren vielfache Informationen und Beobachtungen über grundsätzliches und über die Entwicklung des Humors vor den Augen des Lesers aus. Und trotz der humorvollen Sprache und der hier und da einfließenden kleinen humorvollen Szenen spürt man durchaus das ernste Anliegen, die (auch eigene) Kunstform sachlich und mit Ernst darzustellen und nehmen auch die Kurve, von der Schelte der offiziellen „Humorverächter“ die Grenze dann doch nicht zwischen „Ernst und Humor“, sondern zwischen „guter und schlechter“ Kunst zu ziehen.   Auch wenn ein wenig der Nachgeschmack einer „Beschwerde wegen fehlender Anerkennung“ verbleibt ist das Buch informativ, flüssig und gut zu lesen.

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