Jakob Hein Wurst und Wahn

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Inhaltsangabe zu „Wurst und Wahn“ von Jakob Hein

Fleischesser am Rande des Nervenzusammenbruchs Jakob Heins bitter-böse Farce auf Trend-Neurotiker, Pseudo-Vegetarier und eine Welt voller Vorurteile Irgendwo in einem In-Viertel einer größeren deutschen Stadt, irgendwann demnächst. Bei einer Weihnachtsfeier bestellt ein junger Mann arglos eine Gänsekeule – und erntet von seinen Kollegen fassungslose Blicke und entsetzte Kommentare. Denn alle sind inzwischen Vegetarier der reinen Lehre. Eine peinliche Situation, aus der nur eines hilft: die Verkündung des Vorsatzes, ab Neujahr ›natürlich‹ vollständig auf Fleisch zu verzichten. Doch der Entzug ist schwerer als gedacht: Ein Leben ohne tote Tiere auf dem Teller ist äußerst hart. Der Mittagsteller, einst Höhepunkt des Arbeitstags, erinnert verdächtig an Liebe ohne Sex. Innerhalb kürzester Zeit schleppt sich der junge Mann energielos durch sein Leben. Schlimme Visionen plagen ihn: Bereits der Anblick von Hunden löst unbändige Gier nach hot dog bei ihm aus. Auch geht seine erotische Ausstrahlung gegen null, seitdem er wie alle Vegetarier graugesichtig, unterernährt und in schlabbrigen Leinenhosen durch die Welt läuft. Als dann noch seine Manneskraft komplett dahin ist, läuft ihm auch seine Frau davon. Als wäre er in einem Tunnel gefangen, gibt es für ihn nichts mehr als die Gier nach Fleisch. Bis endlich ein Lichtlein daherkommt – in Gestalt des Bloggers bruehwuerfel69. Dieser nämlich befreit den jungen Mann von seinem schlechten Gewissen beim Fleischverzehr, ja mehr noch: Er wirbt ihn an für den Geheimbund der Karnivoren, die sich die Rettung der Menschheit vor dem um sich greifenden Vegetariertum auf die Fahnen geschrieben haben. Als trojanisches Pferd soll unser Held nun die Vegetarier aufmischen und möglichst viele zum Rückfall in die alte Welt der Fleischesser bewegen. Jakob Hein provoziert in seiner grandiosen Farce die Anhänger beider Fraktionen, in dem er sie mit ihren Vorurteilen konfrontiert.

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Sehr schönes Buch

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  • Alles wurscht!

    Wurst und Wahn

    Duffy

    10. June 2017 um 18:23

    Was heutzutage in der Trendküche und auch sonst so alles auf den Tisch kommt, lässt dem Esser schon mal den Gaumen etwas tiefer legen. Makrobiotische, vegane, aus aller Herren Länder zusammengestellte Gerichte, die zu horrenden Preisen in neonbeleuchteten Wartesälen serviert werden, haben ihre Anhänger, die nicht selten genug religiöse Züge vorweisen. Auch die Vegetarier, die mit ihrem Essverhalten auch eine philosophische Lebenseinstellung verbinden, können in ihrer militanten Erscheinungsform ganz schön anstrengend sein.Und darum geht es in Heins Buch. In einem fiktiven Geständnis beschreibt er einem Richter seinen Werdegang vom Fleischesser zum Vegetarier und vor allem den zurück. Das geht nicht ohne Schäden ab und der Autor stemmt manches Mal den Spagat nicht, dass der Leser unterscheideen kann, ob das vorliegende Material nun Satire oder doch etwa Realität ist. Das mag einerseits für die Fähigkeit von Hein sprechen, seine Satire (denn das ist es) geschickt zu verstecken. Dabei verhebt er sich aber auf der anderen Seite, sodass sich nicht nur Vegetarier so manches Mal fragen: "Hat er hier nicht ein wenig überzogen?". Natürlich gibt es ein berechenbares Ende, das aber leider ein wenig platt daherkommt, obwohl es eine nette Überrasching bereithält. Doch das hat Hein einfach nicht passgenau hinbekommen.Man kann viel lächeln, zugegeben, aber ob das Ganze nun wirkliich gut gelungen ist, sei dahingestellt. Man hat den Eindruck, als hätte dem Text eine Bearbeitung und Feinjustierung noch ganz gut getan.

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  • Leserunde zu "Spring in eine Pfütze" von Viktoria Sarina

    Spring in eine Pfütze

    Knorke

    Diese Leserunde ist für die Mitglieder der Challenge "Zukunft vs. Vergangenheit".  Monatsgenre "Biografie und Sachbuch" Zu Beginn soll das hier einfach ein kleiner Test sein und wir schauen mal, wie es uns gefällt oder was uns noch fehlt. Auf jeden Fall hoffe ich, dass wir ins Gespräch kommen über unsere Bücher, aber gerne auch über andere Dinge. Und falls sich eine Leserunde bildet, ist das natürlich auch sehr schön :)(Und da ich das hier nicht am Handy erstelle, verzichte ich auf schöne Emoticons und Symbole :D)

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    • 100
  • Wunderbare Satire auf den Ernährungswahnsinn

    Wurst und Wahn

    Queenelyza

    Ein großer Skandal: ein junger Mann bestellt sich bei einer Weihnachtsfeier eine Gänsekeule! Seine Kollegen sind peinlich berührt und schlichtweg entsetzt, sind sie doch alle zutiefst moralische, korrekte Vegetarier! Um seine Gans nun noch einigermaßen entspannt genießen zu können, behauptet er, ab Neujahr wie alle anderen auch vegetarisch zu leben.    Doch damit geht das Chaos los. Binnen kürzester Zeit hat er Halluzinationen von leckeren Würsten, wird immer saft- und kraftloser, und da er nur noch mit grauem Gesicht, körperlich am Ende, durch die Welt schlurft, läuft ihm schließlich auch noch die Frau davon. Plötzlich aber kommt Licht ins Dunkel, als ihn ein Blogger mit Namen "brühwürfel69" für den Geheimbund der Karnivoren anwerben will, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Vegetariertum den Garaus zu machen...   Ich habe dieses kleine, zarte Büchlein gleich zweimal hintereinander gelesen. Zuerst fieberhaft blätternd, konnte ich diese brilliante Satire gar nicht richtig genießen, weil ich so begeistert war. Und eben weil ich so begeistert war, habe ich gleich danach noch einmal begonnen, jetzt kannte ich die wunderbare Story schon und konnte mich den Feinheiten widmen.    So habe ich auch beim zweiten Lesen festgestellt, dass das Buch amüsiert. Zumindest, wenn man selbst kein militanter Vegetarier bist. Denn diejenigen, die alles und jeden missionieren, kriegen hier so derartig ihr Fett, pardon, ihre Margarine weg, dass ihnen das Lachen wohl so manches Mal im Hals stecken bleiben mag. Genau so wie diejenigen, die der Meinung sind, dass vegetarisch lebende Menschen graue Gestalten in Jute statt Plastik sind, deren einziger Spaß im Leben darin besteht, den Doktor in Tofu zu machen.   Und beim zweiten Mal hat man dann auch den Vorteil, dass man sich auf die geschliffene Sprache und die gelungenen satirischen Spitzen konzentrieren kann. Hier sitzt jeder Spruch, jede Pointe. Ich hätte mich beinahe mehrfach an meinem Sprossensalat verschluckt, aber das war mir wurst! Wahnsinnig gut, ich hätte von der Literatur gerne noch eine größere Portion genossen, so gut hat sie geschmeckt!

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    Arun

    15. May 2014 um 23:15
  • Wahn? Wohl leider Wirklichkeit...

    Wurst und Wahn

    rumble-bee

    14. November 2013 um 16:42

    Dieser bitterböse, aber auch scharfsichtige, kurze Text von Jakob Hein hat mir gut gefallen - wenngleich er mich auch nicht "umgehauen" hat. Ich glaube, der Untertitel des Büchleins ist entscheidend, wenn man es einigermaßen korrekt bewerten will, so wie es der Autor gemeint hat: "Ein Geständnis". Rein faktisch betrachtet, ist es das auch. Ein namenloser Erzähler legt hier vor einem Kommissar ein Geständnis ab, wie er dazu kam, auszurasten und gewalttätig zu werden. Wirklich toll fand ich den Anfang, wie der Namenlose zum Vegetarier wurde - mehr aus Mitläufertum und Zufall. Die Darstellung der nicht allzu fernen Zukunft war sehr bissig, aber irgendwie vorausschauend: heute schon ist es ja so, dass man für politische und sonstige trendwidrige Unkorrektheiten geradezu angeprangert wird. Unser Erzähler wird also Vegetarier aus Gruppenzwang und gesellschaftlicher Ächtung. Das hatte was! Da das Büchlein offenbar von vornherein als kurzes Schmankerl geplant war, ist es verständlich, dass die Handlung überspitzt sein musste. Es liest sich mehr wie eine Satire, die in Teilen vorhersehbar ist: Verlust von Lebensfreude, Freunden, Ehefrau, Job und schließlich sogar Geschlechtsteil... bis hin zum Gewaltausbruch, der den Erzähler in den Knast bringt. Man mag das alles skurril finden, aber ich denke, dass dadurch die eigentliche Botschaft des Buches ziemlich gut rüberkommt. Das Augenmerk des Lesers wird auf einige unleugbare Tatsachen gelenkt: dass Vegetarismus, Ökologie und Gutmenschentum in weiten Teilen eben auch Lobbys sind, Moden, Trends, die wie alles andere Sektierertum auch ihre Auswüchse haben. Die Schluss-Pointe fand ich zum Beispiel ziemlich gelungen - wer der wahre Autor des veganen Blogs "Tom Tofu" ist... Jakob Hein ist von seiner ganzen Schreibweise her in diesem augenzwinkernden Werk gut wiederzuerkennen. Wie schon so oft, liegt sein Augenmerk auf den Außenseitern und deren Verhaltensweisen. "Herr Jensen" lässt eindeutig grüßen! Mich hat das schmale Opus gut unterhalten, und ich gedenke, es an noch so einige vegetarische und vegane Freunde zu verschenken. Ein wenig Selbstironie schadet schließlich nie!

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  • Gebt Eule & Esel einen Namen und gewinnt tolle Buchpakete!

    DieBuchkolumnistin

    Unsere Eule und der Esel sind dank unserer Lesezeichenaktion inzwischen in der ganzen Welt unterwegs und über 6.000 Briefe, Päckchen und Pakete wurden in den letzten Wochen an Euch Leser verschickt. Nun wird es aber Zeit, dass unsere Literatiere auch einen Namen bekommen und dazu benötigen wir Deine Hilfe! Wir haben aus den Vorschlägen der Lesern eine Vorauswahl getroffen und die endgültige Entscheidung triffst Du! Bis 31. Juli 2013 suchen wir die Lieblingsnamen der Community:  Hier abstimmen! Wir bedanken uns natürlich auch für Deine Hilfe und verlosen unter allen Tippgebern 5 Buchpakete im Wert von über 50 Euro!  -> Inzwischen wurde ausgelost und wir gratulieren den glücklichen Gewinnern: fireez, RinoaHeartilly, feindkleine, RosaSarah und Alexandra_vom_Buecherkaffee Du hast schon abgestimmt? Dann trage jetzt hier einfach noch Deine Favoritennamen ein & schon sitzt Du mit im Lostopf für die Buchpakete! Ausserdem freuen wir uns hier natürlich auch über einen gegenseitigen Austausch rund um Eule, Esel und unsere ganze Lesezeichenaktion! :-) ----------------------------------------------------------------------------------- Die Lesezeichen wurden inzwischen alle verschickt. Wer welche bestellt hatte und bis Montag, 22.07.2013, ist noch nichts da (kann durchaus sein, dass das bei der Masse an Sendungen etwas dauert) - bitte schreibt mir dann deswegen eine Email an karla@lovelybooks.de - dann kann ich nachsehen! :-)

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    • 1609
  • Sechs Sterne für Hein live

    Wurst und Wahn

    ChiefC

    03. June 2013 um 19:15

    Fleischlos essen ist in. Noch sind Vegetarier zwar bei weitem in der Minderheit, aber ihre Zahl wächst ständig. Wird es wirklich einmal so weit kommen, dass die Gesellschaft den Verzehr von Fleisch schlimmer ächtet als den Konsum illegaler Drogen? Werden fanatische Vegetarier irgendwann noch dem letzten Fleischesser die Weihnachtsgans madig machen? Diese Vision und Schlimmeres beschwört Jakob Heins Buch „Wurst und Wahn“. Rezensenten, denen der Tofu-Terror schon lange an die Nieren geht, jubelten. So meint „Radio Fritz“: „Nach all den anständigen, super korrekten Büchern über Ernährung, Veganertum und die böse Fleischindustrie endlich mal eine bitterböse, unkorrekte Satire.“ Versöhnlicher schreibt Ursula März in der „Zeit“: „Es kann diese Mode so schädlich nicht sein, wenn sie solch brillante Komik in Prosaform hervorbringt.“ Hein selbst bezeichnet sich als Mode-Vegetarier. Auslöser für seine Hinwendung zum fleischlosen Essen war ausgerechnet eines dieser „anständigen, super korrekten Bücher“ und zwar das Sachbuch „Tiere essen“ des Amerikaners Jonathan Safran Foer. Anders, als viele vom Braten zum Bratling Bekehrte, ist Jakob Hein aber nicht von plumpem missionarischem Eifer durchdrungen, seine Mitmenschen zum Vegetarismus zu bekehren. Dabei gebe es, wie er dem „Deutschlandradio“ sagte, viele gute Gründe, kein Fleisch zu essen. Aber, so Hein: „Ich bin gegen Ideologie.“ Außenseiter, Menschen, die anders sind als die Norm, skurrile Sonderlinge spielen in Heins Büchern eine große Rolle. In „Herr Jensen steigt aus“ ist es etwa ein Briefträger, der arbeitslos wird und schließlich gar nichts mehr tut. In „Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht“ betreibt Protagonist Boris Moser „eine Agentur für verworfene Ideen“. Der Schalk sitzt Jakob Hein ganz tief im Nacken. Das beweist er auch mit seinen Auftritten auf der „Reformbühne Heim & Welt“ in Berlin. Jakob Hein liest dort jeden Sonntag zwei neue Geschichten. Das erfährt man auf seiner Homepage, auf der er ansonsten nicht viele Informationen über sich selbst preisgibt: In der Rubrik „Ich“ gibt es zwei Schlagworte. Klickt man „Biografien“ an: Nichts. Klickt man „Fotos“ an: ein unscharfes Bild: Jakob Hein lichtet sich selbst vor dem Spiegel ab, das Gesicht unkenntlich, überstrahlt vom Blitzlicht. Irgendwie passt das: Ironisch und satirisch, aber nie arrogant und heimtückisch hält er auch seinen Lesern den Spiegel vor. Apropos: Wenn Hein persönlich aus seinem Buch vorliest, gibt es dafür fünf Sterne, eher sogar sechs. Hein, im Hauptberuf Arzt, hat auch ein unglaubliches Schauspieltalent. Schade, dass er die Hörbuchvariante von "Wurst und Wahn" nicht selbst eingelesen hat. Aber das dürfte wohl eher am Verlag liegen. Denn oft setzen die Hörbuchverlage lieber auf "bekannte Stimmen". In diesem Fall sehr bedauerlich. Tipp: Unbedingt mal eine Lesung mit Jakob Hein besuchen. Kommentar Kommentar | Kommentar als Link

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  • Rezension zu "Wurst und Wahn" von Jakob Hein

    Wurst und Wahn

    rkuehne

    Eine schöne Spinnerei. Heins lyrisches Subjekt befindet sich in einer Welt voller Hardcore-Vegetarier und schließt sich ihnen letztlich gezwungendermaßen an um danach förmlich am Fleischverzicht zu zerbrechen. Hein entspinnt hier eine Utopie, die lustig ist, die skurril ist, die aber nicht nur Spinnerei ist. Die überbordende Gutmenscherei um uns herum stellen inzwischen nahezu jeden, der raucht, auf der Straße ein Bier trinkt oder nicht im Biomarkt einkauft auf eine Stufe mit chronischen Schwerverbrechern und Schlechtmenschen, wir wollen immer alles richtig machen, immer ganz korrekt und sauber, nachhaltig und gut sein und merken gar nicht, wie albern das zeitweilig ist. Jakob Hein merkts und sagts. Das gefällt mir. Ein schöner Text – wie immer, Herr Hein.

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