Jakob Wassermann Der Fall Maurizius

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Inhaltsangabe zu „Der Fall Maurizius“ von Jakob Wassermann

"Der Fall Maurizius", 1928 veröffentlicht, ist bis heute der populärste Roman von Jakob Wassermann (1873-1934). Darin schildert der Autor, wie der erst 16-jährige Etzel Andergast in Konkurrenz zu seinem Vater, einem Staatsanwealt, einen schwerwiegenden, Jahrzehnte zurückliegenden Justizirrtum aufdeckt. Andergast ist auch eine der Hauptfiguren in Wassermanns Roman "Etzel Andergast" (1931); der zusammen mit dem "Fall Maurizius" und dem erst nach Wassermanns Tod erschienenen Roman "Joseph Kerkhovens dritte Existenz" eine Trilogie über das bürgerliche Leben der Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg bildet. (Quelle:'Flexibler Einband/01.12.2014')

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  • Ist Gerechtigkeit möglich?

    Der Fall Maurizius

    YukBook

    07. May 2017 um 10:06

    Den Autor Jakob Wassermann entdeckte ich durch seinen grandiosen Roman „Faber – Die verlorenen Jahre“ und brachte mich auf seine Trilogie rund um die Figur Etzel Angergast. In diesem ersten Buch stößt der 16-jährige Etzel auf den titelgebenden Fall Maurizius, der für seinen Vater, der damals als Staatsanwalt die Anklage vertrat, längst abgeschlossen ist. Vor 19 Jahren wurde Leonhart Maurizius in einem Indizienprozess für den Mord an seine Frau verantwortlich gemacht und zu lebenslänglicher Haft verurteilt, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Eine merkwürdige Begegnung mit dem Vater des Häftlings, dessen Begnadigungsbitte und seine mitgebrachten Unterlagen wecken Etzels Interesse für den Fall. Je näher er sich mit den Akten beschäftigt, desto mehr zweifelt er an der Aussage des Kronzeugen Waremme  und beschließt, ihn in Berlin aufzusuchen. Und damit beginnt ein Familiendrama, das an psychologischer Finesse, schockierenden Verstrickungen und zerstörerischer Kraft kaum zu überbieten ist. Etzel verlässt das Elternhaus, um die Unschuld Maurizius’ zu beweisen. Das zwingt den entsetzten Vater,  den Fall zu rekapitulieren. Ein Gespräch mit dem Häftling erschüttert schließlich sein Weltbild. Sprachlich virtuos beschreibt Jakob Wassermann, wie aus dem anfangs von allen respektierte, selbstgerechte Staatsanwalt, der streng nach seinen Prinzipien lebte, ein gebrochener, hilfloser Mann wird. Der Roman dreht sich um die Themen Gerechtigkeitssinn, Identitätssuche sowie krankhafte Liebe und zeigt auf beklemmende Weise, wie schnell ein geregeltes Leben aus den Fugen geraten kann. Zuletzt steht man vor der großen Frage: Ist Gerechtigkeit in dieser Welt überhaupt möglich?

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  • Rezension zu "Der Fall Maurizius" von Jakob Wassermann

    Der Fall Maurizius

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. August 2011 um 21:34

    Der eigentliche 'Fall Maurizius' durchzieht den Roman zwar wie einen roten Faden, jedoch sehr schnell wechselte meine Aufmerksamtkeit beim Lesen auf die spezielle Sprachgewandtheit des Autors. In Erwartung, wie geht es weiter, was passiert jetzt, war ich versucht, zügig zu lesen. Doch mehr und mehr sprang ich ganze Abschnitte zurück, um Passagen wiederholt zu lesen. Viele Sätze und sprachliche Wendungen sind so geschickt gestaltet, dass sie sich im Gedächtnis einbrannten. (Ein Beispiel:"Er bedankte sich, ohne sich zu bedanken...") Ich habe bisher noch keinen Autor gefunden, der so viele Aspekte in einem Buch vereinigt: Spannung bis zum Ende hin, psychologisch interessante Charaktere, historische/politische/gesellschaftliche Vorahnungen (man spürt so sehr das Grauen des Nationalsozialismus aufziehen, dass ich mich immer wieder vergewissern musste, dass dieses Buch vor dieser Zeit entstanden ist), philosophische Betrachtungen und Tiefgänge - das alles in einem faszinierenden Schreibstil, der mich zusätzlich in die jeweilige Stimmung (Ruhelosigkeit, Wut, Sprachlosigkeit- um nur einige zu nennen) mitzog. Nachdem ich nun auch "Etzel Andergast" gelesen habe, fühle ich mich darin bestätigt, dass ich nun mit Jakob Wassermann meinen (überhaupt ersten) Lieblingsautor gefunden habe.

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