Jakob Wassermann Faber oder Die verlorenen Jahre

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Inhaltsangabe zu „Faber oder Die verlorenen Jahre“ von Jakob Wassermann

Als Eugen Faber nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in seine Heimatstadt zurückkehrt, liegt seine Welt in Trümmern: Er ist zum Außenseiter geworden, zum Fremden in seiner eigenen Familie. Jakob Wassermanns wiederentdeckter Roman ist ein erschütterndes und bewegendes Zeugnis der Entwurzelung einer ganzen Generation.
Sechs Jahre hat sich der junge Architekt Eugen Faber in russischer Gefangenschaft nach seiner Frau, seiner großen Liebe und Seelenverwandten, gesehnt und schließlich eine gefährliche Flucht auf sich genommen. Doch das Leben ist inzwischen weitergegangen. Seine Frau erkennt er kaum wieder, sein kleiner Sohn kann sich nicht an ihn erinnern. In seinem Beruf wird er nicht mehr gebraucht, und auch Ideologien bieten ihm keinen Halt. Zunehmend verzweifelt versucht er, sich in eine Welt einzufügen, die nicht mehr die seine ist.
Mit außerordentlichem Einfühlungsvermögen erkundet Jakob Wassermann das quälende Ringen um Nähe und Verständnis. In den 1920er-Jahren war er einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. 1933 sollten seine Werke den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten zum Opfer fallen, doch schon 1924, als er den vorliegenden Roman veröffentlichte, ahnte er das nahende Unheil voraus. In einer Zeit des brüchigen Friedens und des drohenden Zerfalls Europas stellt der Roman existenzielle Fragen, die uns auch heute noch beschäftigen: nach dem Wert von Menschlichkeit, Respekt und gegenseitiger Achtung.

Die Traumata des 20. Jahrhunderts in einem lesenswerten, gut geschriebenen Roman verarbeitet. Interessant, aber leicht angestaubt.

— Nikolaus_Klammer

Angenehm zu lesen, definitiv geeignet für die "Generation beziehungsunfähig".

— BettinaR87

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    Faber oder Die verlorenen Jahre

    YukBook

    13. December 2016 um 07:14

    „Faber – Die verlorenen Jahre“ von Jakob Wassermann ist der erste Heimkehrerroman, den ich gelesen habe. Doch er ist weit mehr als das. Erzählt wird die Geschichte vom 30-jährigen Architekten Eugen Faber, der aus dem Ersten Weltkrieg und russischer Gefangenschaft in seine unbenannte Heimatstadt zurückkehrt. Doch schon auf den ersten Seiten spürt man, dass dieser Faber ganz anders tickt als seine Kameraden, die im selben Zug sitzen und sich auf das Wiedersehen mit ihren Familien freuen. Statt seine Ehefrau aufzusuchen, quartiert sich Faber bei dem ehemaligen Hauslehrer Fleming ein. Jakob Wassermann hat eine ganz eigene Art, Figuren einzuführen und zwar oft aus der Sicht einer anderen Person in Form von Monologen und Dialogen. So lernen wir die Eltern von Faber und ihre liberale Lebensweise und Erziehungsmethoden aus Flemings Perspektive kennen. Fabers Sohn Christoph bekommt erst durch die Erzählungen seiner Ehefrau Martina ein Gesicht, während Martina selbst von ihrer jungen Freundin und Mitbewohnerin Fides beschrieben wird. So wird Stück für Stück offen gelegt, welch harmonische Ehe Faber und Martina einst führten und warum Faber sich seit seiner Rückkehr so isoliert fühlt. Er will nicht wahrhaben, dass das Leben ohne ihn weitergegangen ist, dass seine Frau nicht tatenlos herumsitzen wollte und sich an der Seite der sogenannten Fürstin in einem sozialen Projekt engagiert. Er trauert den verlorenen Jahren nach und will genau den Zustand wiederhaben, den er zurücklassen musste. Die Dialoge und Formulierungen mögen etwas altmodisch und pathetisch erscheinen, doch die Themen, die der Autor anschneidet, sind immer noch höchst aktuell. Es geht um das Rollenverständnis in einer Ehe, um Erwartungen, Ansprüche und Entfremdung, wenn sich Paare auseinander entwickeln. Besonders imponiert hat mir die Figur Fides, die sich in Worten und Taten klug, souverän und vor allem menschlich zeigt. In einem langen Gespräch macht sie Faber deutlich, dass sie die Achtung vor dem Menschen über die Liebe stellt. Bedürftige bräuchten kein Mitleid, sondern Respekt. Der Roman hat mich sowohl sprachlich, thematisch als auch psychologisch tief beeindruckt. Die Gefühlswelten und seelischen Nöte der Figuren werden so akribisch ausgeleuchtet, dass man den schmerzerfüllten Gesichtsausdruck unmittelbar vor sich sieht wie auf einer Theaterbühne. Sein Appell, seinem Leben durch Tatkraft, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit einen Sinn zu geben und alte Glaubenssätze loszulassen, um Neues zu ermöglichen, passt überraschend gut in unsere heutige Zeit. Für mich ist der deutsch-jüdische Schriftsteller eine echte Neuentdeckung. Sein Roman "Der Fall Maurizius" ist schon auf meine Leseliste gelandet.

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  • Gefangen im Netz der zwischenmenschlichen Beziehungen

    Faber oder Die verlorenen Jahre

    BettinaR87

    14. November 2016 um 21:14

    Eugen Faber kehrt nach Jahren der russischen Gefangenschaft aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Körperlich ist er unversehrt, aber seelisch mitgenommen. Daher wendet er sich nicht etwa sofort seiner Frau zu, sondern stattet erst seinem ehemaligen Erzieher Fleming einen Besuch ab. Der geht schief, denn dieser lebt fest in seiner eigenen Welt und schafft es scheinbar nicht, hinter die Grenzen seiner Wahrnehmung zu sehen – er behandelt Faber wie den Mann, der einst in den Krieg zog. Genauso geht es ihm mit seiner Mutter und anschließend seiner Frau Martina – die zu allem Überfluss darauf besteht, etwaige Verhaltensfehler seinerseits einfach wegzulachen. Eugen Faber ist daheim, aber noch lange nicht angekommen.Martina hatte es mit ihrem Sohn während des Krieges natürlich auch nicht leicht, sodass sie sich dem Einfluss einer „Fürstin“ anheim gegeben hat. Diese scheint eine Wohltäterin zu sein, doch nimmt sie Martina sehr stark in Beschlag. Das macht es Faber umso schwerer, seinen Platz in der „alten Welt“ zu finden und treibt einen Keil in die Beziehung.Es dauert eine Weile, bis er sein eigenes Unrecht erkennt – denn er kehrt zurück, erwartet seinen angestammten Platz und außerdem als der Mann akzeptiert zu werden, der er jetzt ist. Er tritt also plötzlich auf die Bühne und fordert. Dass sein gesamtes soziales Umfeld sich ebenfalls geändert haben könnte, darauf verschwendet er anfangs keine Gedanken. So führt der Autor ganz charakteristische Nebenfiguren ein, obgleich der Hauptfokus auf Faber liegt: Sein Sohn hat die ersten Lebensjahre ohne ihn verlebt und bemüht sich nun, eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Dessen Gedankenwelt als Kind ist wenig überraschend super intuitiv und überraschenderweise wesentlich komplexer, als es Kindern in solchen Büchern in der Regel zukommt.Martina hat um sich selbst gekämpft und ein selbstständiges Leben aufgebaut. Sie hat eine bezahlte Arbeit und zieht ihre Zufriedenheit nicht mehr nur aus dem reinen Hausfrauendasein. Daran muss der werte Herr Faber sich erst einmal gewöhnen, denn es passt so gar nicht zu dem Bild, das er von seiner Frau hat. Fides ist die Witwe eines ,Philosophen‘ und arbeitet bei Martina, um über die Runden zu kommen. Sie wird für Eugen Faber quasi zum ruhigen Gegenpol seiner Frau Martina, schon weil die ihm viel besser zuzuhören scheint. Von ihr fühlt er sich natürlich angezogen, das merkt man schon im ersten Moment. Fleming, der alleinstehende Lehrer, beobachtet diese sozialen Netze von außen und dokumentiert sie bis ins Genaueste – zweifelsfrei, um auf diesem Weg auch irgendwie Teil des zwischenmenschlichen Miteinanders zu werden.Wer das Buch liest, dem kommt ein Gedanke garantiert nicht: Dass es Mitte der zwangziger Jahre geschrieben wurde. Mitten in den Roaring Twenties also, als jedermann sich mit Federn schmückte und niemand sich mehr an den Krieg erinnern wollte. Trotz seines Alters sind die Sätze relativ unkompliziert und gut verständlich. Wenn man etwas über die Geschichte nachdenkt, kommt es einem sogar vor wie eine moderne Erzählung. Die Politik ist zwischen links und rechts hin- und hergerissen. Menschen zwischen 25 und 35 werden als "Generation beziehungsunfähig" bezeichnet - die Parallelen also erschreckend modern.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    27. December 2015 um 19:56

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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