James Baldwin

 4.1 Sterne bei 107 Bewertungen
Autor von Von dieser Welt, Giovannis Zimmer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von James Baldwin

Einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller: Der 1924 in Harlem, New York City geborene James Baldwin behandelte in seinen Werken vor allem die Themen Rassismus, schwarze Identität und Homosexualität. Dies ließ ihm zu einem der wichtigsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts aufsteigen. Schon wenige Jahre nach seinem Schulabschluss 1942 machte sich Baldwin als Essayist und Rezensent einen Namen. Essays wie „Notes Of A Native Son“, „Nobody Knows My Name“ und „The Fire Next Time“ über die Situation von Schwarzen in den USA erregten große Aufmerksamkeit und machten den Autor einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1953 in Paris, wo er seit fünf Jahren im selbst auferlegten Exil lebte. „Go Tell It On The Mountain“ behandelt James Baldwins schwierige Beziehung zu seinem Stiefvater, einem baptistischen Priester. James Baldwin engagierte sich in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, vor allem als Essayist und Redner. Rassismus und die Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit von Schwarzen sind zentrale Themen seiner Werke. Ebenso schrieb er aber auch wiederholt über Spiritualität und Kirche sowie über Sexualität. Sein zweiter Roman „Giovanni‘s Room“ handelt von einer homosexuellen Beziehung, damals noch ein Tabuthema. Außer Romanen und Essays verfasste Baldwin zahlreiche Gedichte und Theaterstücke, bis er schließlich 1987 in Südfrankreich starb.

Neue Bücher

Beale Street Blues

Erscheint am 31.01.2019 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Nach der Flut das Feuer

Erscheint am 31.01.2019 als Hardcover bei dtv Verlagsgesellschaft.

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Von dieser Welt

Von dieser Welt

 (26)
Erschienen am 28.02.2018
Giovannis Zimmer

Giovannis Zimmer

 (24)
Erschienen am 01.10.2015
Eine andere Welt

Eine andere Welt

 (17)
Erschienen am 01.01.2002
Beale Street Blues

Beale Street Blues

 (14)
Erschienen am 20.07.2018
Beale Street Blues

Beale Street Blues

 (0)
Erschienen am 31.01.2019
Nach der Flut das Feuer

Nach der Flut das Feuer

 (0)
Erschienen am 31.01.2019
Eine andere Welt; Roman;

Eine andere Welt; Roman;

 (0)
Erschienen am 01.01.1984

Neue Rezensionen zu James Baldwin

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CocuriRubys avatar

Rezension zu "Beale Street Blues" von James Baldwin

Zwiegespalten
CocuriRubyvor 10 Tagen

Die Sprache ist vermutlich dem Milieu angepasst – sie ist stellenweiser derber oder vulgärer, was für mich zwischen aufgesetzt und natürlich schwankte. Außerdem fand ich manche Sätze wirr – andere klangen sonderbar bzw. falsch - was es gelegentlich schwieriger gemacht hat, dem Text zu folgen.

Wir haben aber auch sehr starke Sätze, die eine bewegende, starke Aussage enthielten und dementsprechend formuliert waren.


Wir haben hier Charaktere, die irgendwie ihr Leben leben wollen und müssen – die aber auch mehr wollen, als man ihnen ungerechterweise bereit ist zuzugestehen.

Generell werden die Figuren gekonnt mit Leben versehen - sie und ihre Lebensumstände sind sehr eindringlich beschrieben: die Familie und ihre internen Konflikte und Streitereien, der Kampf um Akzeptanz, den Rassismus denen sie ständig ausgesetzt sind, was es mit jungen Menschen macht, die lernen, dass man ihnen keine Chance geben wird, Kritik an dem amerikanischen Gefängnis/Justizsystem.

Alle Figuren wissen um ihre Rolle in einem rassistischen System. Es zeigt was mit Menschen geschieht, die so einem System/Gesellschaft ausgesetzt sind – die eine Spirale der Gewalt verursacht, worunter insbesondere die Frauen zu leiden haben.


Das Buch ist eine Parabel auf eine rassistisch durchsetzt/geprägte Gesellschaft. Das ist großartig dargestellt und kann einen nur nahe gehen – insbesondere, wenn man sich bewusst macht, dass man sich heutzutage, gerade als weiße/privilegierter Teil der Gesellschaft, einbildet, dass es heute doch ganz anders und viel besser ist – die Realität sieht anders aus.


Trotzdem hatte ich meine Probleme mit dem Buch. Zum einen die Sprache (manchmal Satzbau selbst), aber auch die Dialoge fand ich oft befremdlich bis mies.

Die Geschlechterbilder (was Frauen/Männer ausmacht) fand ich auch nicht gerade gut – auch wenn das natürlich der Zeit geschuldet ist und dieses Buch für die damalige Zeit vielleicht sogar fast schon revolutionäre Ansichten hat.

Und nicht zuletzt: Auch in diesem Buch hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch ein Wissen voraussetzt, welches ich nicht mitbringe – ich habe in dieser Zeit weder gelebt, noch die Lebensgeflogenheiten recherchiert. Dadurch hatte ich gelegentlich das Gefühl, dass mir manche Aspekte der Geschichte verschlossen bleiben.


Fazit

Auf der einen Seite finde ich die Gesellschaftlichen-Rassistischen-Aspekte großartig dargestellt, weil es einen trifft, einen bewegt, weil es heute noch viel zu zutreffend ist.

Auf der anderen Seite mag ich den Stil des Autors schlicht nicht – ich habe dadurch so meine Probleme einen Zugang zu dem Buch zu erarbeiten.

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Miamous avatar

Rezension zu "Beale Street Blues" von James Baldwin

Ein Buch wie ein Blues - Song....
Miamouvor einem Monat

Ein mehr als faszinierendes Buch habe ich da für mich entdeckt. Ich habe zu „Beale Street Blues“ tatsächlich wegen des Covers gegriffen…es sieht unscheinbar aus, vermochte es aber, mich vollends in seinen Bann zu ziehen. Der Klappentext tat dann sein Übriges und ich konnte es dann einfach nicht zurücklassen. Erst als ich mit dem Lesen begonnen habe und ich nebenbei ein wenig recherchiert habe, kam die Erkenntnis darüber, dass es sich hierbei um einen Klassiker handelt, der in diesem Jahr neu verlegt wurde und dessen Autor eine mehr als interessante Geschichte von Rassismus und Außenseitertum mitbringt.

Die Handlung des Buches ist ein Blues, wie es der Titel bereits verrät. Er spielt auf ein Lied an, das ein Lied der Schwarzen besingt. Die Beale Street ist überall, wo schwarze Menschen in Ghettos leben. Ein Umstand, den der Autor bereits in seinem Vorwort anspricht. Namentlich sind es in diesem Buch zwei Familien. Die Familie von Fonny und die von Tish. Fonny und Tish sind wie Shakespeares Romeo und Julia. Sie lieben sich, ihre Familien weniger. Sehr früh in der Geschichte erfährt der Leser, dass Tish schwanger ist, ein schönes Ereignis, wäre Vater Fonny nicht im Gefängnis. Er steht unter Verdacht eine Frau vergewaltigt zu haben. Er wurde bei einer Gegenüberstellung von ihr erkannt. Allerdings brauchte es Anfang der 1970er – Jahre nur die Hautfarbe um schuldig zu sein und bei der Gegenüberstellung war Fonny der Einzige. Beide Familien und der weiße Anwalt wollen alles daran setzen, um Fonny aus dem Gefängnis zu holen.

Erst nach und nach entblättert sich die Geschichte und sie ist tiefgründiger, als man im ersten Moment vielleicht annimmt. Die Geschichte wird aus Tishs Sicht erzählt und sie erzählt sie so, als würde sie sie ihrer besten Freundin erzählen, ungeschliffen, aber sehr emotional. Zunächst erzählt sie, wie sich Fonny kennen und lieben gelernt hat. Sie spart aber auch nicht mit den Schwierigkeiten aus, die die beiden etwa mit dem Finden einer Wohnung hatten und wie ihre Familien die Schwangerschaft aufgenommen haben. Fonnys Mutter ist nicht ganz so dunkel, wie Fonny selbst und sie erhofft sich dadurch einen Aufstieg, wobei ihr aber ihr im Gefängnis sitzender Sohn im Wege steht. Auch Fonnys Schwestern hätten sich eine „Andere“ für Fonny gewünscht. Anders jedoch Tishs Familie, die die Schwangerschaft als etwas Schönes und „Heiliges“ ansieht.

Dies nur einige Themen des Romans, die aber noch viel ausschweifender sind, wie in einem Blues Song. Es geht um die Spirale von Unterdrückung und Gewalt, um Trauer über die Verhältnisse, in die man geboren wird, sich aber nicht befreien kann, weil es das System nicht zulässt. Es geht um Einsamkeit und um die Suche nach Glück. Das Buch ist manches Mal melancholisch, dann wieder wild und ausgelassen, manches Mal auf eine wundersame Weise erotisch, ohne billig zu sein. Zum Schluss gibt es vielleicht nicht das gewünschte Happy End, aber sehr viel Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden kann.

Kommentare: 1
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Kittyzers avatar

Rezension zu "Beale Street Blues" von James Baldwin

Intensiv und erschütternd
Kittyzervor 2 Monaten

Sharon hatte die ganze Zeit über nichts gesagt. Ernestine hatte mich ihr übergeben, aber Sharon hatte mich gar nicht angefasst. Sie hatte was viel Verrückteres gemacht, nämlich mich gehalten und beruhigt - ohne mich zu berühren.
"Na denn", sagte sie, "die Männer sind wohl eine Weile weg, und Tish braucht Ruhe. Gehen wir schlafen."
Aber ich wusste, dass sie mich ins Bett schickten, damit sie noch ein bisschen aufbleiben konnten, ohne mich, ohne die Männer, ohne irgendwen, um damit fertigzuwerden, dass Fonnys Familie sich einen Dreck um ihn scherte und keinen Finger rühren würde, um ihm zu helfen. Wir waren jetzt seine Familie, die einzige Familie, die er hatte: Jetzt hing alles von uns ab.

--

INHALT:
Seit ihrer Kindheit waren Tish und Fonny bereits befreundet, bevor sie ihre Liebe zueinander entdeckten. Nun ist Tish schwanger. Alles könnte so gut sein, säße Fonny nicht im Gefängnis für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Denn beide sind schwarz - und der Rassismus in Amerika ist so tief verankert, dass allein die Hautfarbe ausreicht, um angeklagt zu werden. Tishs Familie unternimmt alles, um den jungen Mann aus dem Gefängnis zu holen, doch mit unzuverlässigen Zeugen und der Aussage eines Polizisten scheint das Unterfangen beinahe aussichtslos...

MEINE MEINUNG:
"Beale Street Blues", das vorletzte Werk des afroamerikanischen Autors James Baldwin, erzählt die Geschichte einer Liebe, die unter keinem guten Stern steht - allein, weil die Liebenden nicht weiß sind. Es erzählt die Geschichte eines Justizsystems, das so von Vorurteilen und Rassismus durchdrungen ist, dass Gerechtigkeit unmöglich scheint. Und vor allem stammt es aus dem Jahre 1974, spielt also auch vor über 40 Jahren - und trotzdem habe ich das während des Lesens immer wieder vergessen. Das verdeutlicht nicht nur die Zeitlosigkeit der Erzählung, sondern, viel schlimmer, dass sich seitdem zu wenig geändert hat. Und das ist erschreckend.

Tish und Fonny kennen sich seit ihrer Kindheit, sind gemeinsam aufgewachsen und haben nun auch tiefere Gefühle füreinander entdeckt. Doch kaum sind sie miteinander glücklich, werden sie schon wieder auseinander gerissen. Es lohnt sich, nicht den Klappentext zu lesen, weil im Roman selbst erst sehr spät angesprochen wird, weshalb genau Fonny nun eigentlich im Gefängnis sitzt. Denn Erzählerin Tish - beeindruckend glaubwürdig von einem Mann geschrieben - geht viel auf die gemeinsame Geschichte ein, auf die Zusammengehörigkeit, die die schwarzen Bürger miteinander empfinden, auf die Familien und ihre Zukunft. Alle Figuren zeichnet eine große Ambivalenz aus: Einerseits fühlen sie den Rassismus der weißen Mitbürger, andererseits handeln sie umgekehrt mittlerweile auch so; einerseits sind die meisten Figuren Frauen, andererseits behandeln sie andere ihres Geschlechtes mit wenig Mitgefühl. Tish als Protagonistin ist dagegen eine sehr sanfte Erzählerin, die trotzdem mit ihrem Mut begeistert.

Schwierig ist aber, sich darüber klar zu werden - und vor allem in Worte zu fassen -, was man da beim Lesen eigentlich fühlt und erlebt. Da ist zum einen dieses Leben, das sich nicht nur von dem der jetzigen Zeit unterscheidet, sondern differenzierter auch von dem, das "wir Weißen", zu denen ich nun einmal gehöre, führen. White Privilege ist kein Mythos, sondern Fakt, und das merken die Protagonisten hier ganz deutlich: Ein weißer Polizist ist es, der ihnen das größte Leid zufügt, das sie sich hätten ausmalen können. Das resultiert in gegenseitigem Hass, obwohl ein weißer Anwalt versucht, ihnen zu helfen. Zum anderen ist es schwierig, herauszulesen, welche Ansichten der Autor selbst hier eigentlich vertritt: Die Frauen werden geschlagen, sie ziehen sich gegenseitig in den Schmutz, das Opfer der Vergewaltigung wird ohne Nachsicht behandelt - sind Frauen also weniger wert? Oder bietet das Ganze nur eine Sicht darauf, wie sehr Menschen verrohen, wenn sie immer nur schlecht behandelt werden? In diesem Zusammenhang ist das Nachwort von Daniel Schreiber sehr wichtig, das tiefere Einblicke bietet und hilft, die Geschehnisse einzuordnen. Und über diese nachzudenken, was nach der Lektüre unvermeidlich ist.

FAZIT:
"Beale Street Blues" ist kein einfacher Roman: Schwer einzuordnen, mit komplexen Charakteren, die abgesehen von der Hautfarbe nicht in Schwarz und Weiß unterteilt werden können. Er ist auch keine Liebesgeschichte, wie man vielleicht durch den Trailer zur neuesten Verfilmung glauben könnte. Aber er ist wichtig. Er zeigt auf, wie essentiell es ist, sich gegen Rassismus zu stellen, gegen die schlechte Behandlung von Frauen, gegen Vorurteile. Es hat sich bisher zu wenig geändert, das wird während des Lesens immer wieder klar. Dringend lesenswert! 4 Punkte.

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Zusätzliche Informationen

James Baldwin wurde am 02. August 1924 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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