James Carlos Blake

 4.3 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Das Böse im Blut, Red Grass River: Roman und weiteren Büchern.

Alle Bücher von James Carlos Blake

Das Böse im Blut

Das Böse im Blut

 (14)
Erschienen am 19.08.2013
Red Grass River: Roman

Red Grass River: Roman

 (1)
Erschienen am 19.02.2018
Pistolero

Pistolero

 (1)
Erschienen am 24.08.2015
Red Grass River

Red Grass River

 (0)
Erschienen am 19.02.2018
In the Rogue Blood

In the Rogue Blood

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Erschienen am 01.10.1998
Country of the Bad Wolfes

Country of the Bad Wolfes

 (1)
Erschienen am 26.02.2015

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BettinaR87s avatar

Rezension zu "Das Böse im Blut" von James Carlos Blake

Wer schießt schneller als sein Schatten?
BettinaR87vor 4 Jahren

Lucky Luke würde gegen die Brüder Edward und John Little trotzdem alt aussehen - denn im Gegensatz zu ihm haben die nichts dagegen, Menschen tatsächlich um die Ecke zu bringen. In den 1840er Jahren und natürlich im Wilden Westen ist das manchmal aber gar nicht so schlecht. "Das Böse Im Blut", jetzt bei Heyne Hardcore.

Ihre Mutter war eine Hure, ihr Vater ein gewalttätiger Psychopath, oder vielleicht auch ein Soziopath. Mit diesen Begrifflichkeiten halten sie sich jedenfalls nicht auf, als sie ihn in Notwehr töten müssen. Edward und John fliehen geradezu von dem Ort, an dem sie aufwuchsen.

Ihre Schwester ist kurz zuvor verschwunden und so begeben sie sich auf die Suche nach ihr. Ihr Weg soll sie nach Texas führen, wo es noch Freiheit gibt, Land für lau und vielleicht ein bisschen Frieden für ihre strapazierten Existenzen. Es kommt, wie es kommen muss: Edward und John werden voneinander getrennt. Ihre Dickschädel, ihr Hang zu Brutalität und ihr Drang nach Unbestimmtheit und Freiheit stürzen sie ins Chaos. Bis sie sich als Soldaten zweier Armeen gegenüber stehen ...

Die Kritik


Schon wenn man die ersten Seiten liest, weiß man, warum das Buch nicht bei Heyne, sondern Heyne Hardcore erschienen ist: Carlos Blake nimmt nun wirklich kein Blatt vor den Mund. Die Ereignisse sind roh, gewalttätig und nicht gerade literarisch hochwertig verpackte Taten großer Helden. Die Personen, die hier im Mittelpunkt stehen, haben alle einen am Schatten. Inklusive Schlagschatten. Sie sind der Alltag, der rund um die prächtigen und farbenfroh ausgemalten historischen Ereignisse stattgefunden hat. Man liest das Buch mit einer gewissen abartigen Faszination, Ekel, Witz und Verständnis. Hier wird alles im Leser gefordert.

Der große Freiheitswunsch, die Sturheit, der Wunsch nach einem simplen, glücklichen Leben ... Das ist der wahre Hintergrund des Romans - nicht der typische amerikanische Traum. Edward und John wollen einfach ein Leben führen, das sie glücklich macht. Zu diesem Streben nach Glück gehört aber nicht das große Geld. Was sie daran hindert, dieses Ziel zu erreichen? Ihre familiäre Vorbelastung. Vatermörder, ein halbwegs wildes Land, Krieg und rohe Sitten an der Tagesordnung - wo soll ein normaler Mensch hier seinen ruhigen Platz an der Sonne finden? Geht das überhaupt? Wie viel kann ein Mensch erleben, wie viel kann er sich selbst antun und hat hinterher dennoch eine Chance auf ein halbwegs vernünftiges Leben? Es gibt viele Fragen, die der Autor stellt und die der Leser genausowenig beantworten kann wie Carlos Blake. Aber wenn das die Grundlage einer ganzen Nation ist, was kann aus dieser Nation werden?

Fazit: Man kann das Buch für seinen Unterhaltungswert lesen oder mit der wesentlich tieferen Bedeutung - es geht beides. Lesenswert ist es allemal, wenngleich es definitiv nichts für zartbesaitete Herrschaften ist. Heyne Hardcore eben.

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Aruns avatar

Rezension zu "Das Böse im Blut" von James Carlos Blake

Eine Ballade von Blut und Gewalt.
Arunvor 4 Jahren

Das Böse im Blut von James Carlos Blake

Kleine Warnung vorweg, eines der härtesten, brutalsten und menschenverachtenden Bücher, die ich jemals gelesen habe.

Ein Vers von Stephen Crane zur Einleitung.

Ich stand auf erhöhtem Grund und sah, unter mir, viele Teufel rennen und springen und sündvoll schwelgen. Einer blickte grinsend hoch und sagte: „Kamerad! Bruder!“

Inhalt: Dies ist die Geschichte der Familie Little die im Jahre 1845 in Florida lebt. Vater, Mutter, zwei Söhne und eine Tochter. Die beiden Söhne John 17 Jahre und Edward 16 Jahre sind dabei die Hauptakteure.
Der Vater Jack ein harter Mann mit großer Neigung zu Gewalt hat seine Söhne schon in jungen Jahren an schwere körperliche Arbeit im Wald aber auch an das Kämpfen und Schießen herangeführt. Seine Empfehlung für die Jungs „Egal, worum ihr kämpft, seid immer bereit, dafür zu sterben.“

Nachdem zwischen Jack und seiner Frau ein lang schwelender Streit eskaliert, kommt es zu einer Familientragödie, wobei John seinen Vater erschießt. Die beiden Söhne begraben ihren Vater im Wald, nachdem sie an ihr brennendes Haus zurückkommen sind, Mutter und Schwester verschwunden. John und Edward haben viel Gutes über Texas gehört und wollen dort ihr Glück versuchen. Auf ihrem Weg dorthin werden sie in New Orleans getrennt und erfahren das raue Leben hautnah. Im Folgenden haben beide Abenteuer der übelsten Sorte zu bestehen.


Meine Meinung: Vor dem Hintergrund des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges erleben wir ein Kaleidoskop der Gewalt. Schon Nichtigkeiten lösen brutalste Übergriffe aus bei denen nicht selten Tote zu beklagen sind.

Von Westernromantik keine Spur, dafür lesen wir über Rassismus, Freudenhäuser, Lynchjustiz, Verstümmlung, Armeeschikanen,
Gefängnisstrafen, Waffengewalt, Vergewaltigung, Folterung, Kriegshandlungen, Skalpjäger, Indianer und vielem mehr. Dabei werden alle diese Dinge bildhaft und ohne falsche Scham beschrieben für empfindsame Leser wahrscheinlich schon zu genau.


Mein Fazit: Ein Buch über den Wilden Westen, der hier schmutzig, brutal und gewaltig daherkommt. Könnte mir vorstellen, dass vieles davon der Wirklichkeit entspricht und nichts mit den geschönten Westernfilmen meiner Jugend gemein hat.


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Callsos avatar

Rezension zu "Das Böse im Blut" von James Carlos Blake

Blutige Gewaltorgie im Westernsattel
Callsovor 5 Jahren

Der wilde, wilde Western fängt gleich auf der ersten Seite an. Und wie! Und wie heftig! Selten war ein komplettes Buch blutiger, gewalttätiger und barbarischer, als dieser epische Roman.

Es geht um die Brüder John und Edward Little, die sich um 1850 in Amerika rumschlagen. Wobei sie vielmehr eine triefende Blutspur hinterlassen. Sie morden, köpfen und schießen, was die Patrone hergibt. Und zwischendurch wird geritten und sich mit Frauen amüsiert.

Der wilde Westen wird eindrucksvoll und schonungslos beschrieben, fast auf jeder Seite gibt es Tote, Verletzte oder Falschspieler. So wird der dicke Schinken auf längere Sicht etwas ermüdend. Das Buch büßt somit etwas vom Reiz und der Spannung des Beginns ein.

Klar wird jedoch, dass, bedingt durch die Eltern, die ebenfalls barbarisch und durchtrieben waren, beide kampfbereiten Söhne das Böse im Blut haben...

Insgesamt ein imposanter Roman, auch wenn man sich weit nach der Hälfte auch durch das dicke Brett erst einmal durchbohren muss...

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