Ein Jahr nach Castros Tod hat der Söldner Ortega einen Geheimauftrag vom CIA, eine Radiostation zu besetzen. Er trifft auf eine Gruppe, die ihm dabei helfen soll. Doch schon längere Zeit hat er Zweifel an seinem Tun und auch die ihm zugewiesenen Helfer stimmen ihn nicht zuversichtlich. Doch das Misstrauen ist gegenseitig. Trotzdem beginnt Ortega eine Affäre mit der Partisanin Gloria, doch immer wieder taucht vor seinem geistigen Auge eine andere Frau auf, deren Tod er auf dem Gewissen zu haben glaubt. Die Aktion entwickelt ihre Eigendynamik.
James Coltrane ist das Pseudonym von Stewart O'Nan, der einige sehr schöne Romane verfasst hat. Das muss man wissen, denn der vorliegende Thriller erinnert nicht an den Stil des Schreibers. Die Geschichte zieht sich in den ersten zwei Dritteln und man ist so manches Mal verwirrt, denn es wird mit plötzlichen, nicht besonders markant bearbeiteten Retrospektiven gearbeitet, der Leser weiß so manches Mal erst nach einer Seite, dass er sich in einem anderen Zeitfenster befindet. Erst im letzten Drittel nimmt die Story Fahrt auf, entsteht Spannung und bewegt sich der Kern, doch dahin muss man kommen, so manches Mal verspürt man die Lust am Aufgeben. Dem Rezensenten hat es geholfen, dass er ein großer Verehrer von O'Nans Wirken ist. Den James Coltrane hätte er wahrscheinlich nach 50 Seiten beiseite gelegt. Da sich der Roman schnell liest, kann man die Zeit investieren, dabeizubleiben, das Ende ist wirklich lesenswert.
Kuba nach Castro


