James Ellroy Perfidia

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Inhaltsangabe zu „Perfidia“ von James Ellroy

6. Dezember 1941: Es ist der Vorabend des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor. Amerika steht kurz vor dem Kriegseintritt. In Los Angeles wird eine japanische Familie tot aufgefunden. Handelt es sich um Mord oder rituellen Selbstmord? Die Ermittlungen bringen vier Menschen zusammen: Einen brillanten Forensiker, japanischamerikanischer Abstammung, eine junge Frau, von einer unbändigen Abenteuerlust getrieben, einen Polizisten, den es wirklich gab: William H. »Whiskey Bill« Parker, später Chef des LAPD, und einen, der ein Produkt von Ellroys unnachahmlicher Phantasie ist: Dudley Smith, die perfide Verkörperung des Bösen.

das was vor 20 Januar innovativ war strandet lichtjahre hinter der schwarzen dahlie an den gestaden der beliebigkeit Schade eigentlich ein

— Pashtun Valley Leader Commander
Pashtun Valley Leader Commander

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  • Ellroy (fast) wieder in alter Form

    Perfidia
    MSteinhausen

    MSteinhausen

    21. August 2015 um 10:26

    Ganz ehrlich: Nach dem Mist (anders kann man es nicht sagen), den der Mann die letzten Jahre produziert hat, hatte ich den Glauben schon verloren, dass er noch jemals ein Buch schreiben würde, welches an "L.A. Confidential" oder "Die schwarze Dahlie" heranreicht. So ganz ist ihm das auch mit Perfidia nicht gelungen - aber er ist sehr dicht heran gekommen! Die Story bietet alles, was "Ellroy-Fans" gewohnt sind: Eine Stadt, in der alles den Bach runter geht. In der selbst die Guten noch böse sind. Eine Geschichte, die so voll mit Namen, Handlungen und Informationen ist, dass man manchmal das Buch weglegen muss, damit das Gelesene sacken kann. Und eine düstere Atmosphäre, wie sie nur Ellroy schildern kann....fantastisch! Perfidia ist kein leichtes Buch, nichts für Zwischendurch. Man muss sich darauf einlassen und sich beim Lesen durch nichts ablenken lassen. Zur Belohnung erhält man einen Krimi, der zwischen Spannung und Literatur lebt - ein Buch, welches auch nach dem Lesen noch lange im Kopf bleibt! Der Vollständigkeit halber hier noch die Informationen vom Autor selbst zum Inhalt: »Besessenheit steht mir gut. Die Liebe zur Sprache definiert mich. Ich bin ein in Los Angeles geborener Amerikaner. Die Geschichte hat mich einmal mehr an meinen Schreibtisch gerufen. Mein Roman heißt Perfidia. Der Titel bedeutet auf Spanisch »Verrat« und verweist auf ein klagendes Lied der späten Dreißigerjahre. Der Roman ist in jeder Hinsicht groß angelegt. Männer und Frauen mit großen Seelen geraten in Los Angeles im Monat von Pearl Harbor aneinander. Sie haben große Überzeugungen, große Träume und ein tief gestörtes Pflichtbewusstsein. Sie arbeiten mit- und gegeneinander, um ein großes Verbrechen aufzuklären, und streben groß und ruchlos nach Liebe. Perfidia ist die Quintessenz dessen, was ich über die Kunst und das Handwerk des Erzählens, was ich über Geschichte, über Männer und Frauen weiß, und über die immer wieder drängende Frage, warum Menschen tun, was sie tun. Ich bin in die Vergangenheit hinabgestiegen und mit einem Geschenk für Sie zurückgekehrt. Das ich mit meinen allerbesten Wünschen anzunehmen bitte.« James Ellroy

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  • Ein Buch wie ein Feuerwerk... oder Maschinengewehr

    Perfidia
    Alexandra_Luchs

    Alexandra_Luchs

    01. August 2015 um 15:49

    Eine japanische Familie kommt am Tag vor Pearl Harbor in einem aufwändig inszenierten, aber offenkundig fingierten, rituellen Selbstmord ums Leben. Sie hinterlassen eine seltsame Botschaft, die vor dem Hintergrund des folgenden Angriffs des japanischen Militärs noch rätselhafter erscheint. Die Ermittlungen in diesem Fall führen zu japanischen Saboteuren, der chinesischen Mafia und auch einer Menge Korruption im Polizeidepartment von L.A. „Perfidia“ ist wie ein Feuerwerk… oder eher wie eine Maschinengewehrsalve. Ein Einschlag folgt dem nächsten: Mord, Korruption, Gewalt und Hass. All das verbindet sich zu einer explosiven Mischung. Ein Sog, der manchmal wirklich schmerzhaft ist, aber leider nicht die ganze Zeit anhält. In weiten Teilen verhindert der ungewöhnliche und manchmal einfach unglaublich anstrengende Schreibstil das Eintauchen in die Geschichte. Durch die vielen kurzen Sätze (manchmal nur einzelne Wörter) und ewigen Wiederholungen gleicher Satzanfänge (meist genau drei Mal) wirkt die Sprache tatsächlich maschinengewehrartig. Dann holperte und stockte die Lektüre bei mir, der Sog ging verloren. Orientierungslos blieb ich im Text hängen. Das wird verstärkt durch häufig wechselnde Perspektiven und eine unglaubliche Schar an Charakteren. Zwar sind die Perspektiven im Verlauf der Geschichte konsistent, aber die einzelnen Erzählstimmen unterscheiden sich nicht merklich voneinander. Die Orientierung im Text fiel mir dadurch manchmal wirklich schwer. Wenn dann noch einzelne Charaktere mal nur mit dem Vornamen, mal mit dem Zunamen oder wahlweise mit Spitznamen betitelt werden, wird es anstrengend. „Perfidia“ ist der erste Teil eines neuen L.A. Quartetts von James Ellroy und soll ein Prequel zum bestehenden L.A. Quartett bilden. Figuren die unter anderem in „Die schwarze Dahlie“ auftauchen, treten hier erstmals in Erscheinung. Es sollen sozusagen ihre Wurzeln und Entwicklungen beschrieben werden. Weil die Figuren und die Atmosphäre des Buches mich absolut mitgerissen haben, steht nun „Die schwarze Dahlie“ schon bei mir in den Startlöchern. Ich hoffe, dass diese Lektüre dann auch „Perfidia“ sinnvoll ergänzen wird. Denn die Atmosphäre von „Perfidia“ ist bei all meiner Kritik fesselnd. Die Geschichte wirkt dreckig und hart, dabei aber nicht platt oder sinnlos gewaltvoll. Das Buch dreht sich um Geheimnisse und private Abgründe und nahezu jeder Charakter trägt mehr als genug Ballast mit sich herum. Diese tollen fiktiven Dramen, verbunden mit authentischen Figuren und den korrekten historischen Abläufen machen eindeutig einen großen Reiz dieses Buches aus! Insgesamt bin ich schwer hin und her gerissen. Ich habe die Atmosphäre und die düsteren Szenen des Buches absolut genossen, mich aber so manches Mal schwer über die konfuse und abgehakte Erzählweise geärgert. Von mir gibt es für „Perfidia“ daher nur 3 von 5 Sternen, aber den klaren Wunsch mich näher mit dieser Geschichte und ihren Figuren zu beschäftigen. Für alle, die noch unsicher sind, empfehle ich einen Blick in die Leseprobe: der Stil ist anstrengend, die Geschichte jedoch lohnt sich!

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  • Boom ....Treffer....

    Perfidia
    maxplattner3

    maxplattner3

    02. May 2015 um 16:25

    Der Altmeister des schnellen komplexen Thrillers ist zurück und macht auch in seinem neuen LA Quartett keine Gefangenen in Sachen political corectness. Ein Blick in menschliche Abgründe, der sich nicht nur toll lesen lässt, sondern auch psychologisch glaubhaft bleibt. Man kann nur die Daumen drücken, dass Ellroy genug Zeit, Inspiration und Muße findet auch sein zweites LA Quartet zu ende zu schreiben.

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  • Definitiv kein 08/15-Thriller

    Perfidia
    Havers

    Havers

    Das L.A. Quartett von James Ellroy, dem amerikanischen Autor und Chronisten seiner Geburtsstadt Los Angeles, dürfte hinreichend bekannt sein. Handlungszeitraum sind die Jahre nach dem 2. Weltkrieg und es besteht aus den Romanen „Die schwarze Dahlie“, „Blutschatten“, „Stadt der Teufel“ und „White Jazz“. Nun nimmt er mit „Perfidia“ einen zweiten Zyklus in Angriff, ein Prequel, das den Zeitraum zwischen dem 06. und 29. Dezember 1941 betrachtet. Ausgangspunkt ist der Tag vor dem Angriff auf Pearl Harbour und Handlungsort ist natürlich Los Angeles. Die Metropole kocht, die Atmosphäre ist hochexplosiv. Gewalt liegt in der Luft, denn die Bewohner der Stadt spüren instinktiv, dass sich ihr Leben in den nächsten Wochen radikal verändern wird. Rassismus, Gewalt und Korruption bestimmen das öffentliche Leben. Allenthalben wird Stimmung gegen die japanischen Einwanderer gemacht. Man will sich nicht um deren Schicksale kümmern, ist froh, als sie deportiert werden, denn alles Fremde ist verdächtig, ist der Feind. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Ermittlungen im Fall der tot aufgefundenen vierköpfigen Familie Watanabe nur halbherzig durchgeführt werden und Spielraum für zahlreiche Spekulationen bezüglich der Todesursache lassen. War es ritueller Selbstmord? Oder vielleicht doch Mord? Mit der Aufklärung dieses Falles stehen vier Akteure in Verbindung: Hideo Ashida, der Amerikaner japanischer Abstammung, Polizeichemiker mit persönlichen Geheimnissen und ohne Rückgrat. William H. Parker, Polizei-Captain, ein frommer Säufer mit einem Hang zur Gewalt, der große Ziele hat. Dudley Smith, der verheiratete Schürzenjäger ohne Gewissen und ohne Skrupel. Und schließlich die abenteuerlustige Kay Lake, die Femme fatale, nicht wählerische bei ihren Bettgenossen, solange sie ihr nützlich sind und einen Kick versprechen. Diese vier Protagonisten bilden das Gerüst, um das sich zahlreiche Geschichten in der Geschichte ranken und schildern wechselseitig aus verschiedenen Perspektiven die Ereignisse, wobei die  jeweiligen Kapitel mit Datum und konkreter Uhrzeit überschrieben sind. Zu ihnen gesellen sich eine Vielzahl von Personen sowohl der Zeitgeschichte als auch fiktive Charakter, die wir bereits aus anderen Werken des Autors kennen, sodass man den kompletten Überblick nur dann behält, wenn man hochkonzentriert bei der Sache ist. Die Sprache mag gewöhnungsbedürftig erscheinen, bestehen viele Sätze doch nur aus Fragmenten und Wortfetzen, was meiner Meinung nach aber sehr gut zu dem Stil des Romans passt. Man hat den Eindruck, als würde Ellroy die kommentierte Chronologie eines kurzen Zeitraums der amerikanischen Zeitgeschichte mit wechselnden Aspekten und verschiedenen Schwerpunkten  schreiben. Sein Mitteilungsbedürfnis ist enorm, er sprudelt über, und da er bisweilen den Faden verliert und sich verheddert, ist es für den Leser nicht immer einfach, seinen Gedankengängen zu folgen. Perfidia“ ist anstrengend, eine Lektüre die Zeit und Konzentration fordert – mit Sicherheit kein 08/15-Thriller.

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    • 3
  • Gewohnt intensiv in Tempo und Atmosphäre

    Perfidia
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    25. March 2015 um 12:25

    Als würden die knapp 950 Seiten dieses ersten Bandes einer geplanten neuen Trilogie für James Ellroy nicht ausreichen, fühlt es sich an, als würde er noch einmal das Erzähltempo verschärfen. Teils fast nur noch in Stichworten dahingeworfen, immer in maximal kurzen Sätzen „rast“ Ellroy von der ersten Seite mitten hinein (wieder einmal) in die Zeit der harten Cops, der kriminellen Seilschaften, der besonderen Atmosphäre in Amerika, in Los Angeles Anfang der 40er Jahre. Wo der Leser alte Bekannte wie Ward Littel, Lee Blanchard, Dudley, Meeks und andere Figuren wieder trifft, die zu anderen Zeiten in den Thrillern Ellroys ihre wichtigen Rollen gespielt haben (werden). Figuren, die Ellroy in Perfidia noch einmal mit anderen Nuancen und in andern Konstellationen zu schildern versteht, denn 1941 waren so manche der Hauptfiguren späterer Ereignisse noch am Anfang ihrer „Karriere“. Was nicht bedeutet, dass die Härte, die Ellroys Figuren auszeichnet, diese ausgeprägte „Männer-Haltung“, die scharfen Witze über Schwarze, Juden und „Japse“, die offene Hand gegenüber Kriminellen durch manche der Cops, die Morde, die sie hier und da nebenbei begehen (im Austausch gegen persönliche Bereicherungen) nicht bereits einen gewichtigen Teil der Atmosphäre des Thrillers ausmachen würden. Es gilt wie bei allen „Noir-Thrillern“ des Autors: Keiner ist ohne Schuld, keiner hat saubere Hände, jeder kocht sein Süppchen erst einmal für sich, geht teils verschlungene Wege im Leben. Alkohol, Aufputschmittel, Morphium, Opium, alles gehört dazu in dieser harten, geschädigten, sich an Fällen festbeißenden Cop-Szene, die Ellroy vor den Augen des Lesers so unnachahmlich wie eh und je entfaltet. Pearl Harbour. Das Volk kocht, die Einberufungsbüros können die Masse der Freiwilligen kaum mehr bewältigen. Kein Japaner ist seines Lebens mehr sicher, wenn er sich auf den Straßen blicken lässt. Und es gibt viele in Los Angeles. Die nun fast in einer Treibjagd verfolgt werden. „Die Eingeborenen waren unruhig!“. Und mitten drin diese japanische Familie. Tot. Ritueller Selbstmord, so sieht es aus. Und mehr würde die meisten der harten Jungs im Polizeidienst auch nicht interessieren, wenn nicht der forensische Spezialist der Truppe, der Japaner Ashida zum einen die Selbstmordthese widerlegen würde und zum anderen der Chef der Truppe es nicht für opportun halten würde, in dieser aufgekochten Atmosphäre auch ein „japanisches Plus“ auf die Habenseite der Polizei zu stellen. Macht sich doch gut, seine Unbefangenheit als Polizei zu demonstrieren und beweisen zu können. Dieser zunächst Hauptstrang des Thrillers verästelt sich natürlich von Beginn an, wie bei Ellroy nicht anders gewohnt, in viele Untergeschichten, kleine und größere Exkurse, bei denen die Einschübe über Kay Lakes aus „Außen-Sicht“ (sie lebt aktuell in einer merkwürdigen Konstellation mit Lee Blanchard zusammen) den breitesten Raum einnehmen. Atmosphärisch dicht (man riecht fast die Jeeps um die Ecken biegen) geht Ellroy seiner Geschichte, vor allem aber seinen Figuren nach. Suff, Ehrgeiz, Drogen, selbst zunächst „saubere Hände“ werden nicht sauber bleiben und viel Federlesen wird nicht gemacht, weder mit Freund noch mit Feind. Das alles in Höchsttempo und dennoch differenziert und Tiefen auslotend, Ellroy ist und bleibt ein Meister seiner Kunst. Allerdings doch auch hier in „gleicher Form wie immer“, in Stil, Tempo und „Noir“ Ausrichtung schließt sich Perfidia nahtlos an die vorhergehenden Thriller an, auch wenn Ellroy eine andere Zeit für seinen Neuansatz wählt.

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