James Graham Ballard

 3,8 Sterne bei 86 Bewertungen
Autor von Die Stimmen der Zeit, Crash und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Gestorben am 19. April 2009 in Shepperton

Alle Bücher von James Graham Ballard

Cover des Buches Die Stimmen der Zeit (ISBN: 9783453522299)

Die Stimmen der Zeit

 (11)
Erschienen am 02.04.2007
Cover des Buches Crash (ISBN: 9783899962574)

Crash

 (11)
Erschienen am 25.08.2004
Cover des Buches High-Rise (ISBN: 9783037349328)

High-Rise

 (8)
Erschienen am 24.06.2016
Cover des Buches Vom Leben und Tod Gottes (ISBN: 9783453522770)

Vom Leben und Tod Gottes

 (7)
Erschienen am 06.08.2007
Cover des Buches Kristallwelt (ISBN: 9783937897066)

Kristallwelt

 (8)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Betoninsel (ISBN: 9783037349786)

Betoninsel

 (3)
Erschienen am 30.07.2017
Cover des Buches Running Wild (ISBN: 9783924959449)

Running Wild

 (2)
Erschienen am 01.01.1998
Cover des Buches Paradiese der Sonne (ISBN: 9783937897288)

Paradiese der Sonne

 (2)
Erschienen am 01.03.2008

Neue Rezensionen zu James Graham Ballard

Cover des Buches Kingdom Come (ISBN: 9780007232475)
admits avatar

Rezension zu "Kingdom Come" von James Graham Ballard

Guter Vergleich
admitvor einem Monat

Der Protagonist kommt in eine englische Kleinstadt, die von einem riesigen Einkaufscenter dominiert wird. Sen Vater wurde darin erschossen. Begierig zu erfahren, wer denn nun der Täter ist, kommt er einem Riesending auf die Schliche: Konsum wird dem Faschismus gleichgesetzt und immer wieder machen renitente Hooligans unter den Augen der Polizei Jagd auf Immigranten. Er fragt sich nun, wie sein Vater in die Sache involviert gewesen ist. Spannend und einfallsreich, wenn auch immer wieder unter Bezugnahme auf das 3. Reich. Das werden die Deutschen wohl nie los.

Cover des Buches High-Rise (ISBN: 9783037349328)
lonelyThoughts avatar

Rezension zu "High-Rise" von James Graham Ballard

Das Hochhaus als Matrix der sozialen Bezüge
lonelyThoughtvor 3 Jahren

Die Perspektivfiguren geben die sozialen Schichten sowie ihre Sichtweise und ihr Streben wieder: Wilder gehört der unteren Schicht an und strebt danach, sozial aufzusteigen, was sich in seinem physischen Erklimmen des Hochhauses manifestiert. Royal steht – als Wilders direkter Gegenpart – an der Spitze der sozialen Schicht und lebt daher im Penthouseappartement auf dem Dach und versucht Wilder davon abzuhalten, das Hochhaus und damit die soziale Leiter hinaufzusteigen. Laing, der die Mittelschicht verkörpert, lebt im mittleren Teil des Hochhauses und ist zwischen den Extremen Wilders und Royals hin- und hergerissen, bis er sich schließlich in sein Appartement zurückzieht. 

Das Hochhaus nimmt den Status eines Mikrokosmos ein. Die Außenwelt verliert dabei jegliche Relevanz.
Der Wissenshorizont des Erzählers ist auf die drei Perspektivfiguren Laing, Wilder und Royal beschränkt. Dabei geht der Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt mit ihrer Entwicklung verloren. Die Ver- und Entfremdung sowie die Entmenschlichung der Figuren sorgt für eine Empathie- und Mitleidslosigkeit des Lesers. Die anfangs suggerierte Möglichkeit des Einfühlens kann als eine Art falsche Spur angesehen werden, die der Leser aufsitzen könnte. 

Der Roman gibt keine Enblicke in die seelischen Abgründe der Figuren, vielmehr gibt es EInblicke in die Abgründe der Gesellschaft. Jedoch ist damit nicht die eigentliche Gesellschaft gemeint, sondern vielmehr die Gesellschaft, die sich aus den Hierarchien und sozialen Schichten ergibt, die durch das Hochhaus evoziert werden. Dieses Gesellschaftsmodell richtet sich nicht nach äußeren Einflüssen. Es ist die "natürliche Ordnung des Gebäudes" (S. 11).

Die Möglichkeit des Gebäudes, diesee "naturhafte" gesellschaftliche Ordnung zu evozieren, zieht es aus einer gewissen Grundversorgung, dem Wegfallen von Obrigkeiten (Polizei oder andere Instanzen werden aus den Angelegenheiten der Bewohner gänzlich herausgehalten, der Schein nach außen hin gewahrt) und dem Prinzip der Rivalität.

Dieses Prinzip entsteht aus dem Moment, als das letzte Apartemente verkauft wird und somit die Fluktuation der Bewohner innerhalb des Gebäudes und der damit einhergehende Aufstieg innerhalb der sozialen Schichten des Gebäudes nicht mehr möglich sind. Durch das Wegfallen von Obrigkeiten entsteht der Schein der absoluten Freiheit und die gesicherte Grundversorgung sorgt für eine Art "mechanisierten Sozialstaat".

Der Roman kann also als soziales Experiment gelesen werden, in dem eine Gesellschaft agiert, die keine Vergesellschaftung kennt und die Psychodynamik eine nicht individuell biographische ist.

Dabei gibt es verschiedene spannende Punkte, wie die verschiedenen Rollen, die die männlichen und die weiblichen Figuren einnehmen und wie unterschiedlich sich die Geschlechter und ihr Umgang mit der Situation ausfallen.

Wer am Ende enttäuscht ist, dass das Duell zwischen Wilder und Royal anders ausfällt als gedacht und sich die Situation im Hochhaus nicht so auflöst, wie vermutet, fällt einer weiteren falschen Spur des Romans anheim.

Cover des Buches High-Rise (ISBN: 9783037349328)
mimitati_555s avatar

Rezension zu "High-Rise" von James Graham Ballard

tolle Idee, maue Umsetzung
mimitati_555vor 3 Jahren

Ein Luxushochhaus, 40 Etagen mit Apartments, Wohnungen und Penthouse. Mittelschicht, gehobene Mittel- und die Oberschicht, aufgeteilt in Stockwerke. Je höher, umso reicher, umso snobistischer, umso privilegierter. Es gibt ein Einkaufszentrum, eine Schule, Friseure und Swimmingpools. Sogar an einen Kinderspielplatz wurde gedacht. Als alle Wohnungen bezogen sind, wird gefeiert. Gleichzeitig häufen sich die Probleme; die Müllschlucker verstopfen, die Klimaanlage streikt, immer öfter fällt der Strom aus, funktionieren die Aufzüge nicht. Es bilden sich Gemeinschaften, die noch funktionierenden Aufzüge werden blockiert, die Zugänge zu den einzelnen Etagen verbarrikadiert, irgendwann kämpft jeder gegen jeden.

„Später, als er auf seinem Balkon saß und den Hund aß, dachte Dr. Robert Laing über die außergewöhnlichen Ereignisse nach, die sich während der vergangenen drei Monate in diesem riesigen Apartmentgebäude zugetragen hatten.“ (Seite5)

So genial der Plot klingt, so enttäuscht bin ich von der Umsetzung. Seltsam langweilig fand ich die Story, immer wieder dachte ich, dass es nun endlich losgeht, um festzustellen, dass dann doch nichts passiert. Mir fehlte irgendwie der rote Faden; welchen Grund hatte das Ganze, welchen Zweck verfolgten die Einwohner? Wieso wurden die Etagen abgesperrt, damit andere nicht hinkommen konnten, während man gleichzeitig aber selbst alles demoliert hat. Auch das Ende lässt mich ratlos und unbefriedigt zurück. Vielleicht war es für das Buch und mich nicht der richtige Zeitpunkt. Für mich reicht es leider nur für 3 Sterne und das hauptsächlich für die Idee.

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Zusätzliche Informationen

James Graham Ballard wurde am 15. November 1930 in Shanghai (China) geboren.

Community-Statistik

in 137 Bibliotheken

auf 20 Merkzettel

von 3 Leser*innen aktuell gelesen

von 2 Leser*innen gefolgt

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