James Henry Burson Ich sag`s nur dir... Teil 1

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(4)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ich sag`s nur dir... Teil 1“ von James Henry Burson

Eine sehr emotionale Autobiographie! Manchmal wusste ich wirklich nicht ob ich Lachen oder Heulen sollte. Tränen gab es in jedem Fall!

— ilonaL
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Es gibt Hoffnung

    Ich sag`s nur dir... Teil 1

    Oberleiserin

    22. April 2015 um 12:00

    Nebelschwaden ich seh' die Hand vor Augen nicht 's ist zu viel Nebel-und kein Licht ich tappe langsam durch den Dunst den Weg zu finden, ist heute Kunst wohin soll ich mich wenden? ich will ja keine Zeit verschwenden! das Ziel verloren aus den Augen aus dem Sinn warum, wieso, weshalb - wo geh ich denn nur hin? es folgt ein Schritt dem anderen, zaghaft, ohne Sicherheit und doch bin ich zur Umkehr -noch lange nicht bereit! des Weges Ende - wann ist es denn in Sicht? ich bete und ich hoffe: "Verirr dich bitte nicht." so rinnt die Zeit, verschleiert alles rund um mich "Gib blos nicht auf! Es lohnt sich sicherlich!" Vertrauen, Hoffnung und Elan treiben meinen Fortgang an. und stellt euch vor! Tatsächlich erreiche ich ein Ziel was mich da hier erwartet, das ist wahrhaftig viel. es übertrifft bei Weitem, - welch sagenhafte Wende - anfänglich Erdachtes:"Hurra" und "Freude ohne Ende!" drum glaube mir, sei nicht verzagt wenn mal vernebelt ist dein Tag. am Ende wirst du's dann erkennen manchmal schaffst du's ohne rennen. mit Hoffnung, Zuversicht, Geduld und Glaube an dein Ich hast du nach trüben Nebelzeiten - am Ende doch die Sicht.

    Mehr
  • schreibend herausfinden, wer man ist

    Ich sag`s nur dir... Teil 1

    Ariela

    24. August 2013 um 12:39

    „Was ist das Innerste? Dinge, die man nicht verraten darf“, schreibt James Henry Burson zu Beginn von „Ich sag‘s nur dir“. Am Schluss des Buches hatte ich den Eindruck, der Satz sei programmatisch zu verstehen. In einer Linie mit dem Titel gedacht – ich sag‘s nur dir, also: Ich sage es nicht allen, ich rufe es nicht in die Welt hinaus, ich behalte es für mich – wird der Text zum Bericht über die Anstrengung, die ein kleiner Junge, ein Jugendlicher, ein junger Mann unternimmt, um sich aus der inneren Dunkelheit zu befreien, in die ihn das Leben und er sich selbst hinein manövriert hat. „Distanz gab mir Sicherheit“, urteilt der erwachsene Erzähler in der Retrospektive über sein Verhalten als Vierjähriger. Der von ihm selbst erfundene „Jänicke-Effekt“ ist es, der ihn am Ende befreit: Sich nicht erst vorzunehmen, jemand werden zu wollen, sondern zu sein, wer man ist.  Herauszufinden aber, wer man ist, das ist James Weg, in dessen Mitte er erkennt, dass er sich nicht erst auf den Weg machen muss, weil er längst unterwegs ist. Säuglingsheim, Pflegefamilie, Kinderheim, Pflegefamilie, Lehrlingsheim, Burschenschaftsheim… James, dem im Text der Nachname und zeitweise sogar der Vorname fehlt, wird aufgenommen, verwahrt, abgegeben, weitergeschickt, verlegt und die ganze Zeit wartet er stoisch auf ein Zeichen seiner leiblichen Eltern, die ihm zum Finden seiner Identität verhelfen könnten. Solange er wartet und die Hoffnung nicht aufgeben will, versammelt er andere Menschen um sich herum. Er nennt sie „meine kleine Armee“ und befindet sich damit in einer Kriegsrhetorik, wie sie ihm als Vierjähriger aufgezwungen wurde, um ihn gefügig zu machen. Im Kinderheim unterliegt er dem bewusst provozierten Missverständnis, der Krieg sei nicht seit 12 Jahren vorbei, sondern herrsche noch immer. Draußen, vor den Toren des Kinderheims und nur das Kinderheim biete Schutz, solange die Heiminsassen sich fügsam zeigten. James und die anderen Kinder sind Grausamkeit, Perversion und pädagogischer Inkompetenz ausgesetzt, die heutige Leser schockieren, für damalige Erziehungsberechtigte aber Alltag zu sein schienen. Der Mechanismus, sich vor physischer und psychischer Gewalt  zu schützen, geht über die Innerlichkeit, darüber, sich unauffällig zu verhalten, nicht gesehen zu werden, nichts zu sehen. James legt sich die Marotte zu, die Augen zusammen zu kneifen, um andere nicht zu sehen. Er unterliegt der kindlichen Illusion, darüber selbst unsichtbar zu werden und perfektioniert den Mechanismus bis zur Blindheit seiner gesamten Umwelt gegenüber. „Wer sich nicht bemerkbar machte oder sich gar aufdrängte, hatte keine Chance, von mir wahrgenommen zu werden.“ In der Schule sitzt er neben Mitschülern, ohne sie jemals zur Kenntnis genommen zu haben, die ersten Pflegeeltern bleiben namenlos, bei den Frauen, von denen er berichtet, ist von unzähligen sexuellen Abenteuern die Rede aber niemals von Gefühlen, von Liebe, von Zugewandtheit, von Beziehung. Hier ist ein Kind herangewachsen, dessen Integrität ständig verletzt wurde und das sich innerlich leer fühlt, das von einer Sehnsucht spricht, die es nicht zu benennen weiß. Die ganze Erzählung lang wirkt James vollkommen isoliert. Selbst wenn er Kontakt aufnimmt, wie in seinen kleinen zwischenmenschlichen Inseln, sind die Dialoge knapp gewählt, die Kommunikation überhaupt findet nur selten tatsächlich statt. Sie bleibt im Innern stecken. Nur der Leser erfährt hin und wieder von dem, was das erlebende Ich umtreibt. Briefe an seinen Vormund erreichen den Leser, nicht aber den Vormund. Warum er seine Pflegeeltern nicht Mama und Papa nennen will, erklärt der Autor dem Leser, nicht aber den Pflegeeltern. Dass er seine Motivation den Pflegeeltern auseinandersetzen würde, wird zumindest nicht berichtet. Was es mit seiner Abneigung gegen Riemchensandalen auf sich hat, darüber wird der Leser informiert, der Pflegevater muss sich mit „Ich will aber keine mit Riemen hinten“ abfinden. Was der Mann, dem die Inszenierung der eigenen Familienidylle durch James verweigert wurde, nicht tut. Er empfindet diese Weigerung zu Sandalen mit Riemen als weitere Provokation und reagiert später mit einem unaussprechlichen Gewaltausbruch, nachdem er von seiner Frau über eine Verfehlung informiert worden war, über die wiederum der Leser den Hintergrund erfährt, nicht aber die Pflegemutter. Was auf allen Seiten fehlt ist Kommunikation. Die Pflegemutter sieht sich aus heiterem Himmel mit einer Zuneigungsbekundung konfrontiert, deren Bedürfnis sogar für den Leser völlig überraschend aufkommt. Bis zu diesem Zeitpunkt erscheint James wie ein distanzierter, einsamer, in sich gekehrter Mensch, der die Provokation als Mittel sieht, die eigenen Grenzen zu wahren. Und plötzlich will er seine Pflegemutter küssen, die pädagogisch inkompetent reagiert, deren Reaktion aber nicht ganz unverständlich ist. Sie weiß nicht, was den Jungen umtreibt, was er fühlt, wie es ihm geht. Und selbst der Leser ahnt es mehr, als dass er es wissen kann. So wird es später auch dem Heimleiter ergehen, der James nach einem mehrere Wochen dauernden Sitzstreik auf der Couch im Heimeingangsbereich, des Heims verweist. Der Leser, aber nicht der Heimleiter haben von James innerer Motivation erfahren, sich reflektierend, nach sich selbst suchend auf diese Couch zu setzen. Der Heimleiter wird mit einem Ergebnis konfrontiert, das ihm völlig unvorbereitet erscheinen muss und dessen Glaubwürdigkeit er darum anzweifelt. Hätte James eine kooperative Kommunikation versucht, wäre der Selbstfindungsversuch vielleicht toleriert worden, wäre der Kuss nicht verweigert worden, hätten es die offenen Sandalen anstelle der Riemchensandalen sein dürfen. Aber Kooperation, darin ist James nicht sozialisiert worden, darin, sich zu öffnen, mehr von sich preis zu geben, als unbedingt notwendig. Er kennt nur Druck, Gewalt, Repressalien und dem ersten Kooperationsversuch durch seinen Lehrer Lenk steht er argwöhnisch gegenüber. Was den Jungen bewegt, erfährt der Lehrer nicht. Literarisch hält Burson es weitestgehend genauso. Der Leser beobachtet von außen, wie James zu einem gewaltbereiten, verschlossenen Menschen wird, zu einem, der hasst, der beginnt, sich „für begangenes Unrecht zu rächen“, dessen Selbstbewusstsein durch die neue Macht der Gewaltausübung gegen andere wächst, der den Weg des Krieges und Kampfes beschritten hat, um zu überleben, der über keine Provokation hinwegsehen kann, die ihn erreicht, der um sich herum ausschließlich Feinde sieht. Er geht in den Widerstand. „Den lieben Bub gab es immer weniger“. Beliebtheit ist keines seiner Ziele. „Die Anzahl der Gegner wuchs“. Die Erfahrungen, die James in den ersten zwanzig Jahren seines Lebens gemacht hat, haben ihn an einen Tiefpunkt seiner selbst gebracht. Das Kind, der Junge, der junge Mann ist zu keinem Zeitpunkt mit sich identisch. Authentizität ist eine diffuse Größe für ihn, nach der er glücklicherweise noch immer sucht, danach, „Licht aus der Dunkelheit herausfiltern“ zu können. Was der Leser aber auch miterleben darf, ist, dass James dafür sorgt, dass die Dinge sich ändern. Er bringt die Kraft auf, sich selbst zu erziehen. Als würde er sich auf dem Tiefpunkt hinhocken, abstützen und springen, sucht er sich Vorbilder, ändert seine Perspektive durch Selbstreflexion, bestimmt die Richtung seiner Entwicklung jetzt selbst. Er leitet die Emanzipation von den ihn beschränkenden Umständen eigenverantwortlich ein. Die Kraft dazu bietet ihm seine kleine Armee von Menschen, die ihn akzeptiert, vielleicht sogar geliebt haben. Und dann kommt es zur Entdeckung des Jänicke-Effekts, der James die ersehnte Befreiung bringt, die der Leser dem jungen Mann sehr gewünscht hat und die ein wunderbares, erwachsenes Ende bietet. Auf literarischer Ebene allerdings würde ich dem Text gerne ankreiden, dass „frei nach Schnauze“ erzählt wird, was von manchen Lesern durchaus geschätzt wird, als literarische Strategie auch seinen Reiz haben kann, aber nur, wenn die Strategie als solche erkennbar ausgearbeitet wurde. Sätze wie „Ich wäre liebend gerne im Erdboden versunken, aber dazu gab es keine Gelegenheit“ oder „Es half alles nichts. Ich musste da durch“, lesen sich für mich als verwässernde Floskeln, die dem Text seine Kraft rauben. Ein Satz wie „Ein Blick nach links und rechts – oh Schreck – da stand plötzlich keiner mehr!“, lässt mich an ein Kinderstück denken, statt einen ernsthaften, für fremde Leser bearbeiteten erzählenden Sachtext zu erkennen. Plötzlichkeiten durchziehen den Text, die zur Folge haben, dass nicht alle Behauptungen auch erzählerisch vorbereitet wurden. Burson setzt auf Wahrheit, berichtet von den Abartigkeiten im Detail, von „gekotztem Eintopf mit Fettklumpen“, von Auswirkungen des Drogenmissbrauchs und von Schlägereien, lässt die ihn betreffende Wahrhaftigkeit aber auch für den Leser und erst Recht für seine Mitmenschen nur hier und da durchscheinen. Was – wenn auch aus einer bewussten Intention heraus – fehlt, ist das Erzählen über das Innere der Geschichte und damit über die Seelentiefe des Kindes. Die Entwicklung muss an seinen äußeren Handlungen abgelesen werden, wo aber vor allem von Schlägereien und Gewalt erzählt wird. Nicht selten gibt es Deutungen, die mir als Leser keine Wahl lassen wollen, das Erzählte auch anders sehen zu dürfen. „Ich würde lernen müssen, Begehrlichkeiten zu unterdrücken“. Mit solchen Sätzen stilisiert Burson den James im Text subtil als Opfer und solche Formulierungen verlangen nach Zustimmung durch den Leser. Ein Leser kann auf den konkreten Satz nichts anderes sagen als: Natürlich hat jeder ein Recht auf Liebe. An dieser Stelle würde ich dem Text-James, von dem ich nicht immer ganz sicher bin, ob er trotz Namensgleichheit wirklich mit dem Autor identisch ist, allerdings die Zustimmung gerne verweigern. Es geht nicht um Unterdrückung, lieber James, würde ich gerne sagen, sondern um Selbstkontrolle. Selbstverständlich musst du lernen, deine Begehrlichkeiten zu kontrollieren, denn wo kämen wir hin, wenn sich jeder nehmen könnte, was er will? Oder dem Satz gegenüber: „Ich entschied, dass ich zum Schmusen wohl zu alt sei“. Im konkreten Kontext geht es nicht um das Alter, sondern um die Beziehungsqualität, die zum Schmusen keinerlei Grundlage geboten hat. Gerade bei seinem Verhalten im Sommerferienheim, bei dessen Aufenthalt er eine Betreuerin ganz für sich vereinnahmen will, verspielt der Text-James einiges an Sympathiepunkten, indem der Autor die Reflexion über dieses Fehlverhalten nur sehr spärlich beisteuert, den Jungen auch hier das Kriegsvokabular benutzen lässt, ohne dem Leser die tatsächliche innere Bedeutung zu zeigen. Er kann es erahnen. Vermutlich hat er ausreichend Lebenserfahrung, sich den Rest zu denken. Aber sagen tut es der Text nicht. Was der Text sagt ist: „Nichts da! Ich würde sie nicht mit jemandem teilen. Keine Chance den Roten!“ Dem Leser begegnet ein emotional ausgehungertes Kind, das die Grenzen anderer nicht respektieren kann und dessen Gewalteskapaden nur schwer Verständnis entgegengebracht werden kann, wo die Kommunikation über seine Gefühle fehlt. Sein Entschluss zur Berufswahl des Erziehers wird auch für den Leser keineswegs einleuchtend motiviert: „Das war so verrückt, das konnte nur gut sein“. Was der Gedanke in ihm auslöst und weshalb er ihn nicht mehr loslässt, das wäre eine der wichtigsten Erklärungen, die den Text authentisch und reich machen würden und die ich beim Lesen vermisst habe: Was bewegt ihn an dieser verrückten Idee und was verspricht er sich von dieser Zukunftsaussicht, das heißt, was hat er, trotz aller Widrigkeiten, aus seinen bisherigen Erfahrungen mitnehmen können, was hat er bewahren und was auch trotz allem aufbauen können? Insgesamt hat man keine Schwierigkeiten, den Text anzunehmen, das Erzählte als Beschreibung eines Lebenswegs zu lesen und dem Autor bzw. dem James im Text zu seiner erfolgreichen Emanzipation von seinen unglücklichen Lebensumständen zu gratulieren. Literarisch würde ich diesem inhaltlich durchaus wertvollen Text aber einen Feinschliff wünschen, der sich auch in der Orthografie bemerkbar machen dürfte. Die Originalrezension wurde für den Blog Autorenfreiheit. Die Seite für unabhängige Literatur erstellt www.autorenfreiheit.de

    Mehr
  • So viele Emotionen können einen nicht kalt lassen!!!

    Ich sag`s nur dir... Teil 1

    ilonaL

    13. July 2013 um 14:38

    Eine sehr emotionale Autobiographie von James Henry Burson und sie beginnt mit Erinnerungen im Alter von 4 Jahren. Ein Leben, welches so.... eigentlich, gar keines war, sondern nur ein ewiger Kampf! Einer Suche nach etwas..., wie dem Sinn des Lebens, des Überlebens oder nach Liebe! Eine Lebensgeschichte, die einem mitfühlen lässt, die mich gefesselt hat! Absolute FÜNF Sterne und meiner Empfehlung auch den zweiten Teil zu lesen!!!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks