Wie „Creed“, mein erster Roman von James Herbert, begann „Magic Cottage“ ergreifend. Der Erzähler Mike sprach den Leser immer wieder direkt an, was bereits bei dem zunächst eher entspannten Hauskauf mit seiner euphorischen Freundin Midge alles andere als Langeweile entstehen ließ.
Am wichtigsten war natürlich die Atmosphäre des „Hauses auf dem Land“, und um diese zu aufzubauen, nahm sich Herbert Zeit. Mich hatte der Klappentext an Bentley Littles „Furcht“ erinnert – führwahr prägte das Setting eine ähnliche ländliche Idylle, wenngleich der Plot mit ersten Anzeichen des Horrors länger warten ließ.
Dieser kam in Gestalt der Synergisten, Mitglieder einer religiösen Sekte, welche nahe dem Gramarye-Grundstück in einem grauen „Tempel“ wohnten. Anfangs bloß interessante Gesellen, bahnte sich durch Berichte der Dorfbewohner eine ganz andere Seite der ungewöhnlich zuvorkommenden Nachbarn an. (SPOILER) Der Sektenführer versuchte Midge – über kurz per vermeintlichem Kontakt mit ihren verstorbenen Eltern erfolgreich – zu bekehren, gleichzeitig verhielten sich die Anhänger des Synergismus um das „Magic Cottage“ herum äußerst seltsam, beispielsweise schien es ihnen ohne explizite Einladung kaum möglich zu sein, einen Fuß auf das Grundstück zu setzen. Für genau diesen Umstand wurde leider nie eine Erklärung geliefert, abgesehen von der Nervosität der Sektenanhänger eingedenk der von ihnen in jenen Mauern umgebrachten Flora Chaldean. (SPOILER ENDE)
Der Horroraspekt setzte etwa nach einem Drittel der Geschichte ein, blieb sehr subtil, aber eindrücklich. Im Mittelteil war der Roman definitiv über fünfzig Seiten hinweg fünf-Sterne-verdächtig, was mit dem Ende leider ein wenig abgeschwächt wurde.
(SPOILER) Die Synergisten waren der Hauptfokus des Unheils, welchem entgegen Gramarye stand. Vor Mikes und Midges Einzug hatten sich einige Schäden – Schimmel, gar Risse im Mauerwerk – wie magisch regeneriert; dies lief im Showdown jedoch rückwärts und das Haus fiel nun sukzessive zusammen, ehe Mike lernte, die heilende Kraft des Ortes, seine Magie, gegen die dunkle Macht der Synergisten einzusetzen. (SPOILER ENDE) Das war mir einfach ein bisschen zu abgedreht, vielleicht auch abgedroschen.
Mike leuchtete ferner mehrmals direkt Fledermäuse auf dem Dachboden mit einer Taschenlampe an, was diese überhaupt nicht zu stören schien, obgleich jene Tiere künstliches Licht normalerweise verabscheuen.
Fazit: Insgesamt hat mir „Magic Cottage: Das Haus auf dem Land“, vor allem im Mittelteil, noch einmal besser gefallen als „Creed“. Neben der neckischen Charakterdynamik der Protagonisten punktete der Roman mit seiner latenten Horroratmosphäre. Von Herbert plane ich definitiv mehr zu lesen!
Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite 287 steht „indem“ statt „in dem“ bei „[…] fort, hinaus aus diesem dunklen, spitz zulaufenden Raum, indem sich der Duft des Räucherwerks jetzt mehr und mehr in leichten Modergeruch verwandelte“, auf Seite 297 „bestimmte“ statt „bestimmt“ bei „Das Cottage war für jemanden wie dich bestimmte, Midge“ und auf Seite 314 „Wi1“ statt „Wir“.















