James Joyce Dubliner

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Inhaltsangabe zu „Dubliner“ von James Joyce

Es war meine Absicht, ein Kapitel der Sittengeschichte meines Landes zu schreiben, und ich wählte Dublin als Schauplatz, weil mir diese Stadt das Zentrum der Paralyse zu sein schien. (James Joyce)

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  • James Joyce und seine Stimmenspieler

    Dubliner

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:33

    "Und zuallererst lese man die Dubliner. Es ist die einzige Möglichkeit, das Werk eines der größten Schriftsteller zu verstehen.", beurteilt T.S. Elliot das erste Prosawerk des irischen Dichters und Schriftstellers James Joyce. Zweifelsohne gelten die fünfzehn Erzählungen heute als bester Zugang zum Gesamtwerk von Joyce. Zudem verweisen sie thematisch auf seinen "Ulysses", der ursprünglich "nur" als eine weitere Geschichte der "Dubliner" geplant war. Nun kann man sich neben dem geschriebenen Wort auch akustisch an den Schauplatz der Handlung begeben. Denn der Sinus-Verlag hat die erzählte Hassliebe von Joyce zu seiner Heimatstadt Dublin als großartig vertonte, ungekürzte Version auf den Markt gebracht. Obwohl der kleine Verlag aus der Schweiz vor allem für die exzellente Präsentation von historischen Orgeln steht, lässt er auch immer wieder in Sachen "Weltliteratur in Buch und Hörbuch" aufhorchen. Die vorliegende Auflage offenbart unzweifelhaft ein weiteres Kleinod. "Dubliner" stellen in Gänze einen großen Lebenszyklus dar: beginnend in der Kindheit, über die Jugend bis hin zu Alter bzw. diversen Aspekten des öffentlichen Lebens und schlussendlich dem Tod. Dabei legt der große irische Autor seine Handlung in die Welt des kleinen bis mittleren Bürgertums, motivisch geprägt von Versuchen des Aufbruchs. Joyce wirft einen sensiblen Blick auf Gescheiterte und Betrogene, Arbeitslose und Trinker, gelangweilte Angestellte oder bevormundete Töchter. Seine Protagonisten sind zwar voll von Träumen und Ambitionen, doch gelingt es letztendlich keinem, aus seiner Lethargie und Benommenheit auszubrechen. Erstarrt in Konventionen betäuben sie ihre Enttäuschungen zumeist mit gehörigen Mengen Whisky und Bier. Motive der unerreichbaren Liebe und unglückliche Hingebung, männliche Prostitution oder Entehrung sind genauso Gegenstand wie jugendliches Aufbegehren, beruflicher Erfolg, Schriftstellerträume oder Politik und Intrigen. Bereits in diesen frühen Texten offenbart James Joyce einen relativ armen äußeren Handlungsrahmen, der im "Ulysses" später seine Vollendung findet. Dieser tritt zugunsten der sensiblen Innensicht auf seine Figuren in den Hintergrund. Zudem brechen fast alle Erzählungen am Ende relativ abrupt ab und offenbaren ein Gespinst an immer wiederkehrenden, miteinander verflochtenen Motiven (finanzielle Sorgen, Alkohol, die Selbstbestimmung Irlands, Kunst und Selbstverwirklichung, Kirche, Konventionen und gesellschaftliches Auftreten). Joyce experimentiert mit dem Prinzip der Andeutung und der indirekten Mitteilung. Dies alles lässt den Hörer in einer Art Schwebezustand zurück und gestattet ihm eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten. Sein Augenmerk sollte man vor allem auf die erlebte Rede (ein Vorläufer des inneren Monologs) richten, welche die Erzählungen dominieren. Joyce versteht es virtuos, seine Erzählsprache den wechselnden Figuren anzupassen und feinste Nuancen verschiedener Sprechweisen abzubilden. Und dabei kann die Hörbuchfassung ihre Vorteile ausspielen. Denn mit Ulrich Matthes, Eva Mattes, Christian Brückner, Dagmar Manzel, Stefan Kaminski und Gerd Wameling wurden exzellente Sprecher und Meister ihres Fachs gewonnen, die allein schon durch ihre Stimme und Intonation ein Erlebnis darstellen. Alle sechs eröffnen dem Hörer mit ihren unverwechselbaren Timbres und einer Unmenge von Zwischentönen einen ganz neuen, äußerst intensiven Zugang zu dem frühen Werk des Iren. Sie wissen sich in jede Person intensiv hineinzuversetzen und verleihen ihr dadurch einen spezifischen, beinahe physisch fühlbaren Akzent. Allen Sprechern gelingt es wunderbar, Nuancen herausarbeiten, die sich beim stillen Lesen oft gar nicht erschlossen hätten. Fazit: Wem der Ulysses zu gewichtig, zu schwierig oder zu überladen erscheint, dem sei hiermit empfohlen, die Kurzgeschichten von James Joyces zu hören und gleichzeitig mit oder nachzulesen, denn alle Erzählungen liegen gleichfalls in gedruckter Form als Booklet bei. Ein kurzer Abriss der Lebensdaten von James Joyce, ein Essay von Fritz Senn und ien historischer Stadtplan von Dublin ergänzen diesen wunderbaren, akustisch sehr gelungenen Einstieg in das frühe Meisterwerk des irischen Autors.

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