James L. Burke Im Schatten der Mangroven

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(3)
(3)
(0)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Im Schatten der Mangroven“ von James L. Burke

Nicht sein bestes Buch, aber immer noch ein sehr gutes!

— MSteinhausen
MSteinhausen

Nicht das stärkste Buch von Burke - aber immer noch ein sehr gutes!

— LinusGeschke
LinusGeschke

Stöbern in Krimi & Thriller

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Vorher von vielen negativen Kritiken beeinflusst, hat mich das Buch dann doch positiv überrascht!

_hellomybook_

Die Bestimmung des Bösen

Gelungenes Thrillerdebut der Biologin Julia Corbin. Die Kommissarin Alexis Hall erlebt bei ihrem ersten Fall, den sie leitet einen Albtraum.

makama

Death Call - Er bringt den Tod

Chris Carter überflügelt sich selber...er wird immer besser!Hier wieder ein Thriller der Weltklasse!Unbedingt lesen !

Igela

Harte Landung

Messerscharfe Beobachtungen und eine einzigartige Ermittlerin! Der Krimi hat richtig Spaß gemacht

StSchWHV

Die Fährte des Wolfes

Brutal und blutig, aber spannend zu lesen

Goch9

Kein guter Ort (Arne Eriksen ermittelt)

Knüpft perfekt an die Vorgänger an und ist wieder super atmosphärisch

Glanzleistung

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Südstaatenatmosphäre

    Im Schatten der Mangroven
    MSteinhausen

    MSteinhausen

    21. August 2015 um 10:24

    Vorab: James Lee Burke ist ein richtig großer Schreiber! Mir zumindest fällt kein anderer Autor ein, der Lousiana so zum Leben erweckt: Die Schwüle des Tages, die Sümpfe, die Mangroven, das "Cajun-Feeling"...wer also mal vorhat, dort Urlaub zu machen, kann Burkes Bücher um Detectiv Dave Robicheaux auch gut als Reiseführer verwenden :-) In diesem Fall geht es um ein Skelett, welches in den Sümpfen gefunden wird und um den Schauspieler Elrod Sykes, der Robicheaux aufsucht, um ihm von seinen Visionen mitzuteilen. Am Anfang nimmt der Detective diesen nicht für voll und erst, als ein weiterer Mord passiert und auch Robicheaux beginnt, von längst vergangenen Südstaaten-Armeen zu träumen, wird die Sache ernst. Was in der Zusammenfassung vielleicht abgedreht klingt, ist in Wirklichkeit ein grundsolider und klassischer Thriller, der Spannung mit einer bildgewaltigen Sprache verbindet. Ich zumindest bin totaler Burke-Fan geworden - daran ändern auch die Rechtschreibfehler nichts, die es in dieser Anzahl in einem Verlagsbuch eigentlich nicht geben dürfte. Kleiner Tipp: Wer sich auf James Lee Burkes Protagonisten Dave Robicheaux einlassen will, muss nicht zwingend mit dem ersten Band anfangen, da die Bücher auch für sich alleine verständlich sind. Besser ist es dennoch: So lernt man die immer wiederkehrenden Figuren wie seinen Ex-Partner aus alten New Orleans-Tagen einfach besser kennen....

    Mehr
  • Burke bleibt die unerreichte Referenz

    Im Schatten der Mangroven
    Stefan83

    Stefan83

    07. October 2011 um 10:01

    Es ist schon beinahe unheimlich, aber auch im sechsten Band der Reihe um den Vietnam-Veteran und Ex-Cop der Mordkommission von New Orleans, Dave Robicheaux, hält sein Schöpfer, der amerikanische Bestseller-Autor (in diesem Zusammenhang steht diese unsägliche Bezeichnung tatsächlich mal für Qualität) James Lee Burke, das bemerkenswerte Niveau der Vorgänger. Und es ist angesichts seiner konkurrenzlosen Klasse einmal mehr unverständlich, warum sich die deutschen Leser weiterhin mit antiquarischen Buchexemplaren rumschlagen müssen und kein Verlag hierzulande sein Programm mit Burkes Werken bereichert. Vielleicht liegt es daran, dass sie für das heutige Mainstream-Publikum einfach zu literarisch sind, denn der Schriftsteller aus dem heißen Süden der USA ist Autoren wie Richard Ford oder William Faulkner in seinem Stil zu Schreiben wesentlich näher als anderen Vertretern des Hardboiled-Genres. Eben diesen Stil haben viele zu kopieren versucht, wobei es in den meisten Fällen bei Versuchen geblieben ist. Burke bleibt, auch in Punkto Konstanz, eine (bisher) unerreichte Referenz, an der sich andere zu messen haben. Kurz zur Geschichte: In den Atchafalaya-Sümpfen ist ein Jahrzehnte altes Skelett aufgetaucht. Das jedenfalls behauptet der große Filmstar Elrod Sykes, der eine Rolle in einem Bürgerkriegsepos verkörpert, welches in New Iberia gedreht werden soll. Detective Dave Robicheaux aus dem örtlichen Sheriff Department schenkt der Geschichte zunächst keinerlei Beachtung, zumal Sykes, der für seine Trunksucht bekannt ist, es mit der Wahrheit möglicherweise nicht so genau nimmt. Doch irgendwann gerät Robicheaux dann doch ins Grübeln: Vor 35 Jahren nämlich war er in den Sümpfen zufälliger Zeuge eines kaltblütigen Mordes an einem Schwarzen. Der Mörder allerdings ist nie gefasst worden, und auch die Leiche konnte nie gefunden werden. Robicheaux entschließt sich, den alten Fall noch einmal aufzurollen. Sehr bald zeigt sich, dass die Vergangenheit ein dunkles Geheimnis für ihn bereithält, und seine Spur führt ihn direkt zu dem Produzenten des Bürgerkrieg-Films - ein alter Schulfreund, der leider eng mit dem Mob aus New Orleans in Verbindung steht. Als dann auch noch die FBI-Agentin Rosie Gomez auf der Bildfläche auftaucht, die der Fährte eines lang gesuchten Frauenmörders folgt, wird aus den anfänglich ruhigen Nachforschungen ein brisantes Spiel um Leben und Tod ... „Im Schatten der Mangroven“ führt uns erneut zurück in die feuchtschwülen Sümpfe Louisianas, wo die Wunden des Sezessionskriegs noch immer nässen und das Ende der Rassentrennung lediglich auf dem Papier seine Gültigkeit hat. Armut, Alkohol, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sind der perfekte Nährboden für den stets unterschwellig vorhandenen Hass, der sich immer wieder in Gewalt entlädt und nur selten von der Justiz bestraft wird. In den hunderten von Kanälen, Tümpeln und Mangrovenwäldern geschehen Verbrechen in völliger Anonymität. Die Polizei, sofern nicht selbst geschmiert oder sogar mit beteiligt, steht zumeist auf verlorenem Posten. Es ist ein hoffnungsloses Szenario, das Burke hier schildert und welches den Leser hart in die Magengrube trifft. Nicht unbedingt wegen der Brutalität, die der Autor eher wohldosiert einsetzt, sondern aufgrund des engen Bezugs zur Realität. Burke hat es nicht nötig die hervorragend geplottete Handlung mit Superlativen aufzublähen oder Hollywood-reifen Wendungen zu versehen. Stattdessen zeigt er uns ein Spiegelbild der Wirklichkeit – mit all seinen Schatten und Abgründen. Noch mehr als in den anderen Bänden besticht „Im Schatten der Mangroven“ durch einen melancholischen Ton, der direkt ans Herz geht und jedes Wort, jede Silbe, für den Leser wertvoll macht. Allerdings nur, wenn dieser diesen Wert zu schätzen weiß und nicht in der Hoffnung auf schnellen Thrill die Zeilen durcheilt. Burkes Werk widersetzt sich solchem Page-Turning, setzt eine gewisse Geduld und Einfühlsamkeit voraus. Wie schon im Vorgänger, so kommt auch „Im Schatten der Mangroven“ erzähltechnisch wieder nur langsam in Gang. Im Gegensatz zu „Weißes Leuchten“ erlaubt sich Burke diesmal jedoch keine ausschweifenden Passagen. Hier sitzt wieder jeder Satz am richtigen Platz, füllen lebensechte Figuren (Julie „Baby Feet“ Balboni ist ein echtes Highlight) einen rückständigen Süden, dem man schon nach wenigen Seiten zu fühlen und zu schmecken meint. Getragen wird das Ganze erneut von Dave Robicheaux, der den Typus „Einsamer Wolf“ wie kein Zweiter verkörpert und in seinem Revier keinen Ärger duldet, obwohl ihn dieser immer wieder zu suchen scheint. Wo andere Autoren allerdings hier immer wieder das Schema F bemühen, glänzt Burke mit unwiderstehlicher Vielseitigkeit. Robicheaux ist glaubhaft bis ins noch so kleinste Detail. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass eine große Portion Burke in der Figur steckt. Von der Alkoholkrankheit bis hin zum Namen der Tochter (Alafair) – viel aus der Biographie des Autors hat den Weg in die Welt von Robicheaux gefunden. Letzterer ist weit entfernt vom üblichen coolen Held des Hardboiled-Genres. Auch wenn die Frauen zweifellos auf ihn fliegen, gilt seine Treue seiner schwerkranken Frau. Selbst der verbitterte Zynismus ist nur eine nach außen gekehrte Maske, unter der sich ein gerechtigkeitsliebender Idealist verbirgt, der die Hoffnung auf Besserung noch nicht aufgegeben hat. Umso berührender das Ende dieses Romans, das äußerst düster geraten ist und mir den Atem hat stocken lassen. Überhaupt war „Im Schatten der Mangroven“ wieder eins dieser Bücher, das lange nachgewirkt hat. Manche Bilder wurde ich während und nach der Lektüre nicht mehr los. Zwischenzeitlich musste ich gar eine Pause machen, um das Ganze sacken zu lassen. Das es James Lee Burke trotz all der erzählerischen Tiefe und dem kritischen Unterton dann aber immer noch schafft, die Handlung spannungstechnisch bis zum Finale in die Höhe kreisen zu lassen, macht für mich die Besonderheit dieses Autors aus. Da verzeihe ich ihm sogar die Abwesenheit von Cletus Purcel oder seine Ausflüge in die Traumwelt, die mich ein wenig an John Connolly erinnert haben und innerhalb der Geschichte, trotz logischer Erklärung, irgendwie fehlt am Platz wirkten. Insgesamt ist „Im Schatten der Mangroven“ wieder ein großartiger Wurf, mit dem James Lee Burke seinen Status als mein Lieblingsautor in diesem Genre zementiert und der allen Freunden härterer und doch realistischer Kriminalromane nur wärmstens empfohlen werden kann. Schade, dass die durchaus gut besetzte Verfilmung (u.a. Tommy Lee Jones als Dave Robicheaux) das Niveau der literarischen Vorlage nicht ganz erreicht. Ein buchgetreuere Umsetzung hätte vielleicht zu mehr Erfolg und damit zu wieder lieferbaren Burkes im deutschsprachigen Raum geführt.

    Mehr