Blut in den Bayous

von James Lee Burke 
4,4 Sterne bei17 Bewertungen
Blut in den Bayous
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

BerniGunthers avatar

Burke erzählt grandios, düster, beklemmend. Dave Robicheaux ist ein einsamer Rächer und nicht nur er lässt die Bayous in Blut versinken.

Gulans avatar

Dave Robichaeux' zweiter Auftritt: Gewohnt starker Krimi mit dem üblen Sound von Burke.

Alle 17 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Blut in den Bayous"

Nach seinem Abschied von der Mordkommission in New Orleans hat sich Dave Robicheaux in das Mississippi-Delta zurückgezogen und einen Bootsverleih eröffnet. Eines Tages stürzt ein Flugzeug vor seinen Augen in die Bayous. In letzter Sekunde kann er ein kleines Mädchen retten, für die anderen kommt jede Hilfe zu spät. An Bord waren Flüchtlinge aus El Salvador, die dem Bürgerkrieg und der Bandenkriminalität ihrer Heimat entkommen wollten. Als die Behörden eine falsche Opferzahl veröffentlichen und Robicheaux unter Druck setzen, ist für ihn klar, dass an der Sache etwas faul ist. Was will die Polizei hier vertuschen? Robicheaux ermittelt auf eigene Faust und sticht dabei in ein Wespennest.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783865325631
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:440 Seiten
Verlag:Pendragon
Erscheinungsdatum:10.10.2016

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne9
  • 4 Sterne5
  • 3 Sterne3
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Haverss avatar
    Haversvor 2 Jahren
    Oh, some sweet day gonna take away this hurtin' inside

    1991 bereits in der deutschen Übersetzung unter dem Titel „Mississippi Delta – Blut in den Bayous“ erschienen und 1996 filmisch mit Alec Baldwin in Szene gesetzt, liegt nun, dem Pendragon Verlag sei Dank,  in einer überarbeiteten Fassung als „Blut in den Bayous“, zweiter Band der Dave Robicheaux-Reihe vor.

    New Orleans und die Mordkommission sind Geschichte, mittlerweile betreiben Robicheaux und seine   Frau mit einem Helfer einen Angelshop samt Bootsverleih in Louisianas Süden. Und so lebten sie froh und glücklich bis ans Ende ihrer Tage? Mitnichten, denn spätestens als sie Zeuge eines Flugzeugabsturzes werden und Robicheaux die einzige Überlebende, ein kleines Mädchen, aus dem Wasser zieht, kann man bereits ahnen, dass dieses Ereignis unerwartete Wendungen nach sich ziehen wird. Und so kommt es auch.  Er erfährt, dass es sich bei den anderen Toten um salvadorianische Flüchtlinge handelt, deren Zahl aber von den Behörden nicht korrekt angegeben wird, was wiederum sein Misstrauen weckt. Wer kann ein Interesse an dieser Manipulation haben? Und warum?

    Es ist nicht vorrangig dieses Wer und Warum, Burke lässt uns vielmehr hinschaue und zeigt, wie diese Ereignisse Verhalten und Leben des Protagonisten formen. Wie beispielsweise das Mädchen, das er gerettet hat, das er beschützt und für das er sich fortan so verantwortlich fühlt, dass er es adoptiert. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, denn im Gegenzug bewahrt ihn dieses Kind davor, sich endgültig dem Suff zu ergeben. Aber die Alkoholabhängigkeit ist nur eines der Probleme, mit denen Robicheaux  zu kämpfen hat. Es sind die Erinnerungen, die ihn verfolgen. Ihn, das verlassene Kind, das der verlorenen Kindheit hinterher trauert, aber auch den jungen Mann, den seine Kriegserlebnisse in Vietnam noch immer quälen. Diese Traumata beschreibt der Autor glaubhaft und ohne Schönfärberei und gewährt uns so einen Blick in Vergangenheit und Gegenwart eines Getriebene, eines Mannes, dessen moralische Integrität immer wieder dann in Frage gestellt wird, wenn er sich mit den dunklen Seiten der menschlichen Existenz konfrontiert sieht.

    Sprachlich wie immer vom Feinsten, mit geschliffenen Dialogen, immer auf den Punkt. Und wie in allen Romanen James Lee Burkes, natürlich auch in „Blut in den Bayous“, die grandiosen Landschaftsbeschreibungen des amerikanischen Südens, sodass man sich während der Lektüre in die Sumpflandschaft Louisianas versetzt fühlt, die dampfende Luft auf der Haut, die Gerüche der Bayous in der Nase, den Swamp-Blues im Herzen und den Rhythmus des Zydeco in den Beinen spürt. Heimat von James Lee Burke und seinem Alter Ego Dave Robicheaux.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 7 Jahren
    Born in the Bayou

    Hardboiled.

    Eine Genrebezeichnung mit der heutzutage immer mehr Schindluder betrieben wird und welche in den seltensten Fällen auf die damit bezeichneten Bücher zutrifft. Nur wenige schreiben sowohl stilistisch als auch thematisch noch im Stile der Begründer Raymond Chandler und Dashiel Hammett, und James Lee Burke, renommierter amerikanischer Kriminalautor, ist einer davon. Umso ärgerlicher also, dass seine Werke vom deutschen Buchmarkt inzwischen völlig verschwunden sind und auch die neueren Titel von ihm nicht mehr übersetzt werden. Was uns Lesern in Deutschland damit entgeht, zeigt sich einmal mehr anhand des zweiten Teils der Reihe um Dave Robicheaux, "Mississippi Delta - Blut in den Bayous".

    Der ehemalige Ermittler von der Mordkommission in New Orleans hat sich nach seinem Abschied vom Dienst gemeinsam mit seiner Frau Annie in das Delta des Mississippi verzogen und dort einen Bootsverleih aufgemacht. Seine gewaltreiche Vergangenheit scheint wie sein Alkoholproblem hinter ihm zu liegen, die Zukunft ebenso rosig auszusehen, wie die Sonnenaufgänge über dem Bayou. Bis ein Flugzeugabsturz der Idylle ein Ende macht. Robicheaux, der den Aufprall während des Krabbenfischens beobachtet und ein kleines Mädchen aus dem sinkenden Wrack gerettet hatte, sieht sich plötzlich von der Gewalt eingeholt. Das Mädchen, auf den Namen Alafair getauft, ist eine illegale Einwanderin aus El Salvador und auch die anderen Besatzungsmitglieder haben eine mehr als schillernde Vergangenheit. Während die Einwanderungsbehörde Druck auf Dave ausübt und im offiziellen Bericht die Zahl der Opfer fälscht, droht nun auch noch Gefahr von anderer Seite. Einer der Toten hatte als Muli für den Rauschgiftbaron Bubba Roque gearbeitet. Dave, der von zwei Schlägern "dezent" darauf hingewiesen wird, sich herauszuhalten, verfällt in alte Muster und stellt auf eigene Faust Ermittlung an. Und sticht damit in ein kugelreiches Wespennest...

    Spätestens nach der Lektüre dieses Buchs genießt James Lee Burke jetzt auch bei mir absoluten Kult-Status. Man kann einfach nicht anders als beeindruckt zu sein, wenn uns der Autor, selbst in den Bayous aufgewachsen, farbenreich und beinahe poetisch schön eine Landschaft malt, die man selbst zu sehen, zu schmecken und zu fühlen glaubt. Diese Intensität, diese Eindringlichkeit bezüglich der Wahrnehmung der Umgebung und der Figuren ist meisterhaft und durchsetzt von einer Tiefgründigkeit, welche man bei der Konkurrenz vergeblichen suchen wird. Dave Robicheaux ist weit entfernt von all den anderen schablonenhaften, stereotypen Figuren, die mittlerweile die Kriminalliteraturwelt bevölkern. Wenn er leidet, säuft, abstürzt, verzweifelt und kaputt zu brechen droht, sind wir direkt an seiner Seite, unfähig uns in irgendeiner Art davon zu distanzieren, derart aufwühlend sind Burkes Worte. Das der Autor dabei wohl streckenweise auch seine eigene Autobiographie mit einbringt, schimmert zwischendurch immer wieder durch.

    Das allein würde genügen, um das Buch über die Masse zu erheben, aber auch der Krimiplot selbst hat es in sich. Spannend, mit stets bedrohlicher Atmosphäre durchsetzt, zieht er in den Bann, sich immer wieder in actionreichen Szenen entladend, durch die man sich selbst mitten im Geschehen glaubt. Am Ende, das mir persönlich etwas zu abrupt gekommen ist, bleibt schließlich nur eins: Der Hunger auf den nächsten Dave Robicheaux.

    Insgesamt ist "Mississippi Delta - Blut in den Bayous" ein grandioser Hardboiled-Krimi aus den heißen Sümpfen Louisianas, an dem Freunde dieses Genres einfach nicht vorbeikommen. Die stark vom Buch abweichende Verfilmung kann da leider in keinster Weise mithalten.

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    BerniGunthers avatar
    BerniGunthervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Burke erzählt grandios, düster, beklemmend. Dave Robicheaux ist ein einsamer Rächer und nicht nur er lässt die Bayous in Blut versinken.
    Kommentieren0
    Gulans avatar
    Gulanvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Dave Robichaeux' zweiter Auftritt: Gewohnt starker Krimi mit dem üblen Sound von Burke.
    Kommentieren0
    Pashtun Valley Leader Commanders avatar
    Pashtun Valley Leader Commandervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: alle frauen mit denen robicheaux etwas anfängt kommen gewaltsam zu tode.,,, schuld ist die nicht hetera seines bekannten bubba.....
    Kommentieren0
    Cybele75s avatar
    Cybele75
    Cybele75s avatar
    Cybele75
    Cybele75s avatar
    Cybele75
    Cybele75s avatar
    Cybele75
    bahes avatar
    bahe

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks