Im Dunkel des Deltas

von James Lee Burke 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Im Dunkel des Deltas
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Inhaltsangabe zu "Im Dunkel des Deltas"

James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde Ende der 1960er Jahre als neue Stimme aus den Südstaaten gefeiert. Mitte der 1980er Jahre begann er Kriminalromane zu schreiben, in denen er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit starken Geschichten verbindet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783865326034
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Pendragon
Erscheinungsdatum:05.06.2018

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 3 Monaten
    Der König des Krimis: James Lee Burke

    Der Anfang: »Die Familie Giacano hatte sich bereits zu Zeiten der Prohibition sämtliche schwarzen Geschäfte in den Bezirken Orleans und Jefferson unter den Nagel gerissen. Freibrief und Genehmigung kamen natürlich von der Kommission in Chicago, und kein anderer Familienclan traute sich jemals, in ihr Revier einzudringen. Seither waren Prostitution, Hehlerei, Geldwäsche, Glückspiel, Kreditwucher, Arbeitsvermittlung, Drogenhandel und sogar das Wildern in Südlouisiana ihre ureigene Domäne.«

    Nennen Sie Ihre*n Lieblings - Krimischriftsteller*in. Meine Antwort: James Lee Burke. Und für mich ist dieser Band um Cop Dave Robicheaux der Beste dieser Serie. Wie immer dabei Kumpel Clete Purcel, die Tochter Alafair, seine Frau Bootsie und Batist, der im Köderladen der beiden sitzt. Die Stadt New Orleans in der Schwüle des Südens, Regenschwaden überziehen den in malerisches Licht getauchten Bayou. Plötzlich taucht Sonny Boy Marsallus wieder in der Gegend auf, gibt Robicheaux sein Notizbuch in Verwahrung. Die beiden verbindet eine sentimentale Beziehung, Sonny lebt den »Ehrenkodex des Mob«, ist von Robicheaux auf seine Weise geachtet. Bertha Fontenors wohnt in New Iberia, sie kommt zu Robicheaux, bittet um Hilfe. Ein tiefer Graben des Misstrauens trennt die weiße und die schwarze Bevölkerung, doch die Farbige vertraut dem Detecitv mehr als einem Anwalt. Sie behauptet, das Land und das Haus, in dem sie wohne, gehöre ihrer Familie seit ewigen Zeiten, sie habe nur keine Papiere das zu beweisen. Robicheaux ist Polizist, er ist für Straftaten zuständig, nicht für Rechtsstreitigkeiten. Er schickt sie weg. Aber es lässt ihn nicht unberührt, dass man die Familie vom Land jagen will. Nur wer? Und warum kauft eine Immobilienfirma in dieser gottverlassenen Gegend Grundstücke auf?

    »Doch als sie wegging, herrschte hinter ihr einen Moment lang Stille, ein Schweigen, das ihr förmlich in den Ohren dröhnte. Dann ertönte eine tiefe Männerstimme, und sie hatte das Gefühl, als zögen sich ihre Rückenmuskeln zusammen und verkrampften sich unter dem Kleid, so als übten diese derben unmissverständlichen Worte eine Macht aus, die sie sowohl körperlich als auch seelisch schrumpfen ließ.«

    Gewalt ist in New Orleans an der Tagesordnung, physische Gewalt, verbale Gewalt, manche Typen strahlen bereits mit ihrer Anwesenheit Gewalt aus. Robicheaux hat genug mit sich selbst zu tun, was gehen ihn die Belange anderer an. Aber er wäre nicht Robicheaux, wenn er sich nicht immer wieder überreden ließe, ein wenig nachzuforschen. Kumpel Clete zieht Ärger an, immer ein wenig zu frech, zu aggressiv … Und dann läuft ein Gerücht die Runde: In bestimmten Kreisen hat man auf Robicheaux ein Kopfgeld ausgesetzt, seine Familie ist in Gefahr.

    »Der Abendhimmel war hellblau, von rosa gekräuselten Wolken durchzogen, und vom See her ging ein leichter Wind, mild und salzhaltig, nach Kaffee und Rosen duftend, mit einem trockenen versengten Ozongeruch durchsetzt, wenn die Oberleitung der Straßenbahn knisternd Funken warf.«

    New Orleans, ein Ort der feucht-warme Schwüle des amerikanischen Südens, wo Menschen unterschiedlichster Länder und Rassen zusammenwohnen, sich zusammentun, sich gegenseitig bekämpfen, der Ort, an dem im letzten Jahrhundert ein erbarmungsloser Drogenhandel stattfand, ein Ort des Verbrechens, der Kartelle, ein guter Ort für korrupte Bullen. Aber die Bayous sind auch ein Ort der Stille, der Landschaft des Mississippidelta, Mangrovenwälder, Sumpf, Fischfang, Austern, Shrimps, Bootstouren. Robicheaux sucht die Stille auf seinem Boot, die Geborgenheit seiner Familie, den Ausgleich zu seiner Arbeit, bei der er mit übelsten Verbrechen konfrontiert wird. Doch diese Idylle bekommt einen Riss. Und Robicheaux ist keiner, der kuscht.

    »Es dämmerte bereits an diesem Abend, als Clete Purcels rostzerfressender Caddy, dessen schimmliges und zerfleddertes Verdeck krumm und schief zurückgeklappt war, in die Auffahrt getuckert kam und abstarb wie ein krankes Tier.«

    James Lee Burke gehört zu den mächtigsten Epikern der amerikanischen Literatur. Es gibt eine Menge guter Romane, die das Leben im Mississippidelta beschreiben. Aber niemand ist so wortgewaltig wie Burke, wenn er den Leser auf allen Sinnen anspricht, die Stimmungen der Bayous, nebelverhangene Mangroven und der Atlantikküste beschreibt. Der Ausgleich in der Natur spendet Ruhe, Meditation, Erdung. Liest man Burke, schielt man immer ein wenig hoch zu den deutschen Dichtern, die ihm anscheinend beim Schreiben die Hand auf die Schulter legen. James Lee Burke, ist 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der Sechzigerjahre von der amerikanischen Literaturkritik als neue Stimme aus dem Süden gefeiert, ehe er sich Mitte der Achtzigerjahre dem Kriminalroman zuwandte. Dieser Krimi erschien 1995 unter dem Titel »Burning Angels«.

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