James Lee Burke Mississippi Jam

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Inhaltsangabe zu „Mississippi Jam“ von James Lee Burke

Vor der Küste Louisianas sinkt ein U-Boot der Nazis. Jahrzehnte später erhält Dave Robicheaux von Hippo Bimstine den Auftrag, die Lage des Schiffes auf dem Meeresgrund zu lokalisieren. Der Geschäftsmann will das U-Boot bergen und daraus ein Casino als Touristenattraktion machen. Dave verspürt wenig Lust auf den Job, aber er braucht das Geld, um seinem Freund Batist zu helfen, der wegen Mordverdachts verhaftet wurde. Doch Bimstine ist nicht der Einzige, der sich für das U-Boot interessiert. Ein Mann namens Buchalter will es um jeden Preis. Schnell muss Robicheaux erkennen, dass dieser nicht nur ein übler Rassist, sondern auch ein gefährlicher Psychopath ist, der vor nichts zurückschreckt. Auch nicht davor, Daves Familie zu terrorisieren. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen.

Düster,extrem brutal aber auch spannend mit einem guten Protagonisten.

— Alanda_Vera
Alanda_Vera

Ein gesunkenes Nazi-U-Boot, ein Serienkiller im Drogenmilieu, Gangsterclans und ein irrer Rassist und Psychopath. Wieder ein starker Burke.

— Gulan
Gulan

Knallhartes Lesefutter für alle, die den Nervenkitzel mögen.

— detlef_knut
detlef_knut

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  • Neonazis in Louisiana.

    Mississippi Jam
    Gulan

    Gulan

    16. June 2016 um 17:53

    Doch der Prediger hatte auf der Schotterstraße in der Nähe meines Hauses etwas zu mir gesagt, das mich nicht mehr losließ, das am Rande meines Bewusstseins lauerte wie ein kariöser Zahn, der dumpf pochte, während man schlief. Was, wenn wir es statt mit einem konkreten Verbrechen tatsächlich mit Menschen oder Mächten zu tun hätten, die eine Situation herbeiführen wollten, die es erlauben würde, politische Kriminalität, Tyrannei maskiert als Recht und Ordnung, als Daseinsform zu etablieren? War das so schwer vorstellbar? Alle dazu erforderlichen Voraussetzungen waren bereits vorhanden. (S. 407) In New Orleans treibt ein Killer in der Drogendealerszene sein Unwesen. Unglücklicherweise gerät Dave Robicheaux' Freund Batist ins Visier der Ermittler. Um die Kaution für Batist bezahlen zu können, lässt sich Dave Robicheaux vom Geschäftsmann Hippo Bimstine engagieren, um vor der Küste Louisianas ein im Zweiten Weltkrieg gesunkenes deutsches U-Boot zu finden. Doch das Nazi-U-Boot ruft noch weitere Gestalten auf den Plan. Der Psychopath Buchalter hegt großes Interesse und beginnt, Robicheaux' Familie zu terrorisieren. James Lee Burkes legendärer Protagonist Dave Robicheaux bekommt es in diesem knallharten Krimi mit üblen Neonazis, korrupten Polizisten, irren Gangsterclans und weiteren merkwürdigen Gestalten zu tun. Robicheaux und sein bester Kumpel Cletus Purcel waren früher ein Team im New Orleans Police Department. Inzwischen ist der trockene Alkoholiker Robicheaux Polizist in New Iberia vor den Toren New Orleans, Purcel ein Privatschnüffler. Dennoch haben beide noch so ihre alten Kämpfe in New Orleans auszutragen, sowohl im Gangstermilieu als auch bei den ehemaligen Kollegen. Dabei ist Robicheaux zwar auch nicht zimperlich, aber Purcel ist ein echter Heißsporn. Ihr Gegner dieses Mal ist aber äußerst gefährlich und gewissenlos. Will Buchalter ist ein übler Rassist und Neonazi, gleichzeitig ein gerissener Psychopath, der sich bewusst Robicheaux' Frau Bootsie als dessen Schwachpunkt aussucht. Aber mein Zynismus war billig, geboren aus der gleichen Machtlosigkeit gegenüber dem Bösen, die den Sheriff dazu veranlasst hatte, mir seinen typisch urban-amerikanischen Fleischzerleger der Firma Colt Industries zum Geschenk zu machen. (S.324-325) Der Roman spielt in einer Atmosphäre von Rassismus und roher Gewalt. Wie bei Burke üblich entwickelt sich ein harter und komplexer Plot mit einigen großartigen Einzelszenen und einer starken Beschreibung der Atmosphäre in der schwülen Hitze im Süden Louisianas. Ebenfalls ein wiederkehrendes Element ist, wie schon im ersten neu erschienenen Robicheaux-Krimi „Sturm über New Orleans“ aus dem letzten Jahr, die Bedrohung von Robicheaux' Familie durch einen Psychopathen. Will Buchalter hat dabei aber erheblich mehr Format als Ronald Bledsoe. „Mississippi Jam“ ist der siebte Roman der Robicheaux-Reihe, erschien im Original 1994, wurde aber bislang nicht ins Deutsche übersetzt. Der Pendragon Verlag will die Reihe fortsetzen, hat sich aber für den nächsten Band keines der unübersetzten Werke ausgesucht, sondern bringt im Juli den seit langem vergriffenen Auftakt der Reihe, „Neonregen“, heraus. Das ist für Fans, und zu denen muss ich mich inzwischen auch zählen, Pflichtprogramm. Bis dahin ist der vorliegende Roman aber mehr als nur ein Lückenfüller. „Mississippi Jam“ bietet die von Burke gewohnt gute Krimiunterhaltung mit interessanten, teilweise exzentrischen Charakteren, harten und actionreichen Szenen und starken Dialogen.

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  • Knallhartes Lesefutter für alle, die den Nervenkitzel mögen.

    Mississippi Jam
    detlef_knut

    detlef_knut

    14. April 2016 um 19:51

    Dave Robicheaux ist Cop im Iberia Parish Sheriff’s Department von New Iberia in Louisiana. Neben diesem Job betreibt er einen kleinen Boots- und Angelverleih. Als passionierter Taucher bekommt er den Auftrag, nach einem deutschen U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen. Sein Auftraggeber, ein Jude namens Hippo Bimstein, möchte das Boot bergen und daraus ein Casino machen. Dave hat eigentlich keinen Bock auf diesen Auftrag und gibt Hippo einen Korb. Doch da wird plötzlich sein Angestellter Batist festgenommen von einem Polizeikollegen aus dem NOPD, mit dem Dave noch eine Rechnung offen hat. Dave Robicheaux fühlt sich verantwortlich für Batist, will ihn auf Kaution herausholen und einen Anwalt stellen. Dafür braucht er Geld. Also nimmt er doch den Tauchauftrag an. - Doch so einfach geht das nicht. Denn ein weiterer Ganove betritt die Bühne und verdoppelt das Angebot betreffend die Suche nach dem U-Boot. Außerdem soll Dave damit den ersten Auftraggeber fallen lassen, weil das ein Jude sei. Drehte sich bislang alles um sein Hobby und Freizeitvergnügen wird es mit dem Auftauchen von Leichen zunehmend dienstlicher für Dave.  Burke schreibt knallharte Krimis mit umfassend gezeichneten Figuren und detailgetreuen Milieustudien. In winzigen Anmerkungen versteht er es, die Gesellschaft im Louisiana der letzten Jahre mit allen ihren Ressentiments und Widersprüchlichkeiten abzubilden. Obwohl schwarze und weiße Amerikaner heute schon nebenher leben, wird der Rassismus immer wieder deutlich. Das bekommt z. B. der Protagonist, ein Weißer, dadurch zu spüren, weil er mit einer Schwarzen verheiratet ist und er Schwarze beschäftigt. Die Frauenfeindlichkeit und das Machogehabe der Männer hat auch etwas mit der Hautfarbe zu tun. Der Protagonist Robicheaux, den Burke für diese Reihe entwickelt hat, ist eine ungewöhnliche Krimifigur, nicht nur wegen des damaligen Alkoholproblems. Robicheaux verwirklicht seine eigenen Ansichten von recht und Gesetz. Unterstützt wird er dabei von seinem Freund Clete Purcel, der immer gut genug für eine Leiche im eigenen Keller ist, und von seiner Familie. Mit dieser Figur ist James Lee Burke sehr gut beim Pendragon Verlag aufgehoben, denn auch der Ermittler Jessse Stone von dem Schriftsteller Robert B. Parker, dessen Romane dort erscheinen, hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Dave Robicheaux.  Die Feingliedrigkeit von Robicheauxs Ansichten lassen ihn sympathisch werden, auch wenn er als knallharter Typ nicht davor zurückschreckt, einen Verbrecher abzuknallen.  Meine Empfehlung: höchst lesenswert! Nicht zuletzt wegen der sehr gut stimmigen Übersetzung von Jürgen Bürger. Danke an den Pendragon für die Herausgabe dieser deutschen Erstausgabe. Knallhartes Lesefutter für alle, die den Nervenkitzel mögen. © Detlef Knut, Düsseldorf 2016

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  • Ein neuer alter Robicheaux

    Mississippi Jam
    Havers

    Havers

    07. April 2016 um 06:01

    „Mississippi Jam“ (Original: Dixie City Jam, 1994), eines der früheren Bücher aus der mittlerweile zwanzigbändigen Robicheaux-Reihe des Südstaaten-Autors James Lee Burke. In der Übersetzung von Jürgen Bürger. Erschienen bei Pendragon. Was hat ein gesunkenes U-Boot der Nazis vor der Küste Louisianas zu suchen? Warum haben plötzlich dubiose Geschäftemacher Interesse an dem Wrack? Und vor allem, was hat Dave Robicheaux damit zu schaffen? Ganz einfach - einer der Interessenten ist Hippo Bimstine, und dieser plant, das U-Boot an Land schaffen zu lassen und dann zu einem Casino umzubauen. Und dafür braucht er Robicheaux, denn der soll ihm helfen, die genaue Lage des Wracks zu bestimmen, hat er es doch vor vielen Jahren beim Tauchen entdeckt. Daves Begeisterung für diesen Auftrag hält sich in Grenzen, und wäre da nicht sein alter Kumpel Batist, würde er Bimstine mit Sicherheit die kalte Schulter zeigen. Aber was tut man nicht alles für Freunde? Es ist eine Menge Geld, die Bimstine Robicheaux für seine Dienste anbietet, und da Batist wegen Mordes in U-Haft sitzt und Bares für Anwalt und Kaution benötigt, stimmt er zähneknirschend zu. Doch dann taucht ein weiterer Interessent auf, der alles daran setzt, an Robicheauxs Informationen zu kommen, und deshalb auch nicht davor zurückschreckt, dessen Ehefrau in die Auseinandersetzungen mit hinein zu ziehen… „Mississippi Jam“ ist keine Lektüre für den schnellen Genuss, denn neben der Haupthandlung gibt es noch viele kleine und größere Nebenstränge, die der Beachtung wert sind. Die Personen sind wie immer bei Burke durchgängig mit viel Liebe zum Detail angelegt, insbesondere natürlich der Protagonist Dave Robicheaux, in vielen Bereichen ein Ehemaliger: Vietnam-Veteran, Ex-NYPD Cop, trockener Alkoholiker. Mittlerweile aber fest verankert im Hier und Jetzt in seiner Gemeinde in den Bayous, und unerbittlich, wenn die bösen Jungs seinen Lebensraum und seine Familie bedrohen. Dann gerät er schon einmal in Rage – deshalb der Hinweis, dass Leser besser die Finger von dem Buch lassen sollten, wenn sie mit der Beschreibung gewalttätiger Auseinandersetzungen Probleme haben. Ein Wort noch zu der Übertragung ins Deutsche. Den vorliegenden Roman habe ich nicht im Original gelesen, aber das 2012 erschienene „Creole Bell“. Und wenn ich davon ausgehe, trifft Jürgen Bürger meiner Meinung nach den Tonfall des Originals perfekt. Das sind nun mal keine Intellektuellen, deren Dialogen wir folgen, sondern einfache Leute, die reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ich mag die gute Übersetzung, ich mag die spannende Story, ich mag die stimmungsvoll beschriebenen Handlungsorte - und vor allem mag ich Dave Robicheaux. Lesen!

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