James Lee Burke Neonregen

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Inhaltsangabe zu „Neonregen“ von James Lee Burke

Der 1. Band der Dave-Robicheaux-Reihe Ein Meisterwerk von Bestseller-Autor James Lee Burke Nur noch drei Stunden bleiben Johnny Massina bis zu seiner Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl. Der letzte Mensch, den er vor seinem Tod sprechen möchte, ist ausgerechnet ein Cop von der Mordkommission New Orleans. Massina lässt Dave Robicheaux wissen, dass er beseitigt werden soll. Mit seinen Ermittlungen ist er einigen mächtigen Gangstern in die Quere gekommen. Robicheaux vermutet, dass der geplante Anschlag auf ihn auch etwas mit der Leiche der jungen Frau zu tun hat, die er aus dem Bayou gefischt hat. Seine Kollegen bei der Polizei gehen von Selbstmord aus. Nur Dave glaubt nicht daran und ermittelt gegen alle Widerstände weiter. Dabei verstrickt er sich schnell in einen Fall, der noch viel morastiger ist als das Sumpfloch, aus dem er das tote Mädchen zog. Diese Ausgabe wurde im Pendragon Verlag NEU überarbeitet.

gran ole master of ze south ;-) episch

— Pashtun Valley Leader Commander

Der Anfang der Legende Dave Robicheaux. Knallhart, dabei doch poetisch und außerdem politisch. Großartig.

— Gulan

Absolute Spitzenklase!

— detlef_knut

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  • Neonregen

    Neonregen

    thenight

    14. July 2017 um 06:33

    Inhalt: Dave Robicheaux wird zu einem zum Tode verurteilten Häftling ins Gefängnis gerufen. Johnny Massina hat mit dem Leben abgeschlossen und will einem der wenigen ehrlichen Männern die er kennt eine Warnung zu kommen lassen, jemand hat es auf Dave abgesehen. Robicheaux vermutet einen Zusammenhang mit dem Tod einer jungen Prostituierten die er vor einiger Zeit im Sumpf fand. Schon bald muss er erkennen das er sich irrt.Meine Meinung:Der erste Teil der Dave Robicheuax Reihe überzeugte mich, wie auch schon das Buch "Schmierige Geschäfte" durch die außergewöhnliche Erzählkraft des Autors, er vermittelte mir einen realen Eindruck der Menschen, der Umgebung und vor allem der vorherrschenden Temperaturen, das könnte allerdings auch daran liegen dass während ich das Buch las, auch hier das Wetter, warm, feucht und fast schon tropisch war.Ich bin also, wie auch schon bei Glut und Asche und Schmierige Geschäfte, begeistert vom Schreibstil Burkes und somit auch von dem verantwortlichen Übersetzer, H.Harbort.In Neonregen wird der Charakter Robicheaux ausführlich eingeführt, der Leser erfährt von seinem Alkoholproblem, seinen Erfahrungen in Vietnam, die ihn zu dem Mann machten der er ist: Schwierig, impulsiv, stur und löst Probleme auch gern mal mit Gewalt, während er auf der anderen Seite, sensibel und einfühlsam ist. Ein Mann seiner Zeit eben. Und ein Mann mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, wohl wissend, das er eigentlich auf verlorenem Posten steht, nimmt er es mit Kriminellen auf, die durch ein korruptes System geschützt werden, so wie er den Tod der jungen Prostituierten aufklären will, den der zuständige Sheriff  als Tod durch Ertrinken zu den Akten legen.Ich war zugegebener Maßen, wieder einmal erstaunt, wie wenig es mich störte das das Buch eigentlich schon so alt ist (Erstauflage 1987), normalerweise stört es mich wenn die Helden erst einmal eine Telefonzelle suchen müssen, das war hier nicht der Fall, also hat entweder Burke von vornherein einen "Zeitlosen" Krimi geschrieben oder die Überarbeitung und Übersetzung durch den Pendragon Verlag ist einfach nur hervorragend.Ich kann für Neonregen nichts anderes, als eine absolute Leseempfehlung geben, es ist immer ein Vergnügen die besonderen Bücher von Burke zu lesen.

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  • spannender Klassiker

    Neonregen

    Gwhynwhyfar

    04. April 2017 um 16:07

    »Der Grund war einfach der, dass ich trinken wollte. Und es ging nicht etwa darum, sanft wieder darin zu versinken, lässige Manhattans in einer vornehmen Bar mit Mahagonitäfelung und Messingläufen, rot gepolsterten Ledernischen und langen Reihen blank geputzter Gläser vor einem endlos langen Spiegel zu trinken. Mich verlangte nach einer richtigen Dröhnung. Jack Daniel’s mit Fassbier, Wodka auf Eis, Jim Beam pur mit einem Glas Wasser dazu, scharfer Tequila, der einem den Atem raubt und den Schweiß aus allen Poren treibt. ... Nach vier Jahren der Abstinenz wollte ich mal wieder meinen Kopf mit Spinnen und Würmern und Schlangen füllen, die sich an dem Teil von mir mästeteten, gegen den ich jeden Tag auf’s Neue ankämpfte.«Schon das Vorwort begeistert. James Lee Burke hatte mit seinen drei ersten Romanen Erfolg. Doch dann schlitterte er auf ein tiefes Loch zu. 13 Jahre lang konnte er mit keinem Buch landen. Sein vierter Roman »The Lost Get-Back Boogie« wurde von 111 Verlagen abgelehnt, wurde viel später von einem Verlag aufgenommen und für den Pulitzer Preis nominiert. Aber eben nach 13 Jahren Durststrecke empfahl ein Freund James Lee Burke, er solle einen Krimi schreiben, er besäße das Zeug dazu und man bekäme nach Vorlage der ersten Kapitel einen Vorschuss. Burke probierte es sofort mit zwei Kapiteln ... der Beginn der Dave Robicheaux-Krimi-Serie. Das Buch wurde verfilmt mit Tommy Lee Jones in der Hauptrolle (»In The Electric Mist«). Mittlerweile umfasst die Reihe zwanzig Romane. Dieser Krim ist von 1987, neu herausgegeben vom Pendragon Verlag, der die Bände 1, 2, 7 und 16 neu auflegte. Ein Klassiker der US-Krimis aus dem Süden, aus Louisiana. Dave Robicheaux, Leutnant im ersten Revier des New Orleans Police Department, wird zu einem Ganoven ins Gefängnis gerufen, der zum Tode verurteilt wurde und nur noch ein paar Stunden zu leben hat. Er mag Robicheaux, will reinen Tisch machen. Darum erklärt er ihm, was man sich im Knast erzählt, wer dahintersteckt, konnte er nicht herausfinden: Ein Killer wurde angeheuert um Robicheaux platt zu machen. Hatte er seine Nase zu tief in einen Fall aus einem anderen Bezirk gesteckt, der ihn eigentlich gar nichts anging, wegen einer toten Nutte, die er vor zwei Wochen beim Angeln gefunden hatte? Aus der Ich-Perspektive lernen wir Dave kennen, ein aufrechter Bulle, der den Slum um sich sieht, Korruption, Gewalt. Dave mischt sich nie ein, soweit ihn die Sache nichts angeht. Dave, der verliebt ist, den die Teufel in seinem Kopf verfolgen, Erinnerungen an Vietnam, der Schnaps, der nach dem trockenen Alkoholiker ruft. In diesem Fall fühlt er sich persönlich betroffen, es ist nicht irgendeine dreckige Nutte, es ist eine junge Frau, die Tochter von trauernden Eltern und irgendjemand hat etwas zu vertuschen, warum? Was wusste sie? Niemand nimmt die Drohung gegen Dave ernst, doch das ist ein Fehler. »Ich konnte die Erinnerung an jene zehn Sekunden nicht verdrängen zwischen dem Augenblick, da der Torwächter seine Automatik aus der Seitentür gezogen hatte, und dem anderen, als die .45er in meiner Hand losging und Seguras Kopf im Inneren des Wagens zerplatzte. Ich war überzeugt, dass Segura im Gegensatz zu den meisten bedauernswerten Typen, mit denen wir es sonst zu tun hatten, ein wirklich abgrundtief böser Mensch gewesen war, aber jeder, der schon mal auf einen anderen geschossen hat, kennt das schreckliche, vom Adrenalin aufgeputschte Gefühl der Allmacht und Arroganz, das einen in solchen Augenblicken überkommt, und die heimliche Freude, mit der man auf die Gelegenheit reagiert, die sich einem da plötzlich bietet. Ich hatte es in Vietnam erlebt, und auch als Polizist war ich schon zweimal in einer solchen Situation gewesen, und ich war mir der Tatsache bewusst, dass das wilde, affenartige Wesen, von dem wir alle abstammen, in meinem Innern überaus lebendig war.«Dave Robicheaux ist ein guter Ermittler, einer, der nicht nur sachlich an die Sache herangeht, sondern auch sein Bauchgefühl springen lässt. Er kennt sich aus in seinem Barrio, in seinem Milieu, weiss wie manche Dinge zusammenhängen. Und genau das kann Burke gut beschreiben. Brutale Cops und brutale Gangster, die aufeinanderkrachen, korrupte Cops. Fitzpatrick spricht Dave an, der Mann von der CIA, benötigt Informationen. Er hält Robicheaux für sauber.»›Also seid ihr von der CIA?‹ - ›Sind Sie wirklich so dumm zu glauben, dass die Regierungsmacht von einer einheitlichen Gruppe von Leuten ausgeübt wird? So wie die Jungs von der Forstbehörde mit ihrem Smokey-Bear-Anzügen?‹«. Drogenbosse aus Mittel- und Südamerika scheinen gemeinsame Sache mit US-amerikanischen Behörden zu machen, was ist los? Wohin werden für wen Waffen verschoben? Für Fitzpatrick und Robicheaux wird es brenzlig. Wer spielt hier mit wem und wo gibt es undichte Stellen unter den eigenen Kollegen?»Die finsteren Gedanken, denen ich nachhing, beunruhigten mich. Meine Erfahrung als langjähriger Alkoholiker hatte mich gelehrt, meinem Unterbewusstsein nicht zu trauen, da es mich auf raffinierte Weise immer wieder in Situationen gebracht hatte, die für mich, für die Menschen um mich oder für alle Betroffenen oft genug katastrophale Folgen gehabt hatten.«Die Gewaltbereitschaft auf der einen Seite wie auf der anderen ist erschreckend. Robicheaux selbst, ein empathischer Mann, mit einem Herzen für die einfachen Menschen ist nicht minder zimperlich. Bedrückend ist auch die Selbstgerechtigkeit der Obrigkeit, die die Ordnung aufrecht erhalten soll, gleichzeitig sie im wahrsten Sinn zerschlägt. Die innere Zerrissenheit Robicheaux tritt zu Tage, unverarbeitete Traumata aus Vietnam, Flashbacks, Alkohol, Selbstmitleid. Er lebt auf einem Hausboot auf dem Lake Pontchartrain, auch wundervolle Landschaftsbeschreibungen fließen in den Roman ein. Dave Robicheaux ist ein Mensch, kein Supermann. Genau das macht diesen Roman für mich aus, er schafft Atmosphäre für Louisiana, man sieht die Landschaft, spürt die Hitze, die hohe Luftfeuchtigkeit, fühlt, wie die Menschen ticken, Schwarze, Weiße, Angloamerikaner, Shrimps und Austern mit scharfer Soße zu schmutzigem Reis, auf Sandwiches. Ein gesellschaftskritischer Krimi, unterschwellig politisch. Mehr geht nicht.

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    • 2
  • Please welcome Dave Robicheaux!

    Neonregen

    Gulan

    13. November 2016 um 14:49

    Ich konnte die Erinnerung an jene zehn Sekunden nicht verdrängen zwischen dem Augenblick, da der Torwächter seine Automatik aus der Seitentür gezogen hatte, und dem anderen, als die .45er in meiner Hand losging und Seguras Kopf im Inneren des Wagens zerplatzte. Ich war überzeugt, dass Segura im Gegensatz zu den meisten bedauernswerten Typen, mit denen wir es sonst zu tun hatten, ein wirklich abgrundtief böser Mensch gewesen war, aber jeder, der schon mal auf einen anderen geschossen hat, kennt das schreckliche, vom Adrenalin aufgeputschte Gefühl der Allmacht und Arroganz, das einen in solchen Augenblicken überkommt, und die heimliche Freude, mit der man auf die Gelegenheit reagiert, die sich einem da plötzlich bietet. Ich hatte es in Vietnam erlebt, und auch als Polizist war ich schon zweimal in einer solchen Situation gewesen, und ich war mir der Tatsache bewusst, dass das wilde, affenartige Wesen, von dem wir alle abstammen, in meinem Innern überaus lebendig war. (S. 149) Detective Dave Robicheaux wird in den Todestrakt des Gefängnisses Angola gerufen. Dort sitzt Johnny Massina und will kurz vor der Hinrichtung noch sein Gewissen erleichtern. Er warnt Robicheaux, dass er ermordet werden soll. Robicheaux ist sich nicht sicher, was er davon halten soll, doch langsam dämmert es ihm, dass es mit einem Leichenfund zu tun hat. Vor kurzem hat er beim Angeln die Leiche einer jungen Frau gefunden. Vermutlich ertrunken, glaubt nicht nur der Sheriff, doch Robicheaux ist da anderer Meinung. Und damit scheint er einige Leute in der Unterwelt nervös zu machen. In diesem Jahr wird James Lee Burke noch 80 Jahre alt. Und er ist produktiv wie eh und je. Gerade erschien in den USA sein Roman „The Jealous Kind“. Nachdem Burkes Karriere nach einem vielversprechenden Start Ende der 1960er, Anfang der 1970er einen derben Durchhänger hatte, kam es Ende 1986 zum endgültigen Durchbruch. Wie er selbst im Vorwort schreibt, wurde „The Lost Get-Back Boogie“ 111mal von Verlagen abgelehnt, wurde dann endlich veröffentlicht und erhielt direkt eine Nominierung für den Pulitzer-Preis. Im März 1987 erschien dann „Neonregen“. Der erste Krimi mit Dave Robicheaux begründete eine äußerst erfolgreiche Reihe und den anhaltenden Erfolg des Autors. Der Bielefelder Pendragon Verlag hat sich vorgenommen, die gesamte Robicheaux-Reihe zu veröffentlichen. Nach zwei bislang in Deutschland unveröffentlichten Bänden (Sturm über New Orleans, Mississippi Jam) liegt nun der Beginn der Reihe in einer Neuauflage vor (und seit kurzem auch Band 2: Blut in den Bayous). In diesem Band sind Ich-Erzähler Dave Robicheaux und sein bester Kumpel Cletus Purcel noch Partner im New Orleans Police Department. In diesem Roman knirscht es gewaltig zwischen beiden, später werden sie sich wieder zusammenraufen. Robicheaux lebt zu Beginn dieser Reihe allein auf einem Hausboot auf dem Lake Pontchartrain. Er ist ein exzellenter Cop, schafft sich durch seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn jedoch nicht nur Freunde unter den Kollegen. Robicheaux ist außerdem ein trockener Alkoholiker (der in Neonregen einen Rückfall erlebt) und ein Vietnam-Veteran, der nachts in seinen Träumen von den traumatischen Erlebnissen eingeholt wird. Er ist ein unerschrockener, aber auch sensibler Mann, dem seine Einsamkeit zu schaffen macht und der dennoch eine frische Partnerschaft auf eine harte Probe stellt, weil er die Dinge zu Ende bringen will. Ganz nach dem Motto: Ein Mann tut, was ein Mann tun muss. „Also seid ihr von der CIA?“ „Sind Sie wirklich so dumm zu glauben, dass die Regierungsmacht von einer einheitlichen Gruppe von Leuten ausgeübt wird? So wie die Jungs von der Forstbehörde mit ihrem Smokey-Bear-Anzügen?“. (S.337-338) In „Neonregen“ stolpert Dave Robicheaux in einen ganz heißen Fall, der allerdings vom Rest der Polizei nicht als solcher erkannt wird. Bei einer Angeltour entdeckt er die Leiche einer jungen Frau mit frischen Einstichlöchern. Der örtliche Sheriff jedoch hält es für einen Unfalltod und ordnet nicht mal eine Autopsie an. Doch als Robicheaux vom Todeskandidaten Johnny Massina und später von einem Pornokinobesitzer erfährt, dass im Milieu über seine Ermordung gesprochen wird, fühlt er sich erst so richtig angestachelt. Die Spur führt zu Julio Segura, einem Zuhälter aus Nicaragua. Dieser ist nach dem Machtverlust des diktatorischen Somoza-Clans 1979 in die USA gekommen und arbeitet nun scheinbar mit daran, das alte Regime durch Waffenlieferungen an die Contras wieder an die Macht zu bringen. Damit sticht Robicheaux in ein Wespennest, in dem auch Regierungsbehörden eine unrühmliche Rolle spielen. Damit erhält der Roman eine klare politische Note. Die Iran-Contra-Affäre, bei der die CIA durch illegale Waffenlieferungen an den Iran Mittel zur Unterstützung der rechtsgerichteten Contra-Rebellen gegen die linke Sandinisten-Bewegung aufbrachte und dabei auch mit Drogendealern zusammenarbeitete, war damals bei der Entstehung des Romans noch gar nicht öffentlich geworden. Das ist jetzt mein fünftes Buch von James Lee Burke innerhalb der letzten 2 Jahre. Schon allein daran merkt man, dass Burke es inzwischen zu meinen absoluten Lieblingsautoren geschafft hat. Diese Mischung aus knallharter Story, authentischen Charakteren, politisch-gesellschaftlichem Background und poetischer Beschreibung von Setting und Atmosphäre ist einfach unschlagbar. Für den Einstieg in den Burke'schen Kosmos ist „Neonregen“ die optimale Lektüre.

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    • 10
  • Spannung, Atmosphäre, Reflexion – bei Burke stimmt die Mischung!

    Neonregen

    Havers

    25. August 2016 um 19:09

    Endlich!!! Nachdem die meisten der älteren Bände der Dave-Robicheaux-Reihe von James Lee Burke vergriffen bzw. nur noch zu horrenden Preisen antiquarisch erhältlich waren, freue ich mich umso mehr, dass der von mir sehr geschätzte Pendragon Verlag beschlossen hat, nach und nach alle Romane  nicht nur in der korrekten Reihenfolge, sondern auch in einer überarbeiteten Fassung herauszugeben. Die Bände 1 – 12 gab es ja bereits in deutschen Ausgaben, wohingegen von den Veröffentlichungen 13 – 20 bisher lediglich „Sturm über New Orleans“ (Bd. 16) in der Übersetzung vorliegt. „Neonregen“, erstmals 1987 erschienen (in dt. Übersetzung), markiert den Auftakt der Robicheaux-Reihe, die dem Autor erstmals nicht nur monetären, sondern auch literarischen Erfolg bescherte (Nominierung für den Pulitzer-Preis, diverse Auszeichnungen u.a. Gold Dagger und Edgar Award). Dave Robicheaux, Lieutenant der Mordkommission in New Orleans, ist definitiv kein eindimensionaler Charakter: er hat englische Literatur studiert, in Vietnam gekämpft und überlebt, liegt immer wieder im Clinch mit seiner Alkoholsucht, ist eine Spielernatur, praktizierender Katholik, nicht korrumpierbar und moralisch bis ins Mark. Ein Kämpfer für Recht und Ordnung, der sich nicht scheut, dies auch mit brachialen Mitteln durchzusetzen. Aber er ist auch sensibel und hat ein großes Herz, kennt „seine“ Stadt und ihre Bewohner und kümmert sich um sie, und zwar ohne Ansehen der Person. So auch um einen zum Tode Verurteilten, der in wenigen Stunden hingerichtet werden wird. Wenn er schon sein eigenes Leben verliert, möchte er wenigstens das von Robicheaux retten, denn dieser hat ihn immer korrekt behandelt. So bittet er mit einem letzten Wunsch um dessen Besuch, um Dave zu warnen. Offenbar ist dieser völlig unbeabsichtigt der Drogenmafia in die Quere gekommen, als er beim Angeln die Leiche einer jungen Frau aus dem Fluss gezogen hat. Es stellt sich heraus, dass man ihrer überdrüssig war und sie auf diesem Wege auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen wollte. Hätte ja auch fast geklappt, aber jetzt ist Robicheaux an diesem Fall dran, und er wäre nicht der, der er ist, wenn er klein bei gäbe. Auch wenn er mit seinen Ermittlungen nicht nur dem Kartell, sondern auch den Bundesbehörden auf die Füße tritt. Aber ob das ein kluger Schachzug ist, deren dreckige Geschäfte  ans Licht zu zerren? Es sind die unterschiedlichen Komponenten und deren Verbindung, die James Lee Burkes Robicheaux-Reihe zu etwas Besonderem machen: der Protagonist, der in kein Schema passt, und die poetischen Beschreibungen der Südstaaten-Landschaften. Im Gegensatz dazu dann Bilder des brummenden Lebens in der Metropole mit den dunklen Winkeln, in die man sich tunlichst nicht verirren sollte und die Bezüge zu aktuellen politischen Themen, die Burke auch zu einem Chronisten der Zeitgeschichte machen , wie in „Neonregen“ beispielsweise die Rolle der amerikanischen Geheimdienste  in der Iran-Contra-Affäre. Spannung, Atmosphäre, Reflexion – bei Burke stimmt die Mischung. Lesen!

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  • Ein Roman absoluter Spitzenklasse.

    Neonregen

    detlef_knut

    26. July 2016 um 16:55

    Dave Robicheaux, Lieutenant im Ersten Revier des New Orleans Police Departments, wird zu einem zum Tode Verurteilten ins Gefängnis gerufen. Johnny Massina will ihn warnen. Er schließt mit dem Leben ab, ist sich klar darüber, dass er nun für seine Taten büßen muss und seine Stunde gekommen ist. Den Lieutenant hat er als anständigen Menschen kennengelernt, der ihn auch nie festgenommen hatte. Noch im Knast war ihm zu Ohren gekommen, dass Dave Robicheaux umgebracht werden soll. Dave hält das zwar für Gerede und gibt nicht viel darauf, aber dennoch erhält er Informationen aus dem Milieu von New Orleans. Auch sein Bruder Jimmy, der ein gutgehendes Restaurant führt, scheint irgendwie in die Sache verwickelt zu sein. Er wäre nicht Dave, wenn er der Sache nicht nachgehen würde. Nebenbei informiert er sich über den Fall eines toten Mädchens, die er vor zwei Wochen beim Angeln im Nachbarbezirk gefunden hatte. Dabei muss er feststellen, dass der dortige Sheriff deren Tod als Tod durch Ertrinken zu den Akten gelegt hat. Irgendetwas daran stinkt. Er weiß nur noch nicht was. "Neonregen" ist der erste Roman aus der Dave-Robicheaux-Reihe, den James Lee Burke geschaffen hat. Er wurde unter dem Namen "In The Electric Mist" ("Mord in Louisiana") mit Tommy Lee Jones in der Hauptrolle verfilmt. Mittlerweile umfasst die Reihe zwanzig Romane und der inzwischen 80 Jahre alte Schriftsteller denkt noch nicht an das Aufhören. Burke hat einen Protagonisten geschaffen, der das Leben ganz unten kennt, alkoholabhängig ist und einige gesellschaftliche Zwänge nicht hinnehmen will und kann. Dieser Protagonist ist einer der wenigen Polizisten, der aus der Ich-Perspektive erzählt, was ansonsten in der Kriminalliteratur häufig nur den Privatdetektiven vorbehalten ist. Die Figur zieht den Leser in seinen Bann. Häufig und oberflächlich agiert sie nach dem Motto: Ein Mann muss tun, was ein Man tun muss. Doch Burke stattet sie mit so vielen Facetten aus, die den Leser hinter die raue Schale blicken lassen: hart, tödlich, verletzlich, angreifbar, zärtlich, sehnsüchtig nach Liebe, Harmonie und Geborgenheit. Burke findet eine Mischung aus einerseits actionreichen und knallharten Szenen, andererseits aus entschleunigenden Alltagsszenen. Immer wieder kann sich der Protagonist an Landschaften und Sonnenuntergängen erfreuen. Auch findet er Ruhepausen auf einer Parkbank mit einem Kaffee und einem Taschenbuch in der Hand. Obwohl bereits vier Jahre trocken, bekämpft er mit Sport seinen erneuten alkoholischen Absturz. Sein Wille gibt ihm die Kraft. Der Wechsel von ruhigen und energiegeladenen Szenen sorgt für einen angenehmen Ausgleich beim Lesen. Anders als bei Pageturnern muss der Leser nicht von Seite zu Seite rasen, sondern kann sich auf den Inhalt, die Situationen und Figuren einlassen, ohne dass es an Spannung mangelt. Ein Roman absoluter Spitzenklasse. © Detlef Knut, Düsseldorf 2016

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