James Lee Burke Regengötter

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Inhaltsangabe zu „Regengötter“ von James Lee Burke

Der König der amerikanischen Kriminalliteratur ist zurück.

»Ich bin hinter der alten Kirche in Chapala Crossing und habe gerade neun Leichen gefunden, die hier begraben wurden. Alles Frauen. Benachrichtigen Sie bitte das FBI und rufen Sie auch die Kollegen vom Brewster County und vom Terrell County an. Die sollen Unterstützung schicken.«

Sheri Hackberry Holland steht vor einem Rätsel, wer hinter dem Massenmord im Niemandsland nahe der mexikanischen Grenze steckt. Und er legt sich mit dem organisierten Verbrechen an, das keine Gefangenen macht.

Das Buch hat mich leider überhaupt nicht gepackt.

— Jinscha

- Eine Hetzjagd durch das geschundene Herz Amerikas -

— Janko-Unchained

Once upon a time in the west. Grandioses Werk vom Meister des amerikanischen Krimis. Dialoge mit Gänsehautfaktor...

— BerniGunther

Eher schwach für einen JLB, zu weitschweifig, die Message überdeutlich.

— alasca

Gutes Buch von Burke, auch, wenn mir persönlich die Reihe rund um Dave Robicheaux besser gefällt

— LinusGeschke

Ein waschechter amerikanischer Thriller mit herumballernden Menschen, religiösem Wahn, Verliebter, Verbrecher und misstrauischen Beamten

— Buecherspiegel

Preacher Jack Collins verfolgt mich noch heute bis in den Schlaf #ultimateevil

— KollegeKraftwagen

JLB ist einfach top!

— WolfgangHaupt

old school at its best. noir, sehr noir.

— Pashtun Valley Leader Commander

Insgesamt ein gutes Buch. Für meinen Geschmack jedoch etwas zu sehr in die Länge gezogen.

— read_and_write

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  • - Eine Hetzjagd durch das geschundene Herz Amerikas -

    Regengötter

    Janko-Unchained

    17. May 2017 um 08:29

    James Lee Burke - Regengötter (Heyne Hardcore) - Eine Hetzjagd durch das geschundene Herz Amerikas - Dass man James Lee Burke, einen der besten US-amerikanischen Schriftsteller hierzulande neu oder zum Teil erstmalig aufgelegt hat, ist ein wahrer Glücksgriff, sind seine Krimi/Thriller doch stets komplexe, authentische und spannungsgeladene Geschichten mit stark gezeichneten Charakteren, viel Lokalkolorit und einem ganz speziellen, lebendigen Flair. Burke lebt seine intelligent aufgebauten, sowie eingängig geschriebenen Geschichten und tritt beim Leser ein unmittelbar einsetzendes und fesselndes Kopfkino los. Der Autor ergeht sich nicht erst hunderte von Seiten in orgiastischem Geschwafel, legt gleich von Anfang an deftig los und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Das mag auch der Grund dafür sein, dass seine Romane in der Regel bei Heyne Hardcore erschienen sind. Der, gerade soeben dem Jugendalter entwachsene Trinker und Irakveteran Pete Flores und seine Freundin Vikki Gaddis geraten in Schwierigkeiten als sich Pete auf einen Auftrag mit dem Sadisten Hugo Cistranos und seinen Psychopathen-Freunden einlässt. Cistranos, von dem Nachtclubbetreiber Nick Dolan beauftragt, seinem Konkurrenten Arthur Rooney ein wenig Kopfzerbrechen zu bereiten, übertreibt bei seinem Auftrag, aufgrund eines telefonischen Missverständnisses allerdings komplett. In einem brutalen Gewaltexzess jagen die kranken Bastarde den neun jungen, teilweise noch jugendlichen, asiatischen Prostituierten des Konkurrenten das komplette Magazin einer Thompson Maschinenpistole in den Körper und verscharren selbige anschließend hinter einer Kirche in Chapala Crossing, nahe der Tex-Mex Grenze. Pete, der einen der Wagen fahren sollte, macht sich währenddessen aus dem Staub, tätigt einen anonymen Anruf bei der Polizei und fällt nicht zuletzt dadurch in des Soziopathen Jack Collins‘ Ungnade. Mit dem Profi-Killer und religiösen Spinner Jack "Preacher" Collins, der sich seine Moral hinbiegt wie es ihm gerade in den Kram passt, halst er sich und Vikki ein noch viel größeres Problem auf. Schnell kommt den gesamten Beteiligten das ICE, das FBI und nicht zuletzt Sheriff Hackberry Holland auf die Spur. Eine Hetzjagd durch das geschundene Herz Amerikas ist die Folge und für Vikki und Pete tut sich die Hölle auf. Der abgeklärte Kriegsveteran und Sheriff mit dem etwas sonderbaren Namen Hackberry Holland wird zum Tatort berufen und entdeckt die neun Leichen notdürftig unter ein bisschen Erde verscharrt und mit einer Planierraupe platt gewalzt. Holland ist ein straighter, hartnäckiger Typ, mit festen Prinzipien, der jedoch ständig mit sich und seiner Vergangenheit im Clinch liegt. Immer wieder holen ihn seine Nordkorea Kriegstraumata, sowie der Rest seiner nicht so rühmlichen Vergangenheit ein und er lebt ein Leben voller Vorwürfe. Der raubeinige Witwer, der bereits weit über den Zenit des Lebens hinaus blickt, ist vielleicht ab und an etwas roh und hart zu sich selbst, hat aber eine durchaus liebenswerte Ader und ist sympathisch gezeichnet. Sheriff Hackberry Holland und seine Kollegin Deputy Pam Tibbs begeben sich bei der Suche nach Vikki und Pete und den psychopathischen Killern immer wieder in höchste Gefahr. Bei dem, 1936 in Louisiana geborenen James Lee Burke geht es normalerweise um brutale, ungeschönte Gewalt. Man spürt die drohende Gefahr, die brütende Hitze und die zermürbende Verzweiflung. Trotz der 662 Seiten starken Story, die im Jahre 2009 unter dem Titel "Rain Gods" erschien, handelt es sich bei „Regengötter“ um einen komplexen, in sich stimmigen Plot, der gerade aufgrund seiner Beschreibungen des Banalen so echt und lebendig wirkt. Allein die etwas unpassenden Aktionen des Profi-Killers und religiösen Wirrkopfs Jack "Preacher" Collins sind etwas grotesk. Burke neigt in der Beschreibung der Handlungen und Aussagen seiner Protagonisten zu leichten Übertreibungen, die zwar auf-, aber nicht weiter ins Gewicht fallen. Ansonsten auf durchgehend hohem Niveau angesiedelt, ist es ein, für das belletristische Genre vergleichsweise tiefgründiges Buch voller Sadismus, Gewalt und Tod. Mit seinen kaputten Charakteren zeugt das, hierzulande am 20.10.2014 erschienene "Regengötter" vom kranken, kalten Individualismus eines durch und durch verkommenen Landes. Burkes Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten, der Gefühle, Eindrücke und Gedankenwelten seiner Protagonisten, der jeweiligen Situationen in denen sie stecken, schaffen eine eindrückliche Atmosphäre, eine bildhafte Kulisse, sowie diese ganz spezielle, von Hitze und Gefahr geschwängerte Grundstimmung. Meine Wertung: 84/100 More hard stuff @ www.lackoflies.com Link zur Buchseite des Verlags:  https://www.randomhouse.de/Autor/James-Lee-Burke/p3691.rhd Aus dem Amerikanischen von Daniel Müller Originaltitel: Rain Gods Originalverlag: Simon & Schuster Paperback, Klappenbroschur, 672 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, 1 s/w Abbildung ISBN: 978-3-453-67681-7 € 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 22,90* (* empfohlener Verkaufspreis) Verlag: Heyne Hardcore Erschienen: 20.10.2014

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  • Kriegsveteranen versus Verbrecher

    Regengötter

    Buecherspiegel

    11. December 2016 um 16:45

    Der Thriller „Regengötter“ von James Lee Burke kommt daher wie ein langer Ritt durch eine wüstengleiche Gegend. Es ist mein erster „Burke“, ich gebe es zu. Vielleicht kann ich dadurch aber noch unbeeindruckt vom lagen Schaffenswerk des Autors meine Meinung darlegen. Über 650 Seiten lang bewegt sich die Kriminalstory bis zum großen Showdown, schon lange nicht mehr habe ich ein solch umfangreiches Buch gelesen. Dabei hat es mich an vielen Stellen an einen Western erinnert, bei dem die großen Gegenspieler sich gegenseitig meucheln, bis nur noch zwei übrig bleiben und diese sich gegenüberstehen. So ist es zwar nicht ganz, aber das Gefühl ist präsent. Worum es geht? Sheriff Hackberry Holland, ein alter Kriegsveteran, Witwer und ehemaliger Alkoholiker, findet hinter einer Kirche nach einem anonymen Anruf mehrere Frauenleichen auf, als er anfängt zu graben. Mehr oder weniger unterstützt von den Bundesbehörden macht er sich auf die Suche nach den Tätern. Dabei hilft ihm sein Chief Deputy Pam Tipps, eine Frau im besten Alter und schwer verliebt in Hackberry. Der anonyme Anrufer, der junge Kriegsveteran Pete, war Zeuge der Morde und muss mit seiner Freundin Vikki fliehen. Denn nun sind etliche hinter ihm und Vikki hinterher: der Sheriff, die Bundesbehörden, die wahren Mörder, die Auftraggeber, die Feinde der Auftraggeber. Wer hier nun wen ausspielen möchte ist schwer zu durchschauen. Am schlimmsten aber ist der Mörder, ein Psychopath, Jack Collins – der Preacher, dessen christlich religiöse Wahnvorstellungen alle seine Untaten begründen sollen. Er steht zwischen verschiedenen Parteien, die ihn alle beauftragen wollen die jeweilige Gegenseite zu töten, und so macht er sich ans Werk. Allerdings nicht so, wie sich das alle wünschen … Der Autor belässt es bei dem umfangreichen Werk auf eine überschaubare Anzahl von Protagonisten, von daher kann man der Story gut folgen. Mir gefällt, wie Burke an vielen Stellen die Finger in die Wunden dieses großen Landes legt, wenn er von den zahlreichen Angestellten großer Anwesen berichtet oder wie junge Soldaten ausgenutzt, verwundet und sich wie ausgespuckt auf der Straße wiederfinden. Die eigentlich nur Gutes tun wollten aber vom System dem großen Ganzen untergeordnet und geopfert werden. Beim Lesen fällt einem eine gewisse Trägheit auf, was ich sehr wohl positiv meine, denn Burke lässt seinen Figuren Zeit sich zu entscheiden, welche Schritte sie als nächstes unternehmen wollen. Fast wie bei einem Schachspiel. Doch wie bei diesem Spiel wird nicht jeder Zug mit Glück belohnt und schwupps ist man Schachmatt oder wie hier der nächste Tote. Und man wird ebenfalls an Roadmovies erinnert, so oft, wie die Protagonisten in ein Auto steigen, um lange Fahrten zu unternehmen. Allerdings werden auch in diesem Buch die Geschichten einiger Figuren nicht konsequent bis zum Ende verfolgt, was ich außerordentlich schade finde. Aber wer weiß, bei der Fülle von veröffentlichten Werken werden wir bestimmt wieder von ihnen lesen. Bei der Recherche über Burke fallen einem die immer wiederkehrenden Charaktere auf, wobei ein Cousin auch hier eine Rolle spielt, dem Burke eine eigene Reihe gewidmet hat. Die Rede ist von Billy Bob Holland. Ich muss von daher kaum erwähnen, dass es unzählige Werke von Burke gibt, die man als Fan von ihm bestimmt alle lesen will. Auch bekam er sehr viele Auszeichnungen und einige seiner Bücher sind bereits verfilmt. Nachzulesen kann man das alles zum Beispiel unter https://de.wikipedia.org/wiki/James_Lee_Burke Lesespaß für lange Abende, Nachmittage auf der Couch, am Strand und als Geschenk für Männer bestens geeignet.

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  • John Wayne 2.0

    Regengötter

    AngiF

    20. July 2016 um 09:38

    Der aufgrund einer Kriegsverletzung zum Frührentner und Gelegenheitsjobber gewordene Alkoholiker Pete Flores ist in derben Schwierigkeiten. Bei seinem letzten Job als Fahrer wird er Zeuge von einem Massenmord an asiatischen Prostituierten, die als Mulis Drogen in ihren Körpern transportierten. Voller Panik macht Pete sich vom Tatort aus dem Staub. Von nun an werden er und seine Freundin, die Kellnerin und Folksängerin Vikki Gaddis gejagt. Und dies nicht nur von diversen Auftragskillern und deren Bossen sondern auch von der Polizei. Sheriff Hackberry „Hack“ Holland tut zusammen mit seiner Partnerin Chief Deputy Pam Tibbs alles, um die beiden vor den Killern zu finden und somit zu schützen. Mehr oder weniger erhalten Hack und Pam Unterstützung vom FBI sowie ICE, doch auch die verfolgen eigentlich ihre eigenen Ziele, nämlich der großen Bosse hinter der ganzen Sache habhaft zu werden. Wer wird diese Jagd roadmoviegleich quer durch Texas gewinnen und wer muss schlussendlich dran glauben? Wer sich für den Thriller „Regengötter“ von James Lee Burke entscheidet, wird ein wahres Meisterwerk in den Händen halten. Jede einzelne Szene ist eine perfekte Darbietung, bis ins kleinste Detail durchdacht und einzigartig geschrieben. James Lee Burke schreibt in einem guten Tempo und in unverwechselbarer Sprache. Das Lesen ist angenehm, natürlich hochspannend und zu jeder Zeit Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die Charaktere hat der Autor ausgezeichnet herausgearbeitet und vollendet gezeichnet. Besonders Sheriff Holland sticht hervor, der einsame Wolf, der nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau und dem Wegzug seiner Kinder ein Einsiedlerleben führt und seinem Job geradezu verbissen nachgeht; diese Figur ist äußerst realitätsnah, selbst sein John-Wayne-gleiches Aussehen kaufe ich dem Autoren ab. Sehr gekonnt hat der Autor immer wieder überraschende Abläufe und unerwartete Reaktionen seiner Charaktere eingebaut, die ich als Leserin so nicht erwartet hatte. Von Herzen gerne vergebe ich diesem brillanten Thriller seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn unbedingt weiter an Leser, die anspruchsvolle Lektüre bevorzugen und sich von der Dicke des Buches nicht abschrecken lassen, die 672 Seiten sind die investierte Lesezeit mehr als wert. Wer ein Buch des Autoren gelesen hat, will seine anderen Werke gleich im Anschluss verschlingen – ein wahrer Pageturner ist dieses Buch. http://angisbuecherkiste.blogspot.se/2016/07/regengotter-von-james-lee-burke.html

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    • 3
  • Teil eins zuerst

    Regengötter

    WolfgangHaupt

    19. July 2016 um 21:39

    Ich hatte Glut und Asche zuerst gelesen. Eine Sache, die ich nicht grundsätzlich empfehlen würde, da die Überlebenden aus Regengötter wiederkehren. Das hat meinen Elan etwas gemindert. Hat etwas von einem Fussballspiel, bei dem man den Ausgang schon kennt. Das kann aber trotzdem spannend sein.Warum?James Lee Burke erweckt die Landschaft und die Personen zum Leben wie es kaum ein anderer schafft. Seine Liebe zum Land, die tiefe Verbundenheit zur Natur findet sich in seinen Büchern wieder.  Das Ganze wird untermauert von seinem Gespür für Menschen, deren Seelenleben, die Sprache, die sie stilisiert.Er lässt sich Zeit, es hat eine Spur Tarantino, auch bei den Dialogen, führt die Figuren zusammen und lässt es, wie soll es auch anders sein, grausam enden. Vom mir bislang Unbekannten (vor Glut und Asche) ist JLB zum Favoriten aufgestiegen.Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

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    • 2
  • Böse, Böse, Böse

    Regengötter

    Pashtun Valley Leader Commander

    Ein kleines Kaff am Ende des Universums. Hart an der spanischen Grenze. Manchmal reisen illegale Mexikaner durch. Die müssen durchs Wasser. Manchmal reisen auch en paar Dealer durch. Eigentlich Buisness as usual in dem kleinen Kaff an der meikanischen Grenze.....Unser Personal im Buch hat etwas. Ein alternder Sheriff, eine die 49 überschreitende Stellvertreterin, ein junges Päärchen, er angehender Alki und sie Kellnerin....Was sich angeht wie ein beliebiger Lee Child schlägt Jack Reacher um Längen....Was aussieht wie eiine Auseinandersetzung um Sexarbeiterinnen (zehn mit einer MP abgeknallt) aoll sich im weiteren Verlauf als der hilflose Versuch entpuppen wieder an die Drogen zu gelangen, die die Damen in sich haben...Unser junger Antiheld, gerät in die ganze Sache mit hinein, da er für 300 Dollar Handgeld egentlich nur ein Auto fahren sollte.Wie er und seine Freundin aus der Nummer rauskommen, vom FBI gejagt, von Killern gejagt, vom Drogenkartell gejagt und ewas ein Pleite gegangener Puffbertreiber damit zu tun hat?????Hmpf, ein Satz für den Titel?"Schnappt Shorty" auf Koks und Angeldust, in kleiner Kammerbesetzung mit Kettensäge und MP.

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    • 5
  • Rezension Regengötter

    Regengötter

    read_and_write

    04. January 2016 um 14:05


  • Spannender Krimi, der die Genregrenzen sprengt - lesen! lesen! lesen!

    Regengötter

    blauerklaus

    „Wenn ein amerikanischer Krimiautor bei uns endlich richtig entdeckt werden muss, dann ist das James Lee Burke...In seinen besten Momenten steht Burke dem großen William Faulkner in nichts nach – aber er ist um einiges spannender“ - Oliver Bottini Deutscher Krimipreis 2015 für Regengötter. Man muss sich wirklich fragen, warum Autoren eines Kalibers von James Lee Burke so lange in Deutschland nicht verlegt werden und warum das deutsche Publikum fast sechs Jahre auf die Übersetzung eines so guten Buches warten musste. Zum Inhalt: Im texikanischen Niemandsland, nahe der mexikanischen Grenze, wird ein Massenmord an neun illegal eingewanderten Frauen verübt. Auf der Suche nach den Tätern legt sich der betagte, aber noch durchaus rüstige Sheriff Hackberry Holland mit dem organisierten Verbrechen an. Aus dieser Ausgangslage würden vermutlich viele Autoren einen handwerklichen guten Thriller schreiben können. Burke vermeidet es aber sehr gekonnt hier auf die üblichen Genreschablonen zurückzugreifen. Das beginnt bei der sympathischen Hauptfigur. Der Sheriff, der das Rentenalter bereits überschritten hat und vorher unter anderem Anwalt für eine Bürgerrechtsbewegung war, passt nicht unbedingt in das Bild, das man von einem texanischen Sheriff hat. Auch das übrige Personal in diesem Roman ist meilenweit von der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei der meisten Krimis entfernt. Vielschichtige und glaubwürdige Charaktere, insbesondere starke Frauenfiguren, die sich dann oftmals auch anders verhalten, als man das in einem Krimi erwarten würde. Hier wird nicht einfach die Jagd des „guten“ Sheriff auf den „bösen“ Täter beschrieben, sondern alle beteiligten Parteien, einschließlich FBI, die Einwanderungsbehörde und die verschiedenen Verbrecherorganisationen verfolgen alle ihre eigenen Interessen, die nicht immer mit den gemeinhin bekannten Grundsätzen ihrer Zunft übereinstimmen. Ein ordentliches Maß Gesellschaftskritik und Misstrauen gegenüber den staatlichen Organen wird durch die Hauptfigur immer wieder formuliert. Fazit: Ein meisterhaftes Buch und ein spannender Krimi, dem man noch sehr viele Leser wünscht. Der Nachfolgeband „Glut und Asche“ erscheint am 14.09.2015 in Deutschland.

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    • 4

    Floh

    06. December 2015 um 05:03
  • Absolut lesenswert!

    Regengötter

    melli_2897

    Der Geruch des Todes! Auf den Hinweis eines anonymen Anrufers hin, gräbt Sheriff Hackberry Holland hinter einer verlassenen Kirche die Leichen von neun Frauen aus, notdürftig mit einem Bulldozer plattgewalzt. Es handelt sich dem Anschein nach um illegale Einwanderer aus Asien, die in Texas nahe der mexikanischen Grenze als Prostituierte arbeiteten. Bei der Suche nach dem Anrufer gerät Holland mit Isaac Clawson von der Einwanderungs- und Zollfahndungsbehörde ICE aneinander. Nach dem Mord an seiner Tochter ist er auf seinem eigenen Rachefeldzug. Bevor sie den einzigen Tatzeugen, Pete Flores, und dessen Freundin Vikki Gaddis ausfindig machen können, befinden sich diese bereits auf der Flucht vor den eigentlichen Drahtziehern, zu denen Jack Collins ― genannt Preacher― zählt, ein Psychopath, dem man besser nicht zu nahe kommt. (Klappentext) Mitreißend, spannend und absolutely hardboiled! Kürzer kann man "Regengötter" von Burke wohl kaum beschreiben. Wie bereits von einem Buch des Heyne Hardcore Verlags erwartet, besticht es nicht nur durch einen finsteren Kriminalfall, sondern auch durch derbe Sprache - direkt und ohne Umschweife. Die kurzen, aussagekräftigen Sätze sind sehr flüssig zu lesen und werden durch tolle Sprachbilder lebendig gestaltet. Burke zeigt sein schriftstellerisches Können vor allem in den großartigen Dialogen, die die Handlung stetig voran treiben. Sein amerikanischer Schreibstil erinnert stark an Hemingway und klingt, als wäre das Buch von einem abgebrühten Cowboy verfasst worden. Bloß nicht wegen dem Preis zögern es zu kaufen! Man bekommt hier unglaublich viel Buch für sein Geld ohne dass die Handlung vor sich hin kriecht. Mit 672 Seiten ist "Regengötter" natürlich kein Buch für unterwegs, aber eine Garantie für viele spannende Lesestunden!

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    • 2
  • Der Staub Texas ist blutig

    Regengötter

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. September 2015 um 21:19

    Sheriff Hackberry Holland könnte schon im Ruhestand sein. Aber sein Job macht ihm einfach zu viel Spaß und lenkt ihn von seinen düsteren Erinnerungen ab. Eines Tages geht er einem anonymen Hinweis nach. Hinter einer Kirche findet der Sheriff ein Grab mit den Leichen von 9 Frauen. Schnell wird klar, dass hinter diesen Morden mehr steckt als nur das Töten an sich. Und Hackberry legt sich mit einem Gegner an, der kein Gewissen hat... "Regengötter" ist der Auftakt zur Hackberry – Holland – Reihe von James Lee Burke und so ganz anders als mein üblicher Lesestoff. Der Autor beschwört mit seinen Erzählungen ein staubiges, wildes Texas herauf und erzählt fast nebenbei von brutalen Morden. Diese Mischung hat mich fasziniert. Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man sowohl den Ermittlungen von Sheriff Holland, als auch der Zoll- und Einwanderungsbehörde. Zudem bekommt man auch einen Einblick in die Welt des organisierten Verbrechens und begleitet ein junges, eher verarmtes Pärchen auf ihrer Suche nach Glück. All diese Stränge gehören zusammen und doch viel es mir zu Beginn schwer, jeden einzelnen zu folgen. Denn der Autor lässt sich viel Zeit mit seinen Figuren und Ausführungen. Diese epische Länge hat mich an Stephen King erinnert, dessen Romane auch erst spät, aber dann richtig an Fahrt aufnehmen. Als ich dann mit den Namen, Figuren und Orten klar kam, las sich der Roman fast wie von alleine. Ich bin tief in die Welt von Texas eingetaucht, habe Staub geschluckt und wollte mir zwischendrin immer wieder an den nicht vorhandenen Cowboyhut fassen. Das Schöne dabei ist, dass James Lee Burke keine Klischees bedient. Für mich wirkten die Beschreibungen realitätsnah und authentisch. Von den Morden und dem organisierten Verbrechen berichtet der Autor vergleichsweise emotionslos. Es gibt keinerlei blutige Szenen und es wird viel der Fantasie des Lesers überlassen, was der Mörder mit seinen Opfern anstellt. Der Thriller ist für mich eher ein Krimi, wenn auch einer mit einem andersartigen Erzählstil. Und dieser macht das Buch zu etwas besonderem. Denn James Lee Burke erzählt so, wie sich ein Ritt auf einem Pferd gen Sonnenuntergang anfühlt: gemächlich, sicher und doch spannend. Obwohl ich nicht durch Texas gejagt wurde, konnte ich gerade ab der 2. Hälfte des Buches kaum aufhören zu lesen. Der Autor hat einen unwiderstehlichen Sog. Ich glaube, dieser Sog wird durch seine Erzählweise und der Geschiche an sich ausgelöst. Denn wäre nur eines von beiden vorhanden, hätte ich das Buch weggelegt. Das Ende lässt einige Fragen offen und das Finale ist auch kein Showdown. Hier bleibt sich Burke seiner Linie treu. Er zündet kein Feuerwerk ab, sondern lässt das Feuer, das er entfacht hat, langsam verglühen. Ein für mich passender Schluss. Fazit: ein feiner, wenn auch andersartiger Auftakt. Ich freue mich auf den zweiten Band!

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  • Ein Thriller von brutaler und rasanter Genialität, der das Beste der Besten des Thrillers vereint!

    Regengötter

    Floh

    Bei diesem Thriller war es wirklich der vielversprechende Klapptext, der mich absolut neugierig machte. In "Regengötter" schickt der mir zuvor noch unbekannte Autor James Lee Burke einen ganz besonderen Protagonisten und Sheriff ins Rennen. Ich habe schon viel gelesen, und auch schon viele Themenbereiche des (Action-) Thriller beschritten, aber das was mich in "Regengötter" des Autors J. Lee Burke mit seinem sonderbaren Sheriff Hackberry Holland und seinem Kollegen Clawson erwartete, das hat mich definitiv sprachlos gemacht, sprachlos in der Form der Umsetzung, und fasziniert in der Form der Komplexität, des Ausmaßes und der genialen Strategie des serienmordenden Psychopathen in der Kleinstadt Chapala Crossing. Der amerikanische Autor Lee Burke hat sich mit seiner Art der Schriftstellerei und komplexen Umsetzung seines Thrillers eine Marke gesetzt und besitzt absoluten Wiedererkennungswert und bewegt sich auf der Ebene großer Größen. Ich empfinde seinen Schreibstil und seine Intelligenz als eine gelungene Mischung aus den besten Eigenschaften bereits erfolgreicher Autoren. Hier einen sich Noten bekannter Schreiber wie zum Beispiel Simon Beckett, John Grisham, Robert Harris usw. Erschienen im Heyne Hardcore Verlag (http://www.randomhouse.de/heynehardcore/) Inhalt: "Der König der amerikanischen Kriminalliteratur ist zurück. »Ich bin hinter der alten Kirche in Chapala Crossing und habe gerade neun Leichen gefunden, die hier begraben wurden. Alles Frauen. Benachrichtigen Sie bitte das FBI und rufen Sie auch die Kollegen vom Brewster County und vom Terrell County an. Die sollen Unterstützung schicken.« Der Geruch des Todes! Auf den Hinweis eines anonymen Anrufers hin, gräbt Sheriff Hackberry Holland hinter einer verlassenen Kirche die Leichen von neun Frauen aus, notdürftig mit einem Bulldozer plattgewalzt. Es handelt sich dem Anschein nach um illegale Einwanderer aus Asien, die in Texas nahe der mexikanischen Grenze als Prostituierte arbeiteten. Bei der Suche nach dem Anrufer gerät Holland mit Isaac Clawson von der Einwanderungs- und Zollfahndungsbehörde ICE aneinander. Nach dem Mord an seiner Tochter ist er auf seinem eigenen Rachefeldzug. Bevor sie den einzigen Tatzeugen, Pete Flores, und dessen Freundin Vikki Gaddis ausfindig machen können, befinden sich diese bereits auf der Flucht vor den eigentlichen Drahtziehern, zu denen Jack Collins — genannt Preacher— zählt, ein Psychopath, dem man besser nicht zu nahe kommt.." Schreibstil: Der Schreibstil ist unter anderem dass, was diesen Thriller zu diesem Lesehighlight und zu dieser Besonderheit macht. Der Autor James Lee Burke hat hier einen Stil geschaffen, der die allerbesten Noten und Merkmale meiner Lieblingsthriller- und Krimiautoren vereint. So eine geballte und verblüffende Form der Umsetzung und Genialität habe ich zuvor selten gelesen. Thrillerautor James Lee Burke hat eine so bildhafte Sprache, die einem richtig gutes Kopfkino beschert, sodass ich jede freie Minute genutzt habe, um dieses über 670 Seiten starke Buch zu lesen. So viele gute, keineswegs langatmige Beschreibungen einer Handlung und jeder noch so kleinen Nebenfigur liest man selten. Hier sind es nicht nur die Handlung, die den packenden Nervenkitzel ausmacht, hier sind es die einzigartig gezeichneten Schauplätze und Kulissen, die tiefgehenden psychischen Abgründe, die absurden Riten und der fanatische Glaube, dann der Drogenhandel, die mafiösen Machenschaften und zu guter Letzt die untermalende Gesellschaftskritik. James Lee Burke schreibt nicht für die große Masse, er schreibt für ein gewähltes Publikum und hat einen Kern, einen Ton und eine Sparte getroffen, die es selten so intensiv zu lesen gibt. Hat man anfangs den verheißungsvollen Einstieg in den Thriller verdaut, muss sich der Leser an die Bekanntschaft einiger Protagonisten gewöhnen, die für den Thrillerverlauf und für die Handlung allesamt gleich wichtig sein werden. Das ist das Interessante an diesem undurchsichtigen und äußerst beklemmenden Fall den Sheriff Hackberry Holland und sein Team zu lösen haben. Alles ist möglich, doch nichts scheint wie es zu sein scheint. Der Autor beschert seinen Lesern höchsten Lesegenuß und absolut wahrhafte Sinnbilder, Situationen und grandiosen Thrill und Nervenkitzel. Die Umstände erschüttern, lassen erschaudern und die Grenze der menschlichen Brutalität und Abgründe erfahren. ... all das ist unsagbar intelligent und nahezu genial und detailliert recherchiert wiedergegeben worden. Hier macht der Autor definitiv keine halben Sachen und überzeugt mit einem grandiosen Schreibstil. Das Lesen gestaltete sich so zu einer ganz neuen und anderen Art des Lesens. Im Laufe der Story und im Laufe der hochtrabenden Ermittlungen gelingt es dem Autor eine Tür zum Leser zu öffnen, und Hackberry Holland und sein Team dort, samt Charakterzüge und Psychogramm, zu platzieren.Eine weitere Besonderheit ist das weitreichende Spektrum an Wissen, was uns hier nahegebracht wird. Zu jedem Alltägllichen hat der Autor eine sagenhafte Wissenschaft, Anekdote, ein Nähkästchenplausch oder eine Weisheit, eine These oder einen Fakt, eine Alltagssituation, ein Geistesblitz oder einen verblüffenden Dialog auf Lager. Sagenhaft! Die Spannung und der Nervenkitzel sind stetig auf Hochniveau, da der Leser nicht wissen wird, wohin uns die Ermittlungen führen werden. Charaktere: Was wäre dieses Buch bloß ohne seine genialen und einzigartigen Protagonisten? Mit Gold nicht aufzuwiegen sind die besonders gestalteten Charaktere hier in dieser Story. Besonders der gealterte Sheriff Hackberry Holland und all seine jahrelange Erfahrung wird den Leser stark beeindrucken. Doch auch das Team um Hackberry Holland mitsamt Kollege Isaac Clawson sorgt für Kurzweil und packende Ermittlungsarbeit sowie Kooperation unter den Behörden und auch hier einigen Querolanten und Querschießern. Aber der eigentliche Star in diesem nagenden Thriller ist Jack Collins. Collins, auch Preacher genannt, dieser macht nicht nur seinem Namen alle Ehre, er hat sich bereits ein Denkmal gesetzt. Ein Denkmal bei seinen Anhängern und ein Denkmal bei der Polizei und dem Geheimdienst. Hier schöpft der Autor aus den Vollen und hat eine Welt aus unbeschreiblichen Darstellern geschaffen, so filmreif, so detailgetreu, so authentisch, so unglaublich abwechslungsreich und vielseitig. Hier habe ich den Eindruck, dass der Autor die beliebtesten und gern gelesensten Eigenschaften eines Sheriffs aus den Südstaaten, die perfidesten Eigenschaften eines Psychopathen und die Eigenschaften einiger Willenlose und Kämpfer auf Hackberry Holland, auf Jack Collins, den Anhängern und den Ermittlerteam umgemünzt hat. Einfach nur perfekt. 5 Sterne Psychogramme und höchster Unterhaltungswert. Charaktere und Blickwinkel aus tiefsten Abgründen, kranken Seelen, gescheiterten Existenzen, helfenden Händen und der Moral der Gerechtigkeit, der Glaube und der Fanatismus. Wenn ich ehrlich bin, so möchte ich so manchen aus dem Buch gerne mal real kennenlernen, andere wiederum möchte ich niemals nie im Leben begegnen müssen. Einer raffinierten Auswahl an Protagonisten und Charakteren begegnen wir durch diese grausame Geschichte in diesem so unscheinbaren Örtchen in Texas. Autor James Lee Burke hat so viele Charaktere erschaffen, die so sonderbar sind, wie keine anderen. Hier gibt es nicht nur ein Spiel mit der Genialität und Unvorhersehbarkeit, hier gibt es auch ein perfides Spiel mit kranken Psychen und deren Opfer, und einer Auswahl an großartigen Hauptakteuren. Schauplätze: Neben dem einzigartigen Schreibstil mit Wiedererkennungswert, den sonderbaren Charakteren, spielen die Schauplätze in diesem Buch ebenso eine große Rolle wie der Fall selbst. Die Schauplätze sind ebenso detailliert, real, authentisch und getreu wiedergegeben und spiegeln das jeweilige Bild der Protagonisten, die dort agieren, wieder. Ein sensationelles Rundumpaket. Der Autor lässt dem Leser viel Raum für Spekulationen und Fantasie, zeichnet jedoch genaueste Bilder der Umgebung, gepaart mit Atmosphäre, Emotion, Gefühl, Idyll, Schrecken, Witterung, Vegetation und Alltag. Er beschreibt Orte, die jeder meint zu kennen und schafft somit Nähe und das Gefühl, selbst einmal dort gewesen zu sein. Andere Orte will man selbst in seinen schlimmsten Alpträumen niemals erleben und sehen. Hier nutzt er gut und gern Details und kleine Alltäglichkeiten. Bizarre Orte, tiefe Abgründe, neue Welten, entsetzliche Kulissen, aber auch die gute biedere Gemütlichkeit und Geborgenheit eines fast heilen Familienlebens mit fragwürdiger Vergangenheit und aktuellem schrecklichen Ereignissen. Der Autor Lee Burke bietet dem Leser einen Blick in die Welt der Erpressung, des Fanatismus, der Prostitution, des Menschenhandel, der Drogen und Mafia… und und und. Meinung: Dieser Thriller ist wahrlich keine leichte Kost, liest sich anspruchsvoll und ist geballt mit Spezialwissen und enormen Besonderheiten. Dieser Thriller bedient die Sparte Hardcore zu Recht und ist fernab vom Mainstream, dieser Titel passt hervorragend ins Verlagsprogramm des Heyne Hardcore. Ich war von Beginn an gefesselt, war entsetzt und fasziniert sogleich. Diese Neuartigkeit, diese Andersartigkeit, diese Erkennungsmarke, diese Novität, all diese vielen Details und die bestialisch erschütternden Hinrichtungen hat mich gleich begeistert und durch die mehr als 670 Seiten fliegen lassen. Zwar ist die Stärke, das Gewicht und das Handling des Buches nicht sehr komfortabel und das Buch leidet doch sehr beim Lesen, aber dafür wird man mit einem Thriller belohnt, den man sicherlich lange nicht vergessen wird. Rasant, actiongeladen, geballt und hochspannend. Der Autor hat mich gleich auf seine Seite geholt und mich ans Buch gefesselt. Ich bewundere und lobe diese Einzigartigkeit des Autors. Ein geniales Spiel mit dem Wort und ein genialer Dialog mit den Lesern. Ganz besonders großartig. Die Handlung gefällt mir gut, auch wenn es mich stellenweise an einen modernen Western erinnert hat. Besonders die kirchlichen Hintergründe, die Art des Spektakels, die ausweglosen Ermittlungen und Recherchen, die Komplexität und das Ausmaß des Grauen haben mich sehr beeindruckt und verblüfft. Verdiente 5 Sterne, da sich das Buch von der Masse abhebt, neuartig und mutig ist, es bietet Einblicke in geschundene Seelen, Geldgier, Macht und abscheuliche Motivationen! Zudem hat es mich gut unterhalten und die Spannung mit Wissen unterfüttert. Einzigartiger Bezug auf die Gesellschaft, die Schwäche und Stärke anderer, Fanatismus, Glaube, Rituale, Verschwörungen und Grundwerte, aktuelle Themen, reale Polizeiarbeit und kleinste Details mit grandiosen Charakteren und zwei dicken Handlungssträngen, die sich zu einem festen Tau verbinden. Cover / Buch: Das Buch ist hochwertig und ansprechend verarbeitet. Das Cover lädt zu Assoziationen ein und spiegelt Passagen aus dem Thriller wieder. Das Schriftbild ist sehr angenehm, die Kapitel von angenehmer Länge. Das Buch ist sehr seitenstark und grenzwertig im Format. Es liegt leider nicht so angenehm in der Hand, da die vielen Seiten dem Buch die Festigkeit und Kompaktheit nehmen. Das Cover gefällt mir mehr als gut, der Klapptext hatte es mir angetan. Wunderbar. Der Autor: "James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der Sechzigerjahre von der Literaturkritik als neue Stimme aus dem Süden gefeiert. Nach drei erfolgreichen Romanen wandte er sich Mitte der Achtzigerjahre dem Kriminalroman zu, in dem er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit packenden Storys verband. Burke, der als einer der wenigen Autoren sogar zweimal mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet wurde, lebt abwechselnd in Missoula/Montana und New Orleans." Fazit: Ein Thriller von brutaler und rasanter Genialität, der das Beste der Besten vereint und absolut überzeugt und gerne 5 Sterne verdient hat! Ein Lesehighlight!

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    • 16
  • Warten auf den Regen.

    Regengötter

    Gulan

    Texas, nahe der mexikanischen Grenze: Sheriff Hackberry Holland folgt einem anonymen Hinweis auf eine Schießerei in einer verlassenen Siedlung. Hinter der alten Kirche findet er ein Massengrab: Neun asiatische Frauen, von Schüssen durchsiebt und mit einer Planierraupe verscharrt. Holland ist den Fall bald offiziell los, doch er misstraut dem FBI und ermittelt weiter. Derweil ist der anonyme Anrufer als einziger Tatzeuge auf der Flucht vor dem FBI und den anderen Killern. Doch unter den Killern und deren Auftraggebern herrscht bald Uneinigkeit über die Bewertung der Ereignisse und der weiteren Vorgehensweise. Autor James Lee Burke ist so etwas wie der große, alte Mann der amerikanischen Kriminalliteratur. Er ist beinahe 80 und veröffentlichte zahlreiche erfolgreiche Krimis und Thriller. „Regengötter“ erschien 2009 im Original und letztes Jahr auf Deutsch. Das Buch wurde von mehreren namhaften Krimi-Rezensenten zum Krimi des Jahres 2014 gekürt. Der Zeuge: Pete Flores. Ein Loser-Typ. Sein Trauma: Als Soldat im Irak schwer verwundet, seitdem hindert ihn seine posttraumatische Belastungsstörung an einem geregelten (Arbeits-)Leben. Er ist zufällig für die Entführung der Asiatinnen engagiert worden. Vor deren Ermordung hat er sich aus dem Staub gemacht, aber aufgrund von Schuldgefühlen anonym die Polizei informiert. Nun ist er auf der Flucht vor seinen Komplizen und dem FBI (beides zurecht). Begleitet wird er von seiner hübschen und taffen Freundin Vikki Geddis. Der Sheriff: Hackberry Holland. Ein Kauz. Sein Trauma: Kriegsgefangener und Folteropfer im Koreakrieg. Er hat in seinem langen Leben schon einiges erlebt und oft über die Stränge geschlagen. In seiner zweiten Ehe hat er dann die Kurve bekommen und arbeitete unter anderem als Bürgerrechtsanwalt. Er ist schon über dem Rentenalter, aber immer noch bereit, für Gerechtigkeit einzustehen, notfalls auch ohne Zuständigkeit und unter Dehnung des Rechts. Der Killer: „Preacher“ Jack Collins. Ein „moderater“ Psychopath. Er ist ein echter Profikiller, vor dem auch die Kollegen großen Respekt haben, aber durchaus für empathische Überraschungen gut. Er ist tief christlich geprägt, fast ein Fundamentalist. Dadurch leitet er für sich ab, auch seine Auftraggeber zu hinterfragen, was im Laufe des Thrillers zu blutigen Konfrontationen führen wird. Daneben tauchen weitere Charaktere entscheidend auf, unter anderem der Nachtclubbesitzer und Familienvater Nick Dolan, der Agent Isaac Clawson von der Zoll- und Einwanderungsbehörde, Hollands Deputy und Umwerbende Pam Tibbs oder Preachers „Kollege“ und Zylinderträger Bobby Lee Motree. Burkes Schreibstil ist wirklich hervorragend. Ruhige, atmosphärische Szenen wechseln mit dichter, packender Spannung. Bestechend vor allem seine sorgfältigen Figurenzeichnungen, bei der er schwarz-weiß-Malerei weitgehend gekonnt vermeidet, daneben die messerscharfen Dialoge und die herausragende Beschreibung der Atmosphäre, insbesondere der Natur und des Wetters. Trotz teilweise düsterer Grundstimmung und vielen Toten im Laufe des Werks, würde man mit dem Label „noir“ dem Thriller nicht ganz gerecht, denn dafür gibt es auch zu viele Momente des Optimismus. Ein wenig kritisieren möchte ich, dass Burke in der zweiten Hälfte des Buches die Handlung doch zu sehr dehnt. Hier wäre meines Erachtens ein wenig mehr Geradlinigkeit besser gewesen. Ein überzeugender Thriller mit intelligenter Story, starken Charakteren und toller südtexanischer Atmosphäre. Einzig die vorhandenen Längen verhindern knapp die volle Punktzahl.

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    • 12
  • Tabula Rasa in Texas

    Regengötter

    Stefan83

    Thomas Wörtche, Tobias Gohlis, Frank Göhre, Oliver Bottini. Nur ein paar Namen aus der hiesigen Kriminalliteraturlandschaft, welche im Vorwort des Leseexemplars zum ersten übersetzten James Lee Burke-Roman seit etwa zwölf Jahren dessen Wiederentdeckung preisen – verbunden mit der Hoffnung, dass „Regengötter“, so der Titel des bei Heyne-Hardcore veröffentlichten Buches, dem amerikanischen Autor, zweifacher Edgar-Award-Preisträger und nominiert für den Pulitzer-Preis (für sein Frühwerk „The Lost Get-Back-Boogie“), endlich zum langersehnten Durchbruch in Deutschland verhelfen wird. Daran ist auch dem Rezensenten selbst gelegen, der – und das sei an dieser Stelle und in der Freude des Augenblicks mal gestattet zu erwähnen – die letzten Jahre in bester Klingelputzmanier Burkes Namen bei verschiedensten Verlagen ins Spiel gebracht und letztlich unter anderem in Markus Naegele, Cheflektor bei Heyne Hardcore, einen vom Autor gleichsam begeisterten Zuhörer gefunden hat. Das Ergebnis der vielen und immer wiederkehrenden Forderungen aus dem deutschen Krimi-Milieu umfasst knapp 670 Seiten und enthält neben einem Interview mit dem inzwischen fast achtzigjährigen Schriftsteller auch ein äußerst aufschlussreiches Nachwort von Daniel Müller, indem Werdegang und Werk James Lee Burkes ebenfalls nochmal entsprechend gewürdigt werden. Das ist viel Lob vorab für einen Mann, dessen Name so lange von der deutschen Bildfläche verschwunden war und heute wohl vielen Lesern – und sogar manchen Buchhändlern – keinerlei Begriff sein wird, was wiederum die Frage aufwirft: Ist der „König der amerikanischen Kriminalliteratur“ (O-Ton Heyne auf der Rückseite des Buches) nur mehr werbewirksame Übertreibung oder tatsächlich wohlverdiente Auszeichnung für einen Autoren, dessen Regentschaft das Publikum hierzulande bloß nie richtig zur Kenntnis genommen hat? Bereits die ersten Seiten des Buches geben Aufschluss darüber, dass tatsächlich Letzteres der Fall ist und verdeutlichen zudem, warum sich Heyne hier für den zweiten Auftritt des über siebzigjährigen Sheriffs Hackberry Holland (er spielte bereits 1971 in „Lay Down My Sword and Shield“ eine Rolle) aus Texas entschieden hat. Holland ist eigentlich weit jenseits des Rentenalters, aber noch rüstig genug für einen Job, der im Niemandsland nahe der mexikanischen Grenze in der Regel auch nicht allzu viel Arbeit bedeutet. Von ein paar Narcos und besoffenen Herumtreibern abgesehen, beschränkt sich der Dienst vor allem auf Streifenfahrten und viel, viel Routine, die ihm genug Zeit für Haus, Garten und die zwei Pferde auf der dazugehörigen Koppel lassen. Zumindest bis zu dem Tag, als ein anonymer Anrufer Hollands Augenmerk auf die alte Kirche in Chapala Crossing richtet. Direkt im Schatten des abbruchreifen Gebäudes gräbt der Sheriff die Leichen von neun Frauen aus, notdürftig mit einem Bulldozer plattgewalzt. Bei den Toten handelt es sich dem Anschein nach um illegale Einwanderer aus Asien, die zuvor als Prostituierte gearbeitet hatten und deren Mägen schließlich für den Drogentransport missbraucht wurden. Holland, der durch das Massengrab an seine Kriegsgefangenschaft in Korea erinnert wird, nimmt sich des Falls persönlich an und setzt alle möglichen Hebel in Bewegung, um den Anrufer ausfindig zu machen. Bei seinen Nachforschungen kreuzt er die Wege von Isaac Clawson, einem Beamten der Einwanderungs- und Zollfahndungsbehörde ICE, der nach dem Mord an seiner Tochter auf seinem eigenen Rachefeldzug ist und sich nur wenig kooperationsbereit zeigt. Aber auch beide zusammen können nicht verhindern, dass die einzigen Tatzeugen, der Irak-Veteran Pete Flores und seine Freundin Vikki Gaddis, untertauchen. Und während das Gesetz seine liebe Mühe und Not hat, die zwei ausfindig zu machen, hat sich bereits ein anderer an ihre Fersen geheftet. Jack Collins – besser bekannt als „Preacher“ – arbeitet für die Drahtzieher des Mehrfachmords. Seine bevorzugte Waffe: eine Thompson aus dem Zweiten Weltkrieg. Sein Auftrag: Tabula Rasa machen … Eine verlassene, alte Tankstelle. Ein erodierendes, sich windendes Flussbett. Steppenläufer, die der Wind über eine schnurgerade gezogene Bundesstraße treibt. Darüber ein wolkenloser Himmel, dessen Sonne unbarmherzig die ausgetrocknete Erde malträtiert. Beschreibungen, die zwar Bilder im Kopfe des Lesers wecken dürften, aber nur äußerst mangelhaft James Lee Burkes Kunstfertigkeit wiedergeben, die Flora und Fauna des Schauplatzes – in den meisten Spannungsromanen oft nur auf dessen Nutzwert reduziert – mit all ihrer Tiefe und Schönheit zu erfassen. Wohlgemerkt ohne dass diese in ihrer Dreidimensionalität zu einem Selbstzweck oder künstlicher Effekthascherei verkommen. Im Gegenteil: Burkes Blick auf seine Umgebung ist immer ungeschönt, weit weg von den vorteilhaften Ausschnitten der Bildbände oder Reiseführer. Es sind Momentaufnahmen, Schnappschüsse sich stetig verändernder Begebenheiten, die, wie das von ihm schon beinahe poetisch in Szene gesetzte Wetter, die Bewohner dieses Landstrichs zur Anpassung gezwungen haben. Hier, weit weg von den Millionenmetropolen, in den kleinen Käffern zur Grenze Mexiko, welche in der Hitze brüten, hat der amerikanische Traum schon seit langem vor der Realität kapituliert. Höher als die Zahl der Arbeitslosen ist meistens nur die der illegalen Einwanderer. Wenige schaffen den Weg nach oben, ohne das Gesetz zu übertreten. In dieser kargen, staubigen Wildnis begegnen wir gleich zu Beginn Hackberry Holland, der viel seiner Umgebung adaptiert hat. Knochentrockener Humor, beinhart in seiner Art jeglichem Widerstand gegen das Gesetz zu unterbinden. Wie sein Cousin Billy Bob Holland (Burkes zweite Hauptfigur nach Dave Robicheaux, erster Auftritt in „Dunkler Strom“ aus dem Jahr 1997) hat er eine Vergangenheit als Anwalt. Im Gegensatz zu seinem Verwandten in Montana, der auch als Streifenpolizist und Texas Ranger tätig gewesen ist, liest sich jedoch Hackberrys Karriere weniger ruhmreich. Alkoholsucht, Bordellbesuche, Scheidung, verkorkste Politkarriere, von der Öffentlichkeit diffamiertes Mitglied in der ACLU (Amerikanische Bürgerrechtsunion), Depressionen. Das Leben war voller Tiefschläge, von denen er sich nie richtig erholen konnte. Voller Bilder, die ihn einfach nicht loslassen wollen und sein Handeln bis heute bestimmen. Das führt allerdings auch dazu, dass sich Hackberry eine gewisse gesellschaftspolitische Sichtweise zu Eigen gemacht hat, die für einen Mann in seiner Position eher ungewöhnlich, ja manchmal gar hinderlich ist. Wer nun jedoch Angst hat, dass sich die Figur damit in die inzwischen überbordende Menge an stereotypen, problembeladenen Ermittlern im Krimi-Genre einreiht, darf gern erleichtert durchatmen, da James Lee Burke weder den Fehler begeht, sich in Mankellschen Jammerorgien zu ergehen, noch seine Erfolgsfigur Dave Robicheaux in lediglich leicht gealterter Form zu kopieren. Stattdessen ist Hackberry weit komplexer, undurchsichtiger und mitunter auch rätselhafter als die beiden anderen Serienprotagonisten, wenngleich er deren Ansicht von Recht und Gerechtigkeit, von Schuld und Sühne naturgemäß teilt. Denn trotz des literarischen Tons, der verschiedenen Ebenen und der stilistischen Geschliffenheit bleibt auch „Regengötter“ ein „Hardboiled“-Novel alter Schule. Ruhige Passagen sind stets nur allzu trügerisch, Gewalttaten von drastischer, und damit ernüchternder und erdrückender Brutalität. Wo die Konkurrenz jedoch sonst den gesamten Plot auf ein blutiges Spektakel hin ausrichtet, sucht Burke in seinen Schilderungen lediglich einen Weg, die bittere Realität zu unterstreichen, eine packende, spannungsgeladene Atmosphäre zu kreieren, welcher keiner simpler Cliffhanger oder „Aha“-Momente bedarf. Als Folge davon ist „Regengötter“ dann vor allem eins: Authentisch. Egal, wessen Geschichte Burke erzählt, welchem Handlungsstrang wir als Leser gerade folgen – wir glauben ihm das, was er uns erzählt. Davon profitieren neben der oben genannten Atmosphäre auch die anderen Figuren, allen voran Antagonist Jack „Preacher“ Collins, der nur auf den ersten Blick als Prototyp des Soziopathen daherkommt, im weiteren Verlauf jedoch immer mehr an Facetten gewinnt. Auch weil Hackberry Holland durch seine Ermittlungen „Preachers“ Kreise stört, so dass dieser sich schließlich zum Handeln gezwungen sieht. Das erste Zusammentreffen der beiden hat Burke mit einer cineastischen Schärfe und Akribie gezeichnet, die mit gefühlsintensiv noch unzureichend beschrieben und einfach nur bewundernswert ist. Es ist nur ein Highlight von vielen in diesem stimmungsvollen, nachhaltig prägenden Roman. „Regengötter“ – das ist ein dickes Ausrufezeichen von Heyne-Hardcore, das ist Ausnahmeliteratur, das ist ein brüllender Weckruf an alle Leser von Donald Ray Pollock, Cormac McCarthy, Joe R. Lansdale, Daniel Woodrell, William Gay und Co., ihre Aufmerksamkeit James Lee Burke zu widmen. Hier muss zugegriffen, gekauft und vor allem gelesen werden. Der König ist tatsächlich zurück und bleibt diesmal länger. Nicht zuletzt auch weil der Pendragon-Verlag mit „Sturm über New Orleans“ im Frühjahr 2015 die Dave-Robicheaux-Serie wiederbeleben wird.

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    • 5
  • Ein moderner Western

    Regengötter

    tootsy3000

    06. March 2015 um 08:31

    Das Buch liest sich wie ein moderner Western. Da gibt es die Guten und die Bösen, beide sind auf der Jagd, die einen nach den Bösen, die anderen nach den Zeugen. Anstatt auf Pferden aber im modernen SUV oder in einem Einsatzfahrzeug. Die Landschaft wird detailgetreu geschildert, was anfangs toll ist, aber irgendwann  ein zu viel und zu oft darstellt. Die Charaktere sind meines Erachtens typisch amerikanisch: die Ermittler gesetzestreu, bereit zu töten – erst zu schießen und dann zu fragen; die Bösen sind die Bösen – ein religiöser Psychopath, kiffende Killer, italienische und irische Bösewichte. Auch jüdische Protagonisten fehlen nicht, ebenso wenig Veteranen aus vergangen Kriegen. Alles gebündelt in diesen einen Roman war es manchmal schwierig den Überblick über all die Figuren zu behalten. In die Hauptfigur packte der Autor dann auch noch viel von sich selber, angefangen beim Alter und andere Aspekte aus seinem Leben. Trotzdem ist dem Autor eine spannende Geschichte gelungen mit manchmal schrägen Situationen und komischen Dialogen.

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  • knallharte Aktion

    Regengötter

    robberta

    02. February 2015 um 12:20

    Regengötter James Lee Burke der König der amerikanischen Kriminalliteratur ist zurück. »Ich bin hinter der alten Kirche in Chapala Crossing und habe gerade neun Leichen gefunden, die hier begraben wurden. Alles Frauen. Benachrichtigen Sie bitte das FBI und rufen Sie auch die Kollegen vom Brewster County und vom Terrell County an. Die sollen Unterstützung schicken.« Der Geruch des Todes! Auf den Hinweis eines anonymen Anrufers hin, gräbt Sheriff Hackberry Holland hinter einer verlassenen Kirche die Leichen von neun Frauen aus, notdürftig mit einem Bulldozer plattgewalzt. Es handelt sich dem Anschein nach um illegale Einwanderer aus Asien, die in Texas nahe der mexikanischen Grenze als Prostituierte arbeiteten. Bei der Suche nach dem Anrufer gerät Holland mit Isaac Clawson von der Einwanderungs- und Zollfahndungsbehörde ICE aneinander. Nach dem Mord an seiner Tochter ist er auf seinem eigenen Rachefeldzug. Bevor sie den einzigen Tatzeugen, Pete Flores, und dessen Freundin Vikki Gaddis ausfindig machen können, befinden sich diese bereits auf der Flucht vor den eigentlichen Drahtziehern, zu denen Jack Collins — genannt Preacher— zählt, ein Psychopath, dem man besser nicht zu nahe kommt. Meine Meinung: Handlungsort ist ein kleiner Ort im südwesten von Texas an der mexikanischen Grenze. Der hochkarätige Autor präsentiert ein Kaleidoskop an Charakteren in allen Schattierungen von weiß bis tief schwarz. Auf 672 Seiten weitgehend Aktion und harte blutige Kämpfe und zwischendurch langatmigen Stellen um den Herzschlag zu beruhigen. Sheriff Hackberry Holland ist ein knallharter Mann. Seine Erlebnisse aus dem Korea-Krieg belasten ihn ebenso wie der Tod seiner zweiten Frau. Um den Schmerz zu betäuben greift er zu Alkohol und vertreibt seine Einsamkeit bei Bordellbesuchen. Hackberry bekommt von einem kleinen Team Rückendeckung und Unterstützung. Bei einer verlassenen Kirche werden die Leichen von neun Frauen die mit einem Bulldozer plattgewalzt wurden gefunden. Es handelt sich anscheinend um illegale Einwanderer aus Asien, die in Texas als Prostituierte arbeiteten. Bei der Suche nach dem Anrufer gerät Holland mit Isaac Clawson von der Einwanderungs- und Zollfahndungsbehörde ICE aneinander. Um die Zusammenhänge zwischen Mörder, Auftraggeber und Opfer aufzudecken muss er weitergehen als zunächst gedacht.

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  • Lesen! Lesen! Lesen!

    Regengötter

    Havers

    16. January 2015 um 10:35

    Texas, irgendwo im Nirgendwo, ein Kaff in der Nähe der mexikanischen Grenze. Dort sorgt Sheriff Hackberry Holland für Recht und Ordnung. Obwohl er bereits längst das Rentenalter erreicht hat, denkt er nicht im Traum daran, sich zur Ruhe zu setzen. Erst recht nicht, nachdem der bei der Notrufzentrale anonym eingegangene Anruf ihn zu einer Grube führt, in der er die von Kugeln durchlöcherten Leichname von neun jungen Thailänderinnen findet. Die mit Heroin gefüllten Plastiktütchen, die sich in ihren Bauchräumen befinden, lassen vermuten, dass sie als Drogenkuriere tätig waren. Sheriff Holland hat schon viel erlebt und durchgemacht, und so erinnert ihn diese Grube an die vielen Massengräber, die er im Koreakrieg gesehen hat. Und es sind keine guten Erinnerungen. Er schwört sich, dass er die Täter dingfest machen wird. Seine Ermittlungen werden allerdings massiv durch die staatlichen Organe von FBI und DEA behindert. Aber der alte Sheriff lässt nicht locker und sticht in ein Wespennest, denn im mexikanischen Grenzgebiet blüht nicht nur der Handel mit Drogen sondern auch mit Menschen, vornehmlich jungen Frauen. Und die mafiösen Strukturen des organisierten Verbrechens sind überall zu finden… James Lee Burkes „Regengötter“ kann und sollte man nicht mit den üblichen Thriller-Maßstäben messen. Hier liest man nicht in erster Linie an der Handlung entlang, obwohl diese natürlich auch Spannung verspricht. Es sind die grandiosen Naturbeschreibungen und die bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten außergewöhnlichen Hauptfiguren, die den Leser an den Seiten kleben lassen. Und dann ist da noch der amerikanische Traum, der für die Menschen, die in dieser Einöde leben, schon längst ausgeträumt ist. Wenn sie ihr Stück vom Kuchen oder einfach nur überleben wollen, ist es oft nur ein kleiner Schritt in die Kriminalität. Und James Lee Burke befindet sich in bester Gesellschaft – Cormac McCarthy, Daniel Woodrell oder Elmore Leonards Fernsehserie „Justified“ – wenn es darum geht aufzuzeigen, was perspektivlose Lebensumstände mit den Menschen machen, die in Gebieten leben, die längst von den Oberen vergessen wurden. Wortgewaltig und ausdrucksstark - Lesen! Lesen! Lesen!

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