James Leo Herlihy

 4.5 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Midnight Cowboy.

Lebenslauf von James Leo Herlihy

Werke von großer menschlicher Tragik: James Leo Herlihy wurde 1927 in Detroit geboren und schrieb schon als Jugendlicher erste Kurzgeschichten. Nach seinem Highschool-Abschluss diente er von 1944 bis 1946 in der Navy und nahm anschließend ein Studium der Bildenden Künste am Black Mountain College in North Carolina auf. Zu jener Zeit entdeckte er sein Talent und seine Leidenschaft fürs Theater, weshalb er 1948 nach Kalifornien zog und am renommierten Pasadena Playhouse College ein Schauspielstudium aufnahm. Nach zahlreichen Rollen als Theaterschauspieler verfasste er ab Mitte der fünfziger Jahre selbst Drehbücher und Theaterstücke. Sein Stück „Blue Denim“ (1958) hatte sowohl am Broadway als auch als Filmadaption großen Erfolg. 1960 veröffentlichte er mit „All Fall Down“ („Ich und dieser Berryberry“, 1961) den ersten seiner insgesamt drei Romane. Sein bekanntestes Werk ist der Roman „Midnight Cowboy“ (1965), kongenial verfilmt von John Schlesinger mit Dustin Hoffman und Jon Voight (dt.: „Asphalt-Cowboy“). Bei Herlihys feinsinnig entwickelten Figuren handelt es sich häufig um tragische Außenseiter, deren trauriges Schicksal am Rande der Gesellschaft er schonungslos darstellt. Auch Herlihys Leben endete tragisch. 1993 beging er im Alter von 66 Jahren mit einer Überdosis Schlaftabletten Selbstmord.

Alle Bücher von James Leo Herlihy

Midnight Cowboy

Midnight Cowboy

 (21)
Erschienen am 17.08.2018

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Rezension zu "Midnight Cowboy" von James Leo Herlihy

Lesenswerter Kultroman
booklovingvor 17 Tagen

INHALT
Der Kultroman über Liebe und Einsamkeit.

Joe Buck ist ein Einzelgänger. Nach dem Tod seiner Großmutter Sally, bei der er aufgewachsen ist, beschließt er, sich Cowboystiefel zu besorgen, nach New York zu fahren und bei einsamen Frauen Unterschlupf zu suchen.
Doch das New York der frühen Sechziger ist kein Ort für einen Mann in Cowboystiefeln, die neue Zeit hat längst begonnen, und auf Joe warten nur Armut und Einsamkeit. Bis er dem hinkenden Gauner Ratso Rizzo begegnet. Ihre Freundschaft, ihre Liebe zählt zu den schönsten der amerikanischen Literaturgeschichte.

(Quelle: Klappentext Blumenbar)

MEINE MEINUNG
Bei der kürzlich erschienenen Ausgabe des Romans „Midnight Cowboy“ vom US-amerikanischen Schriftsteller James Leo Herlihy handelt es sich um eine Neuübersetzung des bereits 1968 in deutscher Sprache erschienenen Kultromans, der von Daniel Schreiber sehr gekonnt aus dem Amerikanischen in eine zeitgemäße Sprache übertragen und mit einem Nachwort versehen wurde.
Der großartige, ebenfalls verfilmte Roman zählt zu den modernen Klassikern der amerikanischen Literatur und erzählt die tragische Tellerwäscherlegende eines klassischen Antihelden der amerikanischen Gesellschaft. Der tiefgründige Roman ist zugleich ein beklemmendes, traurig stimmendes Großstadt-Drama über Einsamkeit, Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Selbstbetrug und die verzweifelte Suche nach einem Platz im Leben. In seiner Geschichte greift der Autor gesellschaftskritische Themen auf, die auch heute noch Bestand haben, und zeichnet ein beeindruckendes Sittenbild der 1960ger Jahre. Auf geniale Weise zeigt uns der Autor mit seinen gelungenen Portraits die kleinen Verlierer des “American Dreams” mit ihrer verblendeten Sicht auf ihre ausweglose Situation und ihren realitätsfremden Träumen von einer rosigen Zukunft. Herlihys Blick auf die ungeschönte Wirklichkeit der Loser im gnadenlosen Überlebenskampf inmitten des Großstadtmolochs ist prägnant und eindringlich. Er versteht es darüber hinaus, die besondere Atmosphäre und das spezielle Milieu treffsicher und mit viel Feingefühl einzufangen. Im Mittelpunkt seiner berührenden Geschichte, die bis heute nichts von ihrer Faszination auf uns Leser eingebüßt hat, stehen zwei tragische Helden und die sich entwickelnde Freundschaft zwischen diesen beiden verschrobenen Außenseitern. Der junge, naive Protagonist Joe Buck, ein in seiner Kindheit vernachlässigter, aber sehr selbstverliebter Texaner, bricht nach seiner Zeit bei der Army mit einer neu erstandenen Cowboy-Kluft auf ins legendäre New York der 1960er Jahre, um dort sein Glück als Call-Boy für die reiche weibliche Oberschicht zu versuchen und Karriere zu machen. Doch schon bald muss er erkennen, dass sein Plan zum Scheitern verurteilt ist. Fehleinschätzungen und Misserfolge bringen den unerfahrenen Mann um sein gesamtes Geld, dann auf die schiefe Bahn und schließlich befindet er sich auf einer unabwendbaren Abwärtsspirale.
Auch die Figur des cleveren, verkrüppelten und abgehalfterten Kleinganoven Enrico “Ratso” Rizzo ist hervorragend getroffen. Ratso wird schließlich Joes erster echter Freund und seine eigentliche große Liebe. Auch wenn viele Passagen erstaunlich offen und unverblümt Sexszenen schildern, wird die Homosexualität der beiden Helden nur über Andeutungen deutlich.

FAZIT
Ein tiefgründiger, sehr aufschlussreicher Roman über einen tragischen, sehr einsamen Helden und einer berührenden, auch heute noch lesenswerten Geschichte.


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Rezension zu "Midnight Cowboy" von James Leo Herlihy

Einsamkeit ist zeitlos
ulrikerabevor 20 Tagen

Joe Buck ist ein kleiner einsamer Junge. Die ersten Lebensjahre wächst er mit drei Prostituierten auf, von denen wohl eine seine Mutter ist. Mit neun Jahren wird er zu seiner Großmutter Sally verfrachtet, die ihre spärliche Freizeit lieber mit Männerbekanntschaften verbringt, als mit ihrem Enkel. Joe wächst zu einem gutaussehenden jungen Mann heran, aber geht mit den naiven großen Augen eines Kindes durch die Welt. Aus seiner Erscheinung will er Kapital schlagen und so setzt er sich nach Sallys Tod in den Greyhound nach New York, um sich dort für Sex an reiche Frauen zu verkaufen. Doch niemand in New York wartet auf ihn, bis er auf den windigen Gauner Ratso Rizzo trifft.
Midnight Cowboy von James Leo Herlihy ist 1965 erstmals erschienen und jetzt 2018 vom Verlag Blumenbar wieder aufgelegt worden. Von Tennessee Williams gelobt, von John Schlesinger verfilmt hat dieses Buch zurecht Kultstatus. Joe Buck, der sich nach nichts mehr sehnt als Liebe und Freundschaft, kämpft hart ums Überleben. Die Welt um sich herum nimmt er oft nur wirklich wahr, wenn er mit seinem Spiegelbild zu diskutieren beginnt. Joe findet seinen Platz im Leben nicht, hadert mit seiner Bisexualität. Herlihy geht nicht behutsam mit seinen Figuren um, er lässt sie leiden, an Armut, Hunger, Einsamkeit. Joe und Ratso sind ein so ungleiches Paar. Ihre Verbindung geboren aus der Not, wird trotz Elend und ohne Perspektive zu einer echten Verbundenheit.
Über Sex wird in diesem Buch, vor allem für die damalige Zeit, recht unverblümt berichtet. Szenen zwischen Mann und Frau schildert Herlihy sehr freizügig, doch bei homosexuellen Begegnungen gibt es nur Andeutungen. Der Autor, der sich selbst auch nie klar zu seiner Homosexualität bekennen konnte, verarbeite so auch Teile seiner eigenen Lebensgeschichte. Ein Sittenbild der 60er Jahre, das besser nicht gezeichnet werden kann und dabei trotzdem von einer konstanten Zeitlosigkeit.

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Rezension zu "Midnight Cowboy" von James Leo Herlihy

wunderschöner Roman
Vampir989vor 2 Monaten

Klapptext:


Der Kultroman über Liebe und Einsamkeit.

Joe Buck ist ein Einzelgänger. Nach dem Tod seiner Großmutter Sally, bei der er aufgewachsen ist, beschließt er, sich Cowboystiefel zu besorgen, nach New York zu fahren und bei einsamen Frauen Unterschlupf zu suchen. 
Doch das New York der frühen Sechziger ist kein Ort für einen Mann in Cowboystiefeln, die neue Zeit hat längst begonnen, und auf Joe warten nur Armut und Einsamkeit. Bis er dem hinkenden Gauner Ratso Rizzo begegne. Ihre Freundschaft, ihre Liebe zählt zu den schönsten der amerikanischen Literaturgeschichte.

Dies ist die Neuübersetzung des schon 1965 erschienenen Romans " Midnight Cowboy".Und ich finde dies ist Daniel Schreiber hervorragend gelungen.
Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht.Ich wurde in die 60iger Jahre entführt und lernte Joe Buck kennen.Es war für mich sehr interessant seinen Lebensweg zu verfolgen.
Der Schreibstil ist leicht und locker.Die Seiten flogen nur so dahin.Einmal angefangen mit lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen.
Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben.Ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen.Es gab viele unterschiedliche Charaktere welche bestens ausgearbeitet wurde.Besonders beeindruckt hat mich Joe Buck.Aber auch alle anderen Figuren waren interessant.
Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt.In mir war Kopfkino.Durch die sehr ansprechende und fesselnde Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Joe Buck ist geprägt durch seine schwere und unschöne Kindheit und sucht nun sein Glück in New York.Doch er lernt Hunger,Armut und sexuelle Gewalt kennen.Doch aus der Bekanntschaft mit Ratso Rizzo wird eine wahre Freundschaft und Liebe.Es hat mich alles sehr berührt und emotional bewegt mit zu erleben wie sich Joe Buck im Laufe der Zeit entwickelt.Auch wurde mir das Leben zu der damaligen Zeit nahe gebracht.Ich habe viele Wissenswertes erfahren.Die Handlung blieb von Anfang bis zum Ende sehr interessant und abwechslungsreich.Dadurch wurde mir nie langweilig.Mich hat dieser Roman einfach fasziniert und begeistert.Viel zu schnell war ich am Ende angekommen.
Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.
Ich hatte viele unterhaltsame und bewegende Stunden mit dieser Lektüre.Dafür vergebe ich glatte 5 Sterne und bedanke mich bei dem Autor für diese wunderschöne Neuübersetzung.

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Autoren oder Titel-CoverDer Kultroman über Liebe und Einsamkeit.

Joe Buck ist ein Einzelgänger. Nach dem Tod seiner Großmutter Sally, bei der er aufgewachsen ist, beschließt er, sich Cowboystiefel zu besorgen, nach New York zu fahren und bei einsamen Frauen Unterschlupf zu suchen.
Doch das New York der frühen Sechziger ist kein Ort für einen Mann in Cowboystiefeln, die neue Zeit hat längst begonnen, und auf Joe warten nur Armut und Einsamkeit. Bis er dem hinkenden Gauner Ratso Rizzo begegne. Ihre Freundschaft, ihre Liebe zählt zu den schönsten der amerikanischen Literaturgeschichte.

Hier zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351050481.pdf

Über James Leo Herlihy

James Leo Herlihy, geboren 1927 in Detroit, Michigan, schrieb Drehbücher und Roman und arbeitet als Schauspieler. Er schaffte gleich mit seinem Debütroman "All Fall Down" (1960) den großen Durchbruch. 1965 folgte "Midnight Cowbow", das von John Schlesinger mit Dustin Hoffmann als Ratso Rizzo verfilmt wurde und drei Oscars gewann. Herlihy starb 1993 an einer Überdosis Schlaftabletten.

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James Leo Herlihy wurde am 27. Februar 1927 in Detroit (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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