James M. Cain Abserviert

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Inhaltsangabe zu „Abserviert“ von James M. Cain

Zweifellos gehörte James M. Cain, der Autor von Millionenbestsellern wie "Wenn der Postmann zweimal klingelt" zu den bedeutendsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Und so darf man es eine literarische Sensation nennen, dass nun, 35 Jahre nach seinem Tod, ein letzter, bisher verschollener Kriminalroman von ihm aufgetaucht und soeben erstmals in den USA verlegt worden ist. "Abserviert", so der deutsche Buchtitel, ist ein Hard-Boiled-Roman alter Schule, aber "frisch, zeitlos und relevant" (Stephen King). "Eine literaturhistorische Sensation." Bücher Zur Geschichte: Im Mittelpunkt des in den Aussenbezirken von Washington D.C. angesiedelten Romans steht die junge und attraktive Witwe Joan White, deren Mann unter mysteriösen Umständen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Nach seinem Tod völlig Mittellos geworden, ist Joan gezwungen, sich eine Arbeit zu suchen. Sie nimmt eine Stelle als Barfrau im "Garden of Roses" an und verdingt sich gelegentlich als Edelprostituierte. Dort lernt sie auch Earl, einen wohlhabenden älteren Mann kennen, den sie bald darauf heiratet. Verliebt ist sie aber in den jungen, attraktiven und mitunter gewalttätigen Tom Barclay, dem sie sich leidenschaftlich hingibt. Eine unheilvolle Konstellation, die einen weiteren Toten provoziert... "Abserviert, Cains so lange verschollener Roman, ist, auch dank der erneut großartigen Aufmachung von Walde+Graf/Metrolit, für Krimi-Freunde wie Bibliophile gleichermaßen eine mehr als empfehlenswerte Wiederentdeckung. Ein düsteres und doch berauschendes »Noir«-Werk der alten Schule, das durch Ardais Nachwort informativ abgerundet wird." Krimi-Couch "Das klassische James M. Cain-Dreieck, aus dem niemand unbeschadet herauskommt." ORF Ö1 ExLibris "Im Falle von "Abserviert" könnte daraus sogar ein aufregender Krimi entstehen - wenn James M. Cains Roman nicht schon so gnadenlos gut wäre [...] "Abserviert" ist große Literatur, wie es sie heutzutage im Krimibereich leider nur noch selten gibt. Für die Freunde des Genres ein absolutes Muss!" lettra.tv "Da hat der Metrolit Verlag eine wahre Perle aus dem Krimiozean gefischt." Lost Voices "Für Fans von hard-boilded-Krimis ein Muss! [ ... ] Das Manuskript war fast drei Jahrzehnte verschollen. Wie es wiedergefunden und editiert wurde, erläutert Herausgeber Charles Ardai im Nachwort, so spannend wie ein Thriller. [ ... ] Eine Story, die runtergeht wie ein Dry Martini und reinhaut wie drei ..." SI Style

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    Abserviert

    Stefan83

    26. May 2013 um 18:30

    Spricht man über die frühen „schwarzen“ Romane der amerikanischen Krimi-Kultur, die so genannten „Hardboiled-Novels“ oder „Noirs“, fallen unweigerlich immer die Namen der großen Drei: Dashiell Hammett, Raymond Chandler und James Mallahan Cain. Während jedoch das Werk der beiden ersteren auch literarisch seine Würdigung fand, galt letzterer Zeit seines Lebens als Autor der Massen, welchem letztendlich nur wegen seiner Popularität bei den Lesern anerkennende Beachtung geschenkt wurde – und weniger aufgrund der von ihm produzierten Qualität. Besonders die stetig wiederkehrenden Handlungsmotive in seinen Büchern, seine Fixierung auf den Zusammenhang von Sex, Kriminalität und Gewalt, haben Cains Werk immer wieder nah an den Rand der Schund-Literatur gerückt. Ein Stigma, das ihm bis heute, fast vierzig Jahre nach seinem Tod, noch wie ein übler Geruch anhaftet und dem der Autor in seiner langen Karriere auch stets aufs Neue ausreichend Nährboden lieferte. Cain suchte zielgerichtet den Skandal, wollte schockieren, die niederen Instinkte des Lesers ansprechen. Und er erreichte dies, in dem er in den 40ern und 50ern Tabuthemen wie Ehebruch, Verführung, sündhaftes Verlangen und kalten Mord nicht nur ansprach, sondern explizit schilderte. Besser gesagt: Cain ging durch die Türen, welche Hammett und Chandler geschlossen ließen. So ist das Düstere in ihren Romanen zwar ein kunstvolles, aber in seiner Beschreibung auch lediglich künstliches Stilmittel, um die scharfen Kanten und die Härte von Sam Spade und Philip Marlowe zu betonen, wohingegen Cains Milieuschilderungen weit naturalistischer daherkommen. Das unmoralische und triebhafte Verhalten seiner Charaktere dient keinesfalls atmosphärischen Zwecken oder Effekthascherei – es ist ein Abbild des Lebens in den Gossen Amerikas, eine Wiedergabe seiner eigenen Erfahrungen. Und gerade das machte seine Bücher letztlich auch so beliebt und erfolgreich. Ein Grund mehr einen Blick auf „Abserviert“ zu werfen, Cains letzten großen Roman, der für lange Zeit unbeachtet in dessen Nachlass vorlag, bis ihn der „Hard-Case-Crime“-Herausgeber Charles Ardai, auf Hinweis des Autorenkollegen Max Allan Collins, geborgen und schließlich 2012, nach einiger Überarbeitung, unter dem Titel „The Cocktail Waitress“ veröffentlicht hat. Nun ist er auch in deutscher Übersetzung von Gunter Blank und Simone Salitter bei Walde+Graf/Metrolit erschienen – und, soviel sei vorab verraten, er gehört für mich schon jetzt zu den Highlights dieses Jahres. Erzählt wird die Geschichte, welche in den späten 50er Jahren spielt, von Joan Medford. Eine junge Frau, die soeben ihren Ehemann beerdigen musste, der im Suff sein Auto in eine Wand gefahren hat. Während dessen Familie sein Ableben betrauert, ist Joan mehr als froh den gewalttätigen Trinker los zu sein, der nicht nur sie, sondern auch ihren gemeinsamen Sohn mehr als einmal geschlagen hat. Weil er ihr aber gleichzeitig einen Haufen Schulden hinterlassen hat, muss sie ihren Jungen vorerst in der Obhut ihrer Schwägerin lassen, die nichts unversucht lässt, um Joan mit dem Tod ihres Bruders in Verbindung zu bringen und ihr die Polizei auf den Hals zu hetzen. Geld muss also dringend her. Und Ansprüche kann sich die junge Mutter nicht leisten. Bereits kurze Zeit später tritt sie ihre Stelle als Cocktail-Kellnerin an, wo sie, offenherzig gekleidet und sexy gestylt, schon bald nicht nur fette Trinkgelder einstreicht, sondern auch zwei männliche Stammgäste auf sich aufmerksam macht. Einer ist Earl K. White III. Ein steinreicher, älterer Witwer und erfolgreicher Geschäftsmann, der sich unsterblich in sie verliebt und Joan heiraten möchte. Sollte sie sein Angebot annehmen, wären die finanziellen Probleme auf einen Schlag gelöst. Doch es nicht nur Earls Erscheinung, die Joan zögert lässt. Da ist auch noch Tom, ein junger, mittelloser Herumtreiber mit großen, aber nicht umsetzbaren Ideen, der sie immer wieder mit seinen Unverschämtheiten ärgert und gleichzeitig ihre Gefühle zum Kochen bringt. Für wen soll sie sich entscheiden? Für Joan beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn ihre Schwägerin will ihren Sohn endgültig für sich selbst. Und auch die Polizei gibt sich mit der Unfallerklärung für den Tod ihres Mannes nicht zufrieden und beginnt neue Ermittlungen... Bereits nach diesem kurzen Ausschnitt wird klar: Auch „Abserviert“ beinhaltet all die üblichen Zutaten eines klassischen Cain-Romans, einschließlich des typischen Frauenporträts. Verführerisch, verrucht, mit einer sexuellen Anziehungskraft, die in Joans Fall Fluch und Segen gleichermaßen darstellt, weil sie ihr zwar die Mittel zum sozialen Aufstieg verleiht, im selben Moment aber auch eben diesem im Weg steht. So nutzt ihre Schwägerin Joans Ruf weidlich aus, um deren Position im Kampf um das Sorgerecht des Jungen zu schwächen. Diese ist aufgrund ihrer Zahlungsunfähigkeit gezwungen, von den Vorzügen des Körpers Gebrauch zu machen, wenngleich sie nicht soweit gehen will wie ihre Kollegin Liz, und ihn an den meistbietenden verkauft. Stattdessen spielt sie geschickt mit ihren Reizen, wobei die Dreiecksbeziehung, so oft in Cains Romanen thematisiert, Joan in die Rolle der „femme fatale“ zwingt. Oder doch nicht? Inwiefern Joans Rolle innerhalb der Handlung zu interpretieren ist, hängt ganz vom Blickwinkel des Lesers ab, der über knapp 350 Seiten ihren Ausführungen durchaus wortgetreu glauben kann, wodurch er die Geschichte eine naiven, aber selbstbewussten Frau erlebt, die aus jeder Situation ihren Vorteil zu ziehen versucht und dabei gegen das Rollenverständnis der Männer kämpft, welchen weniger an ihrem Glück, als vielmehr an ihrem Körper gelegen ist. Das würde aus „Abserviert“ einen Kriminalroman ohne Verbrecher bzw. Verbrechen machen, da Joan, trotz der Zweifel des jungen Cops Private Church, in allen Todesfällen nichts nachzuweisen ist. Bringt man sich jedoch in Erinnerung, dass bei Cain (mit Ausnahme von „Mildred Pierce“) stets die Männer einer Frau verfallen, die in kriminelle Handlungen verstrickt ist und ihre Verehrer nach Strich und Faden betrügt, erscheint der Roman in einem gänzlich anderen Licht. So bleibt am Ende stets der Zweifel, ob Joan nicht doch eine Lügnerin und damit letztlich eine dreifache Mörderin ist, die, ähnlich wie der Erzähler in Christies „Alibi“, uns Leser lediglich das wissen lässt, was wir wissen sollen. Es sind diese beiden Interpretationsmöglichkeiten, im Verbund mit Cains zeitlosem Stil, die „Abserviert“ zu einer Perle im Lebenswerk des amerikanischen Schriftstellers machen. Charles Ardai ist es gelungen, aus den vielen Einzelteilen und Ansätzen der Notizen eine in sich stimmige, stringent erzählte Fassung zu schmieden, welche den Geist der 50er und 60er in jeder Zeile atmet und diesen konserviert (hier stechen besonders die Passagen innerhalb der Cocktail-Bar hervor), ohne dabei in irgendeiner Art und Weise altmodisch zu wirken. Ganz im Gegenteil: Joans Situation und ihr Versuch sich dieser zu entziehen, sind heute noch genauso nachvollziehbar wie damals. „Abserviert“, Cains so lange verschollener Roman, ist, auch dank der erneut großartigen Aufmachung von Walde+Graf/Metrolit, für Krimi-Freunde wie Bibliophile gleichermaßen eine mehr als empfehlenswerte Wiederentdeckung. Ein düsteres und doch berauschendes „Noir“-Werk der alten Schule, das durch Ardais Nachwort informativ abgerundet wird.

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  • Femme fatale oder naives Opfer?

    Abserviert

    hproentgen

    19. April 2013 um 18:46

    In den Siebziger Jahren geschrieben, spielt dieser Roman Ende der Fünfziger Jahre. Joan wurde früh von ihrem Freund schwanger, die beiden mussten, wie damals üblich, heiraten, und sie verlor ihren Mann, weil er betrunken gegen eine Wand fuhr. Jetzt hat sie kein Geld, Strom und Telefon wurden schon abgestellt und die Polizei verdächtigt sie, dass sie am Tod ihres Mannes nicht ganz unschuldig war. Da hat sie Glück. Sie bekommt einen Job als Kellnerin in einer Bar. Sie ist hübsch, sexy und trägt bei der Arbeit ein sehr offenherziges Kostüm. Das spricht die Männer an und führt zu großen Trinkgeldern. Außerdem interessiert sich Earl, ein reicher, älterer Mann mit Herzproblemem für sie, den sie heiraten möchte. Damit sie ihr Kind wieder zu sich nehmen kann. Doch weiche Knie bereitet ihr nicht Earl, sondern Tom, ebenfalls ein Kunde der Bar. Der hat aber kein Geld. James M. Cain lässt Joan ihre Geschichte erzählen und wie sie diese erzählt. In der Ich-Perspektive, atemlos, packt sie den Leser, er fiebert mit ihr und weiß doch nicht, was er der Dame glauben darf. Ist sie so naiv oder einfach nur gerissen? Cain lässt die Fünfziger Jahre aufleben, den Sex, der eigentlich Pfui ist, aber gerade deswegen überall präsent, die junge Frau mit dem alten Mann, der sie retten könnte und dem jungen Burschen, der ein Hallodri ist, für den sie aber Gefühle entwickelt, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Ich weiß nicht, was ich mehr loben soll, den konsequent durchgehaltene Stil der Erzählung, der die junge Frau lebendig werden lässt; den stringent erzählte Plot, der den Leser mit immer neuen Verwicklungen in Bann schlägt oder den Schluss, der eine völlig überraschende, ebenfalls aber glaubwürdige Lösung bietet. "ABSERVIERT wird Sie fesseln und mit seinem unglaublichen Ende schockieren" urteilte Stephen King und er hat ganz sicher recht. Obendrein enthält das Buch ein sehr gutes Nachwort. Die Leser liebten James M. Cain, er sprach Millionen an, bei der Kritik galt er aber als Mainstream, als Lieferant von grellem Schund, der die niederen Instinkte der Leser bediente. Was beim Lesen natürlich die Frage keimen lässt, wieviele der heutigen Autoren, die von Kritikern aus gleichen Gründen verrissen werden,  in fünfzig Jahren vielleicht als Literaten hochgeschätzt werden. Dazu findet sich eine ausführliche Schilderung von Charles Ardai, der diesen letzten Roman von Cain entdeckte, wie er die Einzelteile fand und daraus schließlich eine kohärente Fassung zusammenfügte. Das jedenfalls ist ihm bestens gelungen. Fazit: Ein Pulp-, ein Trashroman der alten Schule, der immer noch zu faszinieren vermag. Leseprobe: http://www.amazon.de/Abserviert-Roman-James-M-Cain/dp/3849300625#reader_B00BN7YH5I   Abserviert, Krimi, James M. Cain, Walde und Graf, März 2013 ISBN-13: 978-3849300623, gebunden, 352 Seiten, Euro 22,99  

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