James McClure Steam Pig

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Inhaltsangabe zu „Steam Pig“ von James McClure

Alles beginnt mit einer folgenreichen Verwechslung. Aus Versehen kommt die verstorbene weiße Musiklehrerin Theresa Le Roux anstatt ins Krematorium auf den Obduktionstisch. Das Ergebnis: Von einem natürlichen Tod, wie es im Leichenschein steht, kann keine Rede sein, die junge Frau war ermordet worden.

Lieutenant Tromp Kramer übernimmt zusammen mit dem Bantu Sergeant Mickey Zondi die Untersuchung. Gab Theresa in ihrem Städtchen wirklich nur harmlose Musikstunden? Die Ermittlungen decken eine Tragödie auf, wie sie sich nur in Südafrika unter dem Apartheid-Regime ereignen konnte.

Ein Apartheid-Krimi, im Original von Anfang der 1970er. Zeigt die Unmenschlichkeit des Systems knallhart auf.

— Gulan

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    Steam Pig

    Gulan

    12. February 2017 um 14:40

    „Mrs Johnson wandte ihm langsam den Kopf zu. Er sah, dass sie zitterte. Wie viel älter sie auf einmal wirkte. […] Das Gesicht war breit, aber nicht ungewöhnlich breit. Auffallend war dagegen die stumme Qual, die in den braunen Augen – deren Weiß nicht den üblichen gelben Schimmer hatte – und in den tiefen Kerben um den kindlichen Mund zu erkennen war. Im Gegensatz dazu war der Hals schwanenglatt. Die Hände, sehr fest im Schoß gefaltet, waren kräftig, aber feingliederig, mit einer schwachen Cornflake-Sprenkelung auf dem Rücken. Auch die Füße waren klein. Es war klar, dass sich ihr Farbigenblut auf das Arteriensystem beschränkte.“ (S.168-169) Durch einen Fehler des Bestatters landet die Leiche von Therese Le Roux nicht im Krematorium, sondern in der Rechtsmedizin. Dort wird festgestellt, dass die weiße Musiklehrerin keinesfalls eines natürlichen Todes starb, sondern ermordet wurde. In ihren Nachforschungen stoßen Lieutenant Kramer und Sergeant Zondi auf eine Familientragödie, Korruption und Machtmissbrauch. „Steam Pig“ ist ein Debütroman, allerdings schon aus dem Jahr 1971. Autor McClure war gebürtiger Johannesburger und wuchs in Pietermaritzburg auf. Mit Mitte 20 verließ er der systemkritische Journalist Südafrika Richtung England. Andernfalls wäre es auch schwierig geworden, seinen Erstling sechs Jahre später zu veröffentlichen, denn er kritisiert zwar subtil, aber eindeutig das damalige System der Apartheid. James McClure bedient sich eines schwarz-weißen Ermittlerduos. Der Zulu Mickey Zondi ist dabei selbstverständlich dem machohaften, ruppigen weißen Buren Trompie Kramer unterstellt und in der Öffentlichkeit bedient Kramer auch die rassistischen Vorurteile, indem er Zondi herablassend als „Boy“ und „Kaffer“ betitelt. Doch eigentlich ist das Verhältnis der beiden von großem gegenseitigen Respekt geprägt und der intelligente und gerissene Zondi hat großen Einfluss auf die Ermittlungen. Beide kennen jedoch ihre Rolle im System und greifen es nicht direkt an, sondern desavouieren das Regime durch ihr (im Geheimen gepflegtes) kameradschaftliches Verhältnis und ihren Sinn für Gerechtigkeit in einem ungerechten System. „ Steam Pig“ war der Auftakt zu einer achtbändigen Reihe um die beiden Ermittler (McClure gewann damit auf Anhieb 1971 den Dagger Award), die nun sukzessive vom Zürcher Unionsverlag wiederveröffentlicht wird. McClure hält sich nicht groß mit Erklärungen auf, sondern bringt über den Kriminalfall direkt, hart und ironisch die Verhältnisse des Apartheidstaates auf den Punkt: Eine weiße Minderheit, die korrupt und machtgierig ihre Privilegien bewahren will und dafür andere Ethnien marginalisiert. Mehr als vierzig Jahre nach Erscheinen und zwanzig Jahre nach Ende der Apartheid ist dieser Roman immer noch kein bisschen angestaubt.

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