Bullseye startete wirklich stark.
Bull kommt frisch aus dem Knast, weil er einen der Mörder seines Bruders hingerichtet hat – nun will er sich auf die Suche nach den verbliebenen drei machen und auch ihnen ihr Leben nehmen.
Um einen Job zu haben, heuert er in einem Stripclub als Rausschmeißer an und verknallt sich dort ziemlich instalovemäßig in die Stripperin Tigerlilly. Natürlich würde er das niemals zugeben, denn Gefühle kann er bei seiner Mission nicht gebrauchen und deshalb ist die Beziehung der beiden mega toxisch. Er spielt sich als ihr Beschützer auf, lehnt sie dann immer wieder ab und hütet sein Geheimnis vor ihr. Doch auch Lilly hat Probleme. Also alles nicht so einfach. Dazu düster und hoffnungslos.
Eigentlich hätte mir die Geschichte richtig gut gefallen können. Dennoch fand ich sie nur maximal mittelmäßig.
Mir gefiel, dass Bull sein Ziel, die Mörder seines Bruders zu finden, verfolgt hat. Dass es nichts gab, was daran rütteln konnte. Es blieb stets präsent und alles, was in diesem Buch passiert, was er tut, hat stets damit zu tun. Super.
Und auch Lillys Probleme fand ich ziemlich realistisch und gut umgesetzt.
So, nun haben die beiden also genügend Probleme von außen. Wieso musste ihre Beziehung dann so ekelhaft sein? Ständig beleidigen sie sich und lehnen sich gegenseitig ab, machen sich fertig – das wäre überhaupt nicht nötig gewesen.
Dazu fand ich die Entwicklungen gegen Ende, als man immer mehr in die Unterwelt abtauchte und mit Gangstern zu tun bekam, irgendwie unglaubwürdig. Ich konnte nicht so recht glauben, dass einige Figuren so schnell vom Nobody zum Boss aufsteigen konnten.
Insgesamt war das Buch leider auch recht zäh. Ich mochte die Figuren, ich mochte das Setting. Aber zusammen waren sie kein Paar, dem ich gerne gefolgt bin. Aktuell bin ich tatsächlich noch unschlüssig, wann ich Band 2 lesen werde, da mir das Ende des Buchs auch gar nicht gefallen wollte.



