James Orbinski Ein unvollkommenes Angebot

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Inhaltsangabe zu „Ein unvollkommenes Angebot“ von James Orbinski

Die Botschaft von James Orbinski, dem ehemaligen Präsidenten von Ärzte ohne Grenzen, ist so einfach wie eminent wichtig: Die Kriege auf der Welt müssen aufhören. Denn wo Krieg herrscht, herrscht auch unvorstellbares Leid. Bei seinen Einsätzen, u.a. in Ruanda und Somalia, wurde Orbinski Zeuge schwerster Verbrechen an der Menschlichkeit. Er verspürt eine »fast unbändige Wut«, wenn er rückblickend an die Menschen denkt, die das unfassbare Unrecht geschehen ließen. Orbinski erzählt nicht nur seine faszinierende, persönliche Geschichte, von seinem Wunsch zu helfen, Arzt zu werden, seinen ersten Hilfseinsätzen und den unvorstellbaren Bedingungen in vielen Krisengebieten, sondern beleuchtet auch kritisch die Grenzen und Schwierigkeiten von Hilfsaktionen im 21. Jahrhundert. Ein wichtiges und provozierendes Buch zu einem zentralen Thema unserer Zeit.

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  • Rezension zu "Ein unvollkommenes Angebot" von James Orbinski

    Ein unvollkommenes Angebot
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    18. December 2011 um 10:21

    Dies ist eines der Bücher, deren Wahrheit und Radikalität so tief gehen, dass man es fast auf jeder Seite wieder aus der Hand legen möchte, weil man es kaum aushalten kann, diesen Wahrheiten ins Gesicht zu sehen. James Orbinski, lange Jahre Präsident von „Ärzte ohne Grenzen, schreibt über seine eigenen Erfahrungen in der humanitären Hilfe der letzten beiden Jahrzehnte, seine Einsätze im Kosovo, in Ruanda, Somalia und Afghanistan und anderen Ländern. Immer wiederholt er seine beiden zentralen Thesen: solange Krieg herrscht in einem dieser hilfsbedürftigen Länder, wird sich an der Situation der Menschen nichts ändern. Und: obwohl in den meisten Ländern die politischen Systeme versagt haben, die Führer korrupt und die Eliten verdorben sind, dürfen wir niemals die Menschenwürde der durch diese Systeme und Eliten missbrauchten Menschen vergessen. Sie ist der Maßstab allen humanitären Handelns. Die humanitären Einsätze sind im 21. Jahrhundert nicht leichter geworden als im vergangenen und da waren sie schon schwierig. James Orbinski beschreibt die Bedingungen und die Probleme solcher Einsätze und erzählt immer wieder von eigenen erschütternden Erfahrungen. Es braucht Bücher wie dieses, um dem resignierten Zynismus entgegenzuwirken, dem so mancher sonst bewusste Zeitgenosse huldigt, wenn er Berichte aus diesen Ländern sieht oder liest und dann gerne in das Horn derer bläst, die es schon immer gewusst haben, dass nämlich manche Länder und Kulturen (noch) nicht zu entwickeln sind.

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  • Rezension zu "Ein unvollkommenes Angebot" von James Orbinski

    Ein unvollkommenes Angebot
    bücherelfe

    bücherelfe

    12. May 2011 um 11:16

    Mit diesem Buch schreibt sich der ehemalige Präsident der weltweit operierenden humanitären Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ seine Erlebnisse von der Seele. Eine Lektüre, die nur schwer erträglich ist und die für Alpträume sorgen könnte. Seine Einsätze in den verschiedensten Bürgerkriegen der jüngeren Geschichte haben James Orbinski alles abverlangt, was er zu leisten in der Lage war. In Somalia, Afghanistan, Kosovo, dem Sudan und Ruanda hat er gemeinsam mit ebenso engagierten wie mutigen Mitarbeitenden das getan, wofür „Ärzte ohne Grenzen“ steht. Leid lindern, Leben retten und Schaden begrenzen. Doch egal, wie viele Menschen dadurch gerettet werden konnten, waren da doch immer unzählige andere, bei denen jede Hilfe zu spät kam. Er berichtet von nervenaufreibenden Verhandlungen und Kompromissen mit Kriegsparteien und von seiner Wut auf die Verantwortlichen der UN die einfach wegschauten, weil sie wirtschaftliche oder strategische Interessen wahren wollten. “Ein unvollkommenes Angebot” ist eine schwer erträgliche Lektüre. Trotzdem möchte ich es all denen ans Herz legen, die erfahren wollen, wie humanitäre Hilfe im 21 Jahrhundert funktioniert und wie es hinter den Kulissen einer professionellen humanitären Organisation zugeht. Bei mir hinterlässt das Buch tiefen Respekt für all jene, die ihre Zeit, ihr Können und letztlich ihr Leben zur Verfügung stellen um denen Hilfe anzubieten, die sich selber nicht helfen können.

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  • Rezension zu "Ein unvollkommenes Angebot" von James Orbinski

    Ein unvollkommenes Angebot
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. December 2010 um 13:41

    Unmenschlich James Orbinski weiß, wovon er schreibt. Als ehemaliger Präsident der Vereinigung „Ärzte ohne Grenzen“ berichtet er selbst Erlebtes. Nicht Theorien, gute Worte, warme Hinweise oder rein politisch abstrakte Mahnungen sind es, die er auf den knapp 400 Seiten des Buches dem Leser vorhält, sondern ein Teil seines eigenen Lebens ist es, dass er hier reflektiert und in dem er seine Bewertung, seine Betrachtung dessen mitteilt, was Menschen auch sein können (und das nicht zu knapp und das nicht selten). Nämlich zutiefst unmenschlich. Aufgrund seiner starken, persönlichen Beteiligung bleibt es nicht aus, dass dieses Buch auch einen Teil seiner eigenen Geschichte und seiner eigenen Motive erzählt, sich der humanitären Hilfe in all den Krisen- und Kriegsgebieten der Welt zur Verfügung zu stellen. Unglaublich beeindruckend ist hierbei nicht nur, was er und andere an persönlichem Einsatz geleistet haben, um den schlimmsten Gräueln entgegen zu arbeiten, sondern zutiefst verstörend und kaum auszuhalten sind all jene realistischen Schilderungen dessen, was er und die anderen Helfer eben nicht verhindern konnten und ohnmächtig mit ansehen und mit erleben mussten. Gut zu versehen ist diese brennende Wut auf all jene, die sich in teuersten Anzügen als Humanisten vor den Mikrofonen gerieren, wo es aber darauf ankommt, elegant zur Seite schauen, um ja keine eigenen Vorteile wirtschaftlicher oder militärischer Natur zu gefährden. Wenn schon der Leser sprachlos vor vielen seiner Schilderungen steht, wie mag es da ihm selbst als Augenzeuge vor Ort erst ergangen sein? Somalia, Afghanistan, der Kosovo, der Sudan, sei es im Krieg, Bürgerkrieg, sei es im Angesicht von Naturkatastrophen oder im Kampf gegen Aids in Ruanda, an allen Orten konnte Orbinski mit seiner Organisation einerseits tausenden von Menschen Helfen und musste anderseits mit ansehen, wie eine noch größere Zahl elendig zu Grunde ging oder gezielt getötet wurde. All dies und noch viel mehr erläutert, beschreibt Orbinski im Buch in klarer, in keiner Form verstellter, Sprache. Er schaut nicht weg, er bläht nicht auf, aber gerade dieser über weite Strecken nüchterne Stil geht tatsächlich mehr unter die Haut als jedes literarisch verbrämte Werk. Gerade weil er nicht weg sieht, weil er die schlimmsten Gräuel minutiös beschreibt, ist es umso verständlicher, ihm an jenen Stellen des Buches eben auch folgen zu können, in denen sich seine Wut, seine Ohnmacht und seine Enttäuschung Bahn brechen. Verzweiflung darüber, dass Menschenrechte scheinbar nur da gelten, wo der Wohlstand nicht in Gefahr gerät und ansonsten menschliche Raubtiere ohne weiteres von der Kette gelassen werden. Wenn man sich dann auch noch vor Augen führt, wie ungeschützt „Ärzte ohne Grenzen“ oft operieren musste, wie die brutalsten Clan Führer noch Ihren „Wegzoll“ von den mitgebrachten Medikamenten und Materialien verlangten und wie eloquent die Mächtigen und Reichen dieser Welt wunderbar an all diesem Elend vorbeischauen, dann kann man tatsächlich ins Zweifeln kommen, ob der Mensch tatsächlich mehr ist als nur ein eigennütziges Tier. Dieses Buch sollte ein, wenn auch schwer zu ertragende, Pflichtlektüre in jedem Schulabschlussjahrgang sein und zwangsweise jedem B-Promi und halbseidenem Investmentbanker samt die Wirtschaft politisch hätschelnder Parteien vorgelesen werden. Vor allem, um nicht in der Depression zu verbleiben, der Epilog, in dem Orbinski klare Forderungen benennt. Die durchaus erfüllbar wären, wenn man bereit wäre, den Preis zu zahlen (übrigens nur ein Bruchteil dessen, was die aktuelle Bankenkrise bereits verschlungen hat.

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