James P. Othmer

 3.5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Bullshit Nation, Holy Water und weiteren Büchern.

Alle Bücher von James P. Othmer

James P. OthmerBullshit Nation
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Bullshit Nation
Bullshit Nation
 (8)
Erschienen am 12.01.2009
James P. OthmerHoly Water
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Holy Water
Holy Water
 (0)
Erschienen am 14.06.2011
James P. OthmerAdland
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Adland
Adland
 (0)
Erschienen am 01.06.2010
James P. OthmerHoly Water
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Holy Water
Holy Water
 (0)
Erschienen am 15.06.2010

Neue Rezensionen zu James P. Othmer

Neu
thursdaynexts avatar

Rezension zu "Bullshit Nation" von James P. Othmer

Rezension zu "Bullshit Nation" von James P. Othmer
thursdaynextvor 6 Jahren

Eine Gemeinschaftsrezi von Rallus & Thursday

Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.

oder

Der Futurologe ist kurzsichtig_

Die Wahrheit will niemand hören, dann verkaufen wir ihnen was sie haben wollen. In Yates Fall sind das "Futures" die er dem Gusto des jeweiligen Auftraggebers anpasst. ( "Zurzeit ist er Ehrenmitglied im Vorstand eines neugegrüdeten Unternehmens , das den Ausverkauf - von Aktien und Prinzipien bereits in seinem Zweijahresplan festgeschrieben hat" ) Darin ist er gut. So gut, dass er bekannt und begehrt, ein komfortables sinnfreies Leben führt und etwaige Bedenken die ihn überkommen erfolgreich mit Alkohol, Sex und Konsum überdeckt.
Bei gelegentlichen Ausflügen in den Bereich der Wahrheit wurde ihm schnell klargemacht, dass dies nicht gewünscht ist.
Auch seine Beziehung lebt nicht von Liebe und Ehrlichkeit. So reist er von einem Kontinent zum anderen.
Bis seine langjährige Freundin Schluss macht. Per SMS .
"Inzwischen kann man von einem anderen Kontinent aus in Echtzeit abserviert werden, um anschliessend praktisch mit Lichtgeschwindigkeit gegen eine digitale Mauer der Ablehnung und Feindseligkeit zu rasen"
Das bringt ihn zum Grübeln. Nicht weil sie ihm soviel bedeutete, das Abserviert werden ist es welches sein sattes, eingefahrenes Wohlbefinden beeinträchtigt. Und die Erkenntnis, daß sie ihm doch viel bedeutet. Weitere lästige Dinge geschehen und Yates der Futurologe hat plötzlich ein größeres Problem. Er wird zur Spielfigur in einem Spiel dessen Zweck er nicht durchschaut. Gejagt von einem lästigen dubiosen Pseudo(nym) Nostradamus "Wenn man genug Zeit hat kann man aus den Prophezeihungen von Nostradamus sogar den Ausgang eines Feldhockeyspiels an der Higschool herauslesen - und sich dann über die unheimliche Übereinstimmung wundern:", den geheimnisvollen Johnsons, auf der Suche nach etwas von dem er nicht weiß was es ist, beginnt er zu denken ...."Er überlegt angestrengt , wann genau diese Veränderung eingetreten ist. Wann er sich vom Gläubigen zum Zyniker gewandelt hat . Wann er seine Überzeugungen verraten hat. Aber natürlich war es kein bestimmter Zeitpunkt. Es war eine allmähliche Trübung seiner Identität, eine lange Reihe verfehlter Kompromisse, über die er sich auf Dauer nicht hinwegtäuschen konnte ."

Bei einem Besuch seines alten Freundes Campbell, ein Multimilliardär der in Grönland sitzt und den Eisbergen beim Kalben zuschaut, wird ihm klar, daß er ein Meister im Verdrängen ist.
Ich verdränge nichts, ich bin nur sehr wählerisch in Bezug auf die Tatsachen die ich akzeptiere......Calvin & Hobbes
Auch Campbell hat den "falschen" Göttern hinterhergejagt, das goldene Kalb des Mammon. Mir hat niemand gesagt was ich machen soll wenn ich reich bin. Auch Yates ist von nun an auf der Suche nach dem Sinn, nach sich.
James P.Othmer verändert ab hier unmerklich den Stil seines Buches, sind die Sätze vorher von Zynismus und bissigen bösartigen Seitenhieben auf die Gesellschaft durchsetzt, so wird es langsam immer emotionaler, weicher und er greift einem tief ans Herz.
Auch hier hilft Yates der Besuch seiner Heimat, bei der Stätte seiner Jugend, am Grab seines gerade verstorbenen Vaters zusammen mit der Zufallsbekanntschaft Majorie, bekommt er seine letzte Prüfung vorgelegt.
Seine Zukunft bleibt am Ende des Buches offen, es ist nicht das was wir lesen wollen, es ist aber die Wahrheit.

Bullshit Nation schildert die heutige Welt treffend, schonungslos als "moralisch ambivalent" Einer von vielen Euphemismen mit denen die Menschen sich täuschen lassen wollen.
Die Wandlung des "Zukunftspapstes" Yates vom Zyniker, zum Westentaschenphilosophen auf der Suche nach dem verlorenen Guten ist herrlich bösartig, aber auch anrührend.
Beim Lesen wandelte sich unsere anfangs genußsüchtige, zynische aber oberflächliche Mitempfindung in eine wärmere, näher in den Kern vordringende Empathie um. Fast war uns das Erstere noch lieber gewesen, aber das zweitere ist eben das Ehrlichere!

Kommentieren0
13
Teilen
ralluss avatar

Rezension zu "Bullshit Nation" von James P. Othmer

Rezension zu "Bullshit Nation" von James P. Othmer
rallusvor 6 Jahren

Eine Gemeinschaftsrezi von Thursdaynext und Rallus

Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.

oder

Der Futurologe ist kurzsichtig

Die Wahrheit will niemand hören, dann verkaufen wir ihnen was sie haben wollen. In Yates Fall sind das "Futures" die er dem Gusto des jeweiligen Auftraggebers anpasst. ( "Zurzeit ist er Ehrenmitglied im Vorstand eines neugegrüdeten Unternehmens , das den Ausverkauf - von Aktien und Prinzipien bereits in seinem Zweijahresplan festgeschrieben hat" ) Darin ist er gut. So gut, dass er bekannt und begehrt, ein komfortables sinnfreies Leben führt und etwaige Bedenken die ihn überkommen erfolgreich mit Alkohol, Sex und Konsum überdeckt.
Bei gelegentlichen Ausflügen in den Bereich der Wahrheit wurde ihm schnell klargemacht, dass dies nicht gewünscht ist.
Auch seine Beziehung lebt nicht von Liebe und Ehrlichkeit. So reist er von einem Kontinent zum anderen.
Bis seine langjährige Freundin Schluss macht. Per SMS .
"Inzwischen kann man von einem anderen Kontinent aus in Echtzeit abserviert werden, um anschliessend praktisch mit Lichtgeschwindigkeit gegen eine digitale Mauer der Ablehnung und Feindseligkeit zu rasen"
Das bringt ihn zum Grübeln. Nicht weil sie ihm soviel bedeutete, das Abserviert werden ist es welches sein sattes, eingefahrenes Wohlbefinden beeinträchtigt. Und die Erkenntnis, daß sie ihm doch viel bedeutet. Weitere lästige Dinge geschehen und Yates der Futurologe hat plötzlich ein größeres Problem. Er wird zur Spielfigur in einem Spiel dessen Zweck er nicht durchschaut. Gejagt von einem lästigen dubiosen Pseudo(nym) Nostradamus "Wenn man genug Zeit hat kann man aus den Prophezeihungen von Nostradamus sogar den Ausgang eines Feldhockeyspiels an der Higschool herauslesen - und sich dann über die unheimliche Übereinstimmung wundern:", den geheimnisvollen Johnsons, auf der Suche nach etwas von dem er nicht weiß was es ist, beginnt er zu denken ...."Er überlegt angestrengt , wann genau diese Veränderung eingetreten ist. Wann er sich vom Gläubigen zum Zyniker gewandelt hat . Wann er seine Überzeugungen verraten hat. Aber natürlich war es kein bestimmter Zeitpunkt. Es war eine allmähliche Trübung seiner Identität, eine lange Reihe verfehlter Kompromisse, über die er sich auf Dauer nicht hinwegtäuschen konnte ."

Bei einem Besuch seines alten Freundes Campbell, ein Multimilliardär der in Grönland sitzt und den Eisbergen beim Kalben zuschaut, wird ihm klar, daß er ein Meister im Verdrängen ist.
Ich verdränge nichts, ich bin nur sehr wählerisch in Bezug auf die Tatsachen die ich akzeptiere......Calvin & Hobbes
Auch Campbell hat den "falschen" Göttern hinterhergejagt, das goldene Kalb des Mammon. Mir hat niemand gesagt was ich machen soll wenn ich reich bin. Auch Yates ist von nun an auf der Suche nach dem Sinn, nach sich.
James P.Othmer verändert ab hier unmerklich den Stil seines Buches, sind die Sätze vorher von Zynismus und bissigen bösartigen Seitenhieben auf die Gesellschaft durchsetzt, so wird es langsam immer emotionaler, weicher und er greift einem tief ans Herz.
Auch hier hilft Yates der Besuch seiner Heimat, bei der Stätte seiner Jugend, am Grab seines gerade verstorbenen Vaters zusammen mit der Zufallsbekanntschaft Majorie, bekommt er seine letzte Prüfung vorgelegt.
Seine Zukunft bleibt am Ende des Buches offen, es ist nicht das was wir lesen wollen, es ist aber die Wahrheit.

Bullshit Nation schildert die heutige Welt treffend, schonungslos als "moralisch ambivalent" Einer von vielen Euphemismen mit denen die Menschen sich täuschen lassen wollen.
Die Wandlung des "Zukunftspapstes" Yates vom Zyniker, zum Westentaschenphilosophen auf der Suche nach dem verlorenen Guten ist herrlich bösartig, aber auch anrührend.
Beim Lesen wandelte sich unsere anfangs genußsüchtige, zynische aber oberflächliche Mitempfindung in eine wärmere, näher in den Kern vordringende Empathie um. Fast war uns das Erstere noch lieber gewesen, aber das zweitere ist eben das Ehrlichere!

Kommentieren0
26
Teilen
Duffys avatar

Rezension zu "Bullshit Nation" von James P. Othmer

Rezension zu "Bullshit Nation" von James P. Othmer
Duffyvor 7 Jahren

Yates ist im Laufe der Jahre zu einem Futurologen geworden, der seinen Auftragsgebern das gibt, was sie von ihm verlangen und das sind in erster Linie günstige Prognosen, um gute Investitionsmöglichkeiten zu schaffen. Bis er sich eines Tages entschließt, aus dem Zirkus auszusteigen. Ein demaskierender Vortrag lässt ihn auf seinen letzten Arbeitgeber treffen. Seine Aufgabe soll das Reisen um die Welt sein, um herauszufinden, wie die Stimmung und die Meinung zu Amerika ist. Nachdem er feststellen muss, dass er erpresst und sein Renommé missbraucht wird, kommt es zu einer finalen Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Werten.
Othmer hat einen spannenden Roman geschrieben und seine Hauptfigur verkörpert den Prototyp des Zynikers, dessen Aussagen als Alibi für die Interessen der Macht und das Kapital festgemacht werden. Nur dass hier mal einer aussteigen will. Der Autor verfällt nicht ins Klischee, ein schlechtes Gewissen als Motivation für eine Gesinnungsänderung zu strapazieren, sondern schafft eine Anzahl von Nebenschauplätzen, die in erster Linie aus persönlichen Beziehungen bestehen und so ein Umdenken bei Yates auslösen.
Es ist ein spannendes Buch, nicht zuletzt, weil Yates unkalkulierbar ist. Es ist aber auch manchmal ein erschreckendes Buch, wenn man sich vor Augen hält, dass Massenmanipulation genau so funktioniert. Man möchte es nicht wahrhaben.

Kommentieren0
6
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 9 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks