James Q. Whitman

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James Q. WhitmanHitlers amerikanisches Vorbild
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Hitlers amerikanisches Vorbild
Hitlers amerikanisches Vorbild
 (2)
Erschienen am 26.01.2018

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Rezension zu "Hitlers amerikanisches Vorbild" von James Q. Whitman

Hochinteressante Lektüre
michael_lehmann-papevor 8 Monaten

Hochinteressante Lektüre

Weder der Antisemitismus, noch der Glaube an die Überlegenheit der „weißen Rasse“, noch die Bedrängung eben all jener, die den (durch die herrschende „Klasse“) gesetzten Normen und Regeln nicht entsprachen sind oder waren eine originäre Erfindung des Nationalsozialismus. Sicher sind diese Gedanken im dritten Reich extrovertiert und mit gnadenloser Konsequenz und Perfektion umgesetzt worden, was zum umfangreichsten Verbrechen der Geschichte führt, neu oder gar wenig verbreitet waren solche Haltungen aber nicht.

Es ist dabei nun kein Zufall, dass gerade die vermeintlich so „liberalen Vereinigten Staaten mit ihrem Stolz auf „die Demokratie“ gerade in dieser Hinsicht nicht selten ebenso rigide in formuliertem Gesetz und alltäglichem Handeln sich vorfangen, wie es ab 1933 in Deutschland ebenfalls stringent umgesetzt wurde.

So kann Roland Freisler 1934 mit bestem Gewissen und auf der Basis tragfähiger Fakten formulieren:

„Diese (die amerikanische) Rechtsprechung würde für uns vollkommen passen, mit einer einzigen Ausnahme. Dort werden nämlich….überall nur Farbige und Halbfarbige gemeint….lediglich sind die Juden, die außerdem uns interessieren, nicht unter die Farbigen gerechnet“.

Eine Tradition des Denkens, die sich massiv in den 60er Jahren in Amerika im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung in aller Härte zeigte und die auch in der Gegenwart im Blick auf „Mexikaner“ oder „Dreckslöcher“ ebenso den Geist eines erkennbaren Rassismus an höchsten Stellen der staatlichen Leitung offen vor Augen legen.

Sehr interessant, ruhig im Ton, fundiert und überzeugend in der Argumentation führt Whitman in seinem neuen Werk detailliert aus, wie sehr die „Nürnberger Gesetze“ und vielfache andere, im Sinne der Nationalsozialisten neu zu formulierende, juristische Regeln auf der damals faktischen amerikanischen Rechtsprechung fußten.

Als „Modell“ gar wurden die amerikanischen Rassengesetze ausführlich studiert und in Besprechungsgruppen auf die nun zu installierenden „deutschen Verhältnisse“ umformuliert.

„Besonders erschreckend daran ist, dass ausgerechnet die radikalsten Nationalsozialisten bei diesen Treffen zu den glühendsten Verfechtern der Vorstellung gehörten, Deutschland könne von den amerikanischen Ansätzen lernen“. Ein Interesse, das bereits Ende der zwanziger und frühen dreißiger Jahre auch bei Hitler selbst ausgeprägt bereits vorlag.

Seite für Seite nun geht Whitman dem Einfluss der amerikanischen Rassengesetzte für die Rechtsetzung im dritten Reich nach, bis ein klares Bild der inneren Verbundenheit beider Rechtsetzungen und der dahinterliegenden Haltungen aufgezeigt wird. Und was das alles über Deutschland in jenen Jahren, die moderne Geschichte des Rassismus und insbesondere über Amerika selbst verrät.

„Fakt ist, sie (die Nazis) wollten mit ziemlicher Sicherheit tatsächlich von den Amerikanern lernen“. Und damit bleibt nur der zwingende Schluss, dass auch die Entwicklung der „freien Welt“ nach Ende des zweiten Weltkrieges, angeführt von den USA, letztlich inhärent auf einem klar formulierten Rassismus mit beruhen.

Eine wichtige Lektüre

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