„...Es ist noch früh am Morgen. Die Sonne steigt am Horizont auf, und bald wird der Sklavenmarkt in Haran zum Leben erwachen…“
Zu den angebotenen Sklavin gehört ein zehnjähriges Mädchen aus Ägypten. Hagar beobachtet aufmerksam, was geschieht.
Der Autor hat einen spannenden Roman nach einer biblischen Vorlage erschaffen. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Der Handlungsablauf orientiert sich am Originaltext. Schmückt diesen aber an passenden Stellen weiter aus.
Hagar passt sich gut in die Familie ein. Sie wird gehalten wie eine Tochter, weiß aber lange nicht, was ihre wirkliche Aufgabe ist. Abram unterhält sich häufig mit ihr über den Glauben.
„...Ich muss Gott einfach zeigen, dass ich an ihn glaube. Ich möchte ihm danken für das, was er für mich getan hat…“
Solche Ideen sind Hagar fremd. Sie kennt opfer nur dann, wenn man an Gott einen Wunsch äußert.
Die Zeitverhältnisse werden sehr gut geschildert. Auf der Wanderung in das verheißene Land treffen die Menschen nicht nur die Unbilden der Natur. Nicht überall sind sie willkommen. Außerdem fällt es Lot, Abrams Neffen, schwer, sich einzufügen. Er hat einen Blick auf Hagar geworfen, wird aber von seiner Tante ausgebremst.
Als Hagar Abrams Kind austrägt, spürt sie erneut, wie hart das Leben einer Sklavin ist. Ihr Kind wird Sarai mit Mutter anreden. Zwischen beiden ändert sich das Verhältnis.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor versteht es, die biblischen Personen als Menschen wie du und ich mit Stärken und Schwächen darzustellen.






