James Rickards Währungskrieg

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Inhaltsangabe zu „Währungskrieg“ von James Rickards

An einem regnerischen Tag im Winter 2009 treffen 60 Experten aus Militär und Finanzwelt an einem geheimen Ort zusammen, um ein gewagtes Experiment durchzuführen: die Simulation einen Krieges! Mit einer Besonderheit: ohne Truppen, ohne Kriegsschiffe und ohne Armeen oder Kampfjets. Stattdessen: mit Währungen, Aktien, Bonds und Derivaten. Schlachtfeld sind die internationalen Finanzmärkte, und das Ziel des unblutig kriegerischen Experiments ist nichts Geringeres als die Vernichtung eines Staates durch die Macht des Geldes.

So fern dieses Szenario im ersten Augenblick klingt, so nah ist der Kollaps des Dollars oder Euros, wie die täglichen Schlagzeilen vermelden. James Rickards, Experte in Sachen Währungskrisen mit mehr als 35 Jahren Erfahrung an der Wall Street, legt dar, warum Währungskriege keine ausschließlich ökonomische oder monetäre Gefahr bedeuten, sondern die Existenz eine ganzes Landes oder gar Kontinents bedrohen können. Und er beweist am Beispiel der USA, dass der Versuch milliardenfach Geld zu drucken, um die Wirtschaft zu stimulieren, nichts anderes ist als das mit Abstand größte Glückspiel aller Zeiten.

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  • "Der Wert einer Währung ist die Achillesferse eines Landes." (199)

    Währungskrieg

    R_Manthey

    17. July 2015 um 11:23

    Dieses Buch besitzt einen viel breiter gefächerten Inhalt als sein martialischer Titel vermuten lässt. Und die Qualität dieses Inhalts erscheint wenigstens mir noch bemerkenswerter. Allerdings fällt das anfangs nicht auf, denn der Text beginnt mit der Beschreibung eines offenbar tatsächlich stattgefundenen strategischen Planspiels amerikanischer Geheimdienste, bei dem recht stümperhaft versucht wurde, zukünftige monetäre Entwicklungen zwischen den ökonomischen Blöcken durchzuspielen. Für den wirklichen Inhalt dieses Buches macht dies nur ein mehr oder weniger klägliches Vorspiel aus, das allerdings verdeutlicht, warum die USA bestimmte Entwicklungen ständig falsch einschätzen. Wenn man daran interessiert ist, kann man es lesen, ansonsten spielen die ersten 60 Seiten keine wirkliche Rolle in diesem Buch. Es folgen zwei weitere Teile. Zunächst werden die beiden historischen Währungskriege von 1921 bis 1936 und von 1967 bis 1987 beschrieben. Dann widmet sich der Autor dem dritten Währungskrieg, der nach seiner Meinung, mit der er allerdings nicht ganz alleine steht, schon 2010 begonnen hat. Bereits zu Beginn dieses Teils macht Rickards deutlich wie man das BIP steigern kann und welche Rolle dabei die Nettoexporte spielen. Man muss dabei keine Angst vor zuviel theoretischer Ökonomie haben. Die Erklärung ist einfach und einleuchtend, und sie führt auf direktem Weg zum Grund für Währungskriege: Über Währungsabwertungen versuchen Staaten Exportvorteile zu erzielen, um so ihr BIP zu steigern. Ein Währungskrieg, wenn man diese Vorgänge denn so nennen will, hat wie jeder Krieg innenpolitische Gründe. Hier ist es das Versagen der anderen Möglichkeiten, zu einem höheren BIP zu kommen, was schließlich nichts anderes bedeutet als einen ökonomischen Niedergang mit all seinen unschönen Folgen. Nachdem Rickards zunächst die glanzvollen Jahre des klassischen Goldstandards (1870-1914) beschrieben hat, kommt er zur Einführung des FED-Systems in den USA und seinen fatalen Auswirkungen. Anschließend schildert er die Abläufe der beiden oben genannten Währungskriege. Das ist nicht nur sehr lehrreich, sondern auch gut geschrieben und leicht lesbar. Man merkt sehr schnell, dass dieses Buch meist kurz und einleuchtend die Vorgänge und ihre ökonomischen und politischen Hintergründe darlegt. Was möglicherweise nicht gleich ganz verständlich erscheint, wird später im letzten Teil, der einen für mich unerwartet tiefen Inhalt besitzt, vielleicht deutlicher werden. Während Rickards den dritten Währungskrieg beschreibt, definiert er endlich umfassend, was eigentlich unter einem Währungskrieg versteht. Dann geht er auf viele Einzelheiten sehr ausführlich ein, beispielsweise auf das siamesische Verhältnis der USA und Chinas und ihrer Währungen. Diese Abschnitte enthalten zahlreiche Informationen, die man so woanders kaum in solch kompakter Form findet. Man liest hier auch die Erläuterung der Tatsache, dass die steigenden Rohstoffpreise, für die man gerne die bösen Spekulanten verantwortlich macht, in Wirklichkeit eine unmittelbare Folge der Geldschwemme sind, die von den USA ausgeht. So wird man das in den Abendnachrichten kaum erklärt bekommen, bei denen allerdings die Sprecher nach Meinung des Autors sowieso nur noch die Rolle des Cheerleaders (S. 266) spielen. Der letzte Teil hat es dann wirklich in sich. Zunächst macht Rickards deutlich, dass die Abhängigkeit der USA von traditionellen Rivalen bei ihrer Schuldenfinanzierung nicht nur die amerikanische Fiskalpolitik, sondern auch die sogenannte nationale Sicherheit der USA bedroht und ihre militärischen Möglichkeiten einschränkt. Dann folgt ein bemerkenswertes Kapitel über den Missbrauch der Wirtschaftswissenschaften, die ihre Unschuld inzwischen komplett verloren haben und von Leuten dominiert werden, die allein der Finanzoligarchie dienen. Insbesondere findet man hier Abschnitte zum Monetarismus von Milton Friedman und zum Keynesianismus. Beide Theorien dienen als angebliche wissenschaftliche Begründungen für politische Entscheidungen von Regierungen oder der FED, die die Welt erst in die gegenwärtige bedrohliche Lage gebracht haben. Was Rickards über die Lage des FED-Systems schreibt, wird manchem Leser vielleicht die Augen für die dramatische Situation öffnen, in der wir uns befinden. Natürlich darf bei dieser Aufzählung auch die sogenannte Finanzmarkttheorie nicht fehlen, die ebenso eine nicht unbeträchtliche Rolle bei all diesen Entwicklungen spielte. Dann schließlich versucht Rickards die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Er stützt sich dabei wesentlich auf die sogenannte Komplexitätstheorie, die qualitative Aussagen über das Verhalten hochkomplexer Systeme liefert, wie es nun einmal menschliche Gesellschaften und ihre Ökonomien sind. Er spielt den Zusammenbruch des Dollars durch und gelangt dabei zu vier möglichen Entwicklungen, auf die er dann ausführlicher eingeht. Unter anderem diskutiert dabei als eine mögliche Variante die Wiedereinführung eines flexiblen Goldstandards, die er allerdings für wenig wahrscheinlich hält. Immerhin kann man aus diesem Abschnitt lernen, warum ein reiner Goldstandard zu erheblichen Problemen führen würde und welche komplizierten Fragen ein flexibler Goldstandard aufwirft. Die wahrscheinlichte Variante bleibt allerdings das plötzlich eintretende Chaos. Dies ist zugleich der schlimmste Ausgang. Natürlich wird die Realität letztlich anders aussehen als in diesem Buch prognostiziert. Das ändert aber nichts daran, dass man aus diesem Text viele seriöse Erkenntnisse gewinnen kann, die man vielleicht bei diesem Titel und diesem Cover eher nicht erwartet.

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