James Romm

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Seneca und der Tyrann, Der Geist auf dem Thron und weiteren Büchern.

Alle Bücher von James Romm

Seneca und der Tyrann

Seneca und der Tyrann

 (2)
Erschienen am 15.02.2018
Der Geist auf dem Thron

Der Geist auf dem Thron

 (2)
Erschienen am 29.08.2016

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Rezension zu "Seneca und der Tyrann" von James Romm

Wer Romms Sachbücher liest, der braucht keinen Thiller oder Krimi mehr.
Nomadenseelevor 8 Monaten

Wer Romms Sachbücher liest, der braucht keinen Thiller oder Krimi mehr. Wie schon in Der Geist auf dem Thron wird der Leser in das Geschehen hineingezogen und liet atemlos bis zur letzten Seite.

Wobei Nero und seine Mutter Agrippina dank ihrer zahlreichen Intrigen, Mordversuche und Morde auch dankbare Objekte darstellen, wenn es darum geht, historische Gegebenheiten mit einem gewissen Drive zu erzählen. Da werden Brüder, Stiefsöhne, Ehefrauen und sonstige Opfer mal mit mehr, mal mit weniger Raffinesse gemeuchelt und verbannt, dass selbst erfahrenen Krimilesern schwindelig werden dürfte.

Was alles nichts helfen würde, wäre Romm nicht ein begnadeter Erzähler, welcher, obwohl es sich um ein seriöses Sachbuch mit Anhang und allem was dazu gehört handelt, die historischen Fakten an den Leser zu bringen vermag.

Der Schwerpunkt liegt, auch wenn der Titel und das Vorwort es suggerieren, auf Nero und den Machenschaften seiner Familie. Seneca kommt nur als Nebenfigur vor, und als Untertan bleibt ihm auch nicht mehr übrig, als zu reagieren und weniger zu agieren. Diese Rolle bringt es auch mit sich, dass er als Stoiker mehrfach gezwungen ist, gegen seine Überzeugungen zu handeln. Als er dies nicht mehr ertragen kann und agiert, bedeutet dies – soviel sei verraten – sein Todesurteil.

Fazit

Ein Buch, welches nicht nur historisch Interessierte faszinieren wird, sondern vielleicht auch Leser von True Crime, die bereit sind, sich *anderen Genres* zu öffnen. Ich freue mich schon auf das nächste Buch des Autors.


Quelle


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Rezension zu "Seneca und der Tyrann" von James Romm

Familiendrama und Spurensuche
michael_lehmann-papevor 8 Monaten

Familiendrama und Spurensuche

Ein Rätsel ist dieser Seneca (die Eigentliche, aber nicht die einzige Hauptfigur dieser akribischen und fundierten Spurensuche James Romms).

Einerseits bis heute überliefert in seinen „reinen“ moralischen Überlegungen, philosophischen Schriften, literarischen Werken. Im Bild der Geschichte (in einem der Bilder) ein von Nero ungerecht am Ende gedrängter, verfolgter Berater, der im eigenen Heim den edlen Selbstmord wählt.

„Denker, Dichter, Moralist, der versuchte, mäßigend Einfluss zu nehmen auf seinen unbeherrschbaren Kaiser.

Auf der anderen Seite, und das erschließt sich Zeile für Zeile, nicht nur für seine Zeitgenossen war das Bild Senecas wesentlich getrübter, auch im Durchgang der vielfachen Quellen und der flüssigen Erzählweise Romms wird allein schon an einem Punkt klar, dass Seneca Mittäter war, sich bereicherte und auf seine Stellung sehr wohl achtete.

Denn geht man die Ereignisse im Werk durch, sieht man, dass am Ende keiner mehr den Kopf auf den Schultern trug, der in irgendeiner Form in Neros Nähe gewesen war, vor allem nicht auch nur einer, der Ansprüche auf Neros Nachfolge von Geburt an erheben hätte können, so wird deutlich, dass die langen Jahre, die Seneca ein- und den anderen „überlebte“ (bis er selbst „dran“ war) schon für sich alleine darauf hindeuten, dass zwischen hochmoralischen Schriften und praktischem Leben eine deutliche Lücke klafft. Auch wenn der Vergleich hinkt, wie so eine Art „Albert Speer“, dessen immense persönliche Verstrickung auch erst spät in vollem Umfang deutlich geworden ist.

„Ein schlauer Manipulant aus bescheidenen Verhältnissen erschmeichelt sich den Weg ins Machtzentrum des römischen Reiches“.

Aber, das ist die andere Seite, so einfach ist es dann auch nicht am Ende der Quellenauswertung und Spurensuche. Ein einwandfrei klares Bild des Seneca, das betont Romm von Beginn an, wird sich nicht ergeben. Was weniger an den sich widersprechenden historischen Quellen liegt, sondern, das arbeitet Romm bestens heraus, in der gebrochenen, differenzierten Persönlichkeit Senecas selber liegt. Er war nicht „eins von beiden“, sondern „beides“.

Einer, „der sich nicht mit den Besten messen konnte, aber besser war als die Schlechten“.

Was Romm nicht wissenschaftlich trocken in Stil und Form darreicht, sondern als „Familiendrama“ mit drei Hauptbeteiligten: Seneca selbst, Nero und dessen Mutter Agrippina. Mit komplexen Verhältnissen untereinander, mit Blutrausch und Machtgelüste, mit der Sorge um den eigenen Reichtum und, natürlich, das eigene Leben. Mit der Faszination, „ganz oben“ mitmischen zu können, das aber zu einer Zeit und unter einem Kaiser, bei dem einem solchen Unterfangen in der Regel wenig Zukunft eingeräumt wurde.

Mentor eines unumschränkten Herrschers, der in seiner Person wohl nie wirklich festen Stand gefunden hat, im Zentrum der Lupe des römischen Reiches, auf den eigenen Vorteil bedacht und doch mit Werten und Idealen versehen, eine faszinierende Geschichte, die Romm aus neuem Blickwinkel erzählt und bei der es nur logisch ist, dass das Buch nicht mit dem Tode Senecas endet, sondern allen drei Protagonisten bis ans Ende nachgeht.

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