Für mich waren es die ersten Geschichten von James Runcie und seinem Pfarrer Sydney Chambers. Dieser ist eigentlich in Grantchester bei Cambridge am King`s College für die Seelsorge zuständig, gerät aber immer wieder in mysteriöse Zwischenfälle und betätigt sich dann mit seinen detektivischen Fähigkeiten an der Aufklärung oder bringt diese überhaupt erst in Gang.
Die schöne Aufmachung des gebundenen Buches und sein Klappentext (einschließlich des kurzen Kritik-Auszuges der "Süddeutschen Zeitung") hatten mich zum Kauf veranlasst, außerdem die Zeit der Handlung und die Verbindung zu Deutschland nach dem Krieg.
Mehr als ein nett bin ich dann aber nicht bereit nach Abschluß der Lektüre über dieses Buch zu schreiben, irgendwie erschien mir vieles zu oberflächlich und dann eben doch zu sehr Abklatsch der Father-Brown-Geschichten. Das Personal ist viel zu schablonenhaft gezeichnet, es wimmelt von Oberflächlichkeiten und Vorurteilen und die Abbildung der Gefühlswelt des Pfarrers ist mir nicht nur zuviel sondern auch zu wenig glaubhaft.
Die zwei Punkte als Bewertung bekommen die zu einem Roman verbundenen Kriminal- und Spionage-Geschichte nur wegen des Settings. Die Zeit nach dem Krieg machen die Schilderung des Lebens in England und Deutschland zumindest etwas spannend, wenn auch die Ausführung glaubhafter ausfallen könnte.
James Runcie
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von James Runcie
Der Schatten des Todes
Die Schrecken der Nacht
Die Vergebung der Sünden
Das Problem des Bösen
Der Schatten des Todes: Sidney Chambers ermittelt (Sidney-Chambers-Krimis 1)
Zwei Sidney Chambers Krimis in einem Band
Der Schatten des Todes
Neue Rezensionen zu James Runcie
*Tatsächlich hatte er zu viele Ablenkungen, war zu einem Teil Seelsorger, zu einem anderen Teil Detektiv, war Ehemann, Vater und auch Sohn, obwohl er seine Eltern seit Monaten nicht gesehen hatte.*
1964: Canon Sidney Chambers sollte sich eigentlich auf die Betreuung seiner Gemeinde und seine kleine Familie konzentrieren – doch immer wieder kommen ihm Situationen in die Quere, bei denen er detektivisch eingreifen will. Ob das nun der Mann ist, der in seiner Kirche Asyl ansucht, oder ein explodierendes Chemielabor, ein gestohlenes Bild, oder häusliche Gewalt, ein als Unfall getarnter Mord, oder Drohbriefe an seine Freundin – Pfarrer Chambers kann es nicht lassen und ermittelt immer wieder.
Als ich zum Buch gegriffen habe, hatte ich nicht damit gerechnet, dass es sich um eine Kurzgeschichtensammlung handeln würde. Ja, die Geschichten drehen sich alle um den Pfarrer Sidney Chambers, aber sie stehen einzeln und sind ich sich abgeschlossen. Gerade bei Ermittlungen lässt die Kürze so einer Geschichte keine ausufernden Geheimnisse und Rätsel zu. So wurde ich mit der ersten Geschichte überhaupt nicht warm, weil mir alles viel zu schnell ging und ich nicht immer nachvollziehen konnte, wo die Erkenntnisse von Sidney und seinem Polizistenkollegen denn nun eigentlich herkommen. Mit der Zeit wurde das besser – wenn auch die Kürze der einzelnen Geschichten immer wieder bewirkte, dass die Ermittlungen sehr schnell verliefen.
Die Geschichten sind eingebettet in die persönliche Situation des Pfarrers. Er hat eine kleine Tochter und eine Frau, die sich wünschen würde, dass er mehr mithelfen würde. Zudem kommen seine Überlegungen zu seinem Glauben, zu neuen Predigten und die Liebe zur Musik hinzu, die immer wieder mit eingeflochten werden.
Fazit: Sehr beschaulich geht es hier zu. Die Ermittlungen sind nicht spektakulär, Nervenkitzel und Spannung sucht man vergeblich. Dafür kann man Pfarrer Chambers auf seinem Lebensweg begleiten, bei dem er sich immer wieder in die Arbeit eines Detektivs stürzt.
Wir begleiten Canon Chambers durch seinen Alltag. Ein Pfarrer wie er sollte sich um seelischen Beistand für seine Gemeindemitglieder kümmern, Predigten halten, Kranke besuchen, auch Frau, Tochter und der kuchenliebende Vikar fordern Aufmerksamkeit. Aber irgendwie ... gerät Chambers immer wieder an Kriminalfälle, die er mit Freude, Ausdauer und Glück löst. Seelsorgerische Fürsorge bietet ihm konstant Gelegenheit, Hintergrundwissen zu erfahren. Die Fälle erweisen sich als verworren: Mord ohne Leiche, Misshandlungen im Bekanntenkreis, herabfallende Konzertflügel - wie kann Sidney helfen? Nun aber steht eine Versetzung bevor. Das bedeutet das Aus für die Detektivarbeit. Oder? Runcies Erzählstil ist unaufgeregt, bedächtig. In lockerer Reihenfolge werden ausführlich Geschichten aus Sidneys Alltag mit seinen üblichen Aufgaben erzählt, ethische Fragen angesprochen. Mitunter sehr ausufernd. Nervenschonender Roman von Atlantik.
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