James Runcie Der Schatten des Todes

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Inhaltsangabe zu „Der Schatten des Todes“ von James Runcie

England, 1953. Als Pfarrer des kleinen Städtchens Grantchester hat Sidney Chambers mit seinen Schäfchen alle Hände voll zu tun. Und als wäre das nicht genug, betätigt er sich noch als Privatdetektiv - widerwillig allerdings. Gemeinsam mit seinem Freund Inspector Keating stößt er auf eine Reihe mysteriöser Kriminalfälle: den vermeintlichen Selbstmord eines Anwalts, einen Juwelenraub und einen Kunstfälscherskandal, der Sidneys beste Freundin in Lebensgefahr bringt ... Sidney ermittelt notgedrungen: mit viel Einfühlungsvermögen, Charme und großem Verständnis für das Allzumenschliche.

England 1953; das klingt schon mal gemütlich und interessant. Und tatsächlich spiegelt das Buch die Zeit sehr gut wider.

— AngelaLautenschlaeger

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    Der Schatten des Todes

    Bibi1960

    05. January 2017 um 14:22

    Sidney Chambers, Geistlicher der anglikanischen Kirche Englands, wird mehr oder weniger unfreiwillig in verschiedene kriminelle Delikte verwickelt. Auf seine ruhige Art versucht er die Fälle aufzuklären. Das Buch besteht aus sechs in sich abgeschlossene Geschichten und spielt 1953/54 im englischen Kleinstädtchen Grantchester nahe Cambridge. Bei diesem Buch handelt es sich zwar um Kriminalgeschichten, aber diese haben mit den heutigen aktuellen Krimis oder Thrillern wenig gemeinsam Es geht hier nicht um blutige Morde, grausame Sexualdelikte, dubiose Wirtschaftskriminalität oder undurchsichtige Internetmachenschaften, sondern um verschiedene Vorfälle, die zum betulichen englischen Landleben von 1953 passen. Hier findet der Leser keine rasante Action, keine schnellen Ortwechsel oder toughe Ermittler. Vielmehr handelt es sich um einen „entschleunigten“ Krimi. Dieser ist sicher nicht für jeden geeignet und mancher Leser wird das Buch total laaaaaaaangweilig finden. Wer es aber ruhiger mag und eine Vorliebe für die Fünfziger Jahre in England hat, wird bestimmt Gefallen an Sidney Chambers und seinen Ermittlungen finden. Mir persönlich haben sowohl die sympathischen Protagonisten als auch der Schreibstil von James Runcie gut gefallen. Wer die alten Filme „Pater Brown“ mit Heinz Rühmann kennt und mag, ist mit diesem Buch gut beraten.

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  • British, very british!

    Der Schatten des Todes

    _nifelheim

    28. May 2016 um 15:46

    Ein Cozy Krimi ist ein Krimi, in dem es verglichen zum Thriller viel viel viel gemächlicher zugeht. Oft ist auch gar nicht der Kriminalfall das Haupthema, sondern vielmehr die erschaffene Atmosphäre und der Bezug zum Ort und seiner Landschaft, in dem die Geschichte handelt. Die eigentliche Spannung kreieren dann auch die Figuren, die meistens etwas sonderbar daher kommen. Cozy Krimis sind immer in erzählendem Stil verfasst und meist gibt es viele psychosoziale Verstrickungen innerhalb der Handlung. Die berühmteste Autorin von Cozy Krimis ist Agatha Christie, die mit ihrer Miss Marple ein großes Leserpublikum erobert hat und zu den meist gelesentsten Autoren der Literaturgeschichte gezählt werden kann.James Runcie kennt man eher als Fernsehproduzent, vor allem is er durch seinen Dokumentarfilm über die britische Harry Potter Autorin J.K Rowling bekannt geworden. In Großbritannien liebt man ihn auch für die Serie The Grantchester Mysteries. Die erste Staffel basiert auf dem Roman " Der Schatten des Todes". Die Serie gibt es bereits auf Deutsch zum Ansehen, kann sie auch wirklich empfehlen. Wenn man Inspektor Barnaby mochte, wird einem auch Grantchester sehr zusagen.Als ich anfing das Buch zu lesen, war ich zuerst etwas enttäuscht, weil ich mit einem Roman gerechnet habe, in Wirklichkeit sind es aber 6 Kurzgeschichten. In der Hauptrolle steht aber immer der Vikar Sidney Chambers, der in den 50er Jahren in einem kleinen Städtchen namens Granchester vor den Toren von Cambridge lebt. Sidney ist nicht gerade ein Draufgänger, warum auch? Von einem Pfarrer verlangt man auch eher Nerven aus Stahl und eine gute Redensart. Sidney liebt Jazz, trinkt gerne Alkohol, verliert sich ab und an in Flirts und liebt Spaziergänge im Grünen. Durch die Freundschaft mit einem Inspector stößt er einfach ab und zu auf Seltsames, das ermittelt werden muss. So macht er sich beispielsweise mit viel britischem Charme unfreiwillig auf, um den Selbstmord eines Anwaltes, einen Juwelenraub oder einen Kunstfälscherskandal aufzuklären. Natürlich alles nur zum Wohl seiner Schäfchen, denn ein Pfarrer will ja nur helfen wo er kann. Dabei lernt er so einige eigenartige Personen kennen, die meiner Meinung nach auch das Spannendste an dem Buch sind. Bedauerlicherweise sind die Figuren in Runcie's Buch aber nicht wie sonst für einen britischen Krimi üblich, verrückt oder eigenartig, sondern viel normaler, durchschaubarer und teilweise etwas platt. Man hätte sie schon etwas mehr ausschmücken können und ihnen das gewisse Etwas einverleiben! Auch die Krimifälle selbst sind eher für alte Damen mit Herzproblemen konzipiert. Wer hier Nervenkitzel sucht, der is total falsch!!Alle 6 Geschichten sind ziemlich ruhig, einfach und ohne viel Spannung. Während die Serie es schafft eine misteriöse Atmosphäre zu kreieren, fehlt das im Buch komplett. Die Handlung plätschert vor sich hin und endet so unspektakulär wie sie begonnen hat. Nur an wenigen Stellen musste ich über den britischen Humor schmunzeln, davon hätte es noch mehr sein können. Die letzte Geschichte hab ich dann auch nicht zu Ende gelesen.Runcie hat zwar einen schönen Schreibstil, wenn auch einen einfachen, aber so wirklich überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Obwohl ich Bücher mit britischem Charme sehr mag, fand ich dieses leider sehr langweilig. Die Aufklärung der enzelnen Fälle passierte vollkommen unspektakulär und nimmt vielleicht eine halbe Seite pro Geschichte ein. Auch stellen sich die Verbrecher alle gleich selbst und erzählen über ihre Motive ohne wirklich danach gefragt zu werden. In welchem Krimi hat man das schon erlebt?Größtenteils konzentriert sich die Erzählung auch auf den Hauptprotagonisten und man hat oft das Gefühl, dass James Runcie hier versucht seinen Protagonisten ins rechte Licht zu rücken. Das passiert vielleicht deshalb, weil das ja der erste Teil ist und noch viele folgen sollen. Eventuell wird Teil 2 sich dann mehr auf die Fälle konzentrieren, aber das kann ich nur spekulieren, ich werde ihn sicher nicht lesen! In fast jeder der 6 Geschichten kämpft Sidney mit Gewissensbissen, weil er aufgrund der Krimifälle seine Arbeit als Vikar vernachlässigt. Das war dann schon teilweise etwas übertrieben und als Leser hatte man das Gefühl, dass es an manchen Stellen völlig unpassend eingeschoben wurde. Außerdem führt der Protagonist stellenweise Selbstgespräche, aus denen man nicht schlau wird, weil er sich selbst widerspricht. Eigentlich will er ja gar nicht ermitteln, aber dann wieder doch. Naja. Sidney ist dem Leser zwar nicht unsympathisch, aber wenn sich die Geschichte ausschließlich um ihn dreht, wirds halt langweilig und so spannend und außergewöhnlich ist er dann leider auch wieder nicht.Fazit:Der passende Krimi für Menschen mit Herzschrittmacher und Herzproblemen. Schön geschrieben, leider etwas langweilig und unspektakulär!

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  • Der Schatten des Todes

    Der Schatten des Todes

    photovivie

    12. May 2016 um 07:53

     James Runcie ist britischer Theaterregisseur, Fernsehproduzent und Dokumentarfilmmacher. Der Schatten des Todes ist der Auftakt einer sechsteiligen Reihe, die von 1953 bis 1977 spielt, und unter dem TitelGrantchester als Fernsehserie verfilmt. Canon Sidney Chambers ist Pfarrer im kleinen Städtchen Grantchester, stets um das Wohlergehen seiner Schäfchen bemüht. Nach einer Beerdigung spricht ihn eine Frau an, die ihn um Hilfe bittet: Sie hatte eine Affäre mit dem Verstorbenen; beide wollten bald zusammen durchbrennen und waren überglücklich – er kann sich unmöglich umgebracht haben, sondern muss ermordet worden sein. Sidney Chambers verspricht, sich ein wenig umzuhören. Der Schatten des Todes besteht aus sechs Kurzgeschichten, die jeweils einen Fall behandeln und im Abstand von einigen Wochen oder Monaten spielen. Jeder Fall ist abgeschlossen und ließe sich ohne Probleme auch einzeln lesen. Ich würde sogar empfehlen, sich für das Buch Zeit zu nehmen, statt es in einem Rutsch durchzulesen. James Runcie schreibt wahnsinnig gemütlich. Ich spürte beim Lesen das Verlangen, mich in einen alten gemütlichen Ohrensessel zu setzen, am besten mit einem Drink in der Hand, und das Lesen einfach zu genießen! Sidney Chambers ist manchmal überfürsorglich, ein wenig verplant, aber herzallerliebst! Ich freue mich wahnsinnig auf die nächsten Jahre, in denen hoffentlich alle Bände bei Atlantik erscheinen werden! Schau gerne für weitere Rezensionen auch auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

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  • Liebenswerter Kleriker auf Mörderjagd

    Der Schatten des Todes

    RosaEmma

    30. April 2016 um 14:26

    Dieser neue aus sechs Storys bestehende Roman des britischen Schriftstellers James Runcie hat so viel Charme, das man sich ihm nicht entziehen kann. Obwohl es sich hier in erster Linie um einen Kriminalroman handelt, der im literarischen Subgenre Cozy Mystery angesiedelt ist, gelingt es Runcie scheinbar mühelos, britisches Lokalkolorit inklusive des unverwechselbaren britischen Humors und gut dosierte Spannung mit Poesie, Moral, Ethik und Glauben zu verknüpfen. Und dies liegt in erster Linie an seinem außergewöhnlichen Protagonisten, Canon Sidney Chambers, ein junger Landpfarrer, der sich im Grantchester (Grafschaft Cambridgeshire) der 50er Jahre nicht nur um das Wohl seiner Schäfchen kümmert, sondern sich mehr oder weniger freiwillig auch als Ermittler betätigt. Wem jetzt der gute alte Father Brown in den Sinn kommt, liegt falsch, denn Chambers ist keine Neuauflage des pfiffigen, aber ein wenig altbackenen Vorgängers. Er ist 32, attraktiv und elegant, liebt Bier, Jazz, Cricket und Literatur. Vor allem aber liebt er – im Geheimen – seine langjährige Freundin, die Kunsthistorikerin und Juniorkuratorin Amanda Kendall, ein glamouröses Society Girl, für die eine Beziehung, geschweige denn Ehe (in der anglikanischen Kirche dürfen Pfarrer heiraten), mit einem bodenständigen Geistlichen eigentlich nicht in Frage kommt. Doch trotz ihrer wechselnden Freunde und der schließlich sogar anstehenden Verlobung zieht es Amanda immer wieder zu Sidney, der Sicherheit und Stabilität in ihr unstetes Leben bringt. Ein mysteriöser Selbstmord Und als wäre das alles für einen Landpfarrer nicht schon aufregend genug, bittet ihn die geheimnisvolle, extravagante Pamela Morton gleich in der ersten Geschichte Der Schatten des Todes, den mysteriösen Selbstmord ihres Geliebten, den renommierten Rechtsanwalt Stephen Staunton, zu untersuchen. Obwohl Chambers in keiner Weise detektivische Ambitionen hat, nimmt er sich des Falls an, und ehe er sich versieht, erweist sich der vermeintliche Suizid als heimtückisch geplanter Mord. Doch da dies für ihn eine Nummer zu groß ist, zieht er seinen besten Freund, Inspector Geordie Keating, zu Rate, der immer ein wenig schlecht gelaunt, aber ansonsten eine Seele von Mensch ist. Er schätzt Sidneys einzigartige Gabe, seinen Mitmenschen in die Seele zu schauen und ihnen mit seiner liebenswert chevaleresken Art tief verborgene Geheimnisse zu entlocken, die sie ihm als Inspector niemals offenbaren würden. Schließlich gelingt es den beiden Freunden tatsächlich, den Fall zu lösen, und sie stellen fest, dass sie ein wirklich gutes Ermittlerteam sind. Ein geheimnisvoller Juwelenraub Viel Zeit, um sich wieder seiner Gemeinde zu widmen, bleibt Chambers nicht, denn sein zweiter Fall in der Geschichte Eine Frage des Vertrauens verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Auf der Silvesterparty seines Freundes Nigel Thompson, ein aufstrebender konservativer Politiker, bei der neben Sidneys Schwester Jennifer und ihrem neuen Freund Johnny Johnson auch seine Freundin Amanda und ihr Verlobter Guy Hopkins anwesend sind, wird der luxuriöse Verlobungsring, den Guy Amanda geschenkt hat, gestohlen. Sofort fällt der Verdacht auf Jennifers Freund Johnny, Enfant Terrible und Sohn eines berüchtigten Juwelendiebs, doch für Chambers ist diese Lösung viel zu einfach. Obwohl er eigentlich primär damit beschäftigt ist, sich einzureden, dass ihm Amandas Verlobung nichts ausmacht, ermittelt er mit Keating auch in diesem Fall und kann schließlich den Täter dank seiner guten Beobachtungs- und Kombinationsgabe entlarven. Ein moralisches Dilemma In der dritten Geschichte Vor allem – schade niemandem wendet sich Inspector Keating mit einem Fall an Chambers, der ihm einfach keine Ruhe lässt. Er glaubt nicht, dass die alte Mrs. Livingston, die von ihrer Tochter Isabel und ihrem Freund, dem Arzt Michael Robinson, gepflegt wurde, eines natürlichen Todes gestorben ist. Chambers vertraut auf den untrüglichen Instinkt seines Freundes und nimmt sich der Sache an, die ihn jedoch in ein moralisches Dilemma stürzt und ihm einmal mehr aufzeigt, dass das Leben kein schwarz-weiß Mosaik ist. Mord im Jazzclub In Geschichte Nr. 4 Alles hat seine Zeit taucht Chambers ein in die Welt des Jazz, die ihn magisch anzieht. Vor dem Nachtclub von Johnny Johnson, dem Freund von Sidneys Schwester Jennifer, wird Johnnys Schwester Claudette erdrosselt aufgefunden. Sidney und Geordie, die sich zu dem Zeitpunkt auch im Club befinden, da sie von Johnny zu einem Auftritt der berühmten Jazzsängerin Gloria Dee eingeladen wurden, stellen Nachforschungen an und stoßen bald auf dunkle Geheimnisse, die nur ein Motiv des Täters zulassen: Rache. Ein brisanter Kunstfälscherskandal In Story Nr. 5, Der verschwundene Holbein, wird Sidneys Freundin Amanda von Lord Teversham beauftragt, ein Gemälde zu begutachten, das von einem qualifizierten Restaurator aufgearbeitet und als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden soll. Diese Routineaufgabe für Amanda entwickelt sich jedoch zu einem brisanten Kunstfälscherskandal, bei dem sie auf eigene Faust ermittelt und in Lebensgefahr gerät, denn sie unterschätzt den Täter, der nicht davor zurückschreckt, unliebsame Mitwisser zu beseitigen. Sidney ist außer sich vor Sorge und geht jedes Risiko ein, um Amanda zu retten… Mord im Theater In der letzten Geschichte Ehrenwerte Männer hat sich Sidney widerwillig breitschlagen lassen, eine kleine Rolle im Shakespeare-Drama Julius Caesar zu übernehmen, das von der Amateur-Theatertruppe der Gemeinde aufgeführt wird. Doch die Aufführung endet blutig: Der Hauptdarsteller bricht tödlich verwundet zusammen – von einem echten Dolch. Sidney ist geschockt und setzt gemeinsam mit Inspector Keating alles daran, den Killer zu stellen, der aus den eigenen Reihen zu kommen scheint… Ein herrlich altmodischer Roman mit einem unkonventionellen Protagonisten Wie gerne habe ich diesen herrlich altmodischen Roman gelesen! Ganz seinem Genre gemäß entfaltet er sich trotz der diversen Kriminalfälle bedächtig und transferiert eine ganz eigene angenehm ruhevolle Atmosphäre, ohne auch nur annähernd einschläfernd zu sein. Runcies Protagonist Sidney Chambers ist aber natürlich auch kein Kleriker im herkömmlichen Sinne: Er ist charmant, aber kein Charmeur – er ist moralisch, aber kein Moralapostel. Seine Fähigkeit zuzuhören, sein guter Humor und seine Galanterie (nicht zu vergessen seine Attraktivität und Eleganz) machen ihn zu einem nahezu perfekten, wenn auch unkonventionellen Exemplar eines Pfarrers. Doch beinahe unbemerkt durchbricht Runcie dieses Trugbild der augenscheinlichen Perfektion seines Protagonisten immer wieder und zeigt uns den Menschen Sidney Chambers außerhalb seiner Pfarrerrolle. Dies macht Runcie nicht selten mit dem typisch britischen „Tongue-in-Cheek“, was er meisterhaft beherrscht. Was mir darüber hinaus besonders gut gefallen hat, ist, wie geschickt Runcie Fragen der Moral, Ethik und des Glaubens mit in den Roman verwoben hat, ohne die Leser zu langweilen oder gar zu belehren. Weitere Highlights sind für mich außerdem Gedichte und Zitate, die Runcie durch Chambers Faible für Literatur mit einfließen lässt. Und gleich drei meiner Lieblingsdichter und -dramatiker sind dabei: William Shakespeare, der wohl bedeutendste Dramatiker aller Zeiten (Auszüge aus Julius Caesar), Lord Byron, sagenumwobener Poet der englischen Romantik (Auszug aus seiner Elegie An Thyzra), und die amerikanische Lyrikerin Edna St. Vincent Millay mit einem ungewöhnlichen Liebesgedicht („What lips my lips have kissed…“). Alles in allem ist Runcies neuestes Werk eine wunderbare Romankomposition, die sich aus vielen unterschiedlichen Themensteinen zu einem stimmigen, sehr lesens- und empfehlenswerten Literaturmosaik zusammenfügt.

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  • Eine Alternative zum Schäfchenzählen

    Der Schatten des Todes

    Bibliomarie

    27. April 2016 um 11:49

    Lesen statt Schäfchenzählen: Grantchester bei Cambridge ist die Quintessenz eines Englands aus dem Bilderbuch, Sidney Chambers die Quintessenz eines englischen Gentlemans. Er ist Pfarrer und betreut seine kleine Gemeinde engagiert und klug. Der Höhepunkt seiner Woche ist der gemeinsame Backgammon Abend mit Inspektor Geordie Keating. Dann gibt es noch eine unwirsche Haushälterin, die in keinem Pfarrhaushalt fehlen darf. Sidney stolpert – genau wie sein Vorgänger Father Brown – meist ungewollt in Mordfälle und andere Verbrechen und löst sie mit Menschenkenntnis, Gottvertrauen und dem Geistesblitz zur rechten Zeit. Manchmal funkt er auch seinem Freund Keating dazwischen, aber im Großen und Ganzen sind sie ein recht eingespieltes Team. Es gibt keine durchgängige Handlung, die Fälle sind wie aneinandergereihte Kurzgeschichten, nur verbunden durch Sidneys Ausflüge in die Gemeindearbeit und das Schreiben der jeweiligen Predigten. Sidney Chambers ist ein Jazzfreund, wahrscheinlich klingt hier die musikalische Vorliebe des Autors durch, deshalb spielt der Jazz bei einer Geschichte sogar eine wichtige Rolle. Das gibt dem Autor die Gelegenheit auch lange darüber zu dozieren. Das klingt sehr nett und ist es eigentlich auch, aber es kommt zu keiner Zeit eine richtige Spannung auf. Der Titel „Im Schatten des Todes“ verspricht eher eine andere Art von Kriminalroman. Die Geschichten sind einfach nur langweilig und selbst Miss Marple scheint im Vergleich zu Canon Sydney Chambers eine Actionheldin zu sein. Aber es ist eine gepflegte Langeweile, stilsicher geschrieben mit niveauvoller Sprache und wenn es auch etwas despektierlich klingt: Genau das Richtige für ältere Damen zur Teestunde.

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