James Runcie Die Schrecken der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Die Schrecken der Nacht“ von James Runcie

Ein Professor ist vom Dach der Kapelle des King’s College in Cambridge gestürzt, das Studio eines Fotografen geht in Flammen auf, und der beste Werfer des örtlichen Cricket-Teams wird während eines Spiels vergiftet. Pfarrer Sidney Chambers – Detektiv wider Willen – ist gut beschäftigt. Obendrein muss er sich noch der existenziellen Frage widmen, wen er nun heiraten soll: seine glamouröse Jugendfreundin Amanda oder die hinreißende Witwe Hildegard? Um sich alles in Ruhe zu überlegen, reist er nach Deutschland, doch auch hier findet er keine Muße, denn schon bald gerät er in die politischen Wirren rund um den Bau der Berliner Mauer.

Solide englische Krimikost!

— Patno

Ein gutes Buch

— Daniel_Allertseder

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  • Eher Spionagethriller denn Kriminalroman

    Die Schrecken der Nacht

    michael_lehmann-pape

    24. May 2017 um 14:45

    Eher Spionagethriller denn KriminalromanVorweg, James Runcie beherrscht die Sprache. Diese Sprache des klassischen englischen Kriminalromans, die ein wenig altmodisch wirkt, das aber in bester Weise. Zudem sind es die kleinen Feinheiten britischer Traditionen (gerade an einem Ort wie Cambridge mit seinen dann weit verzweigt in die Elite der Gesellschaft verlaufenen Linien), die Runcie immer wieder anregend mit einfließen lässt.Wenn da über einen nach seinem Tod (und vorher war es ja nicht anders) gesagt wird, das man „darüber nicht geredet hat“. Warum die Ehe zerbrach und dass die Neigung doch eher an gleichgeschlechtliche „Geliebte“ sich orientierte. Diskret, höflich, dem Lauten, dem Gewöhnlichen völlig abgeneigt, das ist die Sprache, die in Cambridge gesprochen wird.Wobei der ermittelnde Polizist, Inspector Keating, durchaus zu dem ein oder anderen deftigen Ausdruck in der Lage ist.Was soll man auch davon halten, dass einer der Juniorprofessoren, ein „Fellow“ des nachts mit drei jüngeren wissenschaftlichen Mitarbeitern immer noch dem alten studentischen Brauch zu frönen gedenkt, als >“Free-Climber“ markante Gebäude in Cambridge zu erklettern?Und dabei zu Tode stürzt. Nicht, ohne dass einer der Mitkletterer spurlos verschwindet und der andere eher unglaubwürdiges Zeug erzählt, bevor er sich auch von der Bildfläche von dannen macht.Das ganze Anfang um die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts herum erzählt, in der guten, alten, analogen Welt, in der Verdächtige nicht mal schnell geortet werden können.Und da weitere Totdesfälle in den Raum treten werden, scheint es doch um etwas Größeres zu gehen, als einen Dummjungenstreich. Das nun allerdings Sidney Chambers, junger Pastor in einem Nachbarort, unverheiratet, mal schnell drängende berufliche Aufgaben wie Krankenbesuche oder anderes zur Seite schiebt, um ein wenig mit zu ermitteln (auch aufgrund seines guten Drahtes zum Rektor der Universität, wirkt dann doch ein wenig zu schnell und künstlich. Der Beruf des Mannes spielt nur eine nebengeordnete Rolle, wichtiger wird werden, dass auch im Pfarrhaus eingebrochen wurde, ohne dass auf Anhieb klar wäre, ob und was da fehlt.Was im Verlauf der Ereignisse, die recht schnell (zu schnell, zunächst) mit Anwerbeversuchen von Studenten durch internationale Geheimdienste in Cambridge in Zusammenhang gebracht wird, zudem wichtig ist (und dennoch eines der wenigen Motive im Buch ist, das unglaubwürdig wirkt und, tatsächlich auch nervt), ist das Privatleben des Pfarrers. Denn das ist zunächst alles andere als geklärt, wenn man zwischen zwei, auf ihre Art je anders und doch sehr attraktiv in Chambers Augen noch schwankt. Ein wichtiges Motiv aber deshalb, weil ein Teil der Geschichte im Berlin jener Tage spielt (und dort eine Witwe enger und enger mit Chambers vertraut wird) und die Lösung zumindest einer der Erzähllinien letztendlich mit den Ereignissen dort und einigen sehr düsteren Gestalten auf beiden Seiten der Zonengrenze einiges zu tun haben wird.Wobei Vieles bis dahin von Chambers mit zielsicherer Intuition (nicht immer glaubwürdig) bereits aufgelöst oder geklärt worden ist.Insgesamt ein stimmungsvoller Roman, bei dem Leser (was den Tod des Professors angeht) lange nicht Klarheit darüber hat, was denn genau nun wer getan hat und warum es getan wurde. Mit sorgsam skizzierten Figuren und einem Talent, Atmosphären der Zeit und der einzelnen Orte bestens zu vermitteln.Eine anregende, wenn auch nicht in allen Bereichen fesselnde Lektüre.

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  • Auf den Spuren von Pater Brown

    Die Schrecken der Nacht

    Patno

    10. May 2017 um 18:36

    Laut Kölnischer Rundschau könnte James Runcies charmante Zeitreise in die 50er Jahre auch von Agatha Christie erdacht worden sein. Von dieser Werbung fühlte ich mich angesprochen, denn ich lese sehr gern englische Krimis. Dementsprechend hoch war aber auch meine Erwartungshaltung. Wir schreiben das Jahr 1955, als sich Pfarrer Sidney Chambers in Granchester bei Cambridge als leidenschaftlicher Hobbykriminalist betätigt. Überall wittert Sidney die Spur das Verbrechens, ob ein Professor vom Dach einer Kapelle stürzt, der beste Werfer des Cricket-Teams nach einem Spiel vergiftet wird oder ein Haus in Flammen aufgeht. Dem nicht genug, steht Sidney zwischen zwei Frauen, seiner Jugendfreundin Amanda und der in Deutschland lebenden Witwe Hildegard. Als Sidney nach Deutschland reist und auch hier weiter Detektiv spielen muss, gerät er in eine ziemlich brenzlige Situation. Der Einstieg in das Buch war schwerfällig. Alles wirkte auf mich ein wenig unsortiert und verwirrend. Spannung wollte nicht so recht aufkommen. Die Handlung zog sich wie Kaugummi und Pfarrer Sidney Chambers war mir zunächst nicht wirklich sympathisch.Erwartet hatte ich auch einen abgeschlossenen Roman. Stattdessen bekam ich eine Ansammlung von Kurzgeschichten, die zunächst alle nach dem gleichen Muster abliefen. Der Leser lernt das Opfer kurz kennen, es folgt die Tat, die Präsentation möglicher Verdächtiger und dann kommt abrupt der Geistesblitz des Pfarrers und die Auflösung. Keine Möglichkeit zum "Miträtseln". Ich spielte mit dem Gedanken das Buch abzubrechen. Doch dann, etwa ab der dritten Geschichte, gab es endlich Szenen, die an die guten englischen Krimis erinnern, gespickt mit einer Priese Humor. Es war beinahe so, als hätte sich der Autor erst warm geschrieben. Da kam auch der Pfarrer einmal in Bedrängnis, weil er die Nase zu tief in die Fälle gesteckt hat. Er zeigt Gefühle und als die beiden Frauen im Leben des Pfarrers so richtig in die Szenerie kommen, hat mich die Handlung endlich gefesselt. So hätte ich es mir durch das ganze Buch hindurch gewünscht. Am Ende schließt sich der Kreis zur ersten Geschichte. James Runcie baut interessante, reale Bezüge in seine fiktive Handlung ein und schreibt dabei in tollen Bildern. Das gefiel mir. Wer also am Ball bleibt und die "Durststrecken" überwindet, wird letztendlich mit solider, englischer Krimikost belohnt!

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  • Ein gutes Buch

    Die Schrecken der Nacht

    Daniel_Allertseder

    01. May 2017 um 00:05

    Meine Meinung ​ Hinter »Die Schrecken der Nacht« von James Runcie habe ich einen echten, britischen Krimi erwartet. Die Bücher des Autors wurden bereits verfilmt, »Grantchester«. Das Buch ist ein einer sehr edlen Aufmachung veröffentlicht worden, mit festem Einband und einem sehr schönen Cover. Jedoch aber hat mich Sidney Chambers nicht ganz so überzeugen können…   Ich habe das Buch mit sehr viel Interesse begonnen und innerhalb kürzester Zeit bereits die hundert Seiten gelesen. Der Schreibstil des Autors war, besonders am Anfang, etwas verwirrend, und ich fand schwer in die Geschichte rein. Der Autor ging zu schnell und zu ruppig mit seinen Charakteren um, heißt, ich kannte mich bei der Anfangsszene nicht wirklich aus, wer wann wo war. Doch ich konnte mich schnell an den Schreibstil gewöhnen und wurde auch immer mehr mit dem Hauptcharakter, Sidney Chambers, vertraut. Ich habe nach einiger Zeit herausgefunden, dass die Kapitel, in denen das Buch unterteilt ist, immer neue Vorkommnisse, bzw. immer neue Abschnitte im Jahr sind. Die Kriminalfälle, in die der Pfarrer ermittelte, wurden aber nicht sofort aufgedeckt. Man muss daher sehr lange lesen, um überhaupt auf den Grund der Tat zu kommen. Nach ungefähr der Hälfte des Buches war ich ein wenig genervt, weil immer wieder dasselbe Schema angewandt wurde: Etwas passiert, Chambers ermittelt, Ende. Es gibt sehr wenige wirklich spannende Stellen, und besonders in der Mitte des Buches fiel mein Interesse am Buch ein bisschen ab. Dadurch, weil ich große Hoffnung in den Autor gesetzt habe, habe ich das Buch beendet, und meine Meinung hat sich wieder geändert: Die Enttäuschung vom Mittelteil des Buches wich, und besonders am Ende war das Buch doch sehr spannend! Das Kapitel in Berlin war sehr interessant, und Sidney Chambers konnte mich doch noch von sich überzeugen. Insgesamt war die Atmosphäre sehr gut: Viel Britisches, im Jahre 1955, das Leben auf dem Land, und der Pfarrer, der zugleich Detektiv ist. Diese Kombination fand ich sehr gelungen, und ich konnte das Buch auch mit einem Lächeln und einem positiven Eindruck beenden. Sidney Chambers war ein offener, authentischer und netter Charakter, dem ich gerne bei seinen Ermittlungen gefolgt bin, besonders bei seinem Problem mit der Schwülen Blüten… ​Fazit   Ein echter britischer Krimi, mit einigen Startschwierigkeiten und einem etwas in die Länge gezogenen Mittelteil. Das Ende hat’s aber rausgerissen! Empfehlenswert und sehr interessant!

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