James Sallis Stiller Zorn

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Inhaltsangabe zu „Stiller Zorn“ von James Sallis

Lew Griffin ermittelt in einem Vermisstenfall. Wie so oft mit wenig Aussicht auf Erfolg. Die Spuren führen ihn ins Schattenreich des French Quarter in New Orleans mit seinen Bars, Touristenattraktionen und dem Rotlichtmilieu. Doch seine Nachforschungen nehmen bald ein gewalttätiges Ende, und er muss einsehen, dass sein eigenes Dasein immer mehr dem der verlorenen Seelen gleicht, auf deren Spur er ist. Lew Griffin ist selbst ein Verlorener, ein Gefangener der Flasche, seiner Vergangenheit und seiner schwarzen Hautfarbe. Als schließlich sein Sohn verschwindet, wird ihm klar, dass er erst die Rätsel in seinem eigenen Leben lösen muss, bevor er sich anderen zuwenden kann.

Eine Mischung aus literarischem Krimi und Gesellschaftskritik

— Elwe

Privatdetektiv Lew Griffin ermittelt, von James Sallis genial erzählt!

— WortGestalt

Fazit: Ein Roman voller Atmosphäre, präzise und schnörkellos vor der Kulisse New Orleans erzählt.

— Bellexr

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  • Buchverlosung zu "Stiller Zorn" von James Sallis

    Stiller Zorn

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. April 2016 um 01:18

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  • Beeindruckende Erzählweise

    Stiller Zorn

    WortGestalt

    25. November 2015 um 18:34

    Ich weiß nicht, ich glaube, so kann nur James Sallis Geschichten erzählen. Schreibt wenig, sagt dabei essenziell viel. Das haut mich um. Das prägt sich tief ein. Eine ganze Welt, ein ganzes Leben bringt er in „Stiller Zorn“ auf noch nicht einmal 200 Seiten unter, und dabei hat man das Gefühl, es wurden alle Tiefen ausgelotet, alle Höhen bedacht, alles Relevante wurde gesagt, selbst das Verschwiegene ist präsent, alles Bedeutende wurde erzählt. Reduziert, schlicht und dabei so umfassend. Das ist ein Kriminalroman von James Sallis. „Stiller Zorn“ erzählt von dem Privatdetektiv Lew Griffin. Die Straßen von New Orleans (Die New Orleanser betonen übrigens immer die erste Silbe, wie man im Roman erfährt, wieder was gelernt!) sind sein Arbeitsplatz, der Leser begleitet die Figur durch die zahlreichen Bars und Kneipen der Stadt, in dunkle Gassen, ranzige Hotelzimmer. New Orleans, Südstaaten-Charme und Südstaaten-Gram, eine Stadt der bunten Vielfalt und der grauen Armut, viele verschiedene kulturelle Einflüsse prägen das Stadtbild und seine Bewohner. Auch Lew Griffin, der beständig auf der Suche ist nach seinem Platz in der Welt, findet keinen richtigen Halt in der moralisch sumpfigen Erde der Stadt am Mississippi-Delta. Und doch ist es sein Zuhause, Griffin ist ein Kind dieser Stadt. Dieser Hard-boiled-Krimi wird in vier Episoden erzählt, die sich trotz großer Zeitsprünge zu einer sehr dichten und schlüssigen Handlung zusammenfügen. 1964, 1970, 1984 und 1990, aus diesen vier Jahren baut Autor James Sallis die Geschichte und das Leben des Privatdetektivs Lew Griffin auf, zu Beginn des Romans ist Griffin 24, an dessen Ende 50. Die Biografie eines Protagonisten so aufzubereiten, dass sie Teil der Handlung selbst ist und nicht nur rückblickend Erwähnung findet, diese Erzählweise ist für mich nur einer der herausragenden Punkte an „Stiller Zorn“. Und macht dieses Werk zu einem Reihenauftakt im besonderen Stil. In jedem der vier Abschnitte stellt eine Ermittlung, eine Vermisstensuche den Rahmen für die jeweilige Handlung. Und in jedem dieser Abschnitte ziehen sich die Figuren in einem Sog aus Drogen und Missbrauch in immer neue moralische Abgründe, die Fälle der vermissten Bürger- und Frauenrechtlerin Corene Davis, der verschwundenen Tochter eines einfachen Paares aus Mississippi, der verschollenen Schwester eines Bekannten und schließlich Lew Griffins eigener Sohn David enden alle sehr unterschiedlich, allen gemein ist aber ein bitterer Nachgeschmack. Den hat übrigens auch Lew Griffin nach langen Nächten immer öfter, phasenweise auch schon mittags, das Leben ist, zynisch betrachtet, eben manchmal nur im Suff zu ertragen und so erlebt Griffin wieder und wieder Abstürze, pflegt seine On-Off-Beziehung zu der Prostituierten LaVerne und verliert beim Suchen mehr als er findet. Lew Griffin ist eine tragische Figur, ja, aber auch eine starke Figur, ein cooler Typ, einer, der seinen Krempel gerne selbst erledigt, der sich auf wenig verlässt. Und der immer wieder aufsteht, das Durchhaltevermögen eines Ochsen beweist, ein Steh-auf-Männchen in einer Stadt, die so manchen niederstreckt. James Sallis hat mit „Stiller Zorn“ ein irrsinnig ausgereiftes Debüt vorgelegt. 1992 in den USA unter dem Originaltitel „The Long-Legged Fly“ veröffentlicht, erschien dieses Buch auch in Deutschland bereits 1999 in der Übersetzung „Die langbeinige Fliege“, „Stiller Zorn“ stellt die Neuauflage aus dem Jahr 2013 dar. Zudem ist dies der Auftakt zu der Reihe um den afroamerikanischen Privatdetektiv Lew Griffin, bis 2001 wurden insgesamt sechs Bände von James Sallis geschrieben, bisher sind davon leider (und das ist ein großes „leider“, ein dick unterstrichenes „leider“) nur zwei auf deutsch erschienen, „Stiller Zorn“ und sein Nachfolger „Nachtfalter“. Bis sich das vielleicht ändert, kann man sich mit James Sallis weiteren Werken beschäftigen. Empfehlen kann ich in jedem Fall den Griff zu „Driver“, der 2011 unter der Regie von Nicolas Winding Refn und mit Ryan Gosling in der Hauptrolle als „Drive“ treffsicher verfilmt wurde. Fazit: James Sallis beeindruckt mich mit seiner Erzählweise, setzt einem eine Welt vor, deren Angeln quietschen, die unter ihrem Gewicht ächzt und die sich trotzdem weiterdreht. Immer weiter und weiter. Mit seinem Stil verleiht er dem Kriminalroman eine wichtige Stimme und eine wertvolle Facette. Bewertung: 91,2 % Stil: 5/5 | Idee: 5/5 | Umsetzung: 5/5 | Figuren: 4/5 | Plot-Entwicklung: 4/5 Tempo: 4/5 | Tiefe: 5/5 | Komplexität: 5/5 | Lesespaß: 4/5 | = 4,56 Punkte © http://wortgestalt-buchblog.blogspot.de

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  • Die langbeinige Fliege im stillen Zorn

    Stiller Zorn

    R_Manthey

    31. July 2015 um 14:18

    Im letzten Teil dieses merkwürdigen Buches verfällt der Autor unerwartet in eine Art Selbstironie. Er schreibt: "Als ich mit einer Gehirnerschütterung und etlichen gebrochenen Rippen im Bett lag, schrieb ich mehr oder weniger aus purer Langeweile ein Buch ..., das von einem Cajun-Detektiv in New Orleans handelte. Lag da und leierte es raus, reimte mir einfach irgendwas zusammen, improvisierte wie wild und packte alles rein, was mir einfiel. ... Einige Kritiker erwähnten mich in einem Satz mit Chandler, Hammett, Macdonald und Himes; hätten sie nicht tun sollen, weil die Jungs ein paar Kragenweiten zu groß für mich waren, aber sie machten es trotzdem." Damit wäre eigentlich auch alles zu diesem Buch gesagt, wohl ebenso zu Sprache und Stil des Autors. Der Roman erschien erstmals 1992 im Original und 1999 als deutsche Übersetzung mit dem eigenwilligen Originaltitel "Die langbeinige Fliege", der sich mir nach dem Lesen genau so wenig erschlossen hat wie der neue Titel. Detektiv Griffin wurschtelt sich in New Orleans durchs tägliche Dasein. Seine Spezialität ist offenbar die Suche nach vermissten Personen. Davon handeln die vier Episoden des Romans, die mit den Jahren (1964, 1970, 1984, 1990) überschrieben wurden, in denen sie sich abspielen. Griffin ist typischerweise ein notorischer Einzelgänger mit einem Alkoholproblem, welcher bei Frauen einen Fürsorglichkeitsreflex auslöst. Der allerdings verfliegt bald, wenn sie mit ihm zusammenleben. Die vier Episoden lesen sich nicht schlecht, auch wenn Spannung kaum aufkommt. Vielleicht liegt dies allein an Sallis Sprache, die kurz, geradeaus und gelegentlich ruppig daherkommt, eben so, wie man es von einem ganzen Kerl erwartet, der im Milieu verkehrt und dort überleben muss. In der ersten Episode kann Griffin keine Zeit aufbringen, um seinen todkranken Vater ein letztes Mal und auf dessen Wunsch zu besuchen, und im letzten Teil geht er auf die Suche nach seinem Sohn, der natürlich nicht bei ihm lebt und auch vorher nie erwähnt wurde. Griffin besitzt also weder Wurzeln noch Fortfahren, mit denen er etwas verbindet. Nach außen wirkt er cool, innen ist er leer und verlassen. Und damit erreicht er den Status einer literarischen Figur, aus der mancher gerne den Verfall der Gesellschaft herausliest. In Wirklichkeit ist Griffin nichts weiter als ein Phantasieprodukt eines Schriftstellers, dessen Stil an bekannte Autoren aus der Vergangenheit erinnert, die allerdings bessere Geschichten schrieben.

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  • Zeitreise im Dunkeln..

    Stiller Zorn

    Wassollichlesen

    Ich habe das Buch vergangenem Sonntag, der erste schöne Sonnentag mit 34°C in Köln, an einem Stück gelesen. Und es passte ganz und gar nicht zum sonnigen Umfeld.Die Grundstimmung in "Stiller Zorn" ist sehr dunkel, erinnerte mich stark an einen Film Noir. Da passt es, dass das in den USA bereits 1992 erschienene Buch, 1999 bereits in der "Dumont Noir" Reihe erschien, allerdings als "Die langbeinige Fliege".Das Buch spielt in New Orleans. Im schwitzigen, feuchten French Quarter. Endlich mal ein Buch, das nicht in New York oder Kalifornien spielt, sondern in dieser gebeutelten Stadt des Jazz. Nicht nur der Handlungsort ist ungewöhnlich, sondern auch der Aufbau des Buchs. Abgesehen davon, dass das Buch nur knapp 180 Seiten "lang" ist, spielt es in 4 verschiedenen Zeiten. Chronologisch, so dass man als Leser, Lew Griffin (Hauptfigur und Alkohol frönender Detektiv) bei seiner persönlichen Entwicklung begleitet.Durch das bewusste Weglassen bzw. durch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Episoden, ist man als Leser gefordert. Ich fand mich im Laufe der Geschichte bzw. nach Abschluss einer Episode und zu Beginn der nächsten Folge immer völlig verwirrt am Beginn von etwas Neuen. Was ist in den letzten Jahren alles passiert? Was hat das Leben mit dir gemacht, Lew Griffin? So entsteht einiges an Interpretationsfreiraum. Ein zentrales Thema spielt in dem Buch für mich die Gesellschaft. Es ist erschreckend, wie trocken und nüchtern Sallis die Gesellschaft darstellt. Erschreckend weil es passt. Gewalt, Prostitution, Kindesmissbrauch, Drogen, Alkohol. Es ist völlig alltäglich. Jedermann hat sich daran gewöhnt. Nur einige wenige sehen den Missstand und versuchen zu fliehen. Gewaltdarstellungen werden kaum beschrieben und nicht ausgeschmückt. Das brauchen sie auch nicht zu sein. Der Gedanke daran reicht vollkommen aus. Lebe ich auch in einer solchen Gesellschaft? Das Buch hat mich überrascht. Es hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich habe schlichtweg mit völlig anderer Lektüre gerechnet. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war für mich sonnenklar, dass ich mich auf eine 180 Seiten lange, schnelle, kurzweilige Hatz begebe. "Stiller Zorn" ist genau das Gegenteil. Wer also ein Buch lesen möchte, auf dem von Anfang bis Ende Verfolgungsjagden, Action und die Suche nach einem vermissten Kind á la "96 Hours" die Handlung ziemlich genau abstecken, der ist hier völlig falsch. "Stiller Zorn" ist anders. Es ist dunkler, verworrener und nachdenklicher als viele andere Thriller (?), die ich bisher gelesen habe. Fazit:Ich gebe dem Buch 3 Eselsohren. Warum? Nun, es hat mich einfach nicht gepackt. Es kam keine Spannung auf. Ich hatte das Gefühl, dass ich das Buch auch getrost auf Seite hätte legen können, ohne das Gefühl "verdammt, wie geht es jetzt weiter?".Aber nicht alles ist schlecht. Es ist... ungewöhnlich und ambitioniert.

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    • 2

    Arun

    27. April 2014 um 23:38
  • Review: Stiller Zorn

    Stiller Zorn

    Medienjournal

    20. August 2013 um 12:12

    Stiller Zorn ist gar nicht so sehr Krimi, sondern vielmehr eine lakonische Erzählung, der Blick eines Gescheiterten auf die Welt, ein Buch voller loser Enden, aber auch der spannende Auftakt einer Reihe, die nicht bereit ist, sich den Lesegewohnheiten des geneigten Interessenten anzubiedern und gerade dadurch so einzigartig wird.

     

    Mehr gibt es unter:

     

    Review: Stiller Zorn

  • Auf den Straßen von New Orleans

    Stiller Zorn

    Bellexr

    24. May 2013 um 16:58

    Im Jahr 1964 ist Privatdetektiv Lew Griffin mit einem rätselhaften Vermisstenfall beschäftigt, welcher ihn in die verschiedensten Bars und das Rotlichtmilieu von New Orleans führt. Auch privat läuft nicht alles rund, die obligatorische Whiskyflasche steht immer griffbereit auf dem Schreibtisch, die Detektei läuft schleppend, seine Ehe ist am Ende und sein Vater liegt im Sterben. Anders sieht es da beruflich schon im Jahr 1970 aus, als Lew wieder einmal eine vermisste Person sucht. Aber die äußeren Umstände täuschen und schon bald stürzt Lew gnadenlos ab. Halt findet er bei einer alten Freundin und einer neuen Liebe. Doch als sein Sohn verschwindet, merkt der Privatdetektiv, dass er endlich sein eigenes Leben in den Griff bekommen muss. Die schwüle Atmosphäre, welche New Orleans mit seinen Sumpflandschaften umgibt, die angeblich täglichen Regenfälle, die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Dann das French Quarter mit seinen vielen Bars und dem Rotlichtmilieu, dies ist die Wirkungsstätte des schwarzen Privatdetektivs Lew Griffin. Gewalttägige Übergriffe, Rassendiskriminierung, Vergewaltigungen, Drogen und Vermisstenfälle sind Alltag, gehören zum Leben im French Quarter einfach dazu und erschüttern kaum jemanden mehr. Dies alles fängt James Sallis in seinen Krimi rund um seinen Protagonisten Lew Griffin perfekt ein. Lew Griffin lebt und arbeitet hier. Seine Aufträge erledigt er gewissenhaft, das Menschliche kommt bei ihm nie zu kurz, er ist mit New Orleans verwachsen, dies ist seine Heimat. Aber Lew ist auch ein Suchender, ein Verlierertyp, der an der Flasche hängt. Düster, ja fast pessimistisch ist die Stimmung des Krimis oft, wobei ich hier immer die Bilder alter schwarz-weiß Detektiv-Filme vor Augen hatte, in denen ein abgehalfterter, sympathischer Schnüffler im verknautschen Anzug seinen Ermittlungen nachgeht. Diese Stimmung setzt sich auch bis ins Jahr 1990 fort, in dem die Geschichte um Lew Griffin endet.  Präzise, direkt und schnörkellos erzählt James Sallis die Lebensgeschichte seines Protagonisten Lew Griffin, der eigentlich gar nicht so gewillt ist, sein Leben in den Griff zu bekommen, immer auf der Suche nach vermissten Personen ist und sich dabei selbst immer mehr verliert. Und zwischendurch meint man sogar, nun wäre Lew zur Ruhe gekommen, hätte sein Leben im Griff. Doch der gnadenlose Absturz ist nur eine Frage der Zeit und endet in der Psychiatrie. Die Realität hat Lew wieder, doch auch aus diesem Sumpf zieht er sich wieder heraus. Fazit: Vor der Kulisse New Orleans erzählt James Sallis schnörkellos und voller atmosphärischer Dichte die Geschichte eines Mannes, der auf der Suche nach sich selbst doch immer wieder nur vermisste Personen aufspürt und sich dabei selbst immer mehr verliert.  

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