James Salter

 3,7 Sterne bei 165 Bewertungen
Autor von Lichtjahre, A Sport and a Pastime und weiteren Büchern.

Lebenslauf von James Salter

James Salter wurde im Jahr 1925 in Washington D. C. geboren. Nachdem er als junger Mann mehrere Jahre der US Air France diente, gelang es ihm 1956 seinen Debütroman "The Hunters" zu veröffentlichen, der einige später unter dem Titel "Kampfflieger" verfilmt wurde. In den letzten Jahren war er als Schriftsteller und Drehbuch-Autor tätig. Sein aktueller Roman "Jäger" erscheint im Oktober 2014 beim Berlin-Verlag.

Alle Bücher von James Salter

Cover des Buches Lichtjahre (ISBN: 9783833309694)

Lichtjahre

 (35)
Erschienen am 10.03.2014
Cover des Buches Alles, was ist (ISBN: 9783833309823)

Alles, was ist

 (25)
Erschienen am 13.10.2014
Cover des Buches In der Wand (ISBN: 9783833309779)

In der Wand

 (14)
Erschienen am 10.03.2014
Cover des Buches Dämmerung (ISBN: 9783833305191)

Dämmerung

 (12)
Erschienen am 23.02.2008
Cover des Buches Cassada (ISBN: 9783833309960)

Cassada

 (13)
Erschienen am 16.02.2015
Cover des Buches Jäger (ISBN: 9783833310386)

Jäger

 (7)
Erschienen am 01.09.2016
Cover des Buches Letzte Nacht (ISBN: 9783833304163)

Letzte Nacht

 (7)
Erschienen am 06.02.2007
Cover des Buches Verbrannte Tage (ISBN: 9783833310522)

Verbrannte Tage

 (6)
Erschienen am 10.08.2015

Neue Rezensionen zu James Salter

Cover des Buches Jäger (ISBN: 9783833310386)
Himmelfarbs avatar

Rezension zu "Jäger" von James Salter

Ein Abgesang auf das Heldentum
Himmelfarbvor 5 Monaten

Was für ein grandioses Buch hat der amerikanische Autor James Salter mit seinem Erstling „Jäger“ von 1957 erschaffen. Es hat mich schlichtweg umgehauen. Alles, was ich von einem Roman erwarte, hat dieses Werk erfüllt.

Und das, obwohl Salter sehr autobiografisch die Geschichte einer Fliegerstaffel im Koreakrieg erzählt. Ein „Männerbuch“ auf den ersten Blick, aber eines der anderen Art. Salter schafft es, dieses Thema mit Poesie zu durchziehen. Immer wieder findet er überwältigende Metaphern und Worte für den Wahnsinn des Krieges. Und er präsentiert einen Protagonisten, der einsamer, desillusionierter und verlassener nicht sein kann. Cleve Connell ist ein Antiheld im besten Sinne.

Das ebenfalls Überragende an diesem Buch ist, das eigentlich nicht viel passiert. Die spartanische Handlung allerdings, entwickelt einen solchen Sog und ist so perfekt aufgebaut, dass man als Leser nur staunt.
Der Krieg wird nur vordergründig verhandelt. Das Setting ist Katalysator für Heldentum, toxische Männlichkeit, Pflichtbewusstsein und Moral.
Salters Protagonist, Cleve Connell, ist Schwarmführer einer Fliegertruppe in Korea in den 1950 er Jahren. In diesem Elite Geschwader zählt primär, wieviele Abschüsse von feindlichen Maschinen man aufweisen kann. Ab fünf Treffern ist man ein „Ass“, ein Held. Die Abschüsse werden in Form von roten Sternchen hinter den Namen der Piloten festgehalten und sind Sinnbild einer Art Unsterblichkeit.
Cleve ist ein großartiger Pilot, ein verlässlicher Kamerad, aber er hat kein Glück im Bezug auf die Treffer. Das quält ihn, denn er wurde zum Gewinnen erzogen. Er brütet viel über sein Pech und das Sinnieren über Niederlagen gehört zum Großartigsten, was ich seit langer Zeit gelesen habe.

“Vielleicht stimmte es, dass man durch Niederlagen wuchs und Sieger mit jedem Triumph ein wenig mehr von jener lebenswichtigen Kraft verloren, die nur beim Sichsammeln neu erstarken konnte. Vielleicht beflügelt es den Geist, nach einer Niederlage zuerst verwirrt und dann plötzlich vollkommen klar zu sehen. Aber das, so dachte Cleve, wäre genauso, als würde man behaupten, es wäre beflügelnd, arm zu sein.“

Viele Gedanken in Salters Erstlingswerk sind philosophisch und tief berührend. Cleves Ambivalenz und Zerrissenheit, machen ihn zu einer emotionalen Hauptfigur. Salter gönnt ihm sogar eine, wie mit Pastellfarben hingetupfte, zarte Romanze. Im Mittelpunkt steht aber die Rivalität zum großmäuligen Gegenspieler Pell, der mehr Abschüsse aufzuweisen hat, als alle anderen. Pell ist das genaue Gegenteil von Cleve und wird, neben dem stets unsichtbaren Feind in der Luft, sein größter Herausforderer. Cleve muss sich zwei Kämpfen stellen, den eigentlichen Kampfhandlungen, und dem der Persönlichkeit.

Salters Prosa ist makellos.
„ Es war ein Morgen wie im Herbst oder wie die langen Marmorflure in irgendeinem Museum.“
Einen Roman zu schreiben über den Krieg und zugleich zärtliche Worte zu finden, das sucht seinesgleichen.

James Salter hat mich berührt und begeistert!


Kommentare: 7
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Cover des Buches Ein Spiel und ein Zeitvertreib (ISBN: 9783833304804)
Ritjas avatar

Rezension zu "Ein Spiel und ein Zeitvertreib" von James Salter

Enttäuschend
Ritjavor 2 Jahren

Ich habe aufgegeben. Nach 100 Seiten voller kurzer, abgehackter Sätze, sehr nüchternen Dialogen und wenig ansprechenden Inhalt gebe ich auf. Ich hatte über den Autor und seine Werke einiges gelesen und meistens waren sie voller Lob, aber mich konnte weder der Schreibstil noch die Geschichte begeistern. Ich kam nicht in die Geschichte rein, mir blieben die Charaktere fern und fremd.  

Auf dem Klapptext stand "Die Erotik dieses Romans überwältigt einen."  Ich muss gestehen, dass ich selten Sexszenen so kalt und mechanisch beschrieben bekommen habe, wie bei James Salter. Diese Szenen müssen nicht rosarot und kitschig sein, aber man sollte schon Gefühle erahnen können, was bei diesen Szenen leider nicht vor kam. 

Auch der Rest der Geschichte war für mich wirklich enttäuschend und ernüchternd und so lege ich das Buch unbeendet bei Seite. Schade.

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Cover des Buches Charisma (ISBN: 9783827013279)
L

Rezension zu "Charisma" von James Salter

Sammelband der Erzählungen
Lesefreund6203vor 6 Jahren

Sammelband der Erzählungen

Da ist diese Frau, unheilbar an Krebs erkrankt. Die beschlossen hat, ihrem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen. In dieser Nacht. Begleitet in aktiver Rolle durch ihren Mann.

„Du weißt doch. Ich habe niemanden auf dieser Welt mehr geliebt als Dich“.

Sagt sie mit Inbrunst, als ihr Mann mit der Spritze das Zimmer betritt.

Beide wollten bei diesem Schritt nicht alleine sein und haben eine 29jährige, junge Bekannte hinzugebeten, das gemeinsame Essen, den Wein zu genießen und, danach, ihrem Mann Beistand zu leisten.

Was sich anders darstellt, als man meinen sollte. Sowohl, was den Beistand angeht, als auch was das Gelingen des Suizids betrifft.

Und all das lässt diese kleine, zu Herzen gehende, dann wieder erschreckende Geschichte so lakonisch ausgehen, wie Salter es oft zu gestalten versteht. Das Leben ist nicht voller Geheimnisse, sondern eher voller Brüche, nicht immer voller Aufregung, sondern oft auch nur dahingleitend.

Das Konkrete, das, worum es geht, das, was man gerne gestalten würde, das entzieht sich oft der Kontrolle, das passiert einfach, lagert am äußersten Rand des Blickfeldes und ist nicht immer zu greifen oder zu finden.

Wie ein Symbol steht da das Grab eines charismatischen Mannes, der einer Frau für alle Zeiten das Herz stiehlt und sie zu Dingen bewegt, die sie nie bei klarem Verstand zugestanden hätte (die Peitsche im Schlafzimmer). Und auch wenn sie sich äußerlich zu lösen verstehen wird, innerlich bleit das Band, die Verbindung. Zu einem, der sich in jeder Lebenslage (und darüber hinaus) zu entziehen versteht. Was vielleicht jenes „Charisma“ der titelgebenden Geschichte im Buch ausmacht.

Alle Erzählungen Salters von 1968 an bis weit in die 2000er Jahre hinein sind in diesem Buch sorgsam übersetzt versammelt und bilden einen breiten Reigen an Themen und einen hervorragenden Einblick in den Stil und die Denkweise des Autors.

Was ergänzt wird durch, am Ende, drei abgedruckte Vorlesungen Salters, bei denen er durchaus auch privat ins Plaudern gerät und über die Literatur, sein elementares Verständnis von Sprache und so manche enge Bekanntschaft mit anderen bekannten Autoren zudem noch Auskunft gibt.

Wobei der eigentliche Gewinn der Lektüre jener ist, nach jeder der Geschichten eine Menge Anstöße zur Nachdenklichkeit zu erhalten. „Einfach so“ schüttelt man diese lakonische, dennoch liebevolle Betrachtung des Lebens nicht an und lässt die Figuren, die im sanften Fluss und teils im Wirbel des Lebens stehen nicht einfach an sich abgleiten.

Wozu, vor allem, der scharfsinnige und dennoch in keiner Weise bemüht wirkende Stil Salters das Meiste beiträgt.

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Zusätzliche Informationen

James Salter wurde am 10. Juni 1925 in Washington D. C. (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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