James Salter Jäger

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Inhaltsangabe zu „Jäger“ von James Salter

Ein Roman über das Fliegen? Über den Krieg? Über Helden? Salters literarischer Erstling, nach dessen Veröffentlichung er den Dienst als Kampfpilot quittierte und sich ganz dem Schreiben widmete, ist all das und noch mehr. In »Jäger« ist schon alles da, was den großen Salter ausmacht. Bereits hier geht es ihm um den Menschen an sich, was ihn in seiner Glorie und seiner Erbärmlichkeit antreibt, siegen und scheitern lässt - das alles knapp und brillant formuliert.

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    Jäger

    Fantasie_und_Träumerei

    18. February 2015 um 17:35

    "Man stand im Mittelpunkt, von allem - dem Lob, der Aufregung, den Neidern. Hatte man keine - auch wenn nichts daran beschämend war und es Gründe gab, gute Gründe, warum ein Mann, so mutig und tapfer er auch war, noch keinen Luftsieg errungen hatte -, war man letztlich doch nur einer der losen Truppe, in deren vorderster Reihe das Triumvirat erstrahlte." Wie fasse ich meine grenzenlose Begeisterung über die Worte eines großartigen Schriftstellers wie James Salter, in meinen eigenen dagegen geradezu banalen Worten zusammen ohne den Zauber, die Atmosphäre, die Gefühle, die er erzeugt, zu verlieren? Damit haben Protagonist Cleve Connell und ich eins gemeinsam: die Angst zu versagen. Die Angst unsere Aufgabe nicht zu erfüllen. In meinem Falle hängen "nur" Leser davon ab, in Cleves sind es die Leben seiner Kameraden, als Anführer, als "Leader" seines Schwarms, in seine Hände gelegt. "Er fühlte sich elend. So konnte es nicht weitergehen. Er war noch nie geschlagen worden, und es durfte es auch jetzt einfach nicht passieren; und doch stand ihm etwas bevor, das alles zu gefährden schien, für das er in sich gekämpft hatte. Das mystische Gewebe, das die Seele des Menschen zusammenhält, er spürte, wie es zerfiel." "Jäger" ist ein autobiografisches Werk des 1925 in Washington D.C. geborenen Amerikaners. Er selbst hat der Air Force gedient und dort über 100 Einsätze im Korea Krieg geflogen, bis er 1957 Abscheid nahm und Schriftsteller wurde. Protagonist Cleve Connell ist dicht an Salters eigener Person angelehnt, was ihn in meinen Augen noch beachtlicher erscheinen lässt, denn auch wenn er zunächst mit dem Wunsch nach Ruhm in den Krieg zog, geht er als Ehrenmann daraus hervor. "Er war gekommen, um sich mit Siegen zu krönen, aber in gewisser Weise wollte er das gar nicht mehr, er wollte darüberstehen, davon unabhängig sein, es erreichen zu müssen. Und er wusste mit fast absoluter Sicherheit, dass er das nicht schaffen würde. Er war ein Gefangener des Kriegs." Im Roman treffen wir auf Figuren mit verschiedenen Charakterzügen, deren Namen im Verlauf der Jahre noch mal geändert wurden. Salter hat sicher seine Gründe dafür. Einen gewissen Mut muss man jedem Mann zusprechen, der sich freiwillig in die Todesgefahr eines Krieges begibt. Manch einer macht allerdings auch den Eindruck als steckten Leichtsinn, Übermut und eine gewisse Spur von Gier dahinter. Entworfen wurden alle Protagonisten mit feinen, detaillierten Linien, ohne dass Salter dafür eine große Menge Worte benötigt. Grund genug sich auf einige Charaktere einzulassen und jene zu hassen, deren eigener Ruhm noch vor dem Wohl der Kameraden steht.  "In einer Staffel zu sein war wie der Abriss eines ganzen Lebens. Man war ein Kind, wenn man eintrat. Es gab endlose Möglichkeiten, und alles war neu. Nach und nach, fast unbemerkt, zogen die Tage der schmerzlichen Lehre und Freuden an einem vorbei; man erreichte das Mannesalter; und dann plötzlich war man alt, zwischen neuen Gesichtern und Beziehungen, die man nicht verstand, die stetig um einen wuchsen, bis man sich schließlich in ihrer Mitte nicht mehr willkommen fühlte; die Männer aber, die man gekannt, mit denen man gelebt hatte, waren verschwunden, und der Krieg kaum mehr als die Erinnerung an Zeiten, die man mit niemandem mehr teilen konnte." Ich weiß nicht, wann ich zuletzt einen Roman so sehr aufgesogen habe. Wann mich  eine so hervorragend beschriebene Atmosphäre (Anmerkung: über Salters großes Können Atmosphäre zu erzeugen wird an anderer Stelle so ausführlich gesprochen, dass ich mich damit zurückhalte) so sehr eingenommen hat, dass ich das Gefühl hatte in die Handlung hinein zu schlüpfen, die Geschehnisse so sehr am eigenen Leib mitzuerleben, dass ich gelitten, den Dunst des Nebels bei morgendlichen Flügen gespürt und vor lauter Anspannung oftmals gezittert habe. Ich bin so sehr mit dem Roman verwachsen, dass es sichtbar war. Dass mein nicht lesender Freund von sich aus auf die Idee gekommen ist diese Geschichte, die nicht nur bewegt, weil sie von einem dramatischen geschichtlichen Ereignis erzählt, sondern auch ein Roman über Menschlichkeit ist, ebenfalls zu lesen. Ich bin dankbar dafür, dass mir der große Salter und sein zeitloser Klassiker empfohlen wurden!

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  • Tod über dem Yalu

    Jäger

    jamal_tuschick

    25. September 2014 um 05:41

    Die meisten anerkannten Kriegsromane geißeln ihren Gegenstand von unten. Sie erzählen von der Auslieferung entrechteter Individuen an das militarisierte Kollektiv. Man kann es kaum besser sagen, als der Autor einer Besprechung von James Jones‘ „Verdammt in alle Ewigkeit“ 1951 im „Spiegel“: „Die Szenerie riecht nach Schweiß, Urin, schalem Bier und dem Abfall der Heeresküchen.“ Die Beschreibung passt auch zu Norman Mailers Abrechnung „Die Nackten und die Toten“ mit ihren schrankenlosen Darstellungen von Lebensläufen, die gegen alle zivilen Wahrscheinlichkeiten auf einer pazifischen Insel zusammenströmen und da zersetzt werden. Der Berufssoldat James Salter beneidete Mailer um „einen großen Krieg“. Salters 1957 erschienenes Debüt „Jäger“ erzählt von einem Kampfflieger, der den Zweiten Weltkrieg knapp verpasst hat. Captain Cleve Connell ist heilfroh, über Korea doch noch eine Chance zu seiner Veredelung zu kriegen. Der Autor schildert den Krieg von oben. Dass er das Richtige tut im Verein mit den Kameraden steht für seinen Helden außer Frage. In einem Vorwort, das der verlorenen Zeit geschuldet ist, erklärt Salter die Koordinaten des Koreakriegs. Jedes amerikanische Kind habe Anfang der Fünfzigerjahre einen Begriff von koreanischer Geografie und von den Waffen gehabt, die zum Einsatz kamen. Das betont Salter so wie er die „leichte“ Überlegenheit der russischen MiG-15 gegenüber der North American F-86 hervorhebt. Im Kampf der Jäger kamen Maschinengewehre zum Einsatz, nach elf Sekunden war die Munition verbraucht. „Fünf Kills“ machen aus einem Flieger ein Ass. Cleve möchte als Ass heimkehren. Dabei ist er alles andere als verbissen, er ist ein angenehmer und angesehener Mann von gut und gern dreißig Jahren. Er führt ein Leben „wie in der Schule, behütet und reglementiert“. Cleve könnte überheblicher sein, doch hütet er sich. Er treibt mit seinen Kameraden über die Oberflächen des Verhaltens, nicht jeder will ein Held sein. Manchen reicht, zu überleben, für Cleve eine Einstellung wie von einem anderen Stern. Er erreicht Korea mit Todesahnungen, ohne indes besonders beunruhigt zu sein. Er verbindet Todesnähe mit „Reinheit“. Er wähnt sich „mit seinem Willen zur Selbstüberwindung“ in einer „exklusiven, asketischen Welt“. Beherrscht wird diese Welt von einem Giganten im Rang eines Colonels. Sein Credo: „Ein Kampfpilot braucht nur Selbstvertrauen. … Und ich hab genug für uns alle.“ Colonel Imil freut sich über die Verstärkung, Cleve scheint einem Ideal nahezukommen – diese Verbindungen aus Besonnenheit und Entschlossenheit – aus Kaltblütigkeit und Erziehung – aus Gemeinschaftssinn und Vereinzelung. Die kleinste Einheit im Luftkampf bildet ein Führer mit seinem Flügelmann. Der Flügelmann bewährt sich, indem er den Führer deckt, jedenfalls ist das seine erste Aufgabe. Ein „egoistischer“, auf eigene Abschüsse fixierter Flügelmann namens Pell überflügelt Schwarmführer Cleve. Pell setzt zu seinem persönlichen Höhenflug an und kontaminiert mit seiner Selbstbezogenheit den Innenraum, in dem Cleve seine Apotheose vollziehen will. Jeden Tag steigt er mit seinem Schwarm auf, um in der Gegend des koreanisch-chinesischen Grenzflusses dem Gegner die Gelegenheit zum Angriff zu bieten. Viele Einsätze gehen aus wie das Hornberger Schießen. Für Eingefleischte steht fest, dass zu einem Rundflug ohne Feindberührung oft der heimliche Wille zur Vermeidung gehört. Die Peinlichkeit ist allerdings öffentlich. Falls in der Einsatznachbesprechung kein Abschuss gemeldet wird, weicht „die größte Angst. Alle haben versagt und ein Gefühl der Kameradschaft kehrt zurück.“ Aus dem Vorwort: „Ein kleiner roter Stern am Flugzeug … war das Zeichen für einen Abschuss. Eine Reihe mit fünf Sternen … war Ausdruck der größten Ehre. Lord Byron, so sagt man, sei auf seine normannischen Vorfahren, die Wilhelm den Eroberer bei der Invasion von England begleitet hatten, stolzer (als auf seine Bücher) gewesen. (Ich) „fühle einen ähnlichen Stolz, am Yalu geflogen zu sein.“

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