James T. Webb

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen

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Rezension zu "Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung" von James T. Webb

Überzeugend sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht
tob82vor 2 Monaten

Zum Thema "Hochbegabung" gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Publikationen. Diese beschäftigen sich in der Regel mit dem Erkennen von Hochbegabung, mit den Eigenschaften und Besonderheiten im Verhalten der Betroffenen sowie mit Förderung in der Entwicklung und der Lebensführung im Erwachsenenalter. Im vorliegenden Buch von James T. Webb und Kollegen geht es dagegen um ein ganz spezielles Thema: Menschen mit Hochbegabung zeigen oft spezifische Verhaltensweisen, die leicht von Ärzten, Psychologen und anderen Fachleuten als Symptome von (psychischen) Erkrankungen gewertet werden. Bei den Betroffenen und ihre Familien entsteht dadurch unnötig eine Menge Leid, denn Doppel- und Fehldiagnosen führen regelmäßig zu falschen Behandlungen.

Die Autoren des Buches haben Hintergründe in den Bereichen Klinische Psychologie, Neuropsychologie, Pädagogische Psychologie und Pädiatrie. James T. Webb ist Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation "SENG" ("Supporting Emotional Needs of the Gifted") und einer der bekanntesten amerikanischen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Hochbegabungsforschung.

Das Buch enthält etwa 300 Seiten Text plus einen umfangreichen Anhang. Nach einer allgemeinen Einführung ins Thema widmet sich jedes Kapitel einer bestimmten Klasse von Störungen. Ausgegangen wird dabei vom DSM-IV-TR ("Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders"). Behandelt werden u.a. ADS/ADHS, Ideations- und Angststörungen, Affektive Störungen und Lernstörungen. Daran anschließend finden sich Kapitel zum Thema "Hochbegabung und Beziehungen" sowie zur Unterscheidung von Hochbegabungsverhalten und pathologischem Verhalten. Den Abschluss bilden Hinweise zum Finden professioneller Hilfe und eine umfangreiche Liste mit Adressen, Organisationen und Webseiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Als jemand, der von der behandelten Thematik selbst betroffen ist, haben mit die Darstellungen sehr gut gefallen. Man merkt schnell, dass die Autoren in Theorie und Praxis eine Menge Erfahrung besitzen. Der Text wirkt sehr fundiert und ist dennoch ohne tiefere Kenntnisse in medizinischer und psychologischer Diagnostik gut verständlich und mit Gewinn zu lesen. Neben theoretischen Erörterungen finden sich regelmäßig Fallbeschreibungen, die die Relevanz der Themen in der Praxis sehr gut illustrieren und die Schicksale von Betroffenen nahebringen. Auch die Strukturierung des Textes empfinde ich als wirklich gelungen. In den Kapiteln zu einzelnen Störungen werden diese jeweils kurz beschrieben und dann ausführliche Informationen zum Zusammenhang zu Hochbegabung gegeben. Dies beinhaltet auch immer eine Liste mit Hinweisen, wie sich erkennen lässt, ob der Betroffene wirklich an der Störung leidet, oder sein Verhalten doch besser durch die Hochbegabung erklärbar ist. Theorie und Praxis finden in der Darstellung vorbildlich zusammen. Man merkt immer wieder, dass den Autoren das Thema wirklich am Herzen liegt. Solche Bücher würde ich mir öfters wünschen.

Mich interessiert sehr der Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Hochsensibilität. Letzteres Thema wird im Text immer wieder einmal angesprochen, aber eine genauere Erörterung zu Zusammenhängen und Unterschieden der beiden Konstrukte enthält das Buch leider nicht. Aus diesem Grund ziehe ich einen halben Stern in meiner Bewertung ab.

4,5 Sterne

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Rezension zu "Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung" von James T. Webb

Vielseitiges Buch rund um das Thema Hochbegabung
roxfourvor 9 Monaten

Ich habe mich in den letzten Wochen durch das Buch gearbeitet und war sehr angetan davon. Vorneweg sei gesagt, dass es nicht für Einsteiger in das Thema intellektulle Hochbegabung geeignet ist, hierfür gibt es andere Bücher.

Am Anfang werden die Autoren vorgestellt und es gibt eine  Einführung zum Thema Hochbegabung, außerdem werden die entsprechende Merkmale vorgestellt. Danach werden die gängigen Fehldiagnosen, aber auch mögliche Doppeldiagnosen umfangreich vorgestellt. ADS/AHS, Wutdiagnosen, Ideations-/Angststörungen wie beispielsweise Asperger oder schizoide Persönlichkeitsstörung, affektive Störungen wie beispielsweise Depressionen und Schlafstörungen  sind genauso vertreten wie Lernstörungen (beispielsweise Legasthenie) und der gesundheitliche Bereich. Bei vielen Diagnosen werden die Diagnosekriterien im amerikanischen Gesundheitswesen angegeben, welche sehr empfehlenswert sind. Das Beziehungswesen kommt ebenso wenig zu kurz wie Hinweise auf den Unterschied zwischen Hochbegabung und tatsächlichem Defizit. Am Ende gibt es noch Hinweise Adressen/Webseiten und zum Thema Finden von professioneller Hilfe.

Mir hat das Buch einiges an Denkanstössen und Hilfestellung vermittelt. Vielleicht gibt es mal eine deutschsprachige Ausgabe in der beispielsweise das Thema Sucht behandelt.

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