James Tiptree Jr. Doktor Ain

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Inhaltsangabe zu „Doktor Ain“ von James Tiptree Jr.

Doktor Ain (Band 1 der Reihe) zeigt die humorvollen Anfänge von James Tiptree Jr. am Ende der 60er-Jahre. Ihre Erzählung 'Geburt eines Handlungsreisenden' war der Durchbruch der Autorin. Ein Zollbeamter in einer interplanetarischen Verladestation, eigentlich Burn-out-gefährdet, muss im Minutentakt entscheiden, wie herkömmliche Güter verpackt werden sollen, da diese in anderen Sonnensystemen durchaus als Kriegserklärung aufgefasst werden könnten oder indiziert sind. Ein Feuerwerk von Pointen und Spitzen werden auf Leserin und Leser losgelassen, wenn man den in jeder Weise multitaskingfähigen Beamten bei der Arbeit beobachtet.
Die in zwei Episoden ('Hilfe' und 'Mutter kommt nach Hause') erzählte Geschichte eines CIA-Büros, das eigens für den Fall einer Landung von Außerirdischen installiert wurde, treibt Leserin und Leser erneut Tränen in die Augen, wenn man den überforderten Protagonisten folgt, als tatsächlich ein UFO die Erde heimsucht. Trotz des Humors, den die Autorin in diese Erzählung packt, hat jedoch auch diese ein nachdenkliches Ende.
Dem gegenüber stehen aber auch die ersten kritischen Texte James Tiptree Jrs. Die titelgebende Erzählung 'Doktor Ains letzter Flug' schildert den von einem Wissenschaftler inszenierten Weltuntergang und die Ausrottung der Menschheit, weil er die Erde liebt.
Sämtliche Erzählungen sind neu übersetzt. Weiters sind hier vier Storys James Tiptree Jrs. erstmals in deutscher Sprache enthalten.

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    Doktor Ain

    rallus

    03. August 2015 um 17:16

    Als James Tiptree Jr. Ende der Sechziger Jahre des 20.Jahrhundert als Autor in der Science Fiction Szene auftauchte, schlug er ein wie eine Bombe. Dass dieser James Tiptree gar kein Mann, sondern eine Frau war, bescherte dieser Autorin 1977 die nächste Sensation, hatten doch alle männlichen Kollegen einhellig Mr. Tiptree bescheinigt, dass er einen 'maskulinen' Stil hat, mit einem Hang die weibliche Seele zu verstehen. Was macht aber James Tiptree Jr. alias Alice B. Sheldon so besonders? Science Fiction der frühen Jahren wird oft belächelt, ob der schon überholten technischen Aussagen, oder der Vergleiche mit dem bekannten Heftchenhelden Perry Rhodan. Dabei hat diese Phase viele großartige AutorInnen hervorgebracht, die auch heute noch in vielen Filmen und Büchern zitiert werden, Philip K.Dick, Robert Silverberg, J.G. Ballard oder Harlan Ellison, um nur einige zu nennen. Auch James Tiptree Jr. gehört zu den sogenannten New Wave Schriftstellern. Diese legten eine experimentellere und hochliterarisch ambitionierte Schreibweise an den Tag, die sich von der verknöchert empfundenen, meist technikbejahenden Form der 50er bis Anfang der 60er Jahre bestimmenden Bücher absetzte. Form und Inhalt waren freier in der Form, die Technik rückte in den Hintergrund. Der Septime Verlag in Wien hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Leser James Tiptree Jr. wieder in das Gedächtnis zurückzuholen, mit einer aufwändig gestalteten, neu übersetzten Gesamtauflage ihrer sämtlichen Erzählungen, manche sind hier erstmals auf Deutsch erschienen. Die Bücher sind chronologisch aufgebaut, witzigerweise aber nicht chronolgisch erschienen. Als erstes erschien 2011 Band 5, ihre Erzählsammlung 'Tales of the Quintana Roo', welche 1987 den World Fantasy Award erhielt. Besprochen wird hier Band 1 mit ihren allerersten Geschichten, die das lebendige, pulsierende, hochintelligente und sprachlich ausgereifte Talent von James Tiptree schon von Anfang an zeigen. Nach zwei ganz frühen, eher als Fingerübungen anzusehenden Geschichten, wird in Geburt eines Handlungsreisenden der Leser mit Aliennamen und Begriffen beworfen, die aber allegorisch nur aussagen, dass das Bekannte jemand anderem sehr fremd sein kann und dass es durchaus zu Problemen kommen könnte, eine Tagescreme durch vierzehn Portale auf einen fremden Planeten wie Sirius zu schaffen. Nicht dass bei Portal sieben die Belegschaft in Trance verfällt, weil die Verpackung an einen Gott erinnert. Dein haploides Herz zeigt nicht nur die Andersartigkeit der vermeintlich menschlich aussehenden Esthaaner, sondern auch wie unterschiedlich man sich in der Galaxis fortpflanzen kann. Mama kommt nach Hause und Hilfe zeigen, wie sich die Ureinwohner in Amerika fühlten als sie zivilisiert wurden, nur sind hier die Ureinwohner die menschliche zerstrittene Rasse und die Alien sind die höheren Zivilisationen, wobei der zivilisiert, der die stärkeren Waffen hat. Tiptrees Themen sind das Andersartige, das Fremde, die Integration, die in Glück ist ein wärmend Raumschiff (nach einem Beatles Song) mal andersherum passiert und nicht immer wollen alle integriert werden. Die Autorin, die in ihrem Leben viel gereist ist und andere Kulturen kennengelernt hat, zeigt, dass diese Weitsicht auch in der Galaxie unentbehrlich ist. Alle Geschichten sprühen nur so vor Lebendigkeit und verstecktem Witz, man weiß nie was einen als Leser erwartet - aber man wird nie enttäuscht. In ihren lyrischen Momenten erinnert Ihr Stil an Ray Bradbury. Das Buch schließt mit einem Nachwort von Julie Phillips, das das Leben von Alice B. Sheldon kurz beleuchtet. Nicht nur für Science Fiction Fans ist diese Reihe sehr empfehlenswert, für die aber ganz besonders. Eine auch sehr mutige Entscheidung des Septime Verlages, die hier doch relativ unbekannte Autorin einem größeren Publikum näher zu bringen. Am 24.August 2015 wäre ihr hunderster Geburtstag gewesen, eine umfangreiche Biografie ist beim Verlag erhältlich. Darüber hinaus eignen sich die Bücher auch als Blickfang im Regal, vielleicht wären sie ja in Sirius eine Todsünde, doch dorthin verschicken möchte ich sie ehrlich gesagt nicht.    

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