Die Kunst des Erzählens

von James Wood 
3,9 Sterne bei14 Bewertungen
Die Kunst des Erzählens
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Für Autoren sinnvoll, aber für interessierte Leser (meiner Meinung nach) eher uninteressant.

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Inhaltsangabe zu "Die Kunst des Erzählens"

Eine mitreißend und elegant geschriebene Schule des Lesens.
Was unterscheidet einen guten Roman von einem schlechten? Kaum jemand könnte das besser erklären als James Wood, 'einer der besten Kritiker unserer Zeit' (Newsweek) und selbst ein herausragender Stilist. Erzählperspektive oder Detailauswahl, Figurenzeichnung und Dialoge – Wood zeigt, worauf zu achten lohnt. Anhand vieler Beispiele von der Bibel über Flaubert bis zu David Foster Wallace erklärt er, was manche Autoren besser machen als andere.
 Doch es geht Wood nicht allein um die Elemente gelungenen Erzählens. Er beantwortet auch grundlegende Fragen: Was hat die Literatur mit der Wirklichkeit zu tun? Und vor allem: Warum bewegt sie uns so? Denn bei aller analytischen Präzision bleibt Wood ein begeisterter Leser, dessen Leidenschaft ansteckend wirkt. So gelingt ihm das Kunststück, die Geheimnisse der Literatur zu lüften, ohne ihren Zauber zu zerstören.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499630163
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.02.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Jewegos avatar
    Jewegovor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für Autoren sinnvoll, aber für interessierte Leser (meiner Meinung nach) eher uninteressant.
    Für Autoren interessant, für neugierige Leser womöglich uninteressant


    Vorab sei gesagt: Ich habe dieses Buch gekauft und gelesen, um eine Schreibblockade zu überwinden und mich als Autorin weiterzuentwickeln. Ich schätze dieses Werk für neugierige Leser, die selbst nichts mit dem Schreiben zu tun haben, als eher ungeeignet ein. Literaturbegeisterte, in Bezug auf klassische Romane, könnten eine Ausnahme sein. Meine nachfolgenden Worte sind also aus der Sicht einer Autorin über dieses Werk geschrieben worden und soll vor allem meinen Kollegen helfen, einen Eindruck über diese Lektüre zu gewinnen.


    Das erste Drittel des Buches hat mir besonders gefallen. James Wood geht hier insbesondere auf den Erzählstil ein und wie man diesen am besten darstellt. Inhaltlich ist es interessant aufgebaut und einfach dargestellt. Zahlreiche Beispiele aus bekannten Werken literarischer Weltgeschichte werden uns präsentiert und besprochen. Woods Erzähl- und vor allem Erklärstil gefällt mir wahnsinnig gut und es macht Spaß dranzubleiben. Dieser Teil war also am sinnvollsten und machte auch für meine 4-Sterne Bewertung den Großteil aus. Ich habe hier zwar nicht *viel* gelernt, aber dafür etwas Wichtiges und auf angenehme Art und Weise. 


    Die letzten beiden Drittel hingegen waren aus meiner Sicht wenig interessant oder gar hilfreich (wie gesagt; für Autoren). Es geht um Realismus, Sprache und auch Theater. Ich muss sagen, einige Stellen, und da bin ich ganz ehrlich, haben hier meinen Horizont überstiegen. Gerade im Theaterbereich kenne ich mich absolut nicht aus. Auch mit den Beispielen konnte ich hier wenig anfangen. Bis ungefähr Seite 90 habe ich viel aus dem Buch mitnehmen können und danach leider gar nichts mehr.


    Trotzdem ist dieses Werk nicht schlecht. Wood hat interessante Ansichten und ich habe sein Buch gern gelesen. Die Übersetzung wurde gut umgesetzt und Beispiele, bei denen die englische Sprache eine Rolle spiele, wurden innerhalb des Buches übersetzt, sodass man Beispiele teilweise in beiden Sprachen vorfand.


    Unterm Strich würde ich das Buch weiterempfehlen. Das erste Drittel hat mich überzeugt und vielleicht könnt ihr ja auch mehr mit dem Rest anfangen.

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    hproentgens avatar
    hproentgenvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Kunst des Erzählens" von James Wood

    Wie Geschichten funktionieren will James Wood in diesem Buch erklären. Und wie man einen guten Roman von einem schlechten unterscheidet.

    So widmet er sich den verschiedenen Elementen der Erzählkunst, der Perspektive, den Figuren, dem Stil, dem Dialog und manchem mehr.

    James Wood kann schreiben, stilsicher und gleichzeitig gut verständlich, das zeichnet sein Buch aus. Außerdem nimmt er so manches wahr, was anderen Autoren, die über die Kunst des Erzählens geschrieben haben, entgangen ist. "Es hilft, sehr gute Autoren bei ihren Fehlern zu beobachten" erklärt er und führt das gleich an John Updikes Roman "Terrorist" aus. Der schlüpft in die Haut eines jungen Terroristen, um dann in dessen Gedanken über den Koran zu räsonieren und darüber, dass der Junge wohl nicht mehr wachsen werde.

    Ein häufiges Problem, meint Wood, dass Autoren sich in den Kopf einer Figur begeben, diese aber Dinge denken lässt, die die Figur nie denken würde. Oft muss der Autor zu diesem Mittel greifen, weil eine realistische Gedankenwelt nicht nur langweilig, sondern nichtssagend wäre. Wenn dem Autor der Trick gelingt, die Gedankenwelt dem Leser glaubhaft darzustellen, funktioniert das. Aber oft gelingt es eben nicht.

    In Schreibratgebern wird dieses Problem so gut wie nie wahrgenommen. Wer in der Perspektive seiner Figur schreibt, darf nur die Gedanken haben, die die Figur auch haben würde. Basta. Doch Wood zeigt an Beispielen, dass die Gedankenwelt der Figuren in der Regel ein genauso künstliches Gebilde ist wie die Dialoge. Wichtig ist, dass sie den Leser überzeugen. Dass der Leser den Eindruck gewinnt: So redet, so denkt die Figur.

    Updike ist genau das misslungen. Der Leser merkt den Trick: Der Autor nutzt die angeblichen Gedanken der Figur, um seine eigenen an den Mann zu bringen. Der Autor, der dem Leser etwas erklärt. Etwas, dass seit Flaubert in Romanen eher negativ auffällt, auch das erläutert Wood an vielen Beispielen.

    Dass Perspektive nicht immer "klinisch rein" sein muss, sich die verschiedenen Perspektiven oft mischen, dass Figuren nicht immer rund sind und doch überzeugen können, sind weitere Themen; auch hier kann Wood einen neuen Blick auf alte Geschichten werfen.

    Doch leider bleibt der Blick auf misslungene Beispiele im weiteren Verlauf des Buches selten. Updike ist ein einsames Beispiel und genau deshalb erfüllt das Buch seinen Anspruch nicht, zu erklären, was einen guten Roman von einem schlechten unterscheidet. Wood stellt die Handwerkskiste des Erzählens vor, aber nur an einigen Stellen zeigt er, wie sich gelungenes Erzählen von dem weniger gelungenen unterscheidet.

    Und dann zieht er über den "kommerziellen Realismus" her, am Beispiel Graham Greene und John Le Carre. Da bringt er wieder schlechte Beispiele, Beschreibungen, die in der Tradition moderner Romane seit Flaubert stehen, die nicht richtig schlecht sind, aber auch nicht vom Hocker reißen.

    Leider übersieht er genau da etwas. Beide Autoren leben nicht von ihren Beschreibungen, sondern von der Handlung. Handlung gibt es aber in Woods Erzählwerkkasten gar nicht. Perspektive, Figuren, Dialog, Stil, alles handelt er ab. Aber Handlung? Fehlanzeige. Einmal erwähnt er, dass vor dem 19. Jahrhundert Figuren durch Handlung statt durch erlebte Rede geschildert und charakterisiert werden. Doch das war es dann auch.

    Merkwürdig für einen Flaubert Fan. Denn gerade der hat in Madame Bovary ja nicht nur das Provinzbürgertum um 1850 glänzend gezeichnet, er hat auch das Kunststück vollbracht, das in eine Handlung einzupacken, die auch heute noch Leser faszinieren kann.

    Da schlägt die Verachtung des Literaten für alles, was Spannung, Handlung heißt, durch. Denn Wood ist entschiedener Anhänger der Trennung von E- und U-Literatur. Zwar vermerkt er, dass die Elemente des Erzählens, die er beschreibt, sich auch in der Unterhaltungsliteratur finden, doch das führt er leider nicht weiter aus. Eine ganze Sparte der amerikanischen Literatur fehlt bei ihm völlig. Raymond Chandler, Dashiel Hammet sind nicht mal eine Fußnote wert. In diesem Punkt ist Sybille Knauss mit „ Schule des Erzählens“ Wood weit überlegen.

    Fazit: Wood erklärt in der ersten Hälfte seines Buches vieles, das andere übersehen, die über Romane schreiben. Aber er bleibt leider auch Literat, der nicht über seinen Tellerrand hinausschauen kann und so wirkt sein Buch halbfertig. Für normale Leser ist es deshalb wohl nur bedingt geeignet. Schade, denn Wood kann verständlich und stilsicher formulieren.

    Leseprobe: http://www.etracker.de/lnkcnt.php?et=99xuYV&url=http://www.rowohlt.de/fm/131/WoodKunst.pdf&lnkname=PDFWood_Kunst.pdf

    Die Kunst des Erzählens, Sachbuch, James Wood, Rowohlt, Juli 2011
    ISBN-13: 978-3498073671, gebunden, 237 Seiten, Euro 19,95

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    DirkBathenvor 2 Jahren
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    Rheinzwittervor 4 Jahren
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    Für Romanautoren, solche, die es werden wollen, und alle passionierten Leser ist dieses Buch ebenso erhellend wie begeisternd.

    Grandios.

    Lange kein Buch mehr gesehen, das so viel Lust darauf macht, Romane zu lesen.

    Ein Glanzstück.

    Wood schreibt über Literatur, als hinge unser Seelenheil von ihr ab - und für jeden ernsthaften Leser tut es das auch.

    Beim Lesen ist mir etwas Außergewöhnliches passiert: Die Ausführungen haben mich so fasziniert, dass ich in eine Art Zeitlupenmodus verfallen bin. Ich habe das Buch ganz langsam Seite für Seite genossen … Wunderbar.

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