James Yaffe

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Eine schöne Bescherung für Mom

Eine schöne Bescherung für Mom

 (1)
Erschienen am 01.06.1998
Schöne Heilige für Mom

Schöne Heilige für Mom

 (0)
Erschienen am 01.09.1999

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Rezension zu "Ein schöner Mord für Mom" von James Yaffe

Rezension zu "Ein schöner Mord für Mom" von James Yaffe
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Nach dem Tod seiner Frau wechselt Ermittler Dave nur zu gerne seinen Job. Vom lebhaften, aber uninteressant gewordenen New York geht es zu den Rocky Mountains nach Mesa Grande, wo er für das Büro der Pflichtverteidigung ermittelt. Schon bald erwartet ihn ein Fall, bei dem es auf viel Fingerspitzengefühl ankommt: An der lokalen Uni scheint Professor Russo seinen Rivalen um eine Festanstellung, Professor Bellamy, getötet zu haben. Als Mom zu Besuch kommt, lässt sie sich ausfürlich informieren und schnell fallen ihr kleine Ungereimtheiten auf, die sie gemeinsam mit Dave hinterfragt.

Mit Dave und seiner Mom habe ich einen kleinen Volltreffer gelandet. Dave ist ein guter Ermittler und keineswegs nicht weitsichtig oder gewieft genug - er ermittelt, wie man das eben tut. Sein einziger Fehler ist, dass er Mom gegenüber haarklein von seinen Fällen erzählt, was ihm eigentlich untersagt ist. Mom dafür aber ist ein waschechtes Schlitzohr und für eine alte Dame ganz schön durchtrieben. Sie erzählt Dave nicht immer direkt von ihren Vermutungen, sondern lenkt ihn oft listig, bis ihm die Lösung in die Hände fällt, die sie vorhergesehen hat. Sie hört sehr gut zu und hat das unschätzbare Talent, immer und überall schnell mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Ähnlich wie Miss Marple kennt sie die menschliche Natur bestens. Im Gegensatz zu ihrem britischen Pendant ist Mom aber wesentlich liebevoller, witziger und ihr fehlt das Besserwisserische.

Mom löst den Fall, natürlich! Aber obwohl das Strickmuster (Mord - Mom - Lösung) so simpel scheint, gefiel mir die Machart. Der Mordfall hat genügend Knoten, über die selbst Mom stolpert und die sie auf höchst kreative Art und Weise entwirrt. Außerdem gefällt mir die Sprache, direkt und ohne Umschweife. Gut so, denn sonst würde der Humor an Wirkung verlieren.

Überhaupt der Humor: Er trägt enorm viel zum Lesevergnügen bei. Gerade Mom pointiert ihre Meinung so schön, dass sie mich beim Lesen zum Lachen brachte - das bringen nicht viele Autoren fertig. Die alteingesessene New Yorkerin spottet z. B. unnachahmlich über Mesa Grande, als wäre ihre Heimat die einzig zivilisierte Stadt in den USA. Ein Jahr lang verweigert sie Dave einen Antrittsbesuch, denn was soll einen Ort ohne U-Bahn und Flughafenbus schon anziehend machen? Die Berge ganz sicher nicht, "auf dem Land" kann vermutlich keiner richtig Bridge spielen und die Putzfrauen sind bestimmt eine Katastrophe, denen man allerpingeligst auf die Finger schauen muss.

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