Jami Attenberg Ehemänner

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Inhaltsangabe zu „Ehemänner“ von Jami Attenberg

Jarvis Miller lebt in New Yorks hippem Viertel Williamsburg, doch von dessen aufregendem Wandel bekommt sie nichts mit. Seit ihr Mann, ein berühmter Künstler, durch einen Unfall im Koma liegt, hat sie sich in hingebungsvolle Trauer zurückgezogen. Erst als sie im Waschsalon Tony, Mal und Scott kennenlernt – drei attraktive verheiratete Männer –, entdeckt sie ihre Lebenslust wieder.
Der charmante Tony sieht aus wie ein Filmstar, klagt aber über seinen Alltag als Immobilienmakler. Der geheimnisvolle Mal ringt mit seinem ersten Buch und stürzt sich mit Jarvis ins New Yorker Nachtleben. Auch Scott, der liebevolle Familienvater, lässt ihr Herz schneller schlagen. Gleichzeitig üben Galeristen und Kunsthändler mit ihren Forderungen nach den Bildern ihres Mannes Druck auf sie aus. Der tragische Unfall hat den Wert seiner Kunst in die Höhe schnellen lassen, auch eine Ausstellung im MoMa steht plötzlich im Raum. Da enthüllen eines Tages alte Fotos nie Geahntes über die Vergangenheit des Künstlers, und Jarvis beginnt, nicht nur ihre Ehe infrage zu stellen.

Der Roman gefällt mir nicht. Unoriginell. Dennoch macht die Sprachfähigkeit der Autorin neugierig auf noch einen Versuch.

— wandablue

Die Autorin ist eine echte Entdeckung für mich, ein New York Roman, melancholisch und trotzdem leicht.

— Bibliomarie

Portrait einer New Yorkerin in tiefer Krise in der Künstlerszene ohne dramatisch zu sein und doch mit Tiefe und sogar (schwarzem) Humor!

— Nil

Loslassen, eine schwere Entscheidung

— mannomania

Für meinen Geschmack etwas zu melancholisch, obwohl es gewissermassen ein Happy End gibt und Jarvis si h zurück ins Leben traut....

— naninka

Die Story einer jungen Frau, die sich in ihrer Liebe und Ehe völlig aufgegeben hat. Tiefgründiger, als Titel und Klappentext ahnen lassen.

— Xirxe

Tolle Sprache, nicht konventionelle Protagonistin, aktuelle Themen, tolle, Gedanken über das Leben, die Liebe, die Kunst, etc. Lesenswert!

— Wedma

Wie kann man leben, wenn der Partner im Koma liegt? Jarvis sucht den harten Weg zurück.

— miss_mesmerized

Seltsam konfuses Buch über eine Frau auf der Suche nch sich selbst.

— ulrikerabe

Eine wundervolle bildhafte Sprache, realistisch wirkenden Figuren, eine emotionale und zum Nachdenken über das Leben anregende Geschichte.

— Buchraettin

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  • Der langsame Weg aus der Einsamkeit

    Ehemänner

    Soso931

    13. December 2017 um 20:05

    Jami Attenbergs Roman "Ehemänner" handelt von Jarvis Miller, deren Ehemann, ein hipper Künstler aus Brooklyn, nach einem tragischen Unfall im Koma liegt. Sechs Jahre lang wartet Jarvis. Sie zieht sich zurück, lebt eher isoliert und hat keine wirklichen Kontakte. Eine kaputte Waschmaschiene zwingt sie dazu ihre Wohnng zu verlassen und im Waschsalon lernt sie drei Ehemänner kennen. Mit diesen ersten Kontakten die sie knüpfen konnte, beginnt ihr Weg aus der Einsamkeit, bei dem sie auch auf ein Geheimni ihres Mannes stößt.Attenbergs Schreibstil ist seh angenehm, der Roman lässt sich gut lesen und durch Rückblenden lassen sich die Gemütszustände der Protagonistin auch sehr gut nachvollziehen und man kann Jarvis Entwicklung gut verfolgen. Auch die anderen Charaktere sind alle sehr interessant, sowohl die drei Ehemänner, welche mit erfolgreichern Frauen verheiratet sind, aber auch die Freunde von Jarvis Mann aus der Künstlerszene.Mir hat nur das "gewisse Etwas" gefehlt, manche Szenen waren vielleicht etwas langatmig.Insgesamt aber ein sehr gelungener Roman. Ich habe schon Lust auf die anderen Bücher von Jami Attenberg bekommen.

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  • Ehemänner

    Ehemänner

    Blaustern

    12. December 2017 um 12:12

    Jahren nach einem Unfall im Koma. Sie selbst nennt sich als Halbwitwe und kommt mit diesem Zustand überhaupt nicht klar. Sie will an ihrem Mann festhalten, denn der ist das Einzige, was sie hat, und er hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist. Freunde hat sie auch keine, nur Alice und Davis, die aber die Freunde ihres Mannes sind. So sitzt sie wöchentlich an Martins Bett, hat sich selbst verloren. Bis sie eines Tages durch eine defekte Waschmaschine im Waschsalon auf drei Ehemänner trifft und die sie einladen, an ihren Zusammenkünften teilzunehmen. Das gibt ihrem Leben durch ihre innere Veränderung eine Wende. Ein Thema, was ziemlich traurig ist, aber wirklich super geschrieben, in einem sehr sprachgewandten Stil. So wird eine Menge ausgedrückt in wenigen Sätzen. Man kann man bei den Personen wirklich tief hinter die Fassade blicken, und Jarvis ganze Lage mit ihren Gefühlen wird sehr deutlich, wobei man ihre Handlungen auch verstehen kann. Sie macht eine enorme Entwicklung bis zum Ende der Geschichte durch. Auch alle anderen Beschreibungen sind detailreich, oft spitz, und es regt zum Nachdenken an. Ein unterhaltsamer Roman mit Spannung bis zum Ende.

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  • Unzulängliche Protagonisten.

    Ehemänner

    wandablue

    Unzulängliche Protagonisten. Wenn ich von einem Roman etwas anderes erwarte, als ich dann tatsächlich angeboten bekomme, ist es normalerweise kein Problem, umzuschwenken und mich auf ein anderes Thema einzulassen. Das ist bei diesem Roman von Jami Attenberg nicht so. Und ob ich die agierenden Personen mag oder nicht mag, spielt normalerweise auch nicht die geringste Rolle für die Sympathie für den Roman. Auch das ist bei „Ehemänner“ anders. Bis auf eine Taxifahrerin und einen Kater hätte ich sämtlichst Beteiligte auf den Mond schießen können. Im einzelnen: Jarvis Miller bezeichnet sich als „Halbwitwe“, da ihr Ehemann, ein bekannter Maler, seit sechs Jahren im Koma liegt. Sie hat sich in ihrer Trauer und in ihrem teuren Appartment eingeigelt, keinerlei finanzielle Sorgen treiben sie um. Endlich macht sie den ersten Schritt wieder ins Leben hinaus, weil ihre Waschmaschine kaputt ist und sie in einen Waschsalon geht, wo sie drei Herren kennenlernt,, "Die Ehemänner" eben. Jetzt hätte der Roman loslegen können …Tut er aber nicht. Eine Retrospektive reiht sich an die andere und Jarvis Trauer wird lang und breit getreten. "Ja, ich weiß es jetzt. Du bist ein völlig fremdbestimmtes kleines Itgirl gewesen, das vom guten Martin gerettet werden musste, wobei diese Rettung aus unzähligem häufigem Sex besteht, dessen Schilderung uns Lesern leider nicht erspart bleibt und ohne ihn bist du ein Nichts und musst dich jede Nacht in den Schlaf weinen." An dieser Stelle will ich nicht mehr weiterlesen. Die Freundschaft mit den Ehemännern vertieft sich nicht in der vom Leser und vielleicht auch von Jarvis gewollten Weise. Schnell macht sich der eine oder der andere an sie ran oder sie machen sich alle gegenseitig an, es geht hauptsächlich um Sex und Jarvis ist immer noch einseitig männerbestimmt. Niemand will sich wirklich kennenlernen. An dieser Stelle will ich nicht weiterlesen. Die Galeristin und der beste Freund von Ehemann Martin, Davis, verbergen etwas vor Ehefrau Jarvis. Was nur? Man findet Fotos und es entpuppt sich, dass der geliebte Martin nicht der Mann war, für den man ihn gehalten hat. „Kalter Kaffee, überaus kalter Kaffe, wie unoriginell“. Ich will eigentlich nicht weiterlesen. Mir schlafen die Füße ein. Erfreulicherweise gibt es dann doch noch eine kleine Entwicklung, aber sie ist nicht das Zentrum des Romans und, wie gesagt, klein und kann mich von der unsäglichen Langeweile, die mich inzwischen gepackt hat, nicht mehr ablenken. Ich habe euch gesagt, dass ich mit der Lektüre aufhören wollte.Die Ehemänner-Protagonisten sind langweilig, die Protagonistin kommt nicht in die Pötte, die Dialoge sind nichtsagend, die Handlung ist tröge, beinahe nicht wahrnehmbar. Um dem Ganzen wenigstens ein wenig Würze zu geben, gibt es immer neue Sexszenen. Was war eigentlich noch mal das Thema? Sich vertiefende Freundschaft und zunehmende Vermenschlichung ist es leider nicht. Sex und Trauer. Abhängigkeit und Emanzipation. Auch das können wunderbare Themen sein, durchaus, aber der Roman ist dem nicht gerecht geworden, die Themen sind zu groß für die kleinen Protagonisten. Sie sind unzulänglich. Weil echte Begegnung nicht stattfindet. Dafür viel Innenschau. Aber ich habe Jarvis Ichbezogenheit so über! Und ihre Sexsüchtigkeit. Das Ende naht, bald kann ich aufhören. Was ist positiv? Die Sprache. Die Sprache ist durchgehend sehr gut. Schöne Bilder, interessante Wortwahl. Deshalb bleiben noch einige Wertungspunkte übrig. Fazit: Ein großes Thema, das in die angebotenen Protagonisten nicht hineinpasst. Die Beschreibung der Kunstszene hat mich noch am ehesten überzeugt. Die Handlung ist langweilig. Kategorie: Belletristik Verlag: Schöffling & Co, 2017

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    • 6
  • Leserunde zu "Ehemänner" von Jami Attenberg

    Ehemänner

    Schoeffling_und_Co

    Liebe Lovely-Books Freunde,wir laden Euch herzlich ein, an unserer Leserunde zu Jami Attenbergs Roman Ehemänner teilzunehmen! Das Buch ist eine Emanzipationsgeschichte voll komischer Verzweiflung und kluger Einsichten über die Liebe, das Leben und die Kraft der Freundschaft:Jarvis Miller lebt in New Yorks hippem Viertel Williamsburg, doch von dessen aufregendem Wandel bekommt sie nichts mit. Als ihr Mann, ein berühmter Künstler, einen Unfall erleidet, zieht sie sich zurück vor dem Ansturm der Galeristen und Kunsthändler. Alles ändert sich schlagartig, als sie eines Tages im Waschsalon drei attraktive verheiratete Männer kennenlernt. Wenn Ihr interessiert seid, dann bewerbt Euch jetzt für die Leserunde und gewinnt mit etwas Glück eines der 15 Leseexemplare! Beantwortet einfach folgende Frage bis zum 13.11.2017, um Euch zu bewerben: Was wäre für Euch der verrückteste Ort, um neue Freundschaften zu schließen?Viel Erfolg wünscht EuerVerlag Schöffling & Co.

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    • 290
  • “New York ist wie ein Dämon mit vielen Köpfen"

    Ehemänner

    Nil

    04. December 2017 um 14:38

    “New York ist wie ein Dämon mit vielen Köpfen: Wenn man einen abschlägt, wächst sofort ein neuer nach.” Ein Zitat von Seite 81 und eine so treffende Bemerkung über New York im Jahr 2017! Jami Attenberg porträtiert New York auf eine ganz besondere Art undWeise und von einer Aktualität die unübertrefflich ist.Ihr neuster Roman ‚Ehemänner‘ ist klassisch in 3 Teile gegliedert mit einem vorangesetzten Prolog. Um was geht es in diesem Roman? Um eine Frau, die wieder ins Leben zurück finden will und am Ende eines Lebensabschnitts steht. Diese Frau, Jarvis, eine New Yorkerin par excellence, ist mit einem Künstler verheiratet, der leider seit 6 Jahren im Koma liegt ineinem Pflegeheim. Sie hält an der Liebe zu ihm fest und an dem Leben mit ihm und wollte bisher die Hoffnung nicht aufgeben. Das Endergebnis war leider eine Depression und ein Rückzug aus dem Leben. Und an diesem Punkt setzt dieser Roman ein. Im Waschsalon trifft sie auf 3 Männer, auf 3 verheiratete Männer, die sie sich aktiv als Freunde aussucht (“Vielleicht sind das nicht die Freunde, die ich mir zulegen sollte, aber es sind die Freunde, die ich haben will.”)Es mag in meiner profanen Beschreibung wie ein Frauenroman der übelsten Sorte klingen, aber der Roman ist frisch, bissig und mit keiner Seite langweilig. Was man lieben sollte, wenn man zu diesem Buch greift sind schrullige Protagonisten, New York und gute Literatur. Jami Attenberg schafft es es mit wenigen Worten große Bilder in meinem Kopf zu zaubern und ohne alles auszuschreiben Emotionen und Verständnis für absurde Verhalten zu produzieren. Und übrigens find ich die Übersetzung sehr gelungen mit aktuellem Sprachgebrauch (zB Seite 51 ...versprengte Verwandte...) was zu flüssigem Lesen führt.FAZIT: Ein gutes solides literarisches Werk, auch wenn mir das Erstlingswerk der Autorin besser gefallen hat.

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  • Witwe im Wartezustand

    Ehemänner

    Bibliomarie

    03. December 2017 um 14:01

    Jarvis Miller lebt seit 6 Jahren in einer Art Schwebezustand. Sie ist, wie sie es selbst ausdrückt, eine Halbwitwe. Nach einem Unfall liegt ihr Mann, der renommierte Künstler Martin Miller, im Koma und lebt nur durch die Beatmungsmaschine. Wöchentlich besucht sie ihn im Pflegeheim und diese Besuche werden immer mehr zu Qual.Jarvis hat sich als Ehefrau und nun auch als Hinterbliebene immer ganz der Kunst ihres Mannes unterordnet. So sehr, dass ihre eigene Persönlichkeit verloren gegangen scheint. Kontakte pflegt sie pflichtschuldig nur zur Galeristin und zu einem Freund ihres Mannes. Bis sie eine defekte Waschmaschine in einen Waschsalon zwingt und sie dort auf drei Ehemänner trifft. Obwohl eine gewisse Melancholie die Geschichte der Jarvis Miller durchzieht, hat mich die Leichtigkeit der Sprache in Bann gezogen. Der Weg zurück ins Leben ist auch ein Weg zu einer eigenständigen Persönlichkeit der jungen Frau. Diese Entwicklung ist sehr glaubhaft geschildert und Jarvis‘ komplexen Charakter finde ich sehr interessant. Irgendwann muss sie sich einer Entscheidung stellen, ob sie Martin gehen lassen kann und je mehr sie sich öffnet, umso häufiger stellt sich diese Frage. Der Autorin gelingen Sätze die lange nachhallen, die ich beim Lesen am liebsten gleich alle markiert hätte. Sehr poetisch, aber auch immer mal wieder von leiser Ironie durchzogen. Sicher liegt das auch an der Übersetzung, die mir sehr gelungen scheint. Ein gelungener Roman, der mich neugierig auf die früheren Bücher der Autorin macht.

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    • 2
  • Die Eigenen und die Anderen

    Ehemänner

    TochterAlice

    02. December 2017 um 11:52

    Jarvis hat ihren Mann verloren. Zumindest seinen Geist, sein Körper ist noch da, die Hülle sozusagen und vegetiert vor sich hin, schon seit sechs langen Jahren. Er liegt nämlich im Koma, nach einem ziemlich dämlichen Sturz im eigenen Atelier. Martin Miller ist nämlich Maler, ein ziemlich erfolgreicher sogar, doch zum wahren Star stieg er erst nach seinem tragischen Unfall auf.Jarvis ist quasi sein Anhängsel, da sie völlig von ihm abhängig ist, er hat sie zu dem geformt, was sie ist. Seit sie mit ihm zusammen ist, geht es ihr gut, sie nimmt keine Drogen mehr und ist Teil der besseren Gesellschaft geworden. Naja, das ist seit sechs Jahren Vergangenheit, denn nun ist sie wieder allein, verkauft ab und an mal ein Bild, um Martins Aufenthalt in einem teuren Heim zu finanzieren und fühlt sich unendlich einsam.Obwohl ihre Freunde Alice und Davis ständig um sie herum sind. Aber es sind eigentlich Martins Freunde, oder auch nicht, denn mit ihrer Freundschaft sind geschäftliche Interessen verbunden.  Und nun setzen sie Jarvis zu, vor allem Alice, die Besitzerin einer erfolgreichen Galerie ist. Dennoch entzieht sich Jarvis nicht ganz - aus Höflichkeit oder aus Einsamkeit?Bis sie aus Zufall in einen Waschsalon gerät und dort drei Männer - alles Ehemänner, Männer anderer Frauen also - kennenlernt, die sich jeden Dienstag dort treffen und sie einladen, Teil dieser Runde zu werden. Nicht nur, aber auch dadurch verändert sie sich nachhaltig. Sie beginnt, um ihre Interessen zu kämpfen. An verschiedenen Fronten.Autorin Jamie Attenberg ist eine wirkliche Entdeckung. Sie schreibt wirklich gut, differenziert, eloquent, bringt den Leser zum Nachdenken und zeichnet mit leichter Feder ein gelungenes Bild von der Kunstszene New Yorks. Eine Autorin, die leichtfüßig durch ihre Erzählung wandelt, in wenigen Sätzen eindringliche Charaktere schafft, den Leser in Situationen bringt, in denen er nicht weiß, wie er sich entscheiden würde, für die bzw. für deren Komplexität er dennoch Verständnis hat.Ein spannender, gut geschriebener Roman, der an manchen Stellen doch nicht ganz überzeugend für mich rüberkam. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Ich habe eine Autorin kennengelernt, von der ich mehr lesen möchte!

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  • Loslassen, eine schwere Entscheidung

    Ehemänner

    mannomania

    28. November 2017 um 18:43

    Ehemänner - ein Roman von Jami Attenberg Zum Inhalt:Jarvis und Martin sind verheiratet. Nach einem schweren Unfall fällt Martin in ein Wachkoma. Für Jarvis beginnt eine schwere Zeit. Wird er je wieder aufwachen und gesund?Nach sechs Jahren warten und hoffen, daß ein Wunder passiert, besucht Jarvis jede Woche ihren Mann und wird immer apathischer und zieht sich in ihr Schneckenhaus zurück.Aber eines Tages geht ihre Waschmaschine kaputt und sie muß einen Waschsalon aufsuchen. Dort trifft sie auf drei verheiratete Männer, und sie taut auf.Sie erzählt von ihrer Liebe zu Martin und durch die Unterhaltung lernt sie wieder am Leben Spaß zu haben...Der Roman ist traurig aber auch lebensbejahend zugleich. Trotzdem bleiben viele Fragen offen.Kann Jarvis Martin loslassen, dazu gehört Kraft und wann ist der richtige Zeitpunkt?Kann man Sterbehilfe herbeiführen durch den Arzt nach so langer Zeit?Ich kann mir gut vorstellen, wie es in Jarvis Gedankenwelt so aussieht...Fazit:Die Autorin hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.Die Charaktere der einzelnen Personen konnte der Leser sich bildhaft und dem Leben nahe vorstellen.Ein Roman, der Anlaß zum Nachdenken gibt und wirklich empfehlenswert ist zu Lesen!

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  • Die Vergangenheit loslassen, damit die Zukunft eine Chance hat

    Ehemänner

    Xirxe

    28. November 2017 um 14:19

    Jarvis' Ehemann Martin, ein berühmter Maler, ist sechs Jahre zuvor nach einem Unfall ins Koma gefallen; seitdem besteht ihr Leben aus der Trauer um ihren Mann. Als sie sich eines Tages aufgrund ihrer defekten Waschmaschine in einen Waschsalon aufmacht, lernt sie drei Männer kennen, alle verheiratet, die ihr Leben völlig durcheinanderbringen.Der Titel, der Klappentext und wohl auch meine kurze Inhaltsangabe lassen vermutlich erst mal auf eine eher unterhaltsame, kurzweilige Lektüre schließen, was dem Buch aber ganz bestimmt nicht gerecht werden würde. Es geht (unter anderem) um nicht mehr oder weniger als die Frage: Wer bin ich? Die Protagonistin ist (noch immer) eine junge Frau, die sich aufgrund ihrer Vergangenheit so sehr nach Liebe sehnte, dass sie ihre eigene Persönlichkeit in der Beziehung zu Martin fast völlig aufgab - vielleicht war ihr bis dahin aber auch noch nicht klar, wer sie selbst überhaupt war. Die Begegnung mit den drei Männern, mit denen sie sich anfreundet, gibt ihr Selbstvertrauen und sie beginnt ihr bisheriges Leben zu reflektieren, ohne etwas zu beschönigen. Sie erkennt, dass sie selbst initiativ werden muss, um ihr eigenes Leben zu leben und entdeckt dabei Geheimnisse, die ihre Ehe in einem ganz anderen Licht zeigen.Die große Stärke der Autorin sind ihre präzisen, bildhaften Beschreibungen, die häufig in lange Sätze münden, von denen man aber (meistens) kein Wort missen möchte. "Bis ich Martin kennenlernte. Dessen ganzes Leben, jedes Quäntchen davon, jeder Atemzug, jeder Gedanke, dem Kunstschaffen gewidmet war. ... Er ließ mich ein, ein Eckchen, ein Fetzen heißer Haut, er hob ihn an, zeigte mir, was darunter war, wie bei diesen menschlichen Körperskulpturen, die sie im Anatomieunterricht hatten, nur dass Martin innen aus Farbe bestand und Struktur und Augen und Lippen und Nase, alles in einem riesigen Meer." "Mein Vater siecht auf Rhode Island dahin und betrauert meine Mutter durch den Boden einer Bierflasche."Es ist eine Geschichte um Trauer, Liebe, Freundschaft und wie man dabei vor lauter Gefühlen dennoch seine eigene Persönlichkeit bewahrt. Jarvis wäre dies beinahe nicht gelungen und wer weiß, vielleicht hätte sie es an der Seite ihres erfolgreichen Mannes auch nicht bemerkt.Ein schönes, immer wieder auch nachdenklich machendes Buch, manchmal aufgrund der häufigen Zeitsprünge nicht ganz einfach zu lesen.

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  • Melancholie

    Ehemänner

    naninka

    26. November 2017 um 18:31

    Jarvis zieht sich zurück, nachdem ihr Mann vor sechs Jahren ins Koma fällt. Sie hat nur noch Kontakt zur Galeristin ihres Mannes, seinem besten Freund und der Taxifahrerin, die sie jeweils ins Pflegeheim ihres Mannes fährt. Eines Tages zieht es sie notgedrungen in einen Waschsalon, da ihre Waschmaschine kaputt ist. Und dort lernt sie die drei attraktiven Ehemänner kennen, die sie in ihren Verbund aufnehmen. Doch wer jetzt einen heiteren Chicklit-Roman erwartet, hat weit gefehlt. Der Roman ist melancholisch, lethargisch und lebensbejahend zugleich und trotz der poetischen Sprache, einem Halb-Happy End und Momente voller Situationskomik, einfach heavy.Keine Leichtigkeit des Seins, keine heitere Romanze, dafür viel Schwermut und tiefgründige Themen, u.a. Sterbehilfe, Religiosität in diesen Belangen, Verlust, Trauer, Freundschaft, Nachbarschaft und die Liebe zu New York. Sprachlich wunderbar und auch überraschend, da man doch etwas anderes erwartet hat, doch für mich persönlich zu dieser Jahreszeit einfach ein Tick zu melancholisch.....

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  • Halbwitwe

    Ehemänner

    Giselle74

    23. November 2017 um 12:56

    Mit „Ehemänner“ legt der Schöffling Verlag ein schon 2007 im Original veröffentlichtes Buch der Autorin Jami Attenberg vor. Es erzählt von Jarvis, deren Mann nach einem Unfall im Wachkoma liegt. Sechs lange Jahre besteht ihr Leben aus Warten. Erst auf ein Wunder und später auf ein Ende. Sechs Jahre lang zieht sie sich von der Welt zurück, besteht die Woche aus dem Besuch bei Martin und dem Warten auf den nächsten Besuch. Bis die Waschmaschine beschließt, es sei Zeit für einen Neuanfang und den Dienst aufkündigt. Jarvis ist gezwungen, gewohntes Terrain zu verlassen und einen Waschsalon aufzusuchen… Behutsam und einfühlsam führt uns Jami Attenberg in das Leben und die Welt von Jarvis ein. Erzählt von ihrer großen, unbedingten Liebe zu Martin, der sie aus dem Party- und Drogensumpf zieht und zu seiner Ehefrau macht, für den und durch den sie von da an lebt, bedingungslos und urteilsfrei. Erzählt, wie Jarvis ins Leben zurückfindet und welchen Weg sie dafür zurücklegen muss, welche Entdeckungen und Erkenntnisse sie dabei macht und hat, wie sie ihre Liebe überdenkt, verliert und wieder findet. Erzählt aber vor allem vom Tod und davon, wie jeder einen eigenen Weg finden muss, damit umzugehen. Jami Attenberg wagt sich hier an ein Tabuthema: Tod, Trauer und Trauerbewältigung. Und sie zeigt Variationen des Umgangs mit dem Abschied: als die Großmutter von Jarvis‘ Freundin Missy stirbt, findet die ganze Familie zu einer gemeinsamen Trauerfeier zusammen und erinnern sich liebevoll an die Verstorbene. Im Gegenzug dazu finden Martins Eltern keinen Absprung, wollen ihren Sohn nicht gehen lassen, können den Gedanken an den endgültigen Abschied nicht ertragen. „The kept man“ heisst der originale Buchtitel und trifft damit eher den Kern des Ganzen. Denn darum geht es, Martin loszulassen, die Kraft zu finden ihn gehen zu lassen und darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden, darum, in der eigenen Trauer einen Weg zu finden auch über Martins mögliche Wünsche nachzudenken. Es bleiben viele offene Fragen. Wie geht es weiter, was passiert mit Jarvis, was mit den anderen Personen des Buches? Und es bleibt viel Raum für eigene Überlegungen. Was würde ich tun? Kann man sich überhaupt in eine solche Situation versetzen, kann man nachfühlen, mitfühlen? Es ist der Stil des Buches, keine Antworten zu liefern, sondern Möglichkeiten, Denkansätze. Das Buch selbst ist recht schnell gelesen, aber die Gedanken dazu hallen lange nach. Und genau das macht es so lesenswert, all das was zwischen den Zeilen schwebt, das was in den Gedanken des Lesers passiert.

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  • If you want to change the world...

    Ehemänner

    Wedma

    22. November 2017 um 17:34

    Jarvis Miller, eine schöne junge Frau, lebt allein und weitestgehend zurückgezogen in einer großen Wohnung in Williamsburg, New York, da ihr Mann, ein bekannter und gefragter Künstler, seit sechs Jahren im Koma liegt. Eines Tages sucht sie ein Waschsalon auf, da ihre Waschmaschine kaputtgegangen war, und lernt dort drei Ehemänner kennen, deren Frauen Geld verdienen, die Männer währenddessen schöne Zeit genießen. Dieses Treffen, dem auch paar weitere folgen, verändert nicht nur Jarvis‘ Leben, sondern auch das der Männer. Der Roman spielt im Künstlermilieu in New York, das von Neid, Egoismus und Missgunst geprägt ist. Manche Figuren sind nicht konventionelle Persönlichkeiten. Es gibt aber auch ganz „normale“ Leute wie Jarvis‘ Freundin Mariza und ihre Familie. Ihre Präsenz war als Kontrast und insg. sehr bereichernd. Allem voran fiel die tolle Sprache auf. Sie war oft der Grund, das Buch kaum aus der Hand legen zu wollen. Die Geschichte ist aus Jarvis‘ Perspektive erzählt worden. Sie ist auch eine nicht konventionelle Persönlichkeit, ein wenig Kunst studiert, deren Sicht der Dinge einfach Spaß macht und entsprechend passend zur Sprache gebracht wurde: unverbrauchte Metaphern, lebensnahe Bilder ihres Stadtteils, frischer Ausdruck voller poetischer Momente. Alles kommt so ungezwungen und sehr authentisch rüber. Die Handlung hat mich oft überrascht, denn die Wendungen konnte ich nicht vorausahnen. Das passte zu Jarvis und ihren Freunden, alten wie neuen, sehr gut. Die Themen sind aktuell und sehr gut ausgearbeitet worden: Vor dem Hintergrund der Einsamkeit in einer großen Stadt voller Menschen die Suche nach eigener Identität, nach dem Sinn im Leben, nach Erfüllung, Glück und Liebe. Aber auch Themen wie Sterbehilfe, Familienzusammenhalt, Freundschaft, Vater-Tochter, Mutter-Tochter Beziehung, Umgang mit älteren, dementen Personen, etc. waren gekonnt in den Erzählteppich eingeflochten worden. Die Auflösung mag vordergründig etwas irritierend vorkommen, aber wenn man weiterdenkt, merkt man, dass sich die Lösung auf einer anderen Ebene abspielt, frei nach dem Motto: „If you want to change the world, change yourself.“ Wie oft ist es schon passiert, dass man dasitzt und wartet, dass sich die Welt so verändert, dass es einem in das eigene Weltbild passt. Wenn man aber die eigene Einstellung verändert und entsprechend handelt, dann ändert sich einiges ganz entscheidend. Es gibt auch viele schöne, bemerkenswerte Gedanken über die Liebe und das Leben, die jedes Zitatenheft zieren können. Eine Kostprobe: „Ich glaube nämlich immer noch an Kunst. Ich glaube an die Macht der Farben, dass sich die Farben in Bedeutung und Gewicht und Substanz unterscheiden, dass Farben eine Naturgewalt sind, der realen wie imaginären Natur. Ich glaube an Struktur, daran, dass es etwas bedeutet, wie sich ein raues Stück Holz anfühlt, ebenso sehr wie die Glätte von Eisen oder die Unebenheiten getrockneter Farbe auf Leinwand, und dass die Bedeutungen unterschiedlich sind. Ich glaube an das Licht, das aus einem Foto kommt, und glaube im selben Moment ebenso an die gemalte Repräsentation ohne jegliches Licht.  Ich glaube, all das ist wahr, und all das ist Lüge, und all das ist wichtig für mich. Nichts, was geschehen ist, wird jemals etwas daran ändern.“ S. 318. Das Buch ist toll gemacht. Fester Einband in Dunkellila, Umschlagblatt, Lesebändchen. Alles passt prima zum Inhalt. Sehr schön als Geschenk. Fazit: Ich habe den Roman sehr gern gelesen. Er hat mir schöne, erfüllte Lesestunden geschenkt. Ich freue mich Jami Attenberg, diese talentierte und bemerkenswerte Autorin entdeckt zu haben und verbleibe auf ihre weiteren Werke sehr gespannt. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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    • 3
  • Bietet viel Raum zum Nachdenken

    Ehemänner

    SiWel

    22. November 2017 um 11:31

    Bei dem Roman habe ich mir mit der bewertung etwas Zeit gelassen.Normalerweise hätte ich das Buch aufgrund seines Covers sowie auch des Titels überhaupt nicht in die Hand genommen, geschweige denn gekauft. Da ich es aber irrtümlich für ein andres Buch erhalten habe schaute ich mir zumindest mal den Klappentext und den Prolog an. Es klang jetzt nicht uninteressant und ich habe gedacht ich versuche es einfach mal.Hier geht es um eine Frau namens Jarvis Miller. Ihr Ehemann liegt seit einem Unfall im Pflegeheim im Koma. Sie hat sich nach dem Unfall ihres Mannes komplett aus dem Leben zurückgezogen und lebt lethargisch vor sich hin. Geld bezieht sie aus den Kunstobjekten ihres Mannes. Als dann eines Tages ihre Waschmaschine nicht mehr funktioniert geht sie in einen Waschsalon.Dort trifft sie auf drei attraktive verheiratete Männer.Durch sie lernt sie langsam wieder am Leben teilzunehmen.Ich bin sehr gut in den Roman hineingekommen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Die einzelnen Charaktere sind lebhaft und bildlich sehr gut dargestellt. Die Autorin hat einen eigenen Stil zu schreiben. Es ist gefühlvoll, an manchen Stellen schockierend, ironisch aber auch komisch lustig. Sehr realistisch und total aus dem leben gerissen.Ich konnte mit der Protagonistin Jarvis fühlen. Das Hoffen und Bangen darauf ob ihr Mann doch wieder eines Tages erwacht.Die Entscheidung ihn endlich loszulassen - damit nicht nur er in Ruhe gehen kann, sondern das sie endlich wieder Leben kann.Den inneren Kampf den sie mit sich selber austrägt. Da konnte ich direkt mitfühlen. Sehr schön haben zu der ganzen Stimmung die Eindrücke und Wiedergaben der Stadt, der Menschen, Häuser und Läden dort gepasst. Quirlich und bunt, verwirrend und eigenartig. Sehr gut in Worte gefasst. Ein Roman, den man nicht einfach nur so liest - sondern bei dem man ins Grübeln kommt. Kann ich nur empfehlen.

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  • Jami Attenberg - Ehemänner

    Ehemänner

    miss_mesmerized

    21. November 2017 um 20:58

    Sechs Jahre schon liegt Martin im Koma. Sechs lange Jahre steht auch das Leben seiner Frau Jarvis still. Zwischen dem New Yorker Loft und dem Pflegeheim pendelt sie, darüber hinaus hat sie eigentlich kein Leben mehr, keine Bekanntschaften, die sie pflegt, keine Freundschaften. Als sie dank einer defekten Waschmaschine in einem Waschsalon auf Tony, Mal und Scott trifft, wird plötzlich der Lebensmut wieder in Jarvis geweckt. Sie findet die drei Haus- und Ehemänner spontan sympathisch und fiebert jedem Treffen entgegen. Langsam hinterfragt sie ihr gegenwärtiges Lebenskonstrukt und als sie beginnt sich um Martins künstlerische Hinterlassenschaften zu kümmern, lernt sie zu ihrem Leidwesen auch eine Seite ihres Ehemanns kennen, die ihr bis dato nicht bekannt war. Sie muss sich entscheiden: weitermachen wie bisher oder eine lebenswichtige Entscheidung treffen.Jami Attenbergs Roman „Ehemänner“ ist bereits vor zehn Jahren erschienen, wurde jedoch jetzt erst in deutscher Übersetzung aufgelegt. Meiner Meinung nach merkt man, dass dies ihr erster Roman nach der Veröffentlichung von Kurzgeschichten war, ihr späterer Durchbruch und Erfolgsroman „The Middlesteins“ ist schon deutlich ausgereifter und im Humor subtiler. Nichtsdestotrotz erkennt man schon in diesem Roman das Potenzial der Autorin.Dies zeigt sich vor allem in der Figurenzeichnung. Jarvis ist ein sehr eigenwilliger Charakter, der jedoch nichtsdestotrotz authentisch und lebendig wirkt. Ihre Situation ist fern von alltäglich, aber die grundsätzliche Frage, ob man in seinem Leben gefangen ist und sich ob der eigenen Passivität dem Schicksal hingibt oder den Mut besitzt, aktiv zu werden und auszubrechen, ist wiederum eine sehr weit verbreitete Problematik, der sich viele Menschen gegenübersehen. Eine kleine Begegnung, zufällig, ungeplant und kurz, bringt schließlich den Stein ins Rollen und das sorgsam aufgebaute Lebensgerüst ins Wanken. Dass dies schmerzlich sein kann, muss auch Jarvis erfahren. Jami Attenberg erspart ihrer Protagonistin nichts, der Ausbruch geht nicht ohne Leiden und Schrammen vonstatten – aber so ist das Leben und das hat die Autorin eingefangen. Einmal mehr konnte sie mich Jami Attenberg jedoch vor allem mit der Atmosphäre überzeugen, die sie in ihrem Roman schafft. Man taucht in New York bzw. Williamsburg ein, spürt den Puls der Stadt, die jüdische und von Künstlern geprägte Umgebung, die ihren ganz eigenen Rhythmus lebt. Überhaupt hat sie für mein Empfinden speziell die kleine und recht überschaubare Artistenszene sehr glaubwürdig dargestellt: der Neid und Egoismus, mit dem die Karrieren verfolgt werden; Freundschaften und Beziehungen, die dem Erfolg untergeordnet werden. Auf der anderen Seite aber auch die noch erfolglosen Tingler wie die Ehemänner aus dem Waschsalon, die sich dank des Einkommens der Partnerinnen oder kleinerer Jobs über Wasser halten, bis vielleicht irgendwann der Durchbruch kommt – oder auch nicht. Das alles lebt von Jami Attenbergs Ausdruckstalent, bemerkenswert wie sie immer wieder kuriose Vergleiche und treffende Formulierungen findet, um die Dinge auf den Punkt zu bringen. Auch wenn für mich das Ende nicht ganz überzeugend ist, ein lesenswerter Roman über eine Frau am Scheideweg ihres Lebens.

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  • Konfuse Emanzipationsgeschichte

    Ehemänner

    ulrikerabe

    21. November 2017 um 20:43

    Jarvis ist seit sechs Jahren Halbwitwe. Ihr Mann Martin liegt nach einem Unfall im Koma. Der Maler fiel einfach während seines Schaffens von einer Leiter. Seither lebt Jarvis sehr zurückgezogen, einmal wöchentlich besucht sie ihren Mann im Pflegeheim. Das Kunstmanagement überlässt sie der Galeristin Alice und Davis, einem Freund Martins. Eines Tages ergibt es sich, dass Jarvis einen Waschsalon aufsuchen muss, wo sie auf drei verheiratete Männer trifft, denen sie sich anschließt. Langsam begibt sie sich aus ihrer Passivität. ALs plötzlich Fotografen Martins auftauchen kommt eine Steinchen nach dem andern zum Rollen.Ehemänner ist ein Roman über eine Frau, auf der Suche nach sich selbst. Leider hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, nicht genau zu wissen, was ich da gerade gelesen habe. Jarvis ergeht sich in konfusen Erinnerungen an eine Zeit vor Martin, an eine Zeit mit Martin, die Übergänge zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit verlaufen zusammenhanglos. Die titelgebenden Ehemänner, die Waschsalongruppe, sind Katalysator für eine Entwicklung, die Jarvis durchmacht. Die Personen rundum Jarvis mäandern so vor sich hin, richtig greifbar ist eigentlich niemand für mich. Am Schluss wandelt sich der Emanzipationsroman plötzlich in eine Debatte zur Sterbehilfe. Die Szenen sind massiv bigott und extrem amerikanisch. Aber eigentlich ist auf den wenigen Seiten, die dieses Thema bekommt, kaum Platz dafür.Richtig gern gemocht habe ich allerdings die Figur der Missy, Jarvis' puertoricanische Taxifahrerin. Diese lebensfrohe pulsierende Frau war ein Stück wohltuende Normalität zwischen all den Befindlichkeiten. Über Missy hätte ich gerne eine eigene Geschichte gelesen.

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