Ehemänner

von Jami Attenberg 
4,0 Sterne bei21 Bewertungen
Ehemänner
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Das Buch, ist aufgrund des Themas, der Herangehensweise der Autorin, und der speziellen Umsetzung mittels der Sprache, sehr gelungen.

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Der Roman gefällt mir nicht. Unoriginell. Dennoch macht die Sprachfähigkeit der Autorin neugierig auf noch einen Versuch.

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Inhaltsangabe zu "Ehemänner"

Jarvis Miller lebt in New Yorks hippem Viertel Williamsburg, doch von dessen aufregendem Wandel bekommt sie nichts mit. Seit ihr Mann, ein berühmter Künstler, durch einen Unfall im Koma liegt, hat sie sich in hingebungsvolle Trauer zurückgezogen. Erst als sie im Waschsalon Tony, Mal und Scott kennenlernt – drei attraktive verheiratete Männer –, entdeckt sie ihre Lebenslust wieder.
Der charmante Tony sieht aus wie ein Filmstar, klagt aber über seinen Alltag als Immobilienmakler. Der geheimnisvolle Mal ringt mit seinem ersten Buch und stürzt sich mit Jarvis ins New Yorker Nachtleben. Auch Scott, der liebevolle Familienvater, lässt ihr Herz schneller schlagen. Gleichzeitig üben Galeristen und Kunsthändler mit ihren Forderungen nach den Bildern ihres Mannes Druck auf sie aus. Der tragische Unfall hat den Wert seiner Kunst in die Höhe schnellen lassen, auch eine Ausstellung im MoMa steht plötzlich im Raum. Da enthüllen eines Tages alte Fotos nie Geahntes über die Vergangenheit des Künstlers, und Jarvis beginnt, nicht nur ihre Ehe infrage zu stellen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783895612046
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:328 Seiten
Verlag:Schöffling
Erscheinungsdatum:18.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    friederickesblogs avatar
    friederickesblogvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch, ist aufgrund des Themas, der Herangehensweise der Autorin, und der speziellen Umsetzung mittels der Sprache, sehr gelungen.
    Der schwierige Weg aus der Einsamkeit

    Klappentext:

     

    Jarvis Miller lebt in New Yorks hippem Viertel Williamsburg, doch von dessen aufregendem Wandel bekommt sie nichts mit. Seit ihr Mann, ein berühmter Künstler, durch einen Unfall im Koma liegt, hat sie sich in hingebungsvolle Trauer zurückgezogen. Erst als sie im Waschsalon Tony, Mal und Scott kennenlernt drei attraktive verheiratete Männer, entdeckt sie ihre Lebenslust wieder. Der charmante Tony sieht aus wie ein Filmstar, klagt aber über seinen Alltag als Immobilienmakler. Der geheimnisvolle Mal ringt mit seinem ersten Buch und stürzt sich mit Jarvis ins New Yorker Nachtleben. Auch Scott, der liebevolle Familienvater, lässt ihr Herz schneller schlagen. Gleichzeitig üben Galeristen und Kunsthändler mit ihren Forderungen nach den Bildern ihres Mannes Druck auf sie aus. Der tragische Unfall hat den Wert seiner Kunst in die Höhe schnellen lassen, auch eine Ausstellung im MoMa steht plötzlich im Raum. Da enthüllen eines Tages alte Fotos nie Geahntes über die Vergangenheit des Künstlers, und Jarvis beginnt, nicht nur ihre Ehe infrage zu stellen.

     

     

    Die Autorin:

     

     

    Jami Attenberg, geboren 1971 in Illinois, studierte an der Johns Hopkins University in Baltimore und lebt in Brooklyn, New York. Sie hat Erzählungen und Romane veröffentlicht. Für Die Middlesteins, ihr viertes Buch, wurde sie vielfach ausgezeichnet.

     

    Barbara Christ studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Dramaturgin und Verlagslektorin. Seit 1997 übersetzt sie Theaterstücke und erzählende Literatur aus Großbritannien, Kanada und den USA, u. a. von Russell Banks, Priya Basil, David Greig, Doris Lessing, Anthony Neilson, Bruce Norris und Simon Stephens.

     

    Cover

     

    Das Cover hat mich ehrlich gesagt nicht angesprochen. Aber das ist meine individuelle Einschätzung. Und auch der Titel hat meine Neugierde nicht geweckt. Aber der Klappentext, der hat mich neugierig gemacht. Ich fand, dass es eine interessante Geschichte sein könnte.

     

    Die Geschichte (Spoiler!):

     

    Jarvis Miller lebt in New York. Ihr Mann liegt seit sechs Jahren im Koma. Er ist ein Künstler, ein Maler. Seither lebt sie zurückgezogen in der gemeinsamen Wohnung und trauert. Immer wieder wird sie von Galeristen und anderen Kunstbesessenen bedrängt, Ausstellungen zuzustimmen, weil der künstlerische Wert nach dem Unfall in die Höhe schnellte.

    Eines Tages ist ihre Waschmaschine kaputt und sie sucht einen Waschsalon auf. Dort lernt sie drei Ehemänner kennen, die sich regelmäßig treffen. Sie freundet sich mit diesen an und beginnt langsam wieder am Leben teil zu nehmen, fängt an die Einsamkeit abzustreifen und möchte nicht mehr diese halbe Witwe sein.

    Dann findet sie auch noch eine Reihe von Fotos, die ihr Dinge zeigen, von denen nicht nie gedacht hätte, dass es sie geben könnte.

     

    Meine Meinung:

     

    Ich habe mir einige Tage Zeit gelassen, um diese Rezension zu schreiben. Warum? Es war keine einfache Meinungsbildung. Es handelt sich einerseits um ein belastendes Schicksal, das Betroffene auf jeden Fall aus der Bahn werfen kann. Und andererseits kommt das Buch mit einer gewissen Leichtigkeit und manchmal auch Ironie, gar schwarzem Humor daher, was vielleicht dabei helfen kann, die Einsamkeit eines schwierigen Lebens zu verlassen. Dieser Gegensatz, das ist etwas, was mich irritiert hat, obwohl ich natürlich weiß, dass es von der Autorin so beabsichtigt ist.

     

    Ich teile meine Bewertung deshalb in zwei Bereiche ein. Zunächst meine gefühlsmäßigen Gedanken, die mir diese Probleme bereiten. Da ist eine Frau, die jahrelang nur davon lebt, ab und zu ein paar Bilder ihres Mannes zu verkaufen und ihn regelmäßig zu besuchen. Eine Frau, die ansonsten in der Einsamkeit ihre Zuflucht sucht. Eines Tages muss sie in die Wäscherei, wie wir ja wissen. Dort sind drei Ehemänner (Hausmänner), die mir mit ihren Charakteren viel zu flach sind und die drei sind dann auch noch der Auslöser, dass Jarvis beginnt ihr Leben zu überdenken. Auch die vielen Rückblenden und die gedankliche Aufarbeitung ihres ganzen bisherigen Lebens und ihrer Trauer waren zumindest in der ersten Hälfte des Buches immer wieder der Schwerpunkt und das war mir auch etwas zu viel.

     

    Der zweite Bereich ist die Umsetzung. Die Autorin hat eine tolle Art verständlich und spannend zu schreiben. Der schon erwähnte schwarze Humor, die Ironie, die Leichtigkeit und dann wieder Melancholie ließen mich mit der Geschichte mitgehen. Immer wieder musste ich die Situation dieser Ehe, die ja keine sein kann, beleuchten, darüber nachdenken, wie ein Weg zurück ins Leben sein könnte. Auch das ist ein Gegensatz, wenn man ein Buch nicht weglegen kann, obwohl man manches kritisch hinterfragt. Es ist in einer wunderbaren Sprache verfasst. Außerdem sind die Schauplätze und das Leben in New York so gut beschrieben, dass man sich das sehr präzise vorstellen kann.

     

    Zusammengefasst ist es für mich so, dass meine gefühlten Eindrücke einzig und allein meine persönlichen Ansichten sind und dieses jeder Leser wohl anders einordnen wird. Das Buch aber, ist aufgrund des Themas, der Herangehensweise der Autorin, und der speziellen Umsetzung mittels der Sprache, sehr gelungen. Ich bin der Meinung, dass es eine gute Bewertung und eine Leseempfehlung verdient hat.

     

    Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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    Soso931s avatar
    Soso931vor 10 Monaten
    Der langsame Weg aus der Einsamkeit

    Jami Attenbergs Roman "Ehemänner" handelt von Jarvis Miller, deren Ehemann, ein hipper Künstler aus Brooklyn, nach einem tragischen Unfall im Koma liegt. Sechs Jahre lang wartet Jarvis. Sie zieht sich zurück, lebt eher isoliert und hat keine wirklichen Kontakte.
    Eine kaputte Waschmaschiene zwingt sie dazu ihre Wohnng zu verlassen und im Waschsalon lernt sie drei Ehemänner kennen. Mit diesen ersten Kontakten die sie knüpfen konnte, beginnt ihr Weg aus der Einsamkeit, bei dem sie auch auf ein Geheimni ihres Mannes stößt.

    Attenbergs Schreibstil ist seh angenehm, der Roman lässt sich gut lesen und durch Rückblenden lassen sich die Gemütszustände der Protagonistin auch sehr gut nachvollziehen und man kann Jarvis Entwicklung gut verfolgen.
    Auch die anderen Charaktere sind alle sehr interessant, sowohl die drei Ehemänner, welche mit erfolgreichern Frauen verheiratet sind, aber auch die Freunde von Jarvis Mann aus der Künstlerszene.

    Mir hat nur das "gewisse Etwas" gefehlt, manche Szenen waren vielleicht etwas langatmig.

    Insgesamt aber ein sehr gelungener Roman. Ich habe schon Lust auf die anderen Bücher von Jami Attenberg bekommen.


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    Blausterns avatar
    Blausternvor 10 Monaten
    Ehemänner

    Jahren nach einem Unfall im Koma. Sie selbst nennt sich als Halbwitwe und kommt mit diesem Zustand überhaupt nicht klar. Sie will an ihrem Mann festhalten, denn der ist das Einzige, was sie hat, und er hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist. Freunde hat sie auch keine, nur Alice und Davis, die aber die Freunde ihres Mannes sind. So sitzt sie wöchentlich an Martins Bett, hat sich selbst verloren. Bis sie eines Tages durch eine defekte Waschmaschine im Waschsalon auf drei Ehemänner trifft und die sie einladen, an ihren Zusammenkünften teilzunehmen. Das gibt ihrem Leben durch ihre innere Veränderung eine Wende.
    Ein Thema, was ziemlich traurig ist, aber wirklich super geschrieben, in einem sehr sprachgewandten Stil. So wird eine Menge ausgedrückt in wenigen Sätzen. Man kann man bei den Personen wirklich tief hinter die Fassade blicken, und Jarvis ganze Lage mit ihren Gefühlen wird sehr deutlich, wobei man ihre Handlungen auch verstehen kann. Sie macht eine enorme Entwicklung bis zum Ende der Geschichte durch. Auch alle anderen Beschreibungen sind detailreich, oft spitz, und es regt zum Nachdenken an. Ein unterhaltsamer Roman mit Spannung bis zum Ende.

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    wandablues avatar
    wandabluevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Der Roman gefällt mir nicht. Unoriginell. Dennoch macht die Sprachfähigkeit der Autorin neugierig auf noch einen Versuch.
    Unzulängliche Protagonisten.

    Unzulängliche Protagonisten.
    Wenn ich von einem Roman etwas anderes erwarte, als ich dann tatsächlich angeboten bekomme, ist es normalerweise kein Problem, umzuschwenken und mich auf ein anderes Thema einzulassen. Das ist bei diesem Roman von Jami Attenberg nicht so. Und ob ich die agierenden Personen mag oder nicht mag, spielt normalerweise auch nicht die geringste Rolle für die Sympathie für den Roman. Auch das ist bei „Ehemänner“ anders. Bis auf eine Taxifahrerin und einen Kater hätte ich sämtlichst Beteiligte auf den Mond schießen können.

    Im einzelnen:
    Jarvis Miller bezeichnet sich als „Halbwitwe“, da ihr Ehemann, ein bekannter Maler, seit sechs Jahren im Koma liegt. Sie hat sich in ihrer Trauer und in ihrem teuren Appartment eingeigelt, keinerlei finanzielle Sorgen treiben sie um. Endlich macht sie den ersten Schritt wieder ins Leben hinaus, weil ihre Waschmaschine kaputt ist und sie in einen Waschsalon geht, wo sie drei Herren kennenlernt,, "Die Ehemänner" eben. Jetzt hätte der Roman loslegen können …

    Tut er aber nicht. Eine Retrospektive reiht sich an die andere und Jarvis Trauer wird lang und breit getreten. "Ja, ich weiß es jetzt. Du bist ein völlig fremdbestimmtes kleines Itgirl gewesen, das vom guten Martin gerettet werden musste, wobei diese Rettung aus unzähligem häufigem Sex besteht, dessen Schilderung uns Lesern leider nicht erspart bleibt und ohne ihn bist du ein Nichts und musst dich jede Nacht in den Schlaf weinen." An dieser Stelle will ich nicht mehr weiterlesen.

    Die Freundschaft mit den Ehemännern vertieft sich nicht in der vom Leser und vielleicht auch von Jarvis gewollten Weise. Schnell macht sich der eine oder der andere an sie ran oder sie machen sich alle gegenseitig an, es geht hauptsächlich um Sex und Jarvis ist immer noch einseitig männerbestimmt. Niemand will sich wirklich kennenlernen. An dieser Stelle will ich nicht weiterlesen.

    Die Galeristin und der beste Freund von Ehemann Martin, Davis, verbergen etwas vor Ehefrau Jarvis. Was nur? Man findet Fotos und es entpuppt sich, dass der geliebte Martin nicht der Mann war, für den man ihn gehalten hat. „Kalter Kaffee, überaus kalter Kaffe, wie unoriginell“. Ich will eigentlich nicht weiterlesen. Mir schlafen die Füße ein.

    Erfreulicherweise gibt es dann doch noch eine kleine Entwicklung, aber sie ist nicht das Zentrum des Romans und, wie gesagt, klein und kann mich von der unsäglichen Langeweile, die mich inzwischen gepackt hat, nicht mehr ablenken. Ich habe euch gesagt, dass ich mit der Lektüre aufhören wollte.

    Die Ehemänner-Protagonisten sind langweilig, die Protagonistin kommt nicht in die Pötte, die Dialoge sind nichtsagend, die Handlung ist tröge, beinahe nicht wahrnehmbar. Um dem Ganzen wenigstens ein wenig Würze zu geben, gibt es immer neue Sexszenen. Was war eigentlich noch mal das Thema? Sich vertiefende Freundschaft und zunehmende Vermenschlichung ist es leider nicht. Sex und Trauer. Abhängigkeit und Emanzipation. Auch das können wunderbare Themen sein, durchaus, aber der Roman ist dem nicht gerecht geworden, die Themen sind zu groß für die kleinen Protagonisten. Sie sind unzulänglich. Weil echte Begegnung nicht stattfindet. Dafür viel Innenschau. Aber ich habe Jarvis Ichbezogenheit so über! Und ihre Sexsüchtigkeit. Das Ende naht, bald kann ich aufhören.

    Was ist positiv? Die Sprache. Die Sprache ist durchgehend sehr gut. Schöne Bilder, interessante Wortwahl. Deshalb bleiben noch einige Wertungspunkte übrig.

    Fazit: Ein großes Thema, das in die angebotenen Protagonisten nicht hineinpasst. Die Beschreibung der Kunstszene hat mich noch am ehesten überzeugt. Die Handlung ist langweilig.

    Kategorie: Belletristik
    Verlag: Schöffling & Co, 2017

    Kommentare: 5
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    Nils avatar
    Nilvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Portrait einer New Yorkerin in tiefer Krise in der Künstlerszene ohne dramatisch zu sein und doch mit Tiefe und sogar (schwarzem) Humor!
    “New York ist wie ein Dämon mit vielen Köpfen"

    “New York ist wie ein Dämon mit vielen Köpfen: Wenn man einen abschlägt, wächst sofort ein neuer nach.” Ein Zitat von Seite 81 und eine so treffende Bemerkung über New York im Jahr 2017!

    Jami Attenberg porträtiert New York auf eine ganz besondere Art und
    Weise und von einer Aktualität die unübertrefflich ist.

    Ihr neuster Roman ‚Ehemänner‘ ist klassisch in 3 Teile gegliedert mit einem vorangesetzten Prolog.

    Um was geht es in diesem Roman? Um eine Frau, die wieder ins Leben zurück finden will und am Ende eines Lebensabschnitts steht. Diese Frau, Jarvis, eine New Yorkerin par excellence, ist mit einem Künstler verheiratet, der leider seit 6 Jahren im Koma liegt in
    einem Pflegeheim. Sie hält an der Liebe zu ihm fest und an dem Leben mit ihm und wollte bisher die Hoffnung nicht aufgeben. Das Endergebnis war leider eine Depression und ein Rückzug aus dem Leben. Und an diesem Punkt setzt dieser Roman ein. Im Waschsalon trifft sie auf 3 Männer, auf 3 verheiratete Männer, die sie sich aktiv als Freunde aussucht (“Vielleicht sind das nicht die Freunde, die ich mir zulegen sollte, aber es sind die Freunde, die ich haben will.”)


    Es mag in meiner profanen Beschreibung wie ein Frauenroman der übelsten Sorte klingen, aber der Roman ist frisch, bissig und mit keiner Seite langweilig. Was man lieben sollte, wenn man zu diesem Buch greift sind schrullige Protagonisten, New York und gute Literatur.

    Jami Attenberg schafft es es mit wenigen Worten große Bilder in meinem Kopf zu zaubern und ohne alles auszuschreiben Emotionen und Verständnis für absurde Verhalten zu produzieren.

    Und übrigens find ich die Übersetzung sehr gelungen mit aktuellem Sprachgebrauch (zB Seite 51 ...versprengte Verwandte...) was zu flüssigem Lesen führt.

    FAZIT: Ein gutes solides literarisches Werk, auch wenn mir das Erstlingswerk der Autorin besser gefallen hat.

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    Bibliomarievor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Die Autorin ist eine echte Entdeckung für mich, ein New York Roman, melancholisch und trotzdem leicht.
    Witwe im Wartezustand

    Jarvis Miller lebt seit 6 Jahren in einer Art Schwebezustand. Sie ist, wie sie es selbst ausdrückt, eine Halbwitwe. Nach einem Unfall liegt ihr Mann, der renommierte Künstler Martin Miller, im Koma und lebt nur durch die Beatmungsmaschine. Wöchentlich besucht sie ihn im Pflegeheim und diese Besuche werden immer mehr zu Qual.
    Jarvis hat sich als Ehefrau und nun auch als Hinterbliebene immer ganz der Kunst ihres Mannes unterordnet. So sehr, dass ihre eigene Persönlichkeit verloren gegangen scheint. Kontakte pflegt sie pflichtschuldig nur zur Galeristin und zu einem Freund ihres Mannes. Bis sie eine defekte Waschmaschine in einen Waschsalon zwingt und sie dort auf drei Ehemänner trifft.

    Obwohl eine gewisse Melancholie die Geschichte der Jarvis Miller durchzieht, hat mich die Leichtigkeit der Sprache in Bann gezogen. Der Weg zurück ins Leben ist auch ein Weg zu einer eigenständigen Persönlichkeit der jungen Frau. Diese Entwicklung ist sehr glaubhaft geschildert und Jarvis‘ komplexen Charakter finde ich sehr interessant. Irgendwann muss sie sich einer Entscheidung stellen, ob sie Martin gehen lassen kann und je mehr sie sich öffnet, umso häufiger stellt sich diese Frage.

    Der Autorin gelingen Sätze die lange nachhallen, die ich beim Lesen am liebsten gleich alle markiert hätte. Sehr poetisch, aber auch immer mal wieder von leiser Ironie durchzogen. Sicher liegt das auch an der Übersetzung, die mir sehr gelungen scheint.

    Ein gelungener Roman, der mich neugierig auf die früheren Bücher der Autorin macht.

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    TochterAlicevor 10 Monaten
    Die Eigenen und die Anderen

    Jarvis hat ihren Mann verloren. Zumindest seinen Geist, sein Körper ist noch da, die Hülle sozusagen und vegetiert vor sich hin, schon seit sechs langen Jahren. Er liegt nämlich im Koma, nach einem ziemlich dämlichen Sturz im eigenen Atelier. Martin Miller ist nämlich Maler, ein ziemlich erfolgreicher sogar, doch zum wahren Star stieg er erst nach seinem tragischen Unfall auf.

    Jarvis ist quasi sein Anhängsel, da sie völlig von ihm abhängig ist, er hat sie zu dem geformt, was sie ist. Seit sie mit ihm zusammen ist, geht es ihr gut, sie nimmt keine Drogen mehr und ist Teil der besseren Gesellschaft geworden. Naja, das ist seit sechs Jahren Vergangenheit, denn nun ist sie wieder allein, verkauft ab und an mal ein Bild, um Martins Aufenthalt in einem teuren Heim zu finanzieren und fühlt sich unendlich einsam.

    Obwohl ihre Freunde Alice und Davis ständig um sie herum sind. Aber es sind eigentlich Martins Freunde, oder auch nicht, denn mit ihrer Freundschaft sind geschäftliche Interessen verbunden.  Und nun setzen sie Jarvis zu, vor allem Alice, die Besitzerin einer erfolgreichen Galerie ist. Dennoch entzieht sich Jarvis nicht ganz - aus Höflichkeit oder aus Einsamkeit?

    Bis sie aus Zufall in einen Waschsalon gerät und dort drei Männer - alles Ehemänner, Männer anderer Frauen also - kennenlernt, die sich jeden Dienstag dort treffen und sie einladen, Teil dieser Runde zu werden. Nicht nur, aber auch dadurch verändert sie sich nachhaltig. Sie beginnt, um ihre Interessen zu kämpfen. An verschiedenen Fronten.

    Autorin Jamie Attenberg ist eine wirkliche Entdeckung. Sie schreibt wirklich gut, differenziert, eloquent, bringt den Leser zum Nachdenken und zeichnet mit leichter Feder ein gelungenes Bild von der Kunstszene New Yorks. Eine Autorin, die leichtfüßig durch ihre Erzählung wandelt, in wenigen Sätzen eindringliche Charaktere schafft, den Leser in Situationen bringt, in denen er nicht weiß, wie er sich entscheiden würde, für die bzw. für deren Komplexität er dennoch Verständnis hat.

    Ein spannender, gut geschriebener Roman, der an manchen Stellen doch nicht ganz überzeugend für mich rüberkam. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Ich habe eine Autorin kennengelernt, von der ich mehr lesen möchte!

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    mannomaniavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Loslassen, eine schwere Entscheidung
    Loslassen, eine schwere Entscheidung

    Ehemänner - ein Roman von Jami Attenberg

    Zum Inhalt:
    Jarvis und Martin sind verheiratet. Nach einem schweren Unfall fällt Martin in ein Wachkoma. Für Jarvis beginnt eine schwere Zeit. Wird er je wieder aufwachen und gesund?
    Nach sechs Jahren warten und hoffen, daß ein Wunder passiert, besucht Jarvis jede Woche ihren Mann und wird immer apathischer und zieht sich in ihr Schneckenhaus zurück.
    Aber eines Tages geht ihre Waschmaschine kaputt und sie muß einen Waschsalon aufsuchen. Dort trifft sie auf drei verheiratete Männer, und sie taut auf.
    Sie erzählt von ihrer Liebe zu Martin und durch die Unterhaltung lernt sie wieder am Leben Spaß zu haben...

    Der Roman ist traurig aber auch lebensbejahend zugleich.
    Trotzdem bleiben viele Fragen offen.
    Kann Jarvis Martin loslassen, dazu gehört Kraft und wann ist der richtige Zeitpunkt?
    Kann man Sterbehilfe herbeiführen durch den Arzt nach so langer Zeit?
    Ich kann mir gut vorstellen, wie es in Jarvis Gedankenwelt so aussieht...

    Fazit:
    Die Autorin hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.
    Die Charaktere der einzelnen Personen konnte der Leser sich bildhaft und dem Leben nahe vorstellen.
    Ein Roman, der Anlaß zum Nachdenken gibt und wirklich empfehlenswert ist zu Lesen!

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    Xirxes avatar
    Xirxevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Story einer jungen Frau, die sich in ihrer Liebe und Ehe völlig aufgegeben hat. Tiefgründiger, als Titel und Klappentext ahnen lassen.
    Die Vergangenheit loslassen, damit die Zukunft eine Chance hat

    Jarvis' Ehemann Martin, ein berühmter Maler, ist sechs Jahre zuvor nach einem Unfall ins Koma gefallen; seitdem besteht ihr Leben aus der Trauer um ihren Mann. Als sie sich eines Tages aufgrund ihrer defekten Waschmaschine in einen Waschsalon aufmacht, lernt sie drei Männer kennen, alle verheiratet, die ihr Leben völlig durcheinanderbringen.
    Der Titel, der Klappentext und wohl auch meine kurze Inhaltsangabe lassen vermutlich erst mal auf eine eher unterhaltsame, kurzweilige Lektüre schließen, was dem Buch aber ganz bestimmt nicht gerecht werden würde. Es geht (unter anderem) um nicht mehr oder weniger als die Frage: Wer bin ich? Die Protagonistin ist (noch immer) eine junge Frau, die sich aufgrund ihrer Vergangenheit so sehr nach Liebe sehnte, dass sie ihre eigene Persönlichkeit in der Beziehung zu Martin fast völlig aufgab - vielleicht war ihr bis dahin aber auch noch nicht klar, wer sie selbst überhaupt war. Die Begegnung mit den drei Männern, mit denen sie sich anfreundet, gibt ihr Selbstvertrauen und sie beginnt ihr bisheriges Leben zu reflektieren, ohne etwas zu beschönigen. Sie erkennt, dass sie selbst initiativ werden muss, um ihr eigenes Leben zu leben und entdeckt dabei Geheimnisse, die ihre Ehe in einem ganz anderen Licht zeigen.
    Die große Stärke der Autorin sind ihre präzisen, bildhaften Beschreibungen, die häufig in lange Sätze münden, von denen man aber (meistens) kein Wort missen möchte. "Bis ich Martin kennenlernte. Dessen ganzes Leben, jedes Quäntchen davon, jeder Atemzug, jeder Gedanke, dem Kunstschaffen gewidmet war. ... Er ließ mich ein, ein Eckchen, ein Fetzen heißer Haut, er hob ihn an, zeigte mir, was darunter war, wie bei diesen menschlichen Körperskulpturen, die sie im Anatomieunterricht hatten, nur dass Martin innen aus Farbe bestand und Struktur und Augen und Lippen und Nase, alles in einem riesigen Meer." "Mein Vater siecht auf Rhode Island dahin und betrauert meine Mutter durch den Boden einer Bierflasche."
    Es ist eine Geschichte um Trauer, Liebe, Freundschaft und wie man dabei vor lauter Gefühlen dennoch seine eigene Persönlichkeit bewahrt. Jarvis wäre dies beinahe nicht gelungen und wer weiß, vielleicht hätte sie es an der Seite ihres erfolgreichen Mannes auch nicht bemerkt.
    Ein schönes, immer wieder auch nachdenklich machendes Buch, manchmal aufgrund der häufigen Zeitsprünge nicht ganz einfach zu lesen.

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    naninkas avatar
    naninkavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Für meinen Geschmack etwas zu melancholisch, obwohl es gewissermassen ein Happy End gibt und Jarvis si h zurück ins Leben traut....
    Melancholie

    Jarvis zieht sich zurück, nachdem ihr Mann vor sechs Jahren ins Koma fällt. Sie hat nur noch Kontakt zur Galeristin ihres Mannes, seinem besten Freund und der Taxifahrerin, die sie jeweils ins Pflegeheim ihres Mannes fährt. 


    Eines Tages zieht es sie notgedrungen in einen Waschsalon, da ihre Waschmaschine kaputt ist. Und dort lernt sie die drei attraktiven Ehemänner kennen, die sie in ihren Verbund aufnehmen. 


    Doch wer jetzt einen heiteren Chicklit-Roman erwartet, hat weit gefehlt. Der Roman ist melancholisch, lethargisch und lebensbejahend zugleich und trotz der poetischen Sprache, einem Halb-Happy End und Momente voller Situationskomik, einfach heavy.


    Keine Leichtigkeit des Seins, keine heitere Romanze, dafür viel Schwermut und tiefgründige Themen, u.a. Sterbehilfe, Religiosität in diesen Belangen, Verlust, Trauer, Freundschaft, Nachbarschaft und die Liebe zu New York. Sprachlich wunderbar und auch überraschend, da man doch etwas anderes erwartet hat, doch für mich persönlich zu dieser Jahreszeit einfach ein Tick zu melancholisch.....

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Schoeffling_und_Cos avatar
    Liebe Lovely-Books Freunde,

    wir laden Euch herzlich ein, an unserer Leserunde zu Jami Attenbergs Roman Ehemänner teilzunehmen! Das Buch ist eine Emanzipationsgeschichte voll komischer Verzweiflung und kluger Einsichten über die Liebe, das Leben und die Kraft der Freundschaft:

    Jarvis Miller lebt in New Yorks hippem Viertel Williamsburg, doch von dessen aufregendem Wandel bekommt sie nichts mit. Als ihr Mann, ein berühmter Künstler, einen Unfall erleidet, zieht sie sich zurück vor dem Ansturm der Galeristen und Kunsthändler. Alles ändert sich schlagartig, als sie eines Tages im Waschsalon drei attraktive verheiratete Männer kennenlernt.

    Wenn Ihr interessiert seid, dann bewerbt Euch jetzt für die Leserunde und gewinnt mit etwas Glück eines der 15 Leseexemplare!

    Beantwortet einfach folgende Frage bis zum 13.11.2017, um Euch zu bewerben: Was wäre für Euch der verrückteste Ort, um neue Freundschaften zu schließen?


    Viel Erfolg wünscht Euer

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    »Jami Attenberg, die Autorin der erfolgreichen ›Middlesteins‹, schreibt lebensklug, verletzlich und einfühlsam über Ehemänner und andere Herzensbrecher.«
    New York Times

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