Jamie Bartlett The Dark Net

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Inhaltsangabe zu „The Dark Net“ von Jamie Bartlett

Dealer, Hacker, Pädophile.

Jenseits der uns vertrauten Onlinewelt – Google, Facebook, Amazon – existiert ein gewaltiges, geheimes und oftmals verstecktes Netzwerk. Dort ist jeder anonym und kann tun, was er will. Es ist eine komplexe, gefährliche und verstörende Welt. Und sie ist viel näher, als wir vielleicht denken.

Das 'Dark Net' ist eine Unterwelt. Es besteht aus den geheimsten und verschwiegensten Ecken des verschlüsselten Webs. Ab und zu gerät ein Teil dieser Unterwelt in die Schlagzeilen, beispielsweise wenn eine Plattform für Online-Drogenhandel zerschlagen wird. Abgesehen davon wissen wir jedoch so gut wie nichts darüber. Bis heute. Basierend auf umfangreichen Recherchen, exklusiven Interviews und schockierendem, authentischem Material zeigt Jamie Bartlett, wie sich völlige Anonymität auf Menschen auswirken kann, und porträtiert faszinierende, abstoßende oder auch gefährliche Subkulturen, darunter Trolle und Pädophile, Dealer und Hacker, Extremisten, Bitcoin-Programmierer und Bürgerwehren.

unterhaltsam aber sehr trocken

— 5n4k3

Sehr interessant und auch beängstigend... Jedoch schweift er hin und wieder vom eigentlichen "Darknet" ab.

— Sadotka

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    The Dark Net

    variety

    10. December 2016 um 15:28

    Jamie Bartlett taucht ein in die Tiefen des Internet -  das Dark Net. Es ist dunkel in der Unterwelt dort, weil nicht alle Nutzer entdeckt werden möchten. Es geht um Drogen, Sex (Pädophile, Webcamsex usw.), Gewalt, Krankheiten und andere (il)legale Tätigkeiten. Man liest die Beschreibungen und stutzt immer wieder darüber, was sich alles im Verborgenen tummelt und welche Vorlieben und Interessen es so alles gibt. Die Gefühle schwanken zwischen Angewidert- und Fasziniertsein, und genau dies ist wohl das Ziel des Autors gewesen. Er hat genau recherchiert und verweist bei seinen Ausführungen nicht nur auf Quellen im Netz, sondern auch auf direkt Beteiligte, die ihm bereitwillig Auskunft gaben, meist natürlich anonym. Meine Bedenken zum Buch sind, dass mit der Veröffentlichung noch mehr Personen von diesen ominösen Machenschaften unnötig angezogen werden. Das wäre schade.

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  • "Letzten Endes ist das Darknet nichts anderes als ein Spiegelbild der Gesellschaft"

    The Dark Net

    R_Manthey

    04. October 2015 um 17:09

    Eine solche Aussage findet man ganz am Ende des Buches als einen der letzten Sätze. Glücklicherweise nutzt der Autor das Wort Gesellschaft nicht als Versteck, denn er schreibt weiter: "... ein durch die seltsamen, unnatürlichen Bedingungen des virtuellen Lebens verzerrtes, vergrößertes und mutiertes Bild - aber immer noch deutlich und unverkennbar ein Bild von uns." Und diese letzte Aussage kann man nur doppelt unterstreichen. Wenn Menschen denken, dass Ihnen wegen einer scheinbaren oder tatsächlichen Anonymität keine Folgen für gewisse Verhaltensweisen drohen, dann zeigen sie, wozu sie wirklich fähig sind. In milder Form, aber auch dort bereits für manche unerträglich, findet man das so auch schon im normalen Internet. Das Darknet bleibt jedoch für viele verschlossen, weil sie entweder von seiner Existenz nichts wissen oder keine Ahnung haben, wie man dort hinkommt. Was ist nun dieses Darnet? "Manche verstehen unter Darknet die verschlüsselte Welt der Tor Hidden Services, deren Nutzer sich nicht nachverfolgen und nicht identifizieren lassen. Andere beziehen den Begriff auf all jene Websites, die nicht in konventionellen Suchmaschinen auftauchen: ein unbekanntes Reich passwortgeschützter Seiten, unverlinkter Websites und versteckter Inhalte, auf die nur Eingeweihte Zugriff haben. Zugleich ist Darknet zu einem Sammelbegriff für die unzähligen schockierenden, verstörenden und kontroversen Seiten des Internets geworden - das Reich der imaginären Verbrecher und Blutsauger aller Art." In Deutschland steht gerade ein Jugendlicher vor Gericht, der aus seinem Kinderzimmer mit Drogen gedealt hat, Umsätze generierte, über die manch ein kleiner Mittelständler nie erreicht, und dabei Millionen verdiente. Er nutzte das Darknet. Aufgeflogen ist er nur, weil er zum Vertrieb der Drogen den Postweg benutzte, auf dem dann irgendwann etwas schief ging. Wenn man eine gewisse Ahnung vom Treiben in diesem Dunkel-Netz bekommen will, dann kann man dies mit diesem Buch erreichen. Sein Autor hatte sich aufgemacht, um etwas Licht in diese Welt zu bringen. Dabei fand er heraus, dass das Darknet sowohl von mafiösen Strukturen als auch von freiheitsliebenden Menschen genutzt wird. Sowohl die einen als auch die anderen wollen den Staat aus ihren Handlungen oder aus ihrem Leben fernhalten, wenn auch aus völlig unterschiedlichen Motiven. Im Darknet findet man alles, was naive Menschen sich im normalen Leben kaum vorstellen können. Der Autor beginnt mit dummen Mädchen, die unbedingt zeigen wollen, was sie so zu bieten haben, während gleichzeitig andere genau darauf warten, um sie zu enttarnen und diese Fotos öffentlich zu machen. So etwas nennt sich dann "Doxen einer Camwhore". Natürlich dürfen auch Trolle in dieser Unterwelt nicht fehlen. Wie solche Leute vorgehen und welche Motive sie haben, wird in diesem Buch wenigstens in Ansätzen erklärt. Nicht ganz unerwartet bietet das Darknet jede Menge Plattformen für jede Art von kriminellen Handlungen. Den Behörden gelingt es nur höchst selten, solche Strukturen zu erkennen. Aber selbst wenn es einmal einen Treffer gibt, dann lässt sich mit den nötigen Kenntnissen relativ schnell ein Ersatz erzeugen. Insofern zeigt Jamie Bartlett gleichzeitig neben einigen Erscheinungsformen dieser virtuellen Unterwelt auch die Ohnmacht staatlicher Institutionen, die kaum Zugriff auf das Darknet bekommen. Bartlett moralisiert wenig, weil das erstens nichts nützt und zweitens nicht in den sachlichen Stil seines Berichts passt. Inwieweit dieses Buch der Wirklichkeit des Darknets entspricht, kann man von außen schlecht beurteilen. Wenn man naiv genug ist, wird man sich vielleicht über manchen der Inhalte wundern oder gar empören. Stattdessenmuss man wohl die Tatsachen akzeptieren, denn auch vor dem Darknet gab es kaum etwas, wozu Menschen nicht in der Lage waren. Insofern bildet das Darknet nur die moderne Variante der Unterwelt. Ein trotz mancher Längen wirklich erhellendes Buch.

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