Südkorea im Jahr 2002. Alle sind euphorisch wegen der Fußball WM, doch die wird von einem anderen Ereignis überschattet. Ein amerikanischer Panzer hat zwei koreanische Kinder überfahren und daher wachsen die Ressentiments, gegenüber den Amerikanern, die sich in Korea aufhalten. Das bekommt auch Billie mit ihrem Freund zu spüren, die die Staaten verlassen haben um in Korea Englisch zu unterrichten. Ihr Fremdenführer der ersten Tage ist Moon. Früher war er K-pop Bandmanager, doch seine Alkoholsucht kostete ihn den Job und seine Familie. Jetzt kämpft er verbissen darum, clean zu bleiben, um seine Frau und seinen Sohn zurückzubekommen. In der englischen Schule arbeitet auch die junge Yun-ji, die unter ihrem alkoholkranken, cholerischen Vater leidet und in einem Akt der Rebellion mit einem amerikanischen Soldaten schläft. Als sie feststellt, dass sie schwanger ist, haben sie und ihre Mutter endlich den Mut sich gegen den Haustyrannen aufzubegehren.
The Korean word for butterfly, gehört zu den Freebies, die ich mir aufgrund des Titels und des schönen Covers heruntergeladen hatte. Es war mal ein anderes Leseerlebnis, denn mit Südkorea als Schauplatz, sind mir bisher eher wenige Bücher untergekommen. Dieses Buch greift unliebsame Themen an. Es zeigt das in einer Kultur, wo die Familie über allem steht, auch unter jedem Dach ein Ach herrscht. Männer die zu viel trinken und damit ihre Familien zerstören, Teenager die ungewollt schwanger werden, ohne verheiratet zu sein und von jungen Menschen die von zu Hause davon laufen, weil sie hoffen ihren Schwierigkeiten so zu entkommen. Erzählt wird in drei Handlungssträngen aus der Sicht von Billie, Moon und Yun-ji und während die ersten beiden um ihre Beziehung kämpfen, kämpft Yun-ji darum ein Leben zu führen, ohne die Allmacht ihres Vaters. Dieses Buch geht schonungslos offen Themen wie Abtreibung, Kindesmissbrauch, Alkoholimus und Gewalt an, aber doch so sensibel, dass man die Beweggründe der Protagonisten nachvollziehen kann und nicht empört den moralischen Zeigefinger erhebt. Gestört hat mich, dass bis auf lose Verbindungen, die drei Handlungsstränge nicht miteinander verknüpft werden, außer dass diese drei Personen sich kennen.Am Ende des Buches zeichnen sich Happy Ends am Horizont ab, aber dennoch blieb ich mit einem eigentümlich leeren Gefühl zurück.
Ich habe mich einfach mal auf diese Leseerfahrung eingelassen und bereue nicht Zeit investiert zu haben. Manchmal muss man halt seine Kompfortzone verlassen. Zumindest kenne ich jetzt das koreanische Wort für Schmetterling.
nabi - the korean word for butterfly


