Jamyang Norbu

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Jamyang NorbuDas Mandala des Dalai Lama
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Das Mandala des Dalai Lama
Das Mandala des Dalai Lama
 (12)
Erschienen am 30.03.2004
Jamyang NorbuThe Mandala of Sherlock Holmes
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The Mandala of Sherlock Holmes
The Mandala of Sherlock Holmes
 (1)
Erschienen am 01.01.2003
Jamyang NorbuDrachensaat
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Drachensaat
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 (0)
Erschienen am 01.10.2007
Jamyang NorbuMANDALA OF SHERLOCK HOLMES
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MANDALA OF SHERLOCK HOLMES

Neue Rezensionen zu Jamyang Norbu

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Rezension zu "The Mandala of Sherlock Holmes" von Jamyang Norbu

Intelligente Verknüpfung zweier Kulturen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Nach dem Felsensturz bei den Reichenbachfällen galt Sherlock Holmes zwei Jahre lang als verschollen. Nach seinem begeistert aufgenommenen Wiederauftauchen allerdings blieb der Detektiv detaillierte Rückblenden schuldig. Viel mehr als ein trockenes "I travelled for two years in Tibet, therefore, and amused myself by visiting Lhasa,“ war nicht aus ihm herauszubekommen. Das musste Watson und damit auch der großen Leserschaft genügen. Watson, dem akribischen Biograf, blieben Berichte über die Erlebnisse in diesen Jahren versagt. In diese Lücke springt der Agent Huree Chunder Mookerjee, der Holmes in dieser Zeit zumindest teilweise begleiten durfte. Entdeckt wurden dessen Aufzeichnungen von Jamyang Norbu, der sich Jahre später um die Veröffentlichung kümmerte.

Zunächst sieht es nicht so gut aus für Mookerjee und seinen Auftrag, sich dem Detektiv an die Fersen zu heften: Holmes, aus Sicherheitsgründen inkognito reisend, hätte nur zu gerne auf Mookerjees Gesellschaft verzichtet und sich lieber auf sich selbst verlassen. Doch seine Maskerade täuscht leider nicht jeden. Jemand weiß genau, wo Holmes steckt und wer er ist und nach einem rätselhaften Todesfall muss Holmes ihn in sein Geheimnis einweihen, um weiteren Schaden abzuwenden. Und plötzlich ist Mookerjee wieder im Spiel und wird Holmes auf einer Reise nach Tibet begleiten. Auch diese Reise bleibt nicht unentdeckt und Holmes sieht sich bald in einen weiteren Fall verwickelt, in dem das Leben des jungen Dalai Lama auf dem Spiel steht.

Das Buch bedient die Holm’sche Tradition wunderbar, indem dem Detektiv ein Begleiter und Berichterstatter zur Seite gestellt wird. Dabei geht Norbu geschickt einen Schritt weiter und setzt mit Mookerjee eine Figur ein, die bereits aus dem Roman „Kim“ von Rudyard Kipling bekannt ist. Wie durch die Aufzeichnungen von Mookerjee zu erfaren ist, arbeitete er also auch mit Holmes zusammen. Kombiniert wird dieser „Beweis der Authentizität“ durch zwei Landkarten und eine detaillierte Erläuterung, wie es überhaupt zum Fund der Manuskripte kam. Norbu zieht in einigen Fußnoten reale geschichtliche Ereignisse hinzu und benennt außerdem Bezüge zu den bekannten Geschichten von Sherlock Holmes. Zu guter Letzt nimmt Norbu das Ende des Reiseberichts zum Anlass, Landsleute aus Tibet nach ihren Erinnerungen an Holmes zu fragen. In diesem Epilog wird er nicht nur fündig, sondern erinnert auch daran, welchen schwierigen Stand Tibet kulturell und politisch inne hat. Ergänzt wird das Buch mit einem umfangreichen Glossar mit Begriffen aus den Sprachen Hindi, Indisch, Sanskrit, Tibetisch und Chinesisch.

Die Geschichte beginnt, wie man es von Sherlock Holmes gewohnt ist. Holmes löst einen Todesfall im Taj Mahal-Hotel auf klassische Art und Weise. Gewisse Ahnungen, wie es abgelaufen sein könnte, hat er nach intensiver Beobachtung wohl, während Mookerjee und der lokale Polizeibeamte Captain Strickland völlig ahnungslos bleiben und ihre Ideen von Holmes bis zur Auflösung nur mehr in der Luft zerrissen werden.

Das zweite Rätsel allerdings, das in Lhasa auf Holmes wartet, verlässt die bekannten Pfade. Es laufen seltsame Dinge ab und das stellt den sachlichen Holmes zu Beginn vor Probleme. Aber auch Holmes selbst wird sich im Lauf der Geschichte an einige landesübliche Gepflogenheiten anpassen. So seltsam das auf Anhieb wirkt, so sehr passt es allerdings in das lokale Setting in Tibet. Norbu hat verschiedene Aspekte der Kultur schlüssig genug mit dem englischen Detektiv verbunden. Es gibt durchaus Phänomene, die dem europäischen Leser aufstoßen werden, aber auch die passen ins Konzept, selbst, wenn man mit unerklärlichen Dingen sonst nichts anfangen kann. Die intelligente Verknüpfung zweier Kulturen (vor allem: Denk-Kulturen) macht aus diesem Buch etwas Besonderes, gerade eben weil sie nicht das übliche und erwartete Muster bedient.

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detlef_knuts avatar

Rezension zu "Das Mandala des Dalai Lama" von Jamyang Norbu

Rezension zu "Das Mandala des Dalai Lama" von Jamyang Norbu
detlef_knutvor 6 Jahren

Mittlerweile gibt es eine kaum überschaubare Zahl von Sherlock-Holmes-Geschichten weltweit. Das vorliegende Büchlein ist eines von vielen, bei denen zu erkennen ist, wie sehr eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller Freund und Liebhaber von Arthur Conan Doyle und dessen Romanfigur ist. Mit viel Sorgfalt hat sich der tibetische Autor auf das Thema eingelassen und in seinen Grundzügen einen klassischen Sherlock-Homes-Roman geliefert, der in Indien und Tibet beheimatet ist. Doch so manches passt in diese Region und so wurden auch gleich die Romanfiguren von Rudyard Kipling einbezogen. Dessen Romane (u. a. „Das Dschungelbuch“) spielen ebenfalls in diesen geografischen Breiten und seine Figuren haben maßgeblichen Beitrag an den neuen Abenteuern des Meisterdetektivs.

Wir befinden uns in Bombay des Jahres 1891. Eine blutüberströmte Leiche im Taj-Mahal-Hotel versetzt nicht nur die Polizei in höchste Alarmbereitschaft. Doch dann stellt sich heraus, dass der Mordanschlag eigentlich dem ominösen Sigerson galt. Doch das wiederum ist das Pseudonym des inkognito reisenden Sherlock Holmes. Zusammen mit dem Ich-Erzähler Hurree vom indischen Geheimdienst, dem quasi die Rolle des Dr. Watson zufällt, macht er sich auf die Jagd nach dem Täter. Sie führt beide nach Tibet, wo sie einer Verschwörung gegen den Dalai Lama auf die Spur kommen.

Das Buch dürfte nicht nur für die Liebhaber von Detektivgeschichten interessant sein, sondern auch für jene, die nicht genug von der faszinierenden Landschaft bekommen können. Denn der Autor scheint zudem noch Liebhaber von Karl May zu sein. Ist nicht allein die Figur des Sherlock Holmes generell oberlehrerhaft, so trifft dies auch oft für Karl May, bestimmt aber für Jamyang Norbu zu. Norbu erzählt über viele Seiten von den tibetischen Sitten und Rituale, und beschreibt mit unendlicher Ruhe weite Landschaften. Das klingt etwa so: „Inzwischen hetzten wir in vollem Galopp über das Schneefeld, doch die Angreifer holten langsam auf. Uns was das Schlimmste war: Sie rückten unserer Nachhut zu Leibe, also mir. Ich trat meinem Pony kräftig in die Flanken, um es zu noch größerer Eile anzutreiben.“ Wohlbemerkt, es handelt sich nicht um Karas Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, sondern um Sherlock Holmes mit seinem Gefährten Hurree.

Insgesamt ist der Roman, was Aufbau und Sprache angeht, ein klassischer „Sherlock Holmes“. Für manchen Leser weist er jedoch etwas Überlängen auf, wenn ihn Landschaften und Buddha nicht interessieren. Hervorzuheben sind die äußerst präzisen bibliografischen Details der Schriftsteller Doyle und Kipling im Anhang des Buches. Wer eine Übersicht all derer Werke sucht, wird hier fündig. Zusätzlich enthält das Buch diverse Adressen tibetischer Unterstützer.

Für den Sherlock-Holmes-Fan ein Muss.

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Stefan83s avatar

Rezension zu "Das Mandala des Dalai Lama" von Jamyang Norbu

Stark begonnen, noch stärker nachgelassen
Stefan83vor 7 Jahren

In Jamyang Norbus Roman Das Mandala des Dalai Lama" wird endlich das Geheimnis um Sherlock Holmes' verschollene Jahre gelöst. Die Geschichte setzt 2 Monate nach Holmes' Sturz bei den Reichenbach-Fällen ein und beginnt in Bombay. Mithilfe des Inders Hurree Chunder Mookerje, der beim Geheimdienst arbeitet und aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, löst Holmes einen blutigen Fall im Taj-Mahal-Hotel.

Norbu hält sich hier strikt an Doyle und es gelingt ihm ausgezeichnet die Eigenschaften des großen Detektivs einzufangen. Er verweist desöfteren auf frühere oder spätere Fälle, womit der Roman eine hohe Authentizität erhält. Nun wissen wir z.B. worauf Dr. Watson anspricht, wenn er in dem Fall Das goldene Pincenez", die widerwärtige Geschichte mit dem roten Blutegel erwähnt." Auch Colonel Moran, ein Anhänger Moriartys, taucht auf und zwingt Holmes zur Flucht in den Himalaja. Bis hierhin ist das Buch ein wirklich schillerndes, gebildetes und kunstvolles Werk, dass Doyles Ton genau trifft. Doch nun wird der Plot zusehends verwirrender:

Moriarty ersteht plötzlich von den Toten auf und es kommt heraus, dass er in Wirklichkeit ein abtrünniger tibetanischer Lama mit mentalen Kräften ist. Und nicht genug: Holmes selbst ist ebenfalls die Inkarnation eines tibetanischen Mönchs und besitzt ähnliche Fähigkeiten. Es kommt was kommen muss. In einem Sci-Fi-ähnlichen Showdown bekämpfen sich die beiden Erzfeinde mit Flammen und Energieschilden bis auf den Tod. Spätestens hier dreht sich jedem Holmes-Fan der Magen um. Man sieht den großen Detektiv plötzlich mit völlig anderen Augen und das Bild des englischen Gentleman, der mithilfe seines Verstands Fälle löst, ist nun erst einmal völlig zerstört.

Insgesamt hat Norbu mit seinem Werk den Anhängern von Sherlock Holmes sicher keinen Gefallen getan und allein die gute erste Hälfte des Buchs, rettet sein Werk vor einer noch schlechteren Wertung.

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