Operation Bird Dog

von Jan-Christoph Nüse 
3,9 Sterne bei7 Bewertungen
Operation Bird Dog
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Spannendes Thema, die Figuren bleiben etwas schwach

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Krimi zur Geburtsstunde der D- Mark: Der Sohn des Bankiers Dr. Victor Wrede will den mysteriösen Tod seiner Eltern aufklären

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Inhaltsangabe zu "Operation Bird Dog"

Prof. Guido Knopp über Operation Bird Dog: „Ein historischer Thriller, der beweist: Nichts ist so spannend wie die Wirklichkeit.“

1948. Zwischen den Mächten der Alliierten treten immer deutlicher unterschiedliche Interessen zutage. Deutschland steht vor einer Zerreißprobe. Die Sowjetunion isoliert West-Berlin. Einige Monate nach der Währungsreform wird der Bankier Dr. Victor Wrede tot aufgefunden. Neben ihm liegen seine tote Frau und der bewusstlose Sohn Carl. Jahre später sucht Carl Wrede nach den Gründen für den Tod seiner Eltern. Dabei stößt er auf einen Betrug während der Währungsreform, der bisher unentdeckt blieb. Und auch unentdeckt bleiben sollte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839222836
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:07.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Patnos avatar
    Patnovor 11 Tagen
    Intelligenter Kriminalroman mit historischen Bezügen

    Das nostalgische Cover von „Operation Bird Dog“ machte mich neugierig. Die Thematik der Währungsunion von 1948 interessierte mich. Streng geheim! Von der Operation Bird Dog sollte niemand etwas erfahren, weder die Sowjets noch das deutsche Volk. 23000 Kisten, 500 Tonnen Geld - 5,7 Milliarden Mark wurden von New York nach Bremerhaven verschifft. Das Geld hatte Deutschland längst erreicht, als Weihnachten 1948 der vierzehnjährige Junge Carl Wrede bewusstlos neben seinen toten Eltern gefunden wurde. Carls Vater war der prominente Bankier Dr. Viktor Wrede, der maßgeblich an der Umsetzung der Währungsunion beteiligt war. Alles sieht nach Selbstmord aus. Oder war es Mord? Gemeinsam mit seinem väterlichen Freund Gerd Jennings versucht Carl Wrede 10 Jahre später herauszufinden, warum seine Eltern sterben mussten. Die Spur führt in die Vergangenheit in die Zeit der Währungsunion. Obwohl die alliierten Militärs mit allen Befugnissen regieren, können sie es nicht verhindern, dass Altnazis im Verborgenen weiterhin agieren. Ein ehemaliger SS-General treibt ein intrigantes Spiel. Carl und Gerd geraten in große Gefahr, weil sie einem bisher unentdeckten Betrug enormen Ausmaßes auf die Schliche gekommen sind. Jan-Christoph Nüse macht es seinen Lesern leicht, in die Story zu finden. Nachdem er seine Akteure kurz vorgestellt hat, steigt er mit einem Bericht aus der Frankfurter Rundschau von 1948 direkt in die Szenerie ein. So wird schnell klar, dass Nüse konkrete historische Zeitdokumente in seinen Kriminalroman einbindet. Außerdem lässt er tatsächlich existierende Personen wie z.B. Viktor Wrede, Emil Puhl, Ewald Tenenbaum oder den Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland, Lucius D. Glay, in seiner fiktiven Krimihandlung agieren. Damit schafft er Authentizität. Man könnte meinen einer Berichterstattung zu folgen. Ich fühlte mich in die damalige Zeit hineinversetzt, die Milieubeschreibungen haben mich mitgerissen. Carl Wrede und Gerd Jennings, zwei interessante Charaktere, hat der Buchautor lebendig in Szene gesetzt. Ich mochte die beiden Spürnasen und fand es spannend zu ergründen, wie und warum Carls Eltern sterben mussten. Die fiesen Rollen im Roman schienen mir ebenfalls treffend dargestellt. Es war für mich erschreckend, wie viele Altnazis im Hintergrund die Fäden gezogen haben und sich des neuen Geldes illegal habhaft machten. Realität und Fiktion sind perfekt miteinander verbunden. Ich habe viele neue Informationen mitgenommen und mich dabei kriminell gut unterhalten. Wer intelligente Kriminalromane mag und sich gern in eine andere Zeitepoche entführen lässt, sollte hier zugreifen.

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    Wurm200s avatar
    Wurm200vor 3 Monaten
    Operation Bird Dog

    Jan-Christoph Nüse
    Operation Bird Dog
    Gmeiner

    Autor: Jan-Christoph Nüse wurde 1958 in Dortmund geboren, ging in Würzburg zur Grundschule und studierte Sozialwissenschaften, Germanistik und Politikwissenschaften in Bochum und Hagen. Er arbeitet als Redakteur und Reporter beim Fernsehsender Phoenix in Bonn und Brüssel. Für seine Berichterstattung über Wirtschaft und Politik wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er hat einen Sohn und lebt seit zehn Jahren wieder in seiner Heimatstadt Dortmund. »Operation Bird Dog« ist sein erster Kriminalroman. (Quelle: Gmeiner)

    Tenenbaum, der nach dem Examen als Wirtschaftswissenschaftler zur Army ging, kommt mit dem Flugzeug in Bremerhafen an. Dort hat er einen Auftrag zu erfüllen, der ihm zuvor per Fernschreiben erreicht hat. In Bremerhafen angekommen erwartet ihn jedoch zunächst eine Situation, die ihm nicht behagt. Ein Angriff auf die kostbare Fracht am Hafen konnte zurückgeschlagen werden. Tenenbaum unterschreibt die Papiere also und macht sich samt Fracht auf die Zugreise nach Frankfurt. Auf dem Weg dorthin wird der Zug jedoch gestoppt und angegriffen.

    Das Buch erstreckt sich insgesamt über 53 Kapitel plus einem Prolog. Die Kapitelüberschriften bestehen dabei nur aus einer Ziffer und der Angabe von Ort und Datum, zu Beginn eines jeden neuen Kapitels. Diese Angaben sind in diesem Buch aber auch wichtig, da die Zeit zwischen 1948 und 1958 wechselt.

    Zu Beginn des Buches gibt es einen Auszug der Personen, die in dem Buch eine Rolle spielen. Diesen Auszug fand ich recht hilfreich, da einem im Laufe der Geschichte recht viele Personen begegnen, die man so immer griffbereit hat. Neben den Charakteren gibt es auch einige Schauplätze, an welche das Buch spielt. Um hier den Überblick nicht zu verlieren, hilft die Angabe zu Beginn eines jeden Kapitels (siehe oben). Außerdem gibt es noch einige Wörter zu den Fakten des Buches, denn dieses Buch orientiert sich an realen Begebenheiten. Hier wäre eventuell ein Quellenverzeichnis nett gewesen, auch wenn in der Danksagung noch einige Hinweise gegeben werden (und Google selbst auch einiges ausspuckt). Leider ist der gewählte Themenbereich (Finanzen), nicht immer leicht zu verstehen, weshalb eventuell nicht alle Details dem Leser klar werden (hier wäre ein Glossar bzw. Fußnoten hilfreich). Das Buch spielt in der Nachkriegszeit und das erkennt man auch an einigen Details, wie zum Beispiel Hungersnöte. Hinter allem steht dann auch noch die Angst vor einer erneuten Zeit unter Nazis. Die gewählten Charaktere entwickeln sich dabei im Laufe des Buches nicht sonderlich weiter, jedoch bekommt der Leser immer wieder neue Informationen, um sein Bild der Charaktere Stück für Stück zu vervollständigen. Hier hält der Autor auch einige Punkte bereit, die den Leser sicherlich überraschen werden (da ich nicht spoilern möchte, gehe ich auf diese Punkte nicht genauer ein).

    Bei der allgemeinen Gestaltung des Buches überrascht der Autor positiv. Charaktere bekommen einen Akzent, Dokumente heben sich optisch vom Rest des Textes ab, und wenn es sein muss, sind sie sogar in Englisch gedruckt. Dass alles sorgt beim Lesen für eine bessere Identifikation, mit der Handlung und den Charakteren. Außerdem kann er sich so besser in die ganze Geschichte hineinfinden.

    Ausgelegt ist das Buch zwar als Kriminalroman, doch dies ist dem Autor nicht sonderlich gut gelungen. Ich würde hier viel eher Thriller als passendes Genre nennen. Zwar gibt es ein Verbrechen, dass aufgedeckt werden soll (der Selbstmord von Carls Eltern), jedoch ist beim Lesen nur recht schwer eine Straftat zu erkennen und dass bis zum Ende des Buches. Dies sorgt dann auch leider für fehlende Spannung beim Lesen. Es gibt viele Informationen, Charaktere und Gespräche, bis das Verbrechen am Ende aufgedeckt wird. Im Gesamten also ein recht ruhiges Buch, ohne nennenswerte Action. Die Ermittlungen finden dabei im Jahr 1958 statt, wobei das Verbrechen schon 1948 begangen wurde. Hier gibt es zwar Erklärungen, wieso Carl erst jetzt aktiv wird, jedoch blieb bei mir noch immer die Frage “wieso?” im Kopf. Ab ca. 3/4 des Buches treffen die Handlungsstränge dann zusammen, sodass ab diesem Zeitpunkt die Geschichte nur noch im Jahr 1958 erzählt wird. Neben dieser Hauptgeschichte gibt es noch 1-2 Nebenstränge, die einem die damalige Situation etwas näher bringen (z. B. Suche nach Rechten Überbleibseln). Lieder sorgt das alles aber auch, für eine Unübersichtlichkeit die schnell auftreten kann. Außerdem fällt auf, dass die Geschichte an manchen Punkten auch recht sprunghaft ist, was nicht immer schön ist beim Lesen.

    Cover: Das Cover ist fast ausschließlich in Schwarz und Weiß gehalten und passt daher auch sehr gut zum historischen Hintergrund des Buches. In einem weißen Kasten steht der Titel in Rot geschrieben, der sich deshalb sehr gut vom Hintergrund und Rest des Covers abhebt. Wenn man den Titel dann auch noch googelt, wird man schnell herausfinden, dass es sich hierbei um ein wahres Erlebnis aus der Vergangenheit handelt. Wir sehen im Hintergrund einige Menschen, die Geld in Ihren Händen halten (dieses Bild findet sich ebenfalls auf der Innenseite wieder). Auch hier ist der Zusammenhang zum Buch zu finden, denn in diesem geht es ebenfalls um Geld. Einige Teile des Covers heben sich zusätzlich noch dadurch ab, dass sie in Hochglanz gedruckt sind.

    Auf der Rückseite des Covers sind dann die Wörter “tödliche D-Mark” ebenfalls in Rot gedruckt, wodurch das Wort “tödlich” hervorgehoben wird, aber auch zwei wichtige Wörter des Buches.

    Insgesamt ist das Cover sehr gelungen und passt gut zur erzählten Geschichte.


    Fazit: Der Autor hat es geschafft, mit seinem Buch einen kleinen Einblick in die Nachkriegszeit zu geben. Leider verfehlt er hierbei ein wenig das Genre eines Krimis und landet eher bei einem Thriller. Viel Action und Spannung gibt es auch nicht, aber die Tatsache, dass das Buch einen realen Hintergrund hat, hat mir die Motivation zum Lesen gegeben. Nicht alles ist leicht zu verstehen, jedoch fällt das nicht sonderlich stark ins Gewicht. Am Ende hat das Buch trotz alledem einige Stunden Lesevergnügen gebracht, die nicht perfekt aber trotzdem empfehlenswert sind.

    Ich gebe dem Buch am 4/5 Sterne und empfehle ruhig einen Blick in das Buch zu riskieren.

    Klappentext: 1948. Zwischen den Mächten der Alliierten treten immer deutlicher unterschiedliche Interessen zutage. Deutschland steht vor einer Zerreißprobe. Die Sowjetunion isoliert West-Berlin. Einige Monate nach der Währungsreform wird der Bankier Dr. Victor Wrede tot aufgefunden. Neben ihm liegen seine tote Frau und der bewusstlose Sohn Carl. Jahre später sucht Carl Wrede nach den Gründen für den Tod seiner Eltern. Dabei stößt er auf einen Betrug während der Währungsreform, der bisher unentdeckt blieb. Und auch unentdeckt bleiben sollte. (Quelle: Gmeiner)

    Autor: Jan-Christoph Nüse
    Titel: Operation Bird Dog
    Verlag: Gmeiner
    Genre: Krimi
    Seiten: 420
    Preis: 15,00
    Veröffentlichung: 2018
    ISBN: 978-3-8392-2283-6

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    unclethoms avatar
    unclethomvor 3 Monaten
    Tipp!

    Dem Autor ist es aufs Beste gelungen die Atmosphäre wiederzugeben, die damals, nach dem verlorenen Krieg herrschte. War man einerseits froh dass der Krieg zu Ende war und hoffte, dass sich langsam auch wieder die Versorgung im Lande besser werden würde. Doch, noch lange nach dem Krieg funktionierte die Versorgung nach wie vor nur mittels Lebensmittelkarten und die Reichsmark war nahezu wertlos. Der Schwarzmarkt blühte und damit einhergehend auch die Kriminalität.
    Vor diesem Hintergrund spielt dieser spannende Kriminalroman.
    Die Figuren hatten durchweg die, für meinen Geschmack, notwendige Tiefe und sie wirkten allesamt authentisch. So kam bei mir das Gefühl auf sie teilweise im wirklichen Leben kennengelernt zu haben.
    Besonders gut gefiel mir die Beschreibung der Schauplätze, die durchweg sehr lebendig wirkten.
    Es ging auch direkt recht spannend los mit dem Transport der neuen Deutschen Mark.
    Je länger das Buch ging umso spannender wurde das Buch. Irgendwann hatte man dann den Point of no return erreicht, aber dem man dann das Buch nicht wieder aus den Händen legen konnte.
    Viele Leser kennen die Geschichten um die Währungsreform von den Erzählungen der Großeltern oder Tanten und Onkels. Jedoch ist das Buch so geschrieben dass es mit dem einen oder anderen Mythos aufräumt, ohne jedoch Oberlehrerhaft zu wirken.
    Ich spürte die Ängste der Menschen, aber auch die Aufbruchsstimmung der fünfziger Jahre. Es kam mir teilweise so vor als hätte der Autor dies prägende Zeit selbst miterlebt.
    Das Buch hat mich aufs allerbeste unterhalten und ich kann es ohne Bedenken weiterempfehlen.
    Insgesamt komme ich auf die Höchstpunktzahl von 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung!

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    leserattebremenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannendes Thema, die Figuren bleiben etwas schwach
    Leider schwache Kriminalhandlung

    Victor Wrede war auf deutscher Seite beteiligt an der Währungsreform 1948 und der Einführung der D-Mark. Kurz danach nimmt er sich mit seiner Frau jedoch das Leben, sein Sohn Carl überlebt nur knapp. Zehn Jahre später ist Carl 24 Jahre alt und glaubt nicht daran, dass seine Eltern sich selbst umgebracht haben- er ist sich sicher, dass es Mord war und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln.
    „Operation Bird Dog“ war eine der wichtigsten Aktionen der Alliierten in den westlichen Besatzungszonen, denn nur durch die Währungsreform konnte sich die deutsche Wirtschaft langsam wieder erholen und die Menschen konnten sich damit auch wieder einen höheren Lebensstandard leisten. Doch die Zeiten waren turbulent und Deutschland immer noch vom Krieg zerstört, so dass viele unterschiedliche Interessen vorherrschten, die sich auch im Umgang mit Reform der Währung niederschlugen. Jan-Christoph Nüse schafft es in seinem gleichnamigen Krimi sehr gut, die historischen Gegebenheiten und Verwicklungen für den Leser verständlich und logisch nachvollziehbar zu machen. Die historischen Persönlichkeiten sind gut beschrieben und bringen einen sehr runden Überblick über die Situation im Nachkriegsdeutschland. Etwas weniger gut schafft es der Autor, seine fiktiven Personen und die Kriminalhandlung in das Geschehen einzubetten. Carl Wrede und sein Vormund Jennings bleiben mir als Charaktere einfach zu flach und richtige Spannung will jenseits der historischen Rahmenbedingungen auch nicht aufkommen. Auch werden mir oft nicht genug Informationen gegeben, um als Leser als Handlungen nachvollziehen zu können. Gerade die Bedeutung und Geschichte von Katharina, einer ehemaligen Dolmetscherin und Carls seltsame USA-Reise mit ihr, waren für mich als Leser ziemlich zusammenhangslos, für den Leser wurde überhaupt nicht deutlich, welche Rolle dieser Teil der Geschichte spielen sollte.
    Als historischen Roman finde ich „Operation Bird Dog“ gelungen, die Kriminalhandlung mit den fiktiven Figuren konnte mich letztendlich aber nicht richtig mitreißen, auch wenn Jan-Christoph Nüse einen gut lesbaren Stil hat und die historischen Fakten sehr interessant dargestellt sind.  

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    gagamauss avatar
    gagamausvor 6 Monaten
    komplexer Wirtschaftskrimi

    Carl Wrede ist 14 Jahre als seine Eltern sich am Weihnachtstag umbringen. Wie durch ein Wunder überlebt er den erweiterten Suizid und ist von Anfang an überzeugt, dass seine Eltern nicht Selbstmord begangen haben. Das traumatische Erlebnis verändert den Jungen, macht ihn zum introvertierten Einzelgänger,  und 10 Jahre später ist der Wunsch übermächtig geworden, selbst herauszufinden, wie seine Eltern wirklich zu Tode kamen. Die Geschichte spielt also von Anfang an in zwei Zeitebenen. 1948 und 1958.

    1948 wird Deutschland weiterhin von den Siegermächten kontrolliert, die in ihren jeweiligen Besatzungszonen die nötigen Machtbefugnisse haben. Ganz langsam wird die BRD in die Unabhängigkeit entlassen. Einer der ersten Schritte ist eine Währungsreform, denn die Menschen hungern noch immer und die Wirtschaft läuft nur langsam an. Da Bankier Wrede direkt und indirekt mit dem Prozess der Währungsreform zu tun hatte, liegt die Vermutung des Lesers nahe, dass sein Tod damit zu tun haben könnte. Bei der Vermutung bleibt es erst mal sehr lange, denn der Autor nimmt sich Zeit und fährt jede Menge Personal und verschachtelte Handlungsstränge auf, um die komplizierte Thematik zu beleuchten. Dabei tummeln sich diverse reale Persönlichkeiten und auch fiktive Darsteller in beiden Zeiten.

    1958 versucht Carl mit allen Mitteln, seine Theorie von einem Mord zu beweisen und kann schließlich seinen Vormund überzeugen, dass an der Sache vielleicht doch etwas dran ist. Interessant ist dabei vor allem zu lesen, wie wenig oder viel sich in 10 Jahren in Deutschland verändert hat und wie stark vor allem die amerikanischen Einflüsse immer noch waren.

    Das Thema des Buches ist spannend und man merkt dem Autor seinen wirtschafts- journalistischen Hintergrund deutlich an. Auch, dass er bei seiner Recherche sehr fleißig war, kommt gut rüber. Der Erzählstil an sich war für mich etwas sperrig zu lesen. Eine sehr verzwickte Handlung und viele Darsteller und noch mehr Nebendarsteller machen das Ganz  unübersichtlich, obwohl es ein Personenverzeichnis gibt. Es gelang mir auch oft nicht, dem Verlauf der Geschichte ganz zu folgen oder ich brauchte ziemlich lange, um zu verstehen, worum es in manchen Szenen eigentlich ging. Es fällt mir schwer, den Finger direkt auf das Problem zu legen. Personen wie Carl, Tennenbaum oder Jennings dürfen durchaus mit Gedanken und Gefühlen agieren, aber ich kam ihnen nicht wirklich nahe. Den Fakten wurden intensive Beschreibungen gewidmet, dafür fehlte es oft an Aktion und Spannung. Ich denke, es hätte mir gefallen, wenn die fiktive Handlung etwas ausführlicher gewesen wäre und in Dialogen die Zusammenhänge und Rückschlüsse, die vor allem Carl und Jennings gezogen haben, noch besser erklärt worden wären. Auch Beschreibungen von Orten und Situationen hätte man noch ausbauen können.

    Fazit: Der Autor hat etwas zu sagen aber an der Struktur eines spannenden Kriminalfalles muss er noch etwas arbeiten, damit es nicht wie eine nüchterne Reportage rüberkommt.

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    lesefreude_books avatar
    lesefreude_bookvor 6 Monaten
    Währungsreform ohne viel Spannung

    Während Carl davon überzeugt ist, dass der Tod seiner Eltern nicht gewollt war (zumindest nicht von ihnen selbst), habe ich auch weit nach der Hälfte des Buches nicht das Gefühl, dass die Eltern ermordet wurden. Dadurch kommt bei mir auch nicht wirklich Spannung auf. Schließlich jagt der Protagonist einem Verbrechen nach, wo ich kein Verbrechen erkennen kann.

    Die Einführung der neuen Währung geht recht rasch vonstatten. Als Leser kennt man den Betrugsversuch bzw. die Menschen, die versucht haben sich zu bereichern, von Anfang an. Somit entsteht auch hier kaum Spannung für den Leser.

    Es wird einiges an Wissen rund um Finanzen und Währungen vorausgesetzt. Immer wieder gab es diesbezüglich Details, die mir nicht ganz klar werden. Für zusätzliche Verwirrung sorgen wild hingeworfene Namen und Personen, die plötzlich auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden.

    Die einzelnen Schritte in der Ermittlung von Carl und seinem Vormund dem Journalisten Jennings sind unvorhersehbar. Woher oder von wem haben sie die Hinweise erhalten an diesen oder jenen Ort zu fahren und warum nehmen sie mit gewissen Personen Kontakt auf? Wie diese Ermittlungsschritte zustande kommen, bleibt leider viel zu oft im Dunklen.

    Das Buch spielt in zwei Zeitebenen (1948 und 1958). Die Zeitsprünge sind eindeutig zu Beginn eines jedes Kapitel gekennzeichnet. Zusätzlich steht immer dabei an welchem Ort wir uns befinden und im Fall von Erzählungen von 1948 auch in welcher Besatzungszone. Dies ist sehr übersichtlich und gut gemacht.

    „Operation Bird Dog“ ist ein komplexes Buch rund um die Währungsreform 1948 in Deutschland. Es gibt einen kleinen Einblick in die verwirrende Welt der Finanzen und die Herausforderungen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Das Buch beschäftig sich mit der Währungsreform und mit Carls Ermittlungen 10 Jahre später. Ich hätte mir etwas mehr Details zum Leben der Menschen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zur Zeit der Besatzung gewünscht.

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    Freibordvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Krimi zur Geburtsstunde der D- Mark: Der Sohn des Bankiers Dr. Victor Wrede will den mysteriösen Tod seiner Eltern aufklären
    Eine Empfehlung

    Ich bin der Autor. Das Buch erscheint erst Anfang März. Eine Leseprobe gibts auf meiner Homepage: janchristophnuese.de Ich würde mich über Rückmeldungen sehr freuen. Guido Knopp bewertet Operation Bird Dog so: : „Ein historischer Thriller, der beweist: Nichts ist so spannend wie die Wirklichkeit.“

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    elane_eodains avatar
    Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
    Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

    Ablauf der Debütautorenaktion:

    Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
    Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

    Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
    Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
    Wichtig:
    Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


    Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


    Wie kann man mitmachen?

    Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

    Informationen/Regelungen:

    • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
    • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
    • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
    • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
    • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
    • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
    • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
    • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
    • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
    • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
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    Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
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