Vom Stotterer zum Schulsprecher. Vom Schulabbrecher zum Lehrer.
Wie das funktioniert, beschreibt Jan A. Freyer in seinem Debütroman in sehr kurzweilig zu lesenden Sequenzen. Nüchtern und klar schildert seine Hauptfigur Johannes Engler seinen Weg von der Grundschule in Berlin bis zum Beginn seiner Ausbildung in der Hotellerie auf Rügen. Die Erfahrungen, die er auf diesem Weg macht, sind so sauer und so süß zugleich, dass er sie lieber mit Limetten, statt mit Zitronen vergleicht. Denn durch eine durchweg positive Grundeinstellung zum Leben ansich, nimmt er jede Hürde als Herausforderung an und stellt sich dieser. Dem Stottern begegnet er durch die Leidenschaft im Theaterspielen. Den Ungerechtigkeiten an der Schule durch seinen unermüdlichen politischen Einsatz als Schulsprecher. Der unfairen Bewertungen durch die Lehrer durch den entschiedenen Abgang von der Schule. Er beweist, dass es sich lohnt, sich für sich selbst und andere einzusetzen. Dass man auch ohne Abitur durchs Leben kommt und seine Träume verwirklichen kann. Und dass man sich dem Druck, der durch die Gesellschaft, Eltern, Lehrer und Schüler gleichermaßen erzeugt wird, nicht aussetzen muss, sondern für sich frühzeitig entscheiden sollte, was tatsächlich notwendig und richtig ist.
Ein durchweg gelungenes und sehr sympathisches Debüt des jungen Autors, der darin eigene Erlebnisse geschickt zu einem fiktiven Geschehen verwoben hat. Dabei sind seine Darstellungen so realistisch, dass sie aufwecken und zum Nachdenken anregen.
Ein sehr empfehlenswertes und anregendes Buch für alle SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und all diejenigen, die mit der Bildungspolitik befasst sind.


