Jan Assmann Exodus

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Inhaltsangabe zu „Exodus“ von Jan Assmann

Die Geschichte vom Auszug aus Ägypten ist eine der größten Erzählungen der Menschheit. Sie steht für die Befreiung aus Sklaverei, aber auch für die Erfindung des Glaubens an den einen Gott. Jan Assmann verfolgt die Spuren der Exodus­Erzählung zurück bis ins Alte Ägypten und nach vorne bis ins 20. Jahrhundert. Er entfaltet eine neue Theorie des Monotheismus und zeigt, warum die Geschichte vom Auszug aus Ägypten auch die Gründungserzählung der modernen Welt ist. Das Buch Exodus enthält Schlüsselszenen der Heilsgeschichte, die in Judentum, Christentum und Islam, aber auch in Kunst und Literatur eine vielfältige Wirkung entfaltet haben: von der Fron der Israeliten in Ägypten über die Offenbarung Gottes in einem brennenden Dornbusch, die zehn Plagen, die Stiftung des Passah-Festes und den Durchzug durchs Schilfmeer bis zum Empfang der Zehn Gebote und den Tanz ums goldene Kalb. Wann sind diese Geschichten entstanden? Welche ägyptischen und altorientalischen Parallelen oder gar Wurzeln haben sie, und was an ihnen ist radikal anders und neu? Wer hat diese Erzählungen schließlich zu dem Buch Exodus, dem Gründungsdokument einer neuen Religion, verbunden? Jan Assmann geht diesen Fragen auf dem neuesten archäologischen und bibelwissenschaftlichen Forschungsstand nach. Er präzisiert seine viel diskutierte MonotheismusTheorie und erklärt die revolutionären, weltgeschichtlichen Folgen des Auszugs aus Ägypten.

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  • „Wahr und Falsch“ statt „Stärker“, „Lebens-Treue“ statt „Nur-Anbetung“

    Exodus
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    20. April 2015 um 12:50

    „Wahr und Falsch“ statt „Stärker“, „Lebens-Treue“ statt „Nur-Anbetung“ Hatten die „alten Völker“ je ihre Götzen und Stammesheilige, die sich im Leben und Kampf als „Stark und hilfreich“ erweisen hatten, konnten ohne große Überlegungen solche „Götter“ auch „ausgetauscht“ werden (wenn sie sich als „schwach“ gezeigt hatten) und gab es damit eine vielfältige und „bunte“ Götterschar in alter Zeit, die einander befehdeten, ergänzten, ersetzten und vieles mehr, so verweist Jan Assmann zu Recht seit Langem bereits darauf, dass die Entwicklung des Monotheismus einer der absoluten und existenziellen „Wendepunkte“ der Menschheitsgeschichte darstellt. Ein Wendepunkt, der, vor allem, Loyalität ohne Ausnahme (und ohne Grenze) erforderte in den neuen religiösen Orientierungen mit ihrem je allgemeinen und universellen Wahrheits- und Geltungsanspruch. Und, wie Assmann ebenfalls seit Langem herausgearbeitet hat, damit auch mit einem wesentlichen Kern an „ausgrenzender Gewalt“. Am „Kampf bis aufs Blut“ gegen „andere Götter“ und deren Religionen. Ein Kampf, der nicht nur in antiker Zeit die Welt formte, sondern bis heute in (fast) unverminderter und immer wieder neu aufflammender Art und Weise die Menschheitsgeschichte mit bestimmt. Eine, eher „die“ (folgt man den akribischen, fundierten und detaillierten Ausführungen Assmanns in diesem, seinem neuen Werk) Gründungsgeschichte, Gründungsurkunde des Monotheismus ist die Geschichte des Exodus. Der Auszug Israels aus Ägypten unter Mose (unter drängender und harter Gewalt, schon in der biblischen Vorbereitung dieses Auszuges). In zwei Richtungen nimmt Assmann kenntnisreih und sehr verständlich formuliert dabei den Leser mit auf diese „existenzielle Reise“. Zum einen befasst er sich mit den historischen Tatbeständen und versetzt den Leser „hautnah“ in die Hoch-Zeit des alten Ägypten. Zum anderen aber, und das ist sein eigentliches Anliegen, geht Assmann den verdichteten Menschheitserfahrungen und der tiefgreifenden Symbolik hinter der biblischen Geschichte nach. Ein Ereignis (nicht nur in der Geschichte Israels als „Volkwerdung“ und „Bundeschluss“ mit umfassendem Treuegebot diesem „einen Gott“ gegenüber, sondern auch für die Weltgeschichte), welches das Judentum, aber auch später das Christentum und den Islam grundlegend mitgestaltet und geprägt hat. Das Individualität und persönlicher Lebenssinn nur erfasst wird in die Einbettung einer Glaubensgemeinschaft und damit nur im personalen Gegenüber zwischen „dem einen Gott“ (mit seinem Plan für „sein Volk“ und den einzelnen Menschen in diesem Volk) und dem eigenen Sein, das ist jener existenzielle Kern der Exodusgeschichte, der „Geschichte gemacht hat“, persönliche und allgemeine Geschichte, und diese bis heute beeinflusst und prägt. Loyalität und „Treue“ sind dabei die prägenden inhaltlichen Begriffe. Eine „gegenseitige“ Treue in Form einer „Bundesverpflichtung“, letztlich auf Augenhöhe, ein „Vertrag“ zwischen zwei Partnern, Gott und den Menschen seines Volkes, dass mit Lob und Strafe, Gewinn und Restriktionen einhergeht, wie es Israel in seiner folgenden Geschichte von Erfolgen und Niederlagen, Zerstörung und Aufbau immer wieder reflektiert und immer wieder auf das „Gründungsgeschehen“, die „Bundesartikel“ (Gebote) und Bundeszeichen (Lade, Stiftshütte und anderes) sich hin orientiert. So erläutert Assmann historisch und als „erzählte Geschichte“ die Kraft dieses Ereignisses einer inneren und äußeren Zeitenwende, verweist auf die „Freiheit“, die hier als „höchstes Gut“ (nur in Bindung mit einem patriarchalischen Gott allerdings) Antrieb und „gelobtes Land“ zugleich ist, zeigt die Folgen dieser „revolutionären“ Haltungen auf (auch in ihren gewaltsamen Ausprägungen) und führt so dem hin zu den Grundlagen der „modernen Welt“. In einem geschichtsimmanenten System von Ursache und Wirkung, von einem direkt möglichen Erleben göttlichen (korrigierenden oder bestätigendem) Eingreifen in das gesellschaftliche und individuelle Leben, das bis heute die Weltreligionen bestimmt (mit anderen Vorstellungen eines „gelobten Landes“ und anderen „Geboten“ vielleicht). Die Vision einer „besseren Zukunft“ findet in der Exodus Geschichte damit erstmalig Ausdruck, die Deutung der Vergangenheit erhält einen linearen Faden und die Ausgrenzung Andersgläubiger bildet nun eine der Wesensgrundlagen der Religion. Ein ungeheuer erhellendes, sehr akribisch und fundiert verfasstes, dabei überaus verständliches Buch, das die Elemente und Grundgedanken der Exodusgeschichte erläutert und damit die Grundlagen für Religionskriege, Erwählungsgedanken und „irdische Zeichen Gottes in der Geschichte“ dezidiert aufweist und benennt. „In diesem Sinne lässt sich die Exodus-Geschichte als die grandioseste und folgenreichste Geschichte verstehen, die sich Menschen jemals erzählt haben…und ist…zum Symbol grundlegender geistiger, religiöser und politischer Wenden überhaupt geworden“. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das in der Besinnung auf „den Anfang“ eine hochaktuell Erklärung der gegenwärtig noch immer stark zu spürenden „Folgen“ in sich trägt, der (behaupteten) „Einwohnung Gottes inmitten seines Volkes“ mit all dem, was dies auch im Negativen und an Fanatismus bedeuten kann, wie es ebenso Identität und Kraft zu geben vermag.

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  • Für Assmann ist der Auszug aus Ägypten d i e Gründungserzählung der modernen Welt

    Exodus
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    05. February 2015 um 10:00

    Schon als Kind hat mich die Erzählung vom Auszug der Hebräer aus der Sklaverei in Ägypten als eine monumentale Befreiungsgeschichte fasziniert. Neben der Nächsten-und Feindesliebe und der Erzählung von Gottes Gerechtigkeit, für die Jesus im Neuen Testament steht, war sie nicht nur für meinen  Glauben entscheidend, sondern auch für meine Berufswahl. Diese Geschichte vom Auszug aus Ägypten ist eine der wirkmächtigsten Erzählungen der Menschheit und ich habe sie deshalb auch keiner einzigen Grundschulklasse vorenthalten, die ich in zwei Jahrzehnten unterrichtete. Der Exodus steht, wie Jan Assmann in seinem hier vorliegenden, an sein umstrittenes Buch „Die mosaische Unterscheidung“ und seine Kritik des Monotheismus anknüpfenden Buch zeigt, nicht nur für die Befreiung aus der Sklaverei,  sondern ist auch immer wieder Quelle von Befreiungsbewegungen und Revolutionen quer durch die Geschichte, und sie steht für die Geburt bzw. Erfindung des Monotheismus, des Glaubens an den einen Gott.  Die Schlüsselszenen im Buch Exodus sind bedeutsam für die Heilsgeschichte des Judentums, des Christentums und des Islam. Doch weit über die Ausbildung und die Entwicklung dieser drei monotheistischen, abrahamitischen Religionen hinaus hat die Erzählung und die Tradition vom Exodus, vom gottgewirkten Weg aus der Unfreiheit in die Freiheit in der Kunst und in der Literatur der Jahrhunderte seitdem eine ungeheure Wirkung entfaltet bis auf den heutigen Tag. Jan Assmann beschreibt in diesem lesenswerten und informativen Buch, wie diese Geschichten entstanden sind, wie sie überliefert und im Pentateuch von den Theologen der Priesterschrift zusammengestellt wurden. Er geht den ägyptischen und altorientalischen Wurzeln nach und benennt das genuin Neue an ihnen. Auch seine nach „Die mosaische Unterscheidung“  2010 kontrovers diskutierte Monotheismustheorie und -kritik wird noch einmal aufgenommen und fortgeführt. Hauptfokus dieses Buches aber sind die enormen weltgeschichtlichen Folgen des Auszugs Israels aus Ägypten bis in die heutige Zeit. Insbesondere christlichen und liberalen islamischen Theologen kann man dieses Buch nur an das Herz legen. Auch die jüdische theologische Debatte kann es enorm bereichern. Für Assmann ist der Auszug aus Ägypten  d i e  Gründungserzählung der modernen Welt, wie wir sie heute kennen.

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